Veröffentlichung von (Finanz-)Kennzahlen im Lagebericht. Konzern und Segmente

Finanzberichterstattung in Industrieunternehmen


Seminararbeit, 2018

40 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kennzahlen im Lagebericht
2.1 Bedeutung und Funktion
2.2 Abgrenzung
2.3 Normativer Rahmen

3 Analyse der Lageberichte
3.1 Häufig verwendete Kennzahlen
3.2 Darstellung der Kennzahlen
3.3 Branchenspezifische Kennzahlen
3.4 Konzern vs. Segmente
3.5 Handlungsempfehlungen für die Continental AG

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Rechtsprechungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abgrenzung der finanziellen Kennzahlen

Abbildung 2: Anzahl der finanziellen Kennzahlen

Abbildung 3: Anzahl der nichtfinanziellen Kennzahlen

Abbildung 4: Am häufigsten verwendeten finanziellen Kennzahlen

Abbildung 5: Branchen der Peer Group

Abbildung 6: Am häufigsten verwendeten Kennzahlen in den Segmenten

Abbildung 7: Unterschiede zwischen den Segmenten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Darstellung der Kennzahlen im Lagebericht

Tabelle 2: Mittelwerte der Kennzahlen im Konzern und Segmente

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Return on Capital Employed (ROCE), EBIT, Umsatz und auch die Mitarbeiteranzahl oder die Kohlenstoffdioxid (CO2) Emissionen stellen finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen dar. Diese Kennzahlen sind im heutigen Zeitalter ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Lageberichtes. Der Lagebericht untergliedert sich im Allgemeinen in: Grundlagen des Konzerns, Wirtschaftsbericht, Chancen- und Risikobericht, Prognosebericht, Nachhaltigkeitsbericht, Vergütungsbericht und dem Corporate Governance Bericht. In nahezu jedem Bestandteil wird auf finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen zurückgegriffen.

Die Relevanz des Lageberichts als Bestandteil der Berichterstattung kapitalmarktorientierter Unternehmen hat rasant zugenommen.[1] Dies liegt größtenteils an steigenden Erwartungen der Abschlussadressaten, durch welche die freiwillige Veröffentlichung von Informationen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auf diese Weisen können den Share- und Stakeholdern Informationen geliefert werden, die anhand des Abschlusses und des Anhanges nicht ersichtlich sind. Hierbei wird besonders den nichtfinanziellen Kennzahlen eine zunehmend größere Relevanz zugeschrieben, da die Abschlussadressaten ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Handeln fordern. Dies ist dadurch begründet, dass ein ausschließlich gewinnorientiertes Handeln negative Folgen für die Unternehmen, die Umwelt und die Gesellschaft hat.[2] Des Weiteren führen auch Gesetzesänderung wie z.B. die Neufassungen der §§280 und 315 HGB im Jahr 2004 und der Einführung des Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) 20 im Jahr 2013 zu einer zunehmenden Bedeutung des Lageberichtes und folglich auch der Kennzahlen. Seit dem sind alle finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen im Lagebericht abzubilden, die als steuerungsrelevant identifiziert werden.

Unter diesem Aspekt ist das Ziel dieser Arbeit die Veröffentlichung von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen im Lagebericht zu untersuchen. Diese Seminararbeit ist in Zusammenarbeit mit der Continental Aktiengesellschaft (AG) entstanden. Zuerst wurde der Lagebericht der Continental AG im Hinblick auf bedeutende finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen untersucht. Um diese Ergebnisse Vergleichen zu können, wird die Continental AG einer Peer Group gegenübergestellt. Diese Peer Group besteht aus insgesamt 25 Unternehmen unterschiedlicher Unternehmensgröße und aus ähnlichen Branchen.

Im Folgenden wird zunächst auf die Bedeutung von Kennzahlen im Lagebericht, den Unterschied zwischen finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen und die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen. Im zweiten Schritt erfolgt die Analyse der Lageberichte bezüglich der am häufigsten verwendeten Kennzahlen, Darstellung der Kennzahlen, branchenspezifische Kennzahlen und die Unterschiede zwischen der Konzern- und der Segmentebene. Anschließend wird aus dieser Analyse eine Schlussfolgerung und Handlungsempfehlung für die Continental AG abgeleitet, welche Vor- und Nachteile die Verwendung einzelner Kennzahlen für das Unternehmen bietet und welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben.

