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Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich

Title: Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich

Diploma Thesis , 2005 , 134 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Matthias Gruber (Author)

Communications - Media History
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In der heutigen Zeit, wo die Befürchtung besteht, dass Medienkonzentration zu- und Meinungsvielfalt abnimmt, nehmen freie, nicht-kommerzielle Radios einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Die kommerziellen Medien können den Wunsch nach vermehrter Meinungsfreiheit und einem offenen Zugang zum Medium nicht gewährleisten. Wenn man die Meinungsvielfalt dem Markt überlässt, bedeutet dies, „dass sie ohne Zensureingriffe abstirbt“ (Brugger 2003, 84).

Die vorliegende Arbeit handelt also von einem Medium, das der dritten Säule in Österreichs Medienlandschaft zuzuordnen ist. Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem kommerziell privaten Sektor konnten die freien, nicht-kommerziellen Anbieter in jüngster Vergangenheit große Erfolge verzeichnen. Durch qualitative Sendetätigkeit und einer großen Programmvielfalt (es gab einige Preise für diverse freie Radiosender) konnte man die Bedeutung für das österreichische Mediensystem nachhaltig bestätigen (vgl. Brugger 2003, 81).

Artikulationsmöglichkeiten für Minderheitenthemen -und gruppen wurden und werden immer weniger. Freie Radios stellen dabei eine Plattform für derartige Belange dar. Als billiges, effizientes, (in der Zukunft hoffentlich) reichweitenstarkes und schnelles Medium können sie zur Wiederentdeckung eines Artikulationskanals beitragen, den man schon längst ausschließlich in staatlichen und kommerziellen Nutzungszusammenhängen glaubte (vgl. Thurner 1995, 269).

In Kapitel 2 der Arbeit erfolgt zunächst eine Definitionsbestimmung für Freie Radios, welche die wichtigsten Grundsätze der Charta Freier Radios Österreich erläutert. Die Forderungen des Verbandes Freier Radios in Österreich werden dokumentiert, eine tabellarische Gegenüberstellung Freier Radios mit öffentlich-rechtlichem und kommerziellem Rundfunk soll Unterschiede in Bezug auf die Unabhängigkeit und Freiheit von Staat, Markt und Kapital illustrieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Freie Radios in Österreich – Komplementärmedium zum öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Rundfunk

