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Gewalt in der Schule - Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten

Title: Gewalt in der Schule - Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten

Diploma Thesis , 2005 , 85 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andreas Spagert (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Als der 19-jährige Robert Steinhäuser, vor nunmehr etwas mehr als drei Jahren, am Vormittag des 26. April 2002 an seiner ehemaligen Schule, dem Johannes-Gutenberg-Gymnasium in Erfurt, 13 Lehrer, zwei Schüler, einen Polizisten und anschließend sich selbst erschoss, versetzte dies Deutschland in einen Schockzustand. War diese Tat doch die bis dato schlimmste anzunehmende Steigerung schulischer Gewalt in unserem Land. Allerdings kam dieser „Amoklauf von Erfurt“, wie er in vielen Zeitungen bezeichnet wurde, nach Meinung einiger Journalisten, welche Artikel in Printmedien mit einer hohen Publikumsauflage veröffentlichten, auch nicht so unerwartet, wie insbesondere einige ranghohe Politiker propagierten. Wurde doch schon seit Beginn der 90er Jahre das Thema „Gewalt in der Schule“ vermutlich auch als Folge der allgemeinen Gewaltdiskussion im Zusammenhang mit den ausländerfeindlichen Gewalttaten (z. B. Hoyerswerda, Mölln, Rostock) vermehrt von den Medien aufgegriffen , welche die öffentliche Meinung ja nachhaltig beeinflussen und dieses Thema in den Fokus dieser Öffentlichkeit rückten („Noch 1989 hat man wohl über »aggressive Schüler« und über »Disziplinschwierigkeiten«, nicht aber über »Gewalt an Schulen« gesprochen. Seit 1990 hingegen finden wir aber auch in Deutschland eine Flut von Veröffentlichungen zu diesem Thema.“ ). Im europäischen Ausland hingegen wurde mit dieser Diskussion bereits zehn Jahre früher begonnen. So berichtete Ende 1982 eine norwegische Zeitung, dass drei 10-14jährige Jugendliche aus Nordnorwegen sehr wahrscheinlich als Folge schwerer Gewalttätigkeit durch Gleichaltrige Selbstmord begangen hatten. Dies setzte daraufhin eine Kettenreaktion in Gang, die zu einer landesweiten Kampagne gegen das Gewaltproblem an norwegischen Schulen führte. Insbesondere nach dem Amoklauf von Erfurt verschärfte sich diese Diskussion jedoch auch in Deutschland; während einige gar „amerikanische Verhältnisse“ an deutschen Schulen ausmachten, sprachen andere von einem tragischen singulären Ereignis, aus dem nicht eine symptomatische Zeichnung des Gewaltbildes an deutschen Schulen erschlossen werden kann. Gegenstand dieser Diskussion waren auch die möglichen Ursachen für ein solches Verhalten, wobei Computerspielen und Gewalt verherrlichenden Filmen von vielen sehr schnell eine Hauptschuld zugeschrieben wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

2.1.Aggression

2.2.Angst

2.3.Gewalt

2.4.Prävention

3. Ursachen und Moderatoren für Aggression und Gewalt (Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens)

3.1.Frustrations-Aggressions-Hypothese

3.2.Die Lerntheorie

3.3.Sozialisationstheorien

3.4.Trieb- und instinkttheoretisches Erklärungsmodell aggressiven Verhaltens

3.5.Genetische Faktoren

3.6.Moderatoren

3.6.1. Schulstrukturelle Problemfelder

3.6.2. Gewaltdarstellung in den Medien

3.6.3. Familiäre Einflüsse

4. Erscheinungsformen und Dimensionen von Aggression und Gewalt

4.1.Typisierung der Jugendlichen hinsichtlich ihrer Gewaltbereitschaft

4.2.Der Gewaltbegriff aus subjektiver Sicht – kann man auch verbal Gewalt ausüben?

4.3.Gewalt gegen Schüler und Gewalt gegen Sachen

4.4.Gewalt gegen Lehrer

4.5.Schulartspezifische Unterschiede

4.6.Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede

4.7.Weitere Unterschiede

5. Darstellung schulischer Gewalt in den Medien

6. Präventionsmöglichkeiten und Maßnahmen bezüglich Aggression und Gewalt

6.1.Maßnahmen auf der Schulebene

6.2.Maßnahmen auf der Klassenebene

6.3.Maßnahme auf der individuellen Ebene

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Problematik der Gewalt in der Schule, wobei das Ziel darin besteht, die Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten theoretisch zu fundieren und anhand empirischer Daten zu analysieren, um ein differenziertes Verständnis für das komplexe Phänomen zu entwickeln.

  • Begriffliche Einordnung von Aggression, Angst und Gewalt
  • Wissenschaftliche Erklärungsansätze für gewalttätiges Verhalten
  • Analyse schulstruktureller, medialer und familiärer Moderatoren
  • Empirische Untersuchung von Erscheinungsformen wie Gewalt gegen Schüler, Sachen und Lehrer
  • Konzeptionelle Darstellung von Interventions- und Präventionsstrategien

Auszug aus dem Buch

3.1. Frustrations-Aggressions-Hypothese

Diese Hypothese wurde Ende der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts postuliert und geht grundsätzlich für viele Phänomene menschlichen Verhaltens davon aus, dass diese Verhaltensweisen erlernt sind.