2 Kennzahlen im Lagebericht

2.1 Bedeutung und Funktion

Das primäre Ziel des Lageberichtes ist neben der Informationsfunktion auch die Rechenschaftsfunktion gegenüber den Abschlussadressaten.[3] Gem. § 315a HGB ist der Konzernlagebericht so darzustellen, dass den Abschlussadressaten „ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird“[4]. Dabei soll der Lagebericht nicht nur die vergangene Geschäftsentwicklung darstellen, sondern ebenso Prognosen über die zukünftige Geschäftsentwicklung, einschließlich aller Chancen und Risiken abgeben.[5] Um diese Anforderungen an den Lagebericht zu erfüllen, ist die Verwendung von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen unumgänglich und auch verpflichtend. Bei Kennzahlen handelt es sich um Zahlen, die es ermöglichen komplexe Sachverhalte und Prozesse in einer präzisen und vereinfachten Form darzustellen.[6] Des Weiteren bündeln sie die wesentlichen Informationen über die Geschäftslage, um sie objektiv und schnell erfassbar für die Abschlussadressaten abzubilden.[7] Infolge dessen soll die Informationsasymmetrie zwischen den Abschlussadressaten und dem Unternehmen, im Hinblick auf den Überfluss an Informationen, verringert werden.[8] Kennzahlen stellen nicht nur ein Mehrwert für die Abschlussadressaten dar, sondern auch für das Unternehmen selbst. Aufgrund der hohen Aussagekraft werden Kennzahlen von der Unternehmensleitung vor allem für die interne Unternehmenssteuerung herangezogen. Dadurch kann im Unternehmen ein permanenter Soll-Ist-Vergleich der Leistungserbringung erfolgen und es kann gegebenenfalls schnellstmöglich auf eine Leistungsschwäche reagiert werden.[9] Sie erleichtern dem Management somit Prozesse im Unternehmen frühzeitig zu steuern, um den Leistungserfolg zu erhöhen.[10] Dabei kann der Vergleich mit der eigenen Leistungserbringung erfolgen, aber auch mit anderen Unternehmen derselben Branche. Des Weiteren ermöglichen Kennzahlen die Kontrolle von zu erreichenden Zielen. Durch den Vergleich von zuvor geplantem und anschließend erreichtem Ergebnis, kann eine Aussage über den Zielerreichungsgrad gegeben werden.[11] Darüber hinaus benötigt das Management Informationen, wie sich bestimmte Entscheidungen auf die Unternehmensleistung auswirken.[12] Kennzahlen können das Resultat von getroffenen Entscheidungen darstellen. Dem Management wird somit die Möglichkeit gegeben die Entscheidungen zu überwachen und mögliche Chancen oder auch Risiken zu erkennen und auf diese zu reagieren.[13]

Kennzahlen können nicht nur für die eigenen Unternehmensziele von Nutzen sein, sondern ebenfalls zu der Verhaltenssteuerung der Mitarbeiter beitragen.[14] Sie werden in diesem Zusammenhang verwendet, um Entscheidungen effektiver durchzusetzen und in eine Verhaltensrichtung zu beeinflussen. Arbeitnehmer haben dadurch die Möglichkeit, ihre Leistungen jederzeit zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

2.2 Abgrenzung

Um im Folgenden ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen, ist eine Definition von finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen notwendig. Finanzielle Kennzahlen dienen vorrangig der Analyse der finanziellen Lage eines Unternehmens, beispielsweise im Hinblick auf die „Ergebnisentwicklung und Ergebniskomponenten, Liquidität und Kapitalausstattung“.[15] Dabei handelt es sich um betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die sich in absolute und in relative Zahlen unterteilen lassen. Die folgende Abbildung enthält eine Übersicht der verschiedenen Kennzahlen, die im weiteren Verlauf erläutert werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Abgrenzung der finanziellen Kennzahlen

Eine absolute Zahl beschreibt aus wie vielen Einheiten eine bestimmte Menge besteht.[16] Sie wird ohne jeglichen Bezug zu anderen Zahlen dargestellt.[17] Absolute Zahlen lassen sich weiter unterteilen in: Einzelzahlen (z.B. Umsatzerlöse), Summen (z.B. Bilanzsumme), Differenzen (z.B. Konzernergebnis) und Mittelwerte (z.B. durchschnittlicher Lagerbestand).[18] Eine relative Kennzahl hingegen entsteht dadurch, dass zwei absolute Zahlen in einen Zusammenhang gebracht werden. Dabei wird ein Quotient gebildet, der die Beobachtungszahl im Zähler und die Bezugsgrundlage im Nenner beinhaltet. Ein wesentlicher Vorteil der relativen gegenüber der absoluten Kennzahl ist die Möglichkeit die Zahl mit anderen Unternehmen vergleichen zu können, unabhängig der verschiedenen Unternehmensgrößen. Die relativen Kennzahlen unterteilen sich in: Gliederungszahl (z.B. Investitionsquote), Beziehungszahl (z.B. Bildungskosten pro Mitarbeiter) und Indexzahl (z.B. Umsatz 2017 zu Basis 2016).[19]