3 Entstehung und Entwicklung der Freien Radios in Österreich

3.1 Piratenphase

3.2 Legalisierungsphase

3.3 Aufbauphase

3.4 Konsolidierungs- und Expansionsphase

4 Nicht-kommerzielle Radios in Österreich – Der schwierige, aber erfolgreiche Kampf um eine Lizenzvergabe

4.1 Überblick über die Sendestarts nicht-kommerzieller Radios in Österreich

4.2 Verein Freier Rundfunk Salzburg– Die Radiofabrik 107,5 MHz

4.3 Verein Freies Radio Wien – ORANGE 94.0 MHz

4.4 Freier Rundfunk Oberösterreich GesmbH – Radio FRO 105,0 MHz

4.5 Arbeitsgemeinschaft Offenes Radio – Radio AGORA 105,5MHz/106,8MHz/100,9 MHz

4.6 Dachverband der Vorarlberger Kommunikationszentren – Pro-Ton 104,6 MHz/95,9 MHz

4.7 Verein Freies Radio Steiermark – Radio Helsinki 92,6 MHz

4.8 College & Community Radio Hollabrunn – Gym-Radio 94,5 MHz/102,2 MHz

4.9 Verein Freies Radio Innsbruck – Freirad 105,9 MHz

5 Exkurs: Die Geschichte Freier Radios anhand von drei internationalen Fallbeispielen

5.1 Community Radios in den USA – Die Mutter aller Freien Radios

5.1.1 Die Entstehungsgeschichte der Community Radios in den USA

5.1.1.1 Pacifica-Foundation

5.1.1.2 Radikal-demokratische Hörfunkstationen

5.1.1.3 Community Radios

5.1.2 Zum Selbstverständnis von Community Radios

5.1.3 Organisationsform

5.2 Freie Radios in Deutschland – Freie Meinungsvielfalt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein

5.2.1 Die Entstehung von nicht-kommerziellen Lokalradios (NKL)

5.2.2 Der Bundesverband Freier Radios (BFR)

5.2.3 Grundsätze der Freien Radios in Deutschland

5.2.4 Forderungen der Freien Radios in Deutschland

5.2.5 Überblick über das Angebot Freier Radios in Deutschland

5.3 Freie Radios in der Schweiz – Die Erfolgsgeschichte der Gemeinschaftsradios

5.3.1 Unterscheidung zwischen Lokalradios und Gemeinschaftsradios

5.3.2 Die Entwicklung der Lokal- und Gemeinschaftsradios in der Schweiz

5.3.3 Finanzierung von Gemeinschaftsradios

5.3.4 Der UNIKOM-Verband

5.3.5 Mitglieder der UNIKOM-Radios in der Schweiz

6 Zum Untersuchungsdesign

6.1 Zur Methodologie – Zentrale Prinzipien qualitativer Sozialforschung

6.2 Das qualitative Interview

6.3 Expertenwissen und Experteninterview

6.3.1 Expertenwissen

6.3.2 Experteninterview

6.4 Datenerhebung

6.5 Datenauswertung

6.5.1 Zur Auswertungsstrategie

6.5.2 Zur Analyse

6.5.3 Ergebnisse

7 Freie Radios - Ein Erfolgsmodell mit finanziellen Problemen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte sowie das Selbstverständnis und die aktuelle politische und finanzielle Situation der Freien Radios in Österreich zu analysieren und mittels eines Exkurses in den internationalen Kontext zu setzen.

  • Entwicklungsphasen der Freien Radios in Österreich
  • Strukturen und Arbeitsweisen verschiedener lokaler Freier Radios
  • Vergleich der österreichischen Situation mit Fallbeispielen aus den USA, Deutschland und der Schweiz
  • Politische Rahmenbedingungen und Herausforderungen (Finanzierung)
  • Qualitative Analyse durch Experteninterviews mit Radiovertretern

Auszug aus dem Buch

3.1 Piratenphase:

Piratenradio, nach eigenem Selbstverständnis ein Freies Radio mit politisch-partizipatorischem Anspruch (vgl. Buchholz 2001, 471), hat in Österreich eine lange Tradition, gleichzusetzen mit dem Monopol des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bereits in der 1. Republik gab es aufgrund der Unzufriedenheit mit der RAVAG (Radio-Verkehrs-AG → Vorgänger des heutigen ORF), Piratenradios des sozialdemokratischen Freien Radiobundes. Es gab Forderungen nach Legalisierung proletarischer Radiosender (Arbeiter-Radiobund), die SPÖ ging aber auf diese Forderungen nicht ein, da sie auf eine stärkere Einbindung in die RAVAG setzte (vgl. Brunner-Szabo 1995, 194ff; Danmayr 1995, 284).

Die ersten Radiomacher der 2. Republik waren die Macher von Ö-Frei. Es handelte sich dabei um einen seit Dezember 1979 in Graz illegal sendeten Stadtsender, der Österreich „aus dem engmaschigen elektronischen Mediennetz“ herausbrechen wollte (Sedlaczek 1980, 7). Nach vier Sendungen á 15 Minuten gelang es der Post, die Piraten anzupeilen und den Sender zu beschlagnahmen. Die Piraten konnten jedoch nicht festgenommen werden. Sie waren nicht nur gegen das ORF-Monopol, sondern wollten auch die Idee des Freien Radios umsetzen (vgl. Sedlaczek 1980, 7).

„Ö-Frei ist ein demokratischer Sender und kämpft für die Aufhebung des Monopols und eine freie Lizenzvergabe. (...) Ö-Frei will eine freie Redaktion einrichten, so dass jeder, der Lust, Zeit und Ideen hat, eigene Sendungen produzieren kann. Ö-Frei ist kein Bevormundungsrundfunk. Verantwortlich ist der Macher und nicht der Sender!“ (Ö-Frei Flugblatt zit. nach Sedlaczek 1980, 7).

Ö-Frei, eine Initiative junger Menschen aus diversen politischen Lagern, merkte kritisch an, dass in einer ausschließlich privatwirtschaftlich strukturierten Medienlandschaft Meinungsfreiheit nichts anderes als Verlegerfreiheit bedeutet. Die ökonomisch Mächtigen verfügen auch über die Medienmacht (vgl. Sedlaczek 1980, 8).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Freier Radios als dritte Säule in Österreichs Medienlandschaft ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2 Freie Radios in Österreich – Komplementärmedium zum öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Rundfunk: Das Kapitel definiert den Begriff "Freie Radios" anhand ihrer Charta, betont Prinzipien wie Offenheit und Gemeinnützigkeit und stellt sie als notwendige Ergänzung zum bestehenden Mediensystem dar.

