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Erklärungsmodelle für depressive Störungen

Title: Erklärungsmodelle für depressive Störungen

Term Paper , 2007 , 29 Pages , Grade: 5 (CH)

Autor:in: Mirjam Peter (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

Es werden verschiedene Erklärungsmodelle depressiver Störungen erläutert: Diathese-Stress-Modell, Lerntheoretisches Modell (Verstärkerverlusthypothese), Psychoanalytischer Ansatz, Kognitive Theorien, Existenzanalyse.

Im Rahmen der kognitiven Theorie von Beck (1987) wird die Theorie der gelernten Hilflosigkeit von Abramson und Seligman (1978), welche mehrmals überarbeitet wurde, dargestellt.

Im Rahmen der biologischen Theorien der Depression werden unter anderem dysregulierte Neurotransmitterprozesse beschrieben und es wird auf neurowissenschaftliche Erklärungsansätze und Befunde eingegangen (Grawe 2004).

Ergänzend zu den klassischen Theorien der Depression wird die Existenzanalyse (Frankl, 1994) vorgestellt. Es handelt sich um einen Ansatz, bei welchem Sinnorientierung eine wichtige Bedeutung beigemessen wird.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine und kontextübergreifende Betrachtung

2.1. Begriff, Konstrukt, Phänomenologie

2.2. Epidemiologie und Soziodemographisches

2.3. Defizitorientierung und Sinnfrage

3. Erklärungsmodelle

3.1. Das Diathese-Stress-Modell

3.2. Lerntheoretisches Modell: Verstärkerverlusthypothese

3.3. Psychoanalytische Theorie der Depression

3.4. Exkurs: Existenzanalytische Theorie

3.5. Kognitive Theorien der Depression

3.5.1. Kognitive Theorie nach Beck

3.5.2. Theorie der gelernten Hilflosigkeit

3.5.2.1 Reformulierte Version nach Abramson, Seligman und Teasdale (1978)

3.5.2.2 Theorie der Hoffnungslosigkeit (Abramson et al., 1989)

3.6. Biologische Theorien der Depression

3.6.1. Genetische Aspekte

3.6.2. Dysregulierte Neurotransmitterprozesse

3.6.3. Neuronale Korrelate depressiver Störungen

3.6.3.1 Präfrontalkortex

3.6.3.2 Anteriorer cingulärer Cortex

3.6.3.3. Rolle des Hippocampus

3.6.3.4. Rolle der Amygdala

4. Zusammenfassendes Modell

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen systematischen Überblick über verschiedene ätiologische Theorien zur Depression. Ziel ist es, die Vielfalt der Erklärungsansätze – von psychodynamischen über lerntheoretische und kognitive bis hin zu neurowissenschaftlichen Modellen – zu beleuchten und deren Zusammenhang in einem integrativen Mehrebenenmodell darzustellen.

  • Historische Entwicklung des Depressionsverständnisses
  • Klassische psychologische Modelle (Psychoanalyse, Lerntheorie)
  • Kognitive Theorien der Depression (Beck, gelernte Hilflosigkeit)
  • Neurobiologische Erklärungsansätze und Hirnstrukturen
  • Integrative Betrachtung in einem zusammenfassenden Modell

Auszug aus dem Buch

3.5.1. Kognitive Theorie nach Beck

Das eingangs bereits erwähnte Diathese-Stress-Modell wird von Beck (1974) im kognitiven Erklärungsmodell wie folgt dargestellt: dysfunktionale Schemata in Verbindung mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften werden dispositionalen Faktoren zugeordnet (Diathese); belastende Lebensereignisse den umweltbedingten Aspekten (Stressoren). Aus der Interaktion von dysfunktionalen Schemata und einer negativen kognitiven Triade resultiert gemäss Beck eine verzerrte Informationsverarbeitung, diejenige Komponente, bei welcher kognitive Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Dysfunktionale selbstbewertende Schemata sind normalerweise latent aber stabil; sie werden aktiviert, wenn neue Situationen den Bedingungen gleichen, in denen diese Schemata erworben worden sind. Ob ein belastendes Lebensereignis als Stressor wirkt, wird gemäss Beck (1983) durch die Dispositionskongruenz des Stressors bezüglich der Ausprägungen in den Persönlichkeitsdimensionen Soziotropie - Autonomie bestimmt. Soziotropie bezieht sich auf eine Persönlichkeitsdisposition, die mit einer Ausrichtung auf positive soziale Interaktion einhergeht, Autonomie bezeichnet eine Persönlichkeitseigenschaft, die mit starker Gewichtung von Aufrechterhalten der Unabhängigkeit von anderen, Mobilität und Wahlfreiheit verbunden ist. Gemäss Beck sind Personen mit hoch ausgeprägter Soziotropie besonders vulnerabel für belastende Lebensereignisse im sozialen Bereich und hoch ausgeprägte Autonomie erklärt eine Vulnerabilität für belastende Lebensereignisse im Leistungsbereich.