Nichtfinanzielle Kennzahlen geben dem Unternehmen die Möglichkeit nicht nur Aussagen über ihre finanzielle Leistung zu präsentieren, sondern ebenfalls über ihr Geschäftsumfeld hinaus. Sie beschreiben das Unternehmen näher in Bezug auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ergebnisse.[20] Dies umfasst unter anderem die Marktposition, Umwelt oder auch das gesellschaftliche Engagement. Für die Investoren sind Gewinne nicht mehr nur das primäre Ziel, sondern ebenso werden die eben genannten externen Effekte in der Zukunft immer wichtiger. Um einen langfristigen Erfolg erzielen zu können ist es für die Unternehmen von großer Bedeutung die nichtfinanziellen Kennzahlen in den Lagebericht mit einzubeziehen, um die Investoren zufriedenzustellen und die Reputation in der Gesellschaft zu verbessern. Nichtfinanzielle Kennzahlen lassen sich auch in relative und absolute Zahlen unterscheiden. Der numerische Grundsatz ist in diesem Zusammenhang nur von geringer Bedeutung.[21] Des Weiteren ist der Informationsgehalt von nichtfinanziellen Kennzahlen vorsichtig zu bewerten. Aufgrund noch fehlender Standards lässt sich eine einheitliche Messbarkeit und somit der Vergleich von zwei Unternehmen schwierig gestalten.[22]

2.3 Normativer Rahmen

Zur Aufstellung eines Lageberichts und der damit verbundenen Darstellungspflicht von Kennzahlen, sog. Leistungsindikatoren, sind gemäß § 264 (1) S.1 HGB alle Kapitalgesellschaften verpflichtet. Zudem sind gemäß §§ 315a (1) bzw. 325 (2a) S. 4 HGB alle deutschen Muttergesellschaften, die einen Abschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt haben, angehalten einen Lagebericht zu erstellen.

