Das Thema meiner Seminararbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung über den „Zusammenhang von Transmedialität und partizipativer Serienkultur am Beispiel der US-Serie Gilmore Girls“.
Zuerst werden wichtige Informationen zu der Serie und dem Handlungsstrang erläutert. Um eine Grundlage für das Verstehen von transmedialen Serien zu schaffen, wird folgend auf die Affektive Ökonomie der Serie, sowie den Einfluss der transmedialen Serie auf die Interaktion der Rezipienten und Rezipientinnen, eingegangen. Danach werden die Begriffe der partizipativen Serienkultur, der Polysemie und der Intertextualität näher erläutert. Diese Begriffe werden mit der Serie Gilmore Girls in Verbindung gesetzt. Bevor in einem abschließenden Fazit die Thesen, die Rahmen dieser Seminararbeit entstanden sind, zusammengefasst werden, wird das Fandom der US-Serie Gilmore Girls analysiert. Hierbei werden vor allem die Dimensionen von Youtube-Videos, Fanfiction und Memes, an praktischen Darstellungen, erläutert. Die Beispiele, die genannt werden entstammen dem Fandom von Gilmore Girls.
Gilmore Girls – it`s a religion, it`s a lifestyle. Seit ich zehn Jahre alt bin, ist die US-Serie Gilmore Girls ein Teil meines Lebens. Bis dato kann ich behaupten, dass die Serie meine Lieblingsserie ist. Nahezu jeden Tag sehe ich mir alte Folgen meiner „Girls“ an, auch wenn ich die Serieninhalte mittlerweile voraussehen kann. Ich kann behaupten, dass die Serie nicht nur von mir rezipiert wird, nein, ich bin Teil des Fandoms rund um Gilmore Girls. Das Aufwachsen zusammen mit Rory und Lorelai in der Kleinstadt Stars Hollow hat mich in meinen Einstellungen, Interessen und Handlungen geprägt.
Doch inwiefern trägt die Transmedialität der Serie zu einer partizipativen Serienkultur unter den Fans der Serie bei? Eine Serie wird laut Jenkins in Gemeinschaft, mit dem Ergebnis von „Fan-eigenen Medien“ rezipiert (Jenkins 1992, S. 44ff., zitiert nach: Deterding 2009, S. 236f.). Vorerst sah ich mir die Serie nur im Fernsehen an, doch mit dem Einzug der digitalen Medien in meinen Alltag, wurde ich ein Teil des Fandoms der Serie Gilmore Girls. Ich partizipiere online, indem ich Videos, die aus der Seriendiegese entstammen, konsumiere, teile und erstelle Memes zur Serie und lese regelmäßig Fanfiction anderer Fans auf Online-Portalen. Ich kann mich demnach schon als „Gilmore Girl“ bezeichnen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gilmore Girls – Die US-Dramedy Serie
2.1 Informationen zu der Serie
2.2. Handlung
3 Das Phänomen der transmedialen Serien
3.1 Die Affektive Ökonomie der Serie
3.2 Die transmediale Serie als Interaktionsmedium
4 Partizipative Serienkulturen
4.1 Polysemie als serielles Konzept
4.2 Intertextualität als serielles Erzählen
5 Das Fandom der Serie Gilmore Girls
5.1 Youtube
5.2 Fanfiction
5.3 Memes
6 Fazit und Resümee
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Transmedialität der US-Serie "Gilmore Girls" und der Entstehung einer partizipativen Serienkultur unter den Fans. Dabei wird analysiert, wie moderne Rezeptionsformen und digitale Medien das Fandom dazu befähigen, über den bloßen Konsum hinaus aktiv an der medialen Konstruktion und Erweiterung der Seriendiegese mitzuwirken.
- Transmediale Expansion serieller Formate
- Rolle der affektiven Ökonomie bei Fan-Bindungen
- Intertextualität und Polysemie als erzählerische Konzepte
- Digitales Fandom als Akteur (Youtube, Fanfiction, Memes)
- Wandel der Rezeptions- und Produktionspraktiken
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Affektive Ökonomie der Serie
Eine in der transmedialen Serie fest verankerte Praxis ist jene der affektiven Ökonomie. Eine Serie entscheidet sich vor allem durch ihren Erfolg oder Misserfolg unter den Konsumenten oder Konsumentinnen. Dieser Diskurs ist stark von den Strategien und Handlungsweisen der Produzenten abhängig. Welche Ideen, Ziele und Gedanken haben diejenigen, die eine Serie produzieren? Hierbei wird der Begriff der „affektiven Ökonomie“ (Jenkins 1992, S. 20 zitiert nach: Deterding 2009, S. 239) verwendet.
