Die Erfolgsgeschichte von Deliveroo

Vom Start-up zum globalen Unternehmen


Studienarbeit, 2017
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Welche Vision hat das Unternehmen für sich definiert?

3. Auf welcher Idee basiert das Geschäftsmodell?

4. Welche Rolle spielt die Digitalisierung?

5. Worin besteht die Innovation und Einzigartigkeit des Geschäftsmodells?

6. Welche Auswirkungen gibt es auf die Konkurrenz innerhalb der Branche?

7. Gibt es branchenübergreifende Auswirkungen?

8. Was ist (oder war) der Schlüssel zum Erfolg?

9. Untemehmensinformationen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Traffic von Foodora und Deliveroo im Vergleich

Abbildung 2: Marketplace von Deliveroo

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Startup Unternehmen Deliveroo, das sich in den letzten Jahren zu einem der meist genutzten Premium- Lieferservices der Welt entwickelt hat. Anfangs konzentrierte sich das Unternehmen auf kleine hochwertige Restaurants in der Londoner Umgebung, doch heutzutage sind sie auf der ganzen Welt erfolgreich und bieten einen Full-Solution-Service für ihre Kunden an. Aufgrund der einfachen Bedienung von Be­Stellung bis hin zu Lieferung, egal ob mobil, von zu Hause aus oder im Büro, macht es Kon­zept so lukrativ. Doch wie kam es zu dieser Erfolgsgeschichte und was steckt dahinter?

2. Welche Vision hat das Unternehmen für sich definiert?

In den meisten Großstädten sind sie nicht mehr vom Straßenbild wegzudenken. Die bunten Fahrräder von Deliveroo oder Foodora, welche sich auf dem Weg machen, Premiumessen von beliebten Restaurants direkt und einfach an den Kunden zu liefern- sei es nach Hause oder in der Mittagspause in die Arbeit. Unlängst ist Deliveroo auf diese Lücke, im Bereich Premium- lieferservice für Essen, aufmerksam geworden und hat eine erfolgsversprechende Nische für sich entdeckt- ״Das beste Essenserlebnis zu kreieren“ (Shu, 2016). ״Die Expansion nach Ber­lin ist deshalb ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg, der beste Premium- Lieferservice der Welt zu werden“, so Unternehmensgründer William Shu.“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016). Mit Hilfe ein paar einfacher Klicks schnell bestellen und ״leckeres Restaurant-Essen innerhalb von 30 Minuten liefern“ (Shu, 2016), so ist der Ansatz des Unter­nehmens. Für die meisten Restaurantbesitzer ist ein eigener Lieferservice schlichtweg zu teu­er, doch hiermit bietet ihnen Deliveroo die Möglichkeit, ihren Umsatz zu steigern- teilweise bis zu 1/5 des Gesamtumsatzes.

3. Auf welcher Idee basiert das Geschäftsmodell?

Die Grundidee des Geschäftsmodells ist einfach nachzuvollziehen, die Gewinnfunktion dafür allerdings umso komplizierter zu durchblicken. Generell baut das Geschäftsmodell auf drei Standbeinen auf: Den Gastronomen, den Fahrradkurieren und dem Algorithmus mit der Ziel­Stellung, dass die Kunden qualitativ hochwertige Mahlzeiten in kurzer Zeit erhalten. Dafür fokussiert sich Deliveroo auf kleine Liefergebiete beliefert von gut geschulten Fahrern auf Fahrrädern oder seltener auch Motorrollern und ״modernster Technik“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) in Kommunikation mit den Restaurants. Deliveroo wirkt für diese Restaurants als Ersatz für den eigenen Lieferdienst undübernimmt alle Serviceprozesse im Bestellvor­gang.

Umsatz wird bei Deliveroo durch eine Provision von bis zu 30% des Bestellwerts und teilwei­se Liefergebühren in Höhe von 2,50€ wie beispielsweise in Hamburg generiert. Soweit die Fahrer voll ausgelastet agieren, wird aus einem Teil dieses Umsatzes der Gewinn für De- liveroo, was wiederum das Ziel des Expandierens auf weitere Stadtteile und in weitere Städte erklärt. Der Zusammenhang ist leicht verständlich: Sind die Fahrer nicht ausgelastet, da zu wenige Aufträge aufgegeben werden, mindern die Kosten der Kuriere den Unternehmensge­winn. Doch ״nach eigenen Angaben ist das Startup in einigen seiner etablierten Märkten be­reits profitabel“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) und erhöht zudem den Umsatz der mit ihm zusammenarbeitenden Premium-Restaurants um 20 bis 30 Prozent. (Kuhn, 2017)

Des Weiteren sieht sich Deliveroo als Premium-Lieferdienst und versuchtüber dieses Image auch an Geschäftskunden zu gelangen. Das B2B-Konzept dazu nennt sich ״RooBox“ und zielt auf ״Innovationen im Bereich Food Delivery“ (Shu, 2016) ab, bei welchem laut dem Gründer von Deliveroo ״ganz neue Lösungen für die größten Herausforderungen“ (Shu in Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) gefunden werden müssen.