3 Entstehung und Entwicklung der Freien Radios in Österreich: Die historische Entwicklung wird in vier Phasen – Piraten-, Legalisierungs-, Aufbau- sowie Konsolidierungs- und Expansionsphase – unterteilt und detailliert nachgezeichnet.

4 Nicht-kommerzielle Radios in Österreich – Der schwierige, aber erfolgreiche Kampf um eine Lizenzvergabe: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die spezifische Geschichte und Entwicklung ausgewählter Freier Radiosender in den verschiedenen österreichischen Bundesländern.

5 Exkurs: Die Geschichte Freier Radios anhand von drei internationalen Fallbeispielen: Hier werden die Entwicklungsstrukturen Freier Radios in den USA, Deutschland und der Schweiz untersucht, um Parallelen und Unterschiede zur Situation in Österreich aufzuzeigen.

6 Zum Untersuchungsdesign: Dieser Teil legt die methodologischen Grundlagen der qualitativen Sozialforschung dar, beschreibt die Durchführung der Experteninterviews und erläutert die Strategie zur Datenauswertung und -analyse.

7 Freie Radios - Ein Erfolgsmodell mit finanziellen Problemen: Im abschließenden Kapitel wird die Forschungsfrage anhand der gewonnenen Daten beantwortet, die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Situation gewagt.

Schlüsselwörter

Freie Radios, Österreich, Medienlandschaft, Nicht-kommerzieller Rundfunk, Public Access, Gegenöffentlichkeit, Lizenzvergabe, Community Radio, Experteninterviews, Qualitative Sozialforschung, Medienpolitik, Finanzierung, Zivilgesellschaft, Medienvielfalt, Radiokultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entstehungsgeschichte, dem Selbstverständnis und der aktuellen politischen sowie finanziellen Situation der nicht-kommerziellen "Freien Radios" in Österreich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Phasen der Entstehung (von den Anfängen als Piratenradios bis zur Konsolidierung), die Definition von Freien Radios als Komplementärmedium sowie die Vergleiche mit internationalen Modellen (USA, Deutschland, Schweiz).

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, auf Basis von Experteninterviews mit Radiovertretern zu beantworten, wie es um die politische und finanzielle Situation dieser Sender zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht und wie diese sich selbst definieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der empirische Teil nutzt die qualitative Sozialforschung, konkret werden Experteninterviews mit Vertretern von acht verschiedenen Freien Radios in Österreich geführt, ausgewertet und analysiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte historische Aufarbeitung der österreichischen Freien-Radio-Szene, Einzelanalysen der wichtigsten Sender und einen internationalen Exkurs, gefolgt vom empirischen Teil zum Untersuchungsdesign.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Public Access", "dritte Säule" der Medienlandschaft, "Gegenöffentlichkeit", "Dritt-Sektoren-Förderung" und "ehrenamtliche Medienproduktion".

Welche Rolle spielt die Finanzierung für Freie Radios?

Die Finanzierung ist eine zentrale Herausforderung; da Werbeeinnahmen bewusst abgelehnt werden, sind die Sender stark von öffentlichen Subventionen (Bund, Land, EU, AMS) sowie Eigenfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Workshops abhängig.

Wie unterscheidet sich die Radiofabrik von anderen Sendern?

Die Radiofabrik in Salzburg sticht durch ihre spezifische Entwicklung als zeitweises "Fensterprogramm" beim kommerziellen Radio Arabella und ihre hohe EU-Projektförderung im Vergleich zu kleineren ländlichen Sendern hervor.

Excerpt out of 134 pages  - scroll top

Details

Title
Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich
College
University of Salzburg  (Kommunikationswissenschaft)
Grade
Gut
Author
Matthias Gruber (Author)
Publication Year
2005
Pages
134
Catalog Number
V42852
ISBN (eBook)
9783638407878
Language
German
Tags
Entstehungs- Entwicklungsgeschichte Freier Radios
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Gruber (Author), 2005, Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42852
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