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Technik und die Folgen. Das Leben des homo technicus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Titre: Technik und die Folgen. Das Leben des homo technicus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Thèse de Bachelor , 2017 , 34 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Lukas Treiber (Auteur)

Philosophie - Mémoires générales, Epoques
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In der vorliegenden Arbeit wird die Technik und ihre Folgen diachronisch untersucht. Die Arbeit ist dreiteilig aufgebaut. Im ersten Teil soll gezeigt werden, dass der Mensch ein radikal technisches Wesen ist, dessen Schicksal die perennierende Produktion von Technik ist. Im zweiten Teil unternehme ich eine Genealogie der Technik und will darlegen, wie sich aus einem veränderlichen Seinsverständnis des Menschen neue technische Möglichkeiten und Gefahren ergeben. Im letzten Teil wird die ethische Problemlage aufgezeigt, die sich aus der Inkongruenz von ethischer und technischer Kompetenz ergibt. In der Arbeit unternehme ich den Versuch, die ethische Verantwortung von Politik und Individuum, die in dem Maße steigt wie die Risiken und Nebenwirkungen der modernen Technik zunehmen, in den Fokus der Betrachtung zu rücken. Meine theoretische Methodik stützt sich auf bedeutende Überlegungen alter und neuer Denker.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der τέχνη zur modernen Technik – Der Mensch ist ein technisches Wesen

2.1. Die griechische τέχνη – unmittelbares Herstellen und Priorität des Nutzens

2.2. Technik produziert Bedürfnisse – Bedürfnisse produzieren Technik

2.3. Der homo technicus

2.4. Ein anthropologischer Grundzug: Selbsterhaltungs- und Expansionstrieb

2.5. Unterscheidung von τ έ χ ν η und Technik hinsichtlich ihrer Wirkung und ihrer Gerichtetheit

3. Genealogie der Technik

3.1. Griechische Antike

3.2. Frühmittelalter

3.3. Spätmittelalter

3.4 Moderne

4. Die moderne Technik fordert eine neue Ethik

4.1. Der Kategorische Imperativ funktioniert nicht mehr

4.2. Die neue Verantwortung im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft

5. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht diachronisch das Wesen der Technik und deren weitreichende Folgen für das menschliche Leben sowie die ethischen Implikationen in einer technisierten Welt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Inkongruenz zwischen technischer Kompetenz und ethischer Verantwortung angesichts eines unaufhaltsamen Fortschritts.

  • Anthropologische Verankerung des Menschen als technisches Wesen
  • Genealogische Analyse der Entwicklung von der antiken τέχνη zur modernen Technik
  • Kritik an der kapitalistischen Konstruktion von Bedürfnissen
  • Notwendigkeit einer neuen, zukunftsorientierten Verantwortungsethik

Auszug aus dem Buch

2.3 Der homo technicus

Der Vorwärtsdrang ist die Tantalusqual des Menschen, die erträglich wird, weil er zuweilen vom Apfel kosten kann, aber die deshalb fortdauert, weil er ewig hungrig bleibt. Dieser Fluch hat seine Ursächlichkeit im Wesen des Menschen selbst. Die logische Entwicklung der τέχνη zur modernen Technik ist aus einem der gattungsspezifischen Merkmale des Menschen ableitbar. Zunächst ist es Aristoteles, der den Menschen vom Tier abzugrenzen versucht, indem er ihm Sozietät und Ratio zugesteht. Insbesondere die Ratio, das naturbedingte Streben und sich Erschließen- Wollen der Welt sei die wesentliche Eigenschaft des Menschen. Dante erweitert Aristoteles Definition des Menschen. Der Mensch sei ein vernunftbegabtes, politisches und auch ein kommunikatives, sprechendes Lebewesen. Die Sprachfähigkeit ermögliche das Schaffen der menschlichen Gesellschaft. In Abgrenzung an scholastische Denker wie etwa Augustin oder Thomas, die auch Tiere und Engel als sprechend verstehen, konstatiert Dante die Fähigkeit des Sprechens als Proprium, das nur dem Menschen eigentümlich ist. Dante entzieht den Menschen dem biologischen Determinismus und schreibt ihm gegenüber den Tieren und Engeln Freiheit zu.