Der Gesetzgeber erläutert die Richtlinien zur Aufstellung eines Lageberichts nicht hinreichend. Es wird lediglich in § 289 (1) S.1 HGB klargestellt, dass „der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Kapitalgesellschaft so darzustellen (ist), dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bild vermittelt wird.“ Zudem steht in Satz 3 geschrieben, dass die „für die Geschäftstätigkeit bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren einzubeziehen“ sind.[23] Hier wird der Gedanke der Wesentlichkeit zu Grunde gelegt, mit welchem eine nicht sachgemäße Ausdehnung des Lageberichts verhindert werden soll.[24] Aus diesem Grund liegt es in der Verantwortung der Geschäftsleitung welche Kennzahlen sie für bedeutungsvoll hält und welche sie in dem Lagebericht offenlegt.[25] Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber in finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen. Finanzielle Kennzahlen sind im Konzernlagebericht gemäß § 315 (1) S.3 HGB anzusetzen. Anderes gilt für nichtfinanzielle Kennzahlen, diese sind nur im Lagebericht anzusetzen, wenn das Unternehmen im Vorhinein als große Kapitalgesellschaft identifiziert wurde.[26] Die Darstellung kann allerdings im Konzernlagebericht komplett unterbleiben, wenn sie für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und der Lage des Unternehmens nicht von Bedeutung sind.[27] Der Gesetzgeber gibt keine genaue Definition des Begriffs „Leistungsindikator“ an, es wird lediglich in dem § 315 (1) S.4 HGB eine beispielhafte Auflistung nichtfinanzieller Leistungsindikatoren gegeben. Da der Gesetzgeber nicht genau definiert und lediglich Mindestanforderungen an die Aufstellung eines Lageberichts stellt, ist eine hinreichende Konkretisierung notwendig, die mit dem DRS 20 seit dem 04.12.2012 erfolgt.[28] Zu Anfang des DRS 20 findet eine Definition für den Begriff des Leistungsindikators statt, es handele sich um eine „Größe, die der Beurteilung eines Aspekts der Leistung eines Unternehmens dient.“[29] Wie zuvor genannt, beschreibt auch der DRS 20, dass in den Lagebericht die bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren einzubeziehen sind[30], diese müssen aber internen Steuerungszwecken dienen.[31] Der DRS 20 verzichtet auf eine Vorgabe für bestimmte Leistungsindikatoren, wie im Gesetz beschrieben, wird hier auf die Verantwortung der Unternehmensführung gesetzt.[32] Besonders aufgrund einer fehlenden Homogenität unterhalb der Unternehmen, wäre eine solche Vorgabe nicht sinnvoll.[33] Um dadurch eventuell auftretende Risiken zu minimieren, sind die einbezogenen finanziellen Leistungsindikatoren in Bezug zu den Angaben im Konzernabschluss in Beziehung zu setzen.[34] Zudem soll zusätzlich die Berechnung der einzelnen Leistungsindikatoren und eine Überleitung zu den Angaben im Konzernabschluss angegeben werden.[35] Grundsätzlich sollte die Darstellung der Kennzahlen im Lagebericht in tabellarischer Form erfolgen, um die nötige Übersichtlichkeit herzustellen. Um den Lagebericht möglichst adressatenfreundlich zu gestalten, sollte zudem eine verbale Erläuterung hinzugefügt werden. Zwar gibt der DRS 20 eine Vielzahl von Beispielen für finanzielle Leistungsindikatoren im Abschnitt DRS 20.103, beispielsweise Renditekennziffern, liquiditätsbezogene Größen oder Ergebnisgrößen. Allerdings sind auch andere Kennzahlen denkbar. Gemäß DRS 20.54 bzw. DRS 20.105 sind nichtfinanzielle Leistungsindikatoren nur auszuweisen, wenn sie von Bedeutung für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und der Lage des Konzerns sind. Im Allgemeinen haben die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren durch die Einführung des DRS 20 an Bedeutung gewonnen, denn erstmals erfolgt eine Integration in den Wirtschaftsbericht.[36] Auch bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird im DRS 20 keine explizite Auswahl vorgegeben. Allerdings werden gemäß DRS 20.107 Beispiele für nichtfinanzielle Leistungsindikatoren gegeben. Zu nennen sind Kundenbelange, Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Belange der Forschung und Entwicklung und gesellschaftliches Engagement des Unternehmens. Auch hier sind weitere nichtfinanzielle Leistungsindikatoren denkbar. Seit der Einführung des DRS 20 sind sowohl Veränderung der Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahr anzugeben[37] und die Richtung und Intensität der Veränderung.[38] Anhand dieser Veränderungen können schließlich Prognosen für das kommende Wirtschaftsjahr erstellt werden.

Da besonders die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben und die Unternehmen in Europa verantwortungsvoller und nachhaltiger handeln sollen, veröffentlichte die Europäische Union (EU) die Corporate Social Responsibility (CSR) Berichtspflicht am 19. April 2017. Ziel der CSR Richtlinien ist es, dass alle Unternehmen der Mitgliedsstaaten der EU die gleichen Daten veröffentlichen und somit vergleichbarer gemacht werden. Demnach müssen die betroffenen Unternehmen nun ihre nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Lagebericht oder Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Die Form der Veröffentlichung bleibt dabei am bestehenden Recht gebunden.[39]

