Folgender Praktikumsbericht wird das sechswöchige Orientierungspraktikum an einem Gymnasium in Berlin reflektieren. Zudem wird er sich mit dem Schwerpunktthema, Diskriminierung in Schulbüchern, auseinandersetzen.
Dafür werde ich zuerst die oben genannte Schule skizzieren. Dazu gehört es auch, Organisation, Struktur und Komposition der Schüler*innenschaft zu beschreiben. Des Weiteren werde ich im Folgenden, den Verlauf des Praktikums beschreiben und auf weitere Inhalte, wie zum Beispiel das Geben einer Unterrichtsstunde, eingehen. Anhand dieser Berichtsskizze, werde ich dann das Praktikum als reflektieren und daraus Erfahrungen ziehen, welche ich erziehungswissenschaftlich einordne. Auf Grund der Komposition der Schüler*innenschaft, welche ich im ersten Abschnitt beschreiben werde, habe ich mich dafür entschieden, eine andere Perspektive einzunehmen und das Schwerpunktthema Diskriminierung zu wählen. Da Diskriminierung in einer Vielzahl von Formen, auch in der Schule vorkommt, grenze ich das Thema vor allem auf Schulbücher ein. Um dieses Thema strukturiert bearbeiten zu können, werde ich zuerst das Schulbuch kritisch definieren, um die Relevanz von Schulbüchern, beim Thema Diskriminierung aufzuzeigen. Darüber hinaus, werde ich versuchen aufzuzeigen, wie Schulbücher im Hinblick auf Diskriminierung wirken. Dabei soll auch die Verknüpfung zu einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive deutlich werden. Dies werde ich anschließend am Beispiel des projizierten Afrikabildes in Schulbüchern anwenden. Im darauf folgendem Abschnitt, werde ich dann, die im Praktikum eingesetzten Instrumente reflektieren, in dem ich u.a. die Anwendung beim Vergleich von zwei achten Klassen reflektiere. Dies geschieht in der Reihenfolge, um den Kreis zum Praktikum, nach einem praktikumsunspezifischen Thema zu schließen. Am Ende werde ich dann ein Fazit ziehen, in welchem ich sowohl auf das Praktikum als auch auf das Schwerpunktthema eingehen werde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beschreibung der Institution
3 Berichtsskizze über den Ablauf und Inhalte des Praktikums
3.1 Einstieg ins Praktikum
3.2 Alltagsskizze
3.3 Inhalte
4 Erfahrung des Praktikums
4.1 Sitzordnung
4.2 Beobachtung einer 12. Klasse im Fach Geschichte
4.3 Vergleich 8. und 13. Klasse im Fach Geschichte
4.4 Außerschulische Aktivitäten
5 Schwerpunktthema: Diskriminierung in Schulbücher
5.1 Das Schulbuch – eine kritische Defintion
5.2 Identität und Diskriminierung in Schulbüchern
5.3 Beispiel: Afrikabild in deutschen Schulbüchern
6 Reflexion der Beobachtungsinstrumente
6.1 Reflexion des IBUS Beobachtungsschemas
6.2 Reflexion des Beobachterfragebogens
7 Fazit
8 Anhang
9 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Berichts ist die Reflexion eines sechswöchigen Orientierungspraktikums an einem Berliner Gymnasium sowie die theoretische Auseinandersetzung mit dem Schwerpunktthema Diskriminierung in Schulbüchern, wobei der Fokus auf der Verknüpfung von praktischen Beobachtungen und erziehungswissenschaftlichen Perspektiven liegt.
- Reflexion des Schulalltags und pädagogischer Interaktionen
- Einsatz und methodische Evaluation von Beobachtungsinstrumenten
- Kritische Analyse von Diskriminierungsprozessen in Lehrmaterialien
- Untersuchung der Darstellung von Afrikabildern in deutschen Schulbüchern
- Erziehungswissenschaftliche Einordnung von Unterrichtspraxis und Schulstrukturen
Auszug aus dem Buch
5.3 Beispiel: Afrikabild in deutschen Schulbüchern
In diesem Abschnitt werde ich die theoretisch beschriebene Diskriminierung durch Schulbücher auf Beispiele anwenden. Dies wird am Beispiel des projizierten Afrikabildes in Schulen geschehen, denn: „In den schulischen Bildungsangeboten spiegeln sich rassistische Vorurteile und Stereotypen wider, die aus gesellschaftlichen Diskursen über Afrika, afrikanische Diaspora und Menschen afrikanischer Herkunft stammen.“
In diesen Beispielen geht es vor allem um impliziten Rassismus als besondere Form der Diskriminierung. Deshalb ist es zunächst notwendig Rassismus zu definieren, um so mit diesem Begriff arbeiten zu können. „Die Philosophen der Aufklärung, federführend Kant und Hegel, postulierten vier fundamentale Ideeen des ‚wissenschaftlichen‘ Rassismus [...]: 1. Die Rassenhierarchie: Die menschlichen Rassen sind in einer hierarchischen Ordnung organisiert, mit weißen Europäern an der Spitze der Pyramide (vgl. Kant, 1802); 2. Die Antithese: Konstruktion von „Afrika“ und „Afrikanern“ als Antithese zu Europa und den Europäern. Den „Afrikanern“ wurden die Eigenschaften unfrei, unvernünftig, irrational und willenlos zugewiesen um dadurch die Überlegenheit der Europäer als Gegenteil dazu zu etablieren (vgl. Hegel 1986; Wright 2003); 3. Afrikas Geschichtslosigkeit: Afrika wird als ein geschichtsloser Ort „ohne Bewegung und Entwicklung“ betrachtet (Hegel 1986), eine eigene Geschichte wurde Afrika aberkannt; 4. Das Modernitätsnarrativ: Der Glaube an eine historische Evolution von Gesellschaften in Richtung westlich definierter „Modernität“. Diese Betrachtung erlaubt das Einordnen von Menschen, Regionen und Gesellschaften auf einer Skala von „unterentwickelt“ bis „hochentwickelt“ (Hall 1992, S. 219).“
Anhand dieser Arbeitsdefinition für wissenschaftlichen Rassismus werde ich im Folgenden, je ein Beispiel zu Hierarchien und der Modernitätsnarrative anwenden. Diese Beispiele sind keineswegs Einzelfälle, sondern finden sich vielfach in vielen deutschen Lehrbüchern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den Rahmen des sechswöchigen Praktikums und führt in das Schwerpunktthema der Diskriminierung in Schulbüchern ein.