4. Welche Rolle spielt die Digitalisierung?

Ohne die Digitalisierung, wäre es Deliveroo nicht möglich, ihre Kunden weitest möglich zu erreichen. Danke der Hilfe eigener Blogs, der Präsenz auf Facebook, Instagram und Twitter sind Nutzer immer auf dem neusten Stand in Sachen Food-Inspirationen, welche sich durch das Nutzen von Hashtags schneller verbreiten. Gut inszenierte Bilder sprechen an und machen Lust auf qualitativ hochwertig versprechendes Essen. Hier ist eine grenzenlose Auswahl an Essen- Mexikanisch, Sushi, Pizza, vegetarisch, all das, was das Herz begehrt, zu finden.

Dementsprechend hat das Unternehmen eine eigene App für Apple und Android entwickelt. ״Emanuel Pallas, Gründer von Foodora, meint, das Ziel der neuen Apps muss es sein, den Markt für sich allein zu gewinnen. Das würde neue Einnahmemöglichkeiten eröffnen“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016). An Hand der neuen App, tippt der Kunde ein, wohin das Essen gebracht werden soll. Er kommt sofort Angebote von Lokalen aus seiner unmittelbaren Umgebung angezeigt und kann daraufhin ganz bequem, Z.B. von zu Hause aus durch die Speisekarte des jeweiligen Lokals stöbern. Die Bestellung geschieht online und ohne Berüh- rung von Geldüber Kreditkarte oder PayPal. Die Fahrer kommen also nicht mit Geld in Be­rührung, höchstens beim Trinkgeld. ״Aber selbst das kann man inzwischen online entrichten.“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) ״Per Fahrradkurier des Lieferdienstes kommt das Essen binnen einer halben Stunde nach Bestellung zum Kunden - hübsch verpackt und noch warm, so das Versprechen.“ (dpa/nidi, 2015). Falls es einem Kunden nicht schnell genug gehen soll­te, besteht die Möglichkeit für registrierte Mitglieder ihr Essen minutiös zu verfolgen. So er­hält er den bestmöglichen Service (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016).

5. Worin besteht die Innovation und Einzigartigkeit des Geschäftsmodells?

Die Einzigartigkeit von Deliveroo ist leider aufgrund von Foodora nicht vollständig gegeben, daher gelten die meisten der hier folgenden Punkte für beide Konkurrenten.

Grundsätzlich ist allerdings anzufügen, dass die beiden Lieferdienste mit ihrem Unterneh­menskonzepten deutlich aus der Masse herausstechen. Dabei fällt zunächst die Konzentration auf gehobene Qualität der Restaurants und der Speisen bei Erreichen des Endkonsumenten ins Auge. Durch die kurzen Lieferwege und Konzentration auf relativ kleine Liefergebiete wird dauerhaft sichergestellt, dass der Besteller auch wirklich ״Restaurantessen“ bei sich zu Hause in Empfang nehmen kann, und das von jedem Restaurant, dass er sich wünscht, denn es gibt ״bei Deliveroo nichts, was es nicht gibt. Ob Pizza, Sushi, mexikanisches Essen, vegetarische Gerichte, vietnamesisch, japanisch, orientalisch, italienisch, indisch, libanesisch oder typisch deutsche Spezialitäten - die Auswahl ist riesig“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016). Ein deut­liches Abgrenzen zu beispielsweise Lieferheld.de stellt der eigene Lieferdienst dar, welcher die Öffentlichkeitswahrnehmung in den Großstädten auf ein deutlich höheres Niveau hebt und gleichzeitig die Werbekosten senkt.

Um auf sich aufmerksam zu machen liefert Deliveroo die Speisenüber Radfahrer in Signal­kleidung aus und erfüllt damit zwei Nebeneffekte: Die Fahrer werden besser wahrgenommen und sind dadurch sicherer unterwegs und zudem liegt die gewählte Kleidung mit Schnitten und Farben völlig im Trend der aktuellen Fixie- und Freizeitfahrradszene.

Ebenfalls im Trend liegt die unter dem Punkt Digitalisierung bereits angesprochene Website­gestaltung mit Blog und Social-Media-Präsenz auf den beliebtesten Plattformen, wodurch sich Deliveroo erneut als Premiumanbieter darstellt und ״im Vergleich zu anderen Lieferservice- Firmen bewusst auf Fooddesign und bereits sehr polarisierende ״Markenrestaurants““ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) setzt.