Serien gibt es wie Sand am Meer, das Medienangebot im transmedialen Sektor wächst täglich und muss ebenso verkauft werden. Das klassische Geschäftsmodell der „Massen-Werbekontaktzahlen“ verliert fortschreitend seine Wirkung. Kontinuierliche Ausweitungen von transmedialen Serien fordern die Produzenten und Produzentinnen dazu auf, ihre Denkweisen und Ideen zu verschärfen und an die Gegebenheiten der digitalen Medieninhalte anzupassen. Der Begriff der affektiven Ökonomie beschäftigt sich also mit Strategien der Hersteller und Herstellerinnen von Serien, die sich an eine bestimmte Zielgruppe richten sollen. Gegenwärtig will man mit einer Serie nicht mehr eine besonders große Masse an Zuschauern und Zuschauerinnen erreichen. Produzenten und Produzentinnen fokussieren sich vor allem auf Fans einer jeweiligen Serie (Deterding 2009, S. 239).
In Reaktion auf die affektive Ökonomie werden heutige Medienformate so umgebaut, dass sie zugleich sofortige Reize, als auch emotionale Bindungen bei den Rezipienten und Rezipientinnen auslösen. Produzenten und Produzentinnen bilden und pflegen strategische Brand Communities. Dies sind Fan Foren oder Fanclubs, die eine Grundlage zur Diskussion und Mitsprache über die Serie bieten. Bei den Konsumenten und Konsumentinnen wird so ein Gefühl der Sichtbarkeit und der Aufmerksamkeit ausgelöst. Ihre Bedürfnisse werden dadurch subtiler, als zuvor kapitalisiert wurde (Jenkins 2006, S.62ff). „Die Produzierenden erreichen mehr Aufmerksamkeit und Bindung, stehen aber mehr in der Pflicht, unmittelbar auf ihre Kundinnen und Kunden zu reagieren – und setzen sich der Gefahr aus, dass die Dynamik ihrer Nutzerinnen und Nutzer negativ umschlägt“ (Jenkins 2006, S. 87ff. zitiert nach: Deterding 2009, S. 239).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die persönliche Motivation der Autorin dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Transmedialität und Partizipation am Beispiel von Gilmore Girls.
2 Gilmore Girls – Die US-Dramedy Serie: Dieses Kapitel liefert grundlegende Fakten zur Entstehung, Produktion und Handlung der Serie Gilmore Girls.
3 Das Phänomen der transmedialen Serien: Es wird erörtert, wie Serien über ihr primäres Distributionsmedium hinaus expandieren und welche Rolle dabei die affektive Ökonomie sowie die Interaktion der Zuschauer spielt.
4 Partizipative Serienkulturen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte von Polysemie und Intertextualität im Kontext von Konvergenzkultur und Medienaneignung.
5 Das Fandom der Serie Gilmore Girls: Die Analyse der konkreten Fan-Praktiken durch die Nutzung von Youtube, das Schreiben von Fanfiction und das Erstellen von Memes steht im Mittelpunkt.
6 Fazit und Resümee: Das Fazit fasst zusammen, wie sich die Serie durch digitalen Wandel und aktive Fankultur von einem reinen Konsumobjekt zu einem transmedialen Phänomen gewandelt hat.
Schlüsselwörter
Gilmore Girls, Transmedialität, Partizipative Kultur, Serienforschung, Fandom, Affektive Ökonomie, Fanfiction, Youtube, Memes, Intertextualität, Polysemie, Medienkonvergenz, Fan-Studien, Digitale Medien, Fan-Praktiken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Transmedialität moderner Fernsehserien und der aktiven Beteiligung der Fans in einer partizipativen Kultur am Beispiel der Serie Gilmore Girls.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die mediale Expansion von TV-Serien, die psychologischen und ökonomischen Mechanismen der Fan-Bindung sowie die praktischen Formen der Online-Partizipation der Fans.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu verstehen, wie Fans durch digitale Medien zu Mitgestaltern der Seriendiegese werden und wie dieser Prozess die Beziehung zwischen Produzenten und Rezipienten verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt einen medienwissenschaftlichen Ansatz, der aktuelle Theorien zur Serienforschung und Cultural Studies mit der praktischen Analyse digitaler Artefakte wie Videos und Fan-Texten verknüpft.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen wie die "affektive Ökonomie" und "Intertextualität" erörtert und anschließend auf die konkrete Fankultur von Gilmore Girls angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Transmedialität, Partizipative Kultur, Gilmore Girls, Fandom und Medienkonvergenz definieren.
Wie beeinflusst die "affektive Ökonomie" die Produktion von Serien wie Gilmore Girls?
Produzenten versuchen durch spezifische serielle Reize eine emotionale Bindung aufzubauen, um Fans als treue Zielgruppe zu binden, anstatt lediglich ein anonymes Massenpublikum zu erreichen.
Warum spielen Fanfiction und Memes für die Autorin eine so zentrale Rolle?
Sie dienen als praktische Beispiele für das sogenannte "textuelle Wildern", bei dem Fans bestehendes Material kreativ verarbeiten und so zur Bedeutungserweiterung der Serie beitragen.
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- Anna Zoltan (Author), 2018, Der Zusammenhang von Transmedialität und partizipativer Serienkultur in der US-Serie Gilmore Girls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428463