Ob die dichotome Unterscheidung Soziotropie – Autonomie zulässig ist, wird kontrovers diskutiert (Segal und Dobson, 1992, zit. nach: Hautzinger, 2000) wie auch die Frage, inwiefern Ausprägungen in diesen hypothetischen Persönlichkeitsdispositionen ätiologisch bedeutsam sind. In einigen Studien wurden signifikante Interaktionen zwischen Soziotropie und negativen interpersonalen Ereignissen erhoben. Weniger Befunde liegen bezüglich signifikanter Interaktionen zwischen Autonomie und negativen Ereignissen im Leistungsbereich vor. Dies wird unter anderem auf methodische Schwierigkeiten zurückgeführt (Nietzel und Harris, 1990). Gegenstand von Studien war nicht nur der Einfluss auf die Depressionsentstehung, sondern auch inwiefern die Persönlichkeitsdisposition sich auf symptomatologischer Ebene auswirkt. Die Symptomspezifitätshypothese wurde an verschiedenen klinischen und nicht-klinischen Stichproben untersucht. Die Befundlage ist inkonsistent, doch lassen die Ergebnisse insgesamt auf einen Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitsdispositionen Soziotropie - Autonomie und der Manifestation depressiver Symptome schliessen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Verständnisses von depressiven Zuständen ein und ordnet verschiedene ätiologische Modelle in den Kontext wissenschaftlicher sowie gesellschaftlicher Zeitgeister ein.

2. Allgemeine und kontextübergreifende Betrachtung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe, diagnostische Klassifikationssysteme (DSM-IV, ICD-10) sowie epidemiologische Daten zur Depression erläutert und ethische sowie sinn-orientierte Dimensionen des Leidens diskutiert.

3. Erklärungsmodelle: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert diverse psychologische und biologische Theorien, darunter das Diathese-Stress-Modell, lerntheoretische Verstärkerverlusthypothesen, psychoanalytische Konzepte sowie kognitive und neurowissenschaftliche Ansätze.

4. Zusammenfassendes Modell: Das Kapitel führt die vorangegangenen Theorien in einer übersichtlichen, formalisierten Darstellung zusammen, um die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Ebenen (neuronal, kognitiv, interpersonal) zu visualisieren.

5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Verschiebung der Forschungsschwerpunkte hin zu einer empirisch gestützten, interdisziplinären Sichtweise und unterstreicht die Praxisrelevanz der vorgestellten Ansätze.

Schlüsselwörter

Depression, Ätiologie, Diathese-Stress-Modell, Kognitive Theorie, Beck, Gelernte Hilflosigkeit, Psychoanalyse, Existenzanalyse, Logotherapie, Neurobiologie, Hippocampus, Amygdala, Präfrontalkortex, Neurotransmitter, biopsychosozial

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende wissenschaftliche Übersicht über die Entstehungstheorien von Depressionen, indem sie klassische psychologische Modelle mit modernen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Diagnostik, den lerntheoretischen und kognitiven Modellen der Depressionsentstehung sowie der Rolle spezifischer Gehirnstrukturen und Neurotransmitter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität depressiver Störungen durch die Darstellung verschiedener ätiologischer Ebenen verständlich zu machen und die Bedeutung einer integrativen Sichtweise für das Verständnis des Störungsbildes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende klinisch-psychologische Studien, Theorien und Forschungsergebnisse (z.B. Zwillingsstudien, fMRI-Untersuchungen) systematisch zusammenfasst und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Theorien: das Diathese-Stress-Modell, lerntheoretische Ansätze, psychoanalytische Konzepte, die Existenzanalyse nach Frankl, kognitive Theorien (Beck, Seligman) sowie biologische Faktoren wie Genetik und neuronale Korrelate.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Depression, Diathese-Stress-Modell, Kognitive Triade, Gelernte Hilflosigkeit, Neurobiologie und das integrative Mehrebenenmodell.

Welche Bedeutung hat das "Zusammenfassende Mehrebenenmodell" für die Arbeit?

Es dient der Veranschaulichung, wie unterschiedliche Einflussfaktoren – wie externe Stressoren und biologische Vulnerabilität – über komplexe Rückkoppelungsschleifen die verschiedenen Symptomebenen der Depression beeinflussen.

Warum spielt die Existenzanalyse eine besondere Rolle in dieser theoretischen Arbeit?

Sie wird als Ergänzung zu den oft defizitorientierten Modellen vorgestellt, um die oft vernachlässigte seelisch-geistige Dimension und die Bedeutung der Sinnfindung für den Genesungsprozess einzubeziehen.

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Details

Title
Erklärungsmodelle für depressive Störungen
College
University of Zurich
Grade
5 (CH)
Author
Mirjam Peter (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V429003
ISBN (eBook)
9783668726826
ISBN (Book)
9783668726833
Language
German
Tags
Depression Neurowissenschaften Existenzanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirjam Peter (Author), 2007, Erklärungsmodelle für depressive Störungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429003
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