Im Rahmen dieses Modells wird Gewalt als Ergebnis von Frustrationen, Ohnmachts- und Angstgefühlen und als Reaktion auf unbefriedigende Bedürfnislagen erklärt. Unter Frustration versteht man dabei die Emotion, die dadurch entsteht, wenn man an der Durchführung einer beabsichtigten Handlung oder eines angestrebten Ziels gehindert wird. Diese Hypothese geht davon aus, dass jede Frustration Aggression erzeugt. Aggression dient, im Rahmen dieses Erklärungsversuchs, dazu, dem jeweiligen Individuum Kraft zu verleihen, um das ursprünglich angestrebte Handlungsziel doch noch zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale und öffentliche Wahrnehmung von Gewalt in Schulen, insbesondere nach tragischen Ereignissen, und leitet zur wissenschaftlichen Fragestellung über.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert und grenzt die zentralen Begriffe Aggression, Angst, Gewalt und Prävention voneinander ab.

3. Ursachen und Moderatoren für Aggression und Gewalt (Bedingungsfaktoren aggressiven Schülerverhaltens): Hier werden verschiedene Theorien (z.B. Frustrations-Aggressions-Hypothese, Lerntheorie) sowie moderierende Faktoren wie Medien und familiäre Einflüsse erörtert.

4. Erscheinungsformen und Dimensionen von Aggression und Gewalt: Das Kapitel widmet sich der Typisierung von Gewaltbereitschaft sowie der empirischen Untersuchung von Gewalt gegen Schüler, Sachen und Lehrer.

5. Darstellung schulischer Gewalt in den Medien: Es wird analysiert, wie Medien über schulische Gewalt berichten und welche Auswirkungen diese oft dramatisierten Darstellungen auf die öffentliche Wahrnehmung haben.

6. Präventionsmöglichkeiten und Maßnahmen bezüglich Aggression und Gewalt: Dieses Kapitel stellt Lösungsansätze auf Schul-, Klassen- und individueller Ebene vor.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die zukünftigen Anforderungen an eine gewaltpräventive Schularbeit.

Schlüsselwörter

Gewalt, Schule, Aggression, Prävention, Frustration, Lerntheorie, Moderatoren, Vandalismus, Medienwirkung, Sozialisation, Schulklima, Intervention, Schülerverhalten, Lehrkräfte, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Gewaltproblematik an deutschen Schulen unter Berücksichtigung von Ursachen, Erscheinungsformen und geeigneten Interventions- sowie Präventionsmaßnahmen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die psychologische und sozialwissenschaftliche Erklärung von Aggression, die Rolle der Medien und Familie als beeinflussende Faktoren sowie die schulartspezifische Ausprägung von Gewalttaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der Bedingungsfaktoren und Erscheinungsformen eine fundierte Basis für effektive Präventionsstrategien im schulischen Alltag zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Auswertung bestehender wissenschaftlicher Hypothesen und Theorien sowie den Vergleich aktueller empirischer Studien zur Gewalt an Schulen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen (Theorien und Moderatoren), die verschiedenen Dimensionen der Gewalt (Qualität, Quantität, Opfer/Täter-Beziehungen) und die Darstellung dieser Themen in der Öffentlichkeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, Schulstrukturen, Aggressionsmodell, Sozialisationstheorien und Intervention im schulischen Kontext.

Wie unterscheidet sich "kleine Gewalt" von schweren Delikten?

Laut der Studie von Starke bezeichnen Schüler mit "kleiner Gewalt" Alltagskonflikte oder Hänseleien, die sie oft bagatellisieren, während schwere Delikte gezielte physische Angriffe oder Sachbeschädigungen umfassen.

Welche Rolle spielt das Schulklima bei der Entstehung von Gewalt?

Untersuchungen, etwa von Holtappels, zeigen, dass negative Schulklimamerkmale wie geringe Mitbestimmung oder ein defizitäres Lehrerengagement den Auftritt von normabweichendem Verhalten begünstigen können.

Warum wird im Buch zwischen "Prävention" und "Intervention" unterschieden?

Prävention zielt darauf ab, gewalttätige Handlungen im Vorfeld durch gezielte Maßnahmen zu verhindern, während Intervention das direkte, korrigierende Eingreifen bei bereits stattgefundenen Gewalthandlungen beschreibt.

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Details

Title
Gewalt in der Schule - Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Grade
2,3
Author
Andreas Spagert (Author)
Publication Year
2005
Pages
85
Catalog Number
V42889
ISBN (eBook)
9783638408110
Language
German
Tags
Gewalt Schule Ursachen Erscheinungsformen Präventionsmöglichkeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Spagert (Author), 2005, Gewalt in der Schule - Ursachen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42889
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