3 Analyse der Lageberichte

Nachfolgend wird die Continental AG mit der Peer Group, im Hinblick auf den Konzernlagebericht und den darin aufgeführten finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen, verglichen. Die Continental AG wurde bereits am 8. Oktober 1871 unter dem Namen "Continental- Cautschouc und Gutta-Percha Compagnie" als AG in Hannover gegründet. Zu Anfang war die Continental AG sehr erfolgreich in der Fahrradindustrie tätig. Ihr Erfolg hielt auch in der Automobilbranche an und sie entwickelten im Jahre 1904 als erste Firma der Welt Profilreifen für Automobile.[40] Noch heute zählt die Continental AG weltweit zu den führenden Automobilzulieferern mit einem Jahresumsatz 2017 in Höhe von 44,0 Milliarden Euro, ihren mehr als 235.000 Mitarbeitern und 554 Standorten in 61 Ländern.[41] Zudem wächst die Continental AG in den vergangenen Jahren stetig und das sogar schneller als marktüblich.[42] Allgemein ist der Continental Konzern in die Automotive Group und die Rubber Group untergliedert, welche fünf Divisionen umfassen. Die Divisionen ihrerseits unterscheiden sich überwiegend durch technologische Produktionsanforderungen und Produktionstechnologien. Der Automotive Group sind drei Divisionen untergestellt. Die größte von ihnen, sowohl in Umsatz als auch Mitarbeiteranzahl, ist die Division "Chassis & Safety". Darauf folgt "Interior" und "Powertrain". Unter der Rubber Group werden zwei Divisionen zusammengefasst. Die Division "Reifen", welche sowohl in Umsatz als auch in Mitarbeiteranzahl die größte aller Divisionen darstellt, und "ContiTech".[43] Die Analyse erfolgt primär anhand des Lageberichtes der Continental AG. Um die Ergebnisse anhand anderer Unternehmen vergleichen zu können, wurde eine Peer Group ausgewählt. Die Peer Group sind Unternehmen mit unterschiedlichen Unternehmensgrößen und aus den verschiedensten Branchen, um eine hohe Vergleichbarkeit zu gewährleisten. In die Untersuchung der Konzernlageberichte wurden alle finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen im Sinne des DRS 20 einbezogen. Dabei wurden die Kennzahlen, wie bereits erwähnt, in finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen unterteilt. Im Folgenden wird zunächst dargestellt, welche Kennzahlen von allen Unternehmen genutzt werden und weshalb diese für die Unternehmen von hoher Bedeutung sind. Anschließend wird auf die Darstellung der Kennzahlen im Lagebericht und die Unterschiede zwischen den Unternehmen eingegangen. Es wird erläutert, ob sich Unterschiede in der Verwendung von Kennzahlen zwischen den Branchen erkennen lassen. Des Weiteren wird untersucht, welche Kennzahlen die Unternehmen für den Konzern und welche für die Darstellung der Segmente benutzten. Anschließend werden aus den Ergebnissen Vor- und Nachteile derjenigen Kennzahlen abgeleitet, die die Continental AG bisher noch nicht verwendet und wiederum die sie verwenden, die aber von den anderen Unternehmen der Peer Group nicht angewandt werden.

3.1 Häufig verwendete Kennzahlen

Um zu analysieren welche Kennzahlen von allen Unternehmen genutzt werden, wurde zunächst untersucht wie viele Kennzahlen die einzelnen Unternehmen verwenden. In der folgenden Grafik ist dargestellt, wie viele finanzielle Kennzahlen von den einzelnen Unternehmen benutzt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anzahl der finanziellen Kennzahlen

Insgesamt wurden 31 verschiedene finanzielle Kennzahlen in den Lageberichten identifiziert. In der Grafik ist zu erkennen, dass einige Unternehmen weniger finanzielle Kennzahlen benötigen als andere Unternehmen, um die derzeitige Situation des Konzerns darzustellen. Die geringste Anzahl an Kennzahlen verwenden die Unternehmen MTU Aero Engines AG und ZF Friedrichshafen AG. Die meisten Kennzahlen verwendet das Unternehmen Dürr AG mit insgesamt 26 finanziellen Kennzahlen. Die Continental AG liegt mit einer Verwendung von 23 finanziellen Kennzahlen im oberen Segment. Insgesamt ergibt die Analyse einen Mittelwert von 17,54 verwendeter finanzieller Kennzahlen in den Lageberichten.

Die Analyse wurde ebenfalls anhand der nichtfinanziellen Kennzahlen durchgeführt. In der folgenden Grafik ist dargestellt, wie viele nichtfinanzielle Kennzahlen von den einzelnen Unternehmen verwendet wurden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anzahl der nichtfinanziellen Kennzahlen

Insgesamt wurden in den Lageberichten 23 verschiedene nichtfinanzielle Kennzahlen identifiziert. Die Unternehmen MAN SE und die Siemens AG verwenden ausschließlich zwei nichtfinanzielle Kennzahlen in ihrem Lagebericht. Bei der MAN SE ist dies unter anderem dadurch zu erklären, dass sie zu der Volkswagen AG gehören und auf deren Nachhaltigkeitsbericht verweisen. 20 der 23 nichtfinanziellen Kennzahlen wurden von der Dürr AG in ihrem Lagebericht verwendet. Dieses Unternehmen verwendete, wie bereits oben schon erläutert, auch die meisten finanziellen Kennzahlen. Die Continental AG ist mit 11 verwendeten nichtfinanziellen Kennzahlen diesmal im mittleren Segment. Bei allen Unternehmen ergibt sich ein Mittelwert von 11,27 verwendeten nichtfinanziellen Kennzahlen.