2 Beschreibung der Institution: Dieses Kapitel beschreibt die schulische Organisation, das Profil des Gymnasiums sowie die Zusammensetzung der Schülerschaft.
3 Berichtsskizze über den Ablauf und Inhalte des Praktikums: Hier werden der Einstieg, der Schulalltag und die konkreten praktischen Tätigkeiten des Autors im Unterrichtsgeschehen dargestellt.
4 Erfahrung des Praktikums: Der Autor ordnet die im Praktikum gesammelten Erfahrungen – wie etwa die Sitzordnung und den Vergleich von Lerngruppen – erziehungswissenschaftlich ein.
5 Schwerpunktthema: Diskriminierung in Schulbücher: Dieses Kernkapitel definiert den Begriff des Schulbuchs kritisch und untersucht Mechanismen der Diskriminierung sowie rassistische Darstellungsmuster am Beispiel Afrikas.
6 Reflexion der Beobachtungsinstrumente: Es folgt eine kritische Reflexion des IBUS Beobachtungsschemas sowie des Beobachterfragebogens hinsichtlich ihrer Eignung für die Analyse des Unterrichtsalltags.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur Diskriminierung in Schulbüchern zusammen und reflektiert den Erkenntnisgewinn des Praktikums für die eigene angehende Lehrertätigkeit.
8 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Abbildungen und Verweise zu den verwendeten Lehrmaterialien.
9 Literaturverzeichnis: Dies ist die Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Verordnungen.
Schlüsselwörter
Praktikumsbericht, Erziehungswissenschaft, Schulbuch, Diskriminierung, Rassismuskritik, Afrikabild, Unterrichtsbeobachtung, Klassenmanagement, Schulkultur, Bildungsforschung, Selbstbestimmungstheorie, Identitätsangebote, Institution Schule, Lehrplan, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert die Erfahrungen eines sechswöchigen Orientierungspraktikums an einem Berliner Gymnasium und verbindet diese mit einer kritischen erziehungswissenschaftlichen Analyse zum Thema Diskriminierung in Schulbüchern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die schulische Praxis, die Reflexion methodischer Beobachtungsinstrumente sowie die rassismuskritische Auseinandersetzung mit Inhalten von Lehrmaterialien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Schulalltag zu reflektieren und dabei insbesondere aufzuzeigen, wie Schulbücher gesellschaftlich reproduzierte Exklusionsmechanismen und rassistische Stereotypen verbreiten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus teilnehmender Beobachtung (mittels IBUS-Schema und Fragebögen) und einer diskursanalytischen Betrachtung von Schulbuchinhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Praktikumsverlaufs, die erziehungswissenschaftliche Reflexion von Unterrichtssituationen sowie die theoretische Aufarbeitung des Schwerpunktthemas Diskriminierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Rassismuskritik, Diskriminierung, Schulbuchanalyse, Schulkultur und erziehungswissenschaftliche Reflexion.
Warum spielt die Sitzordnung für den Autor eine Rolle bei der Erziehungswissenschaft?
Der Autor argumentiert, dass die Sitzanordnung – insbesondere die Hufeisenform – soziale Hierarchien aufbrechen kann und im Sinne der Selbstbestimmungstheorie die Motivation und Autonomie der Schüler fördert.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Beobachtungsinstrumenten im Praktikum?
Der Autor erkennt den Nutzen für die Quantifizierung von Unterrichtsdaten an, warnt jedoch davor, dass die rein statistische Erfassung die pädagogische Komplexität und das „Warum“ hinter bestimmten Situationen nicht ausreichend erklären kann.
- Citation du texte
- Paul Jonas (Auteur), 2017, Praktikumsbericht für Gymnasium mit dem Schwerpunktthema "Diskriminierung in Schulbüchern", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428540