In Zeiten des Fachkräftemangels gilt es genau zu analysieren, welche Mitarbeiter den Arbeitsmarkt erstmalig betreten und welche Eigenschaften, Erwartungen und eventuell auch Eigenarten diese aufweisen. Daraus lassen sich spezifische Anforderungen an die Gestaltung von Arbeitsplätzen, aber auch an Führungskräfte ableiten, da jede Generation, geprägt durch generationsspezifische Ereignisse und unterschiedliche Sozialisation, eigene Charakteristika aufweist. Laut Professor Doktor Christian Scholz von der Universität des Saarlandes lässt sich seit 2011 eine neue Generation am Arbeitsmarkt beobachten, die sich stark von der vorherigen Generation Y unterscheidet: die Generation Z.
Da davon auszugehen ist, dass beide Generationen in den nächsten Jahrzehnten den Arbeitsmarkt mehr und mehr dominieren werden, ist Forschungsgegenstand der Seminararbeit, welche Jahrgangskohorten den Generationen Y und Z zugehörig sind, wie sich die jeweiligen Generationen in führungsrelevanten Merkmalen unterscheiden, welche Ursachen dafür herangeführt werden können und welche Anforderungen daraus resultierend an Führungskräfte zu stellen sind. Abschließend soll kritisch untersucht werden, ob sich eine Adaption der Führungstechnik „Management by Objectives“ eignet, um den generationsspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Ursachen und Anforderungen der jeweiligen Generationen werden auf sechs führungsrelevante Bereiche reduziert, da weitere Aspekte (wie zum Beispiel generationsspezifische Arbeitsplatzgestaltung oder die Rolle der sozialen Umwelt) den Rahmen der Arbeit sprengen würden und daher nur am Rande erwähnt werden. Ebenfalls wird nicht behandelt, wie sich die jeweiligen Generationen in der Rolle des Führenden verhalten würden.
Forschungsmethodik ist eine qualitative Literaturanalyse, bezogen auf den formulierten Forschungsgegenstand.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ursachen von Generationsveränderungen
2 Charakteristika der Generationen Y und Z
2.1 Charakteristika und Einflüsse der Generation Y
2.2 Anforderungen der Generation Y an Führungskräfte
2.3 Charakteristika und Einflüsse der Generation Z
2.4 Anforderungen der Generation Z an Führungskräfte
3 Management by Objectives (MBO) als geeignete Führungsmethode?
3.1 Management by Objectives
3.2 Mitunternehmertum als Steigerung des MBOs zur Führung der Generation Y und Z
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit analysiert die führungsrelevanten Unterschiede zwischen den Generationen Y und Z und prüft kritisch, inwieweit das „Management by Objectives“ (MBO) sowie das Konzept des Mitunternehmertums als geeignete Führungsinstrumente für diese Zielgruppen dienen können.
- Charakterisierung und Abgrenzung der Generationen Y und Z
- Analyse generationsspezifischer Anforderungen an Führungskräfte
- Evaluation des MBO-Führungsansatzes im Kontext moderner Arbeitswelten
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen durch das Konzept des Mitunternehmertums
Auszug aus dem Buch
2.2 Anforderungen der Generation Y an Führungskräfte
Aus den beschriebenen Charakteristika der Generation Y lassen sich Anforderungen implizieren, die die Generation Y an Führungskräfte bzw. an Situationen des geführt werdens stellen. Unter Führung wird im Folgenden ein aktiver kommunikativer Prozess verstanden, der die Einflussnahme auf Mitarbeiter zur Förderung der Erreichung von Unternehmens-, Bereichs- und Abteilungszielen beschreibt.
Die Generation Y ist die erste Generation, für die eine hohe Informationalisierung charakteristisch ist. Sie hat hohe Ansprüche an kontinuierlichen Informationsfluss, an hohe Social-Media-Aktivität sowie an Feedback. Im gleichen Zug steht die Generation Y vor dem Dilemma, dass die Informationsverarbeitungskapazität des menschlichen Hirns begrenzt ist und es somit zu einem Informations overload kommen kann. Daher gilt es für Führungskräfte, ein regelrechtes Informations-Management zu betreiben: Durch verschiedene Methoden zur Informationsverarbeitung und –darstellung (wie z.B. Mindmapping, Eisenhower-Prinzip) kann die Führungskraft Informationen priorisieren, strukturieren und somit händelbar gestalten. Dabei ist zu beachten, dass der Informationsfluss weiterhin vollständig bleibt und wichtige Details durch Anwendung verschiedener Methoden nicht verloren gehen.