Im Anschluss wird untersucht welche finanziellen Kennzahlen von allen Unternehmen verwendet werden, weshalb die Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung dienen und ein Verständnis des Geschäftsverlaufs liefern. Es wurde sich an dieser Stelle ausschließlich auf die finanziellen Kennzahlen konzentriert, da große Differenzen in der Verwendung der nichtfinanziellen Kennzahlen erkennbar sind. In der folgenden Grafik werden die am häufigsten verwendeten finanziellen Kennzahlen aller Unternehmen dargestellt und anschließend erläutert.

[...]


[1] Vgl. Baetge/ Sommerhoff (2010), S. 513.

[2] Vgl. Fink/ Kajüter/ Winkeljohann (2013), S. 42.

[3] Vgl. Baetge/ Sommerhoff (2010), S. 515.

[4] § 315a HGB.

[5] Vgl. Ergün/Müller/Panzern (2013), S. 315; Baetge/ Sommerhoff (2010), S. 515f.

[6] Vgl. Stephan (2008), S. 7.

[7] Vgl. Preißler (2008), S. 3; Küting/Weber (2012), S. 51.

[8] Vgl. Ergün/Müller/Panzer (2013), S. 315.

[9] Vgl. Schulze (2017), S. 1.; Abgerufen am 28.04.2018.

[10] Vgl. Ritter (2018), S. 1; Abgerufen am 28.04.2018.

[11] Vgl. Posselt (2014), S. 17.

[12] Vgl. Schulze (2017), S. 1; Abgerufen am 28.04.2018.

[13] Vgl. Schulze (2017), S. 1; Abgerufen am 28.04.2018.

[14] Vgl. Wagenhofer/ Ewert (2014), S: 144.

[15] Vgl. BT-Drucksache 15/3419 (2004), S. 30.

[16] Vgl. Küting/ Weber (2012), S. 52.

[17] Vgl. Preißler (2008), S. 12.

[18] Vgl. Küting/ Weber (2012), S. 52.

[19] Vgl. Preißler (2008), S. 13.

[20] Vgl. Fink/ Kajüter/ Winkeljohann (2013), S. 42.

[21] Vgl. Fink/ Kajüter/ Winkeljohann (2013), S. 144.

[22] Vgl. Fink/ Kajüter/ Winkeljohann (2013), S. 43.

[23] Vgl. § 289 (1) S.3 HGB.

[24] Vgl. Kajüter (2011), §§ 289, 289a, Rn. 78.

[25] Vgl. Müller/Ergün (2013), S. 169.

[26] Vgl. § 289 (3) HGB.

[27] Vgl. §§ 289 (3) HGB bzw. 315 (1) S.4 HGB.

[28] Vgl. Bundesministerium der Justiz (2012), S. 1.

[29] Vgl. DRS 20.11 Definition des Begriffs des Leistungsindikators.

[30] Vgl. DRS 20.54.

[31] Vgl. DRS 20.102 bzw. DRS 20.108.

[32] Vgl. E-DRS 20.C18.

[33] Vgl. Fink/Kajüter/Winkeljohann (2013), S. 101.

[34] Vgl. DRS 20.101.

[35] Vgl. DRS 20.104.

[36] Vgl. DRS 20.B26.

[37] Vgl. DRS 20.K47.

[38] Vgl. DRS 20.128.

[39] Vgl. http://www.csr-berichtspflicht.de; Abgerufen am 03.05.18.

[40] Vgl. www.continental.de ; Abgerufen am 07.05.2018.

[41] Vgl. Continental AG (2018), S. 40.

[42] Vgl. Continental AG (2018), S. 40.

[43] Vgl. Continental AG (2018), S. 3.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Veröffentlichung von (Finanz-)Kennzahlen im Lagebericht. Konzern und Segmente
Untertitel
Finanzberichterstattung in Industrieunternehmen
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Rechnungslegung/Wirtschaftsprüfung)
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
40
Katalognummer
V428766
ISBN (eBook)
9783668722873
ISBN (Buch)
9783668722880
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kennzahlen, Finanzkennzahlen, Industrieunternehmen, Lagebericht
Arbeit zitieren
Saskia Franz (Autor), 2018, Veröffentlichung von (Finanz-)Kennzahlen im Lagebericht. Konzern und Segmente, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428766

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