Diesen drei Merkmalen muss ein viertes hinzugefügt werden: die Technik. Der Mensch ist ein technisches Wesen. Ähnlich wie die Sprache der Sozietät dient, dient die Technik der Vernunft. Der Mensch wird ohne besondere Ausstattung, wie sie Tiere besitzen, in die Welt geworfen. Man denke an Krallen, ein scharfes Gebiss, schaufelartige Hände et cetera. Doch solche natürlichen Werkzeuge sind dem Menschen nicht gegeben. Sein Mängelnaturell macht ihn zur leichten Beute. Um diesen Mangel zu kompensieren, konzipiert er Werkzeuge, die eine Orthese seines Verstandes sind. Alsberg spricht vom „Surrogat für mangelnde Organanpassung“, Adler von einer „Überkompensation konstitutioneller Organminderwertigkeit der Menschenart“. Ich betrachte die Technik als verdinglichte Extension des Geistes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Technik als philosophisches Schlüsselproblem ein und umreißt den diachronischen Aufbau der Untersuchung.

2. Von der τέχνη zur modernen Technik – Der Mensch ist ein technisches Wesen: Dieses Kapitel erläutert den Übergang vom antiken Verständnis des Herstellens hin zur modernen Technik, die Bedürfnisse produziert und das Leben des homo technicus bestimmt.

3. Genealogie der Technik: Hier wird die historische Entwicklung der Technik von der griechischen Antike über das Mittelalter bis zur Moderne analysiert, um die Veränderung im menschlichen Seinsverständnis aufzuzeigen.

4. Die moderne Technik fordert eine neue Ethik: Dieses Kapitel kritisiert das Versagen klassischer ethischer Imperative angesichts globaler technischer Folgen und fordert eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Ethik.

5. Schlusswort: Das Kapitel zieht Bilanz: Der Mensch ist ein technisches Wesen, das aufgrund seines exponentiell wachsenden technischen Einflusses heute eine neue ethische Ausrichtung benötigt.

Schlüsselwörter

Technik, homo technicus, Ethik, Verantwortung, τέχνη, anthropologische Grundzüge, Selbsterhaltung, Expansionstrieb, moderne Technik, Zukunftsverantwortung, Natur, Wille zur Macht, Fortschritt, Maschinen, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wesen der Technik aus philosophischer Sicht und beleuchtet, wie der Mensch als "technisches Wesen" die Welt transformiert und dabei zunehmend neue ethische Herausforderungen schafft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Anthropologie, Technikphilosophie, die Genealogie technischer Entwicklung sowie die Transformation ethischer Verantwortung in einer industriellen Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der rasanten technischen Entwicklung und der nachhinkenden ethischen Reflexion aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer neuen, verantwortungsbewussten Zukunftsethik zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diachronische Untersuchung durchgeführt, die sich auf theoretische Überlegungen bedeutender Philosophen stützt, um die Entwicklung der Technik und ihre Auswirkungen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine anthropologische Untersuchung des Menschen als technisches Wesen, eine historische Genealogie der Technik und eine kritische Auseinandersetzung mit den ethischen Problemen der modernen Technik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Technik, Verantwortung, das Schicksal des Menschen als homo technicus, Fortschrittskritik und die Notwendigkeit ethischer Komplemente zur Nahethik.

Welche Rolle spielen Bedürfnisse in der modernen Technik?

Die Arbeit argumentiert, dass Technik nicht nur Bedürfnisse befriedigt, sondern aktiv neue – oft unnötige – Bedürfnisse produziert, um Massenkonsum und ökonomische Rentabilität zu erzwingen.

Warum funktioniert der Kategorische Imperativ laut Autor nicht mehr?

Da Kants Imperativ auf unmittelbares, nahes Handeln ausgerichtet ist, erfasst er die kumulativen Fernwirkungen und ökologischen Langzeitfolgen moderner Technik nicht ausreichend.

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Résumé des informations

Titre
Technik und die Folgen. Das Leben des homo technicus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Université
University of Freiburg
Note
1,7
Auteur
Lukas Treiber (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
34
N° de catalogue
V428735
ISBN (ebook)
9783668723337
ISBN (Livre)
9783668723344
Langue
allemand
mots-clé
technik folgen leben vergangenheit gegenwart zukunft
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Citation du texte
Lukas Treiber (Auteur), 2017, Technik und die Folgen. Das Leben des homo technicus in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428735
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Extrait de  34  pages
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