Wie im vorhergehenden Kapitel beschrieben, dient Arbeit für die Generation Y als Mittel zur Umsetzung eigener Ansprüche und der Selbstverwirklichung, woraus eine starke Leistungsorientierung resultiert. Daher ist für die Gestaltung der Arbeit wichtig, ausreichende Möglichkeiten zur Entfaltung der Leistungsbereitschaft zu bieten. Dem Wunsch, verantwortungsvolle und hochwertige Arbeit auszuführen, sollte demnach gefolgt werden, da häufige Jobwechsel ebenfalls ein Merkmal der Generation Y sind. Basisaufgabe der Führungskraft ist in diesem Kontext, die Leistungsorientierung nicht zu bremsen, sondern diese durch einen ausbalancierten zielorientierten Führungsstil aktiv zu fördern und zu fordern. Auch das Aufbrechen von starren Arbeitszeitregelungen gehört in diesem Kontext zu den Aufgaben von Unternehmen, um so beispielsweise Homeoffice zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Analyse der Generationen Y und Z im Kontext des Fachkräftemangels ein und definiert die methodische Vorgehensweise sowie den Forschungsgegenstand.
2 Charakteristika der Generationen Y und Z: In diesem Kapitel werden die wesentlichen Prägungsfaktoren und Eigenschaften beider Generationen detailliert gegenübergestellt, um die Basis für ableitbare Führungsanforderungen zu schaffen.
3 Management by Objectives (MBO) als geeignete Führungsmethode?: Das Kapitel untersucht das MBO sowie den weiterführenden Ansatz des Mitunternehmertums auf ihre Anwendbarkeit bei den spezifischen Bedürfnissen der Generationen Y und Z.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse resümiert und zukünftige Forschungsansätze sowie Herausforderungen für die Personalführung skizziert.
Schlüsselwörter
Generation Y, Generation Z, Führungskräfte, Management by Objectives, MBO, Mitunternehmertum, Informationalisierung, Leistungsorientierung, Arbeitsplatzgestaltung, Führungsmethoden, Fachkräftemangel, Arbeitgeberattraktivität, Work-Life-Balance, Personalführung, Sozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Generationen Y und Z im Hinblick auf deren Arbeitsmotivation und Erwartungen an Führungskräfte sowie der Eignung spezifischer Managementmethoden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Charakterisierung der beiden Generationen, deren unterschiedliche Sozialisation und die daraus resultierenden Konsequenzen für eine moderne Mitarbeiterführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob das „Management by Objectives“ und das Konzept des „Mitunternehmertums“ geeignet sind, um den generationsspezifischen Führungsansprüchen der Generationen Y und Z gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Literaturanalyse, die den aktuellen Forschungsstand zu den genannten Generationen und Führungskonzepten auswertet.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Generationenmerkmale, die Ableitung spezifischer Anforderungen an Führungskräfte und die kritische Würdigung des MBO-Modells.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Generationenmanagement, Führungseffizienz, zielorientierte Mitarbeiterführung und die Transformation von Arbeitsstrukturen geprägt.
Inwiefern unterscheidet sich die Generation Z von der Generation Y bei der Nutzung von Angeboten im Unternehmen?
Während die Generation Y Angebote wie eine firmennahe Kinderbetreuung oft positiv bewertet, steht die Generation Z solchen Benefits aufgrund ihrer ausgeprägten Skepsis kritischer gegenüber und vermutet darin häufig Instrumente zur Bindung an den Arbeitsplatz.
Wie unterscheidet sich das Sicherheitsbedürfnis der beiden Generationen?
Die Generation Z weist ein höheres Sicherheitsbedürfnis auf als die Generation Y, was sich in dem Wunsch nach klareren Strukturen und Regeln im Arbeitsalltag widerspiegelt.
- Citar trabajo
- Marius Spenner (Autor), 2018, Vergleich von Anforderungen an Führungskräfte gegenüber Mitarbeitern aus der Generation Y und Z, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429035