Als Unterschied zu Foodora soll das bereits angesprochene B2B-Konzept ״RooBox“ die zu­künftige Marktposition von Deliveroo langfristig sichern und stärken. Inhalte dieses Busi­nessplanelements zielen auf den Bau von ״Großküchen“ ab, um neue Gebiete und Kunden zu erreichen. Diese Großküchen sollen danach von verschiedenen bereits etablierten Restaurants genutzt werden, womit für Deliveroo und ebendiese eine Win-Win-Situation entstehen soll: Den Restaurants wird eine kostengünstigere Möglichkeit zum Expandieren (allerdings auf das Lieferdienstkonzept begrenzt) gegeben und Deliveroo kann die gewohnte Qualität an Speisen in größerer Menge und für einen deutlich erweiterten Kundenkreis anbieten, ohne höhere ty­pische Lieferrisiken (kalte Speisen und lange Wartezeiten) eingehen zu müssen. (O'Hear, 2016)

Zusammenfassend steckt die Innovation von Deliveroo also in dem Schritt dasüberholte Bild von Lieferdienste bieten nur billiges Fast Food an auf eine ganz neue qualitative Stufe zu heben und hochwertiges Restaurantessen innerhalb von ״durchschnittlich 32 Minuten (Unter­nehmensangabe) nach Hause oder ins Büro liefern“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) zu lassen.

6. Welche Auswirkungen gibt es auf die Konkurrenz innerhalb der Branche?

Der direkte Kunde Foodora hat einähnliches Produkt, von außen betrachtet unterscheiden sich beide nur in der Farbe und im Namen, also Türkis gegen Magenta. Die beiden Konkur­renten spielen im selben Markt und kämpfen um die gleichen ״Supply-Restaurants“ sowie dieselbe Zielgruppe im gehobenen Liefersegment. Dabei wird sich auf kurz oder lang einer der beiden als Sieger herauskristallisieren, wobei hinter Foodora ״der weltweit operierende Fast-Food-Gigant Delivery Hero (и.a. Lieferheld und Pizza.de) aus dem Hause Rocket Inter­net“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) steckt und es sich damit nicht um eine leichte Partie handeln wird. Der Lieferdienstkonkurrenzkampf kennzeichnet sich durch das Prinzip The winner takes it all und auf dieser Basis ist momentan auch ein ״Wettrüsten“ im Marketingbe­reich für dieselben Zielgruppen zu spüren, (dpa/nidi, 2015)

Dieser Kampf ist schon seit einiger Zeit zwischen Lieferando, Lieferheld und Pizza.de zu spü­ren, welcher aber auf eine andere, weniger kaufkräftige Zielgruppe abzielt. Die zuletzt ge­nannten Lieferdienste agieren zwar auf dem gleichen Markt, haben aber ein leicht verändertes Unternehmenskonzept, da sie (lediglich) eine Online-Plattform für Bestellungen bei Restau­rants mit bereits bestehenden Lieferdiensten darstellen. Der bisherige Marktführer Lieferando beginnt momentan allerdings auch einen eigenen Lieferdienst zu etablieren und wird sich deshalb in Zukunft noch weiter an Foodora und Deliveroo annähern bzw. die Zielgruppe wird die marginalen Unterschiede zwischen den Untemehmensstrategien kaum bemerken und da­her wahrscheinlich blind dem bekanntesten aller Lieferdienste, also dem Sieger dieser Kon­kurrenzkämpfe folgen, (dpa/nidi, 2015)

Genau diese Situation führt momentan zu riesigen Werbeetats zur Kunden-Akquise und damit wiederrum zum Buhlen um die größten und zahlkräftigsten Investoren hinter den Firmen. Um Zahlen zu nennen wurde am 5. August 2016 ״verkündet, dass der Lieferdienst Deliveroo ins­gesamt 275 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln konnte“ (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016) um aus diesem Kampf gegen die bestehenden Lieferdienste und den in Europa neu ein­steigenden Konkurrenten Uber Eat des Mobility-Giganten Uber als Sieger hervorzugehen. (Kümpel, Thomas, & Visser, 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Traffic von Foodora und Deliveroo im Vergleich

7. Gibt es branchenübergreifende Auswirkungen?

Neben dem branchenintemen Konkurrenzkampf gibt es selbstverständlich auch Auswirkun­gen außerhalb der Lieferdienstbranche.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Erfolgsgeschichte von Deliveroo
Untertitel
Vom Start-up zum globalen Unternehmen
Hochschule
Hochschule Ansbach - Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Ansbach
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V428418
ISBN (eBook)
9783668730540
ISBN (Buch)
9783668730557
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deliveroo, Startup, Start-up, Lieferdienst, Lieferservice, Business, Unternehmensinformationen
Arbeit zitieren
Kersten Thiele (Autor), 2017, Die Erfolgsgeschichte von Deliveroo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428418

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