Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

De-extinction. Über die Verantwortung des Menschen gegenüber nicht-menschlichen Lebewesen

Title: De-extinction. Über die Verantwortung des Menschen gegenüber nicht-menschlichen Lebewesen

Essay , 2017 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anneke Krüger (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Obwohl der Tasmanische Tiger seit gut 80 Jahren ausgestorben ist, genießt er – gerade auf Tasmanien – noch immer eine große Popularität. Der gestreifte Beutelwolf, der von den Siedlern der australischen Insel ausgerottet wurde, weil er der unliebsame Räuber ihre Schafe riss, ist heute zu einer wahren Legende geworden. Immer wieder behaupten Menschen in den vergangenen 80 Jahren, den kleinen Räuber gesichtet zu haben und liefern ominöse Fotos als Beweise. Es gab Versuche, das Tier zu klonen. Doch sie wurden im Jahr 2005 eingestellt, da das konservierte Genmaterial zu beschädigt war. Doch was, wenn das Klonen des Tasmanischen Tigers erfolgreich gewesen wäre und der Mensch tatsächlich ein ausgestorbenes Tier zurückgeholt hätte?

Die folgende Ausarbeitung soll sich damit beschäftigen, welche Folgen es hätte, wenn der Mensch ausgestorbene Tiere nicht nur erfolgreich klonen, sondern tatsächlich eine neue Population wiederbeleben könnte. Anhand des Aufzeigens möglicher Konsequenzen, soll ermittelt werden, ob, und wenn ja welche, Verantwortung der Mensch gegenüber nichtmenschlichen Tieren hat, die seinetwegen ausgerottet wurden und von dem Antlitz der Erde verschwunden sind. Dabei gliedert sich die Ausarbeitung in zwei Hauptteile; zum einen in eine Analyse und zum anderen in die Auswertung dieser. Die Analyse des Themas de-extinction erfolgt methodisch nach den Analysekriterien von Ronald L. Sandler. Die spätere Auswertung im Hinblick auf die Verantwortung orientiert sich nach der Verantwortungsethik von Hans Jonas.

Die Debatten über eine de-extinction reichen bis zur Diskussion über das Zurückholen des Mammuts und anderer Pleistozän-Tiere. Ebenso unterscheiden sich die Argumente je nach dem Schwerpunkt, ob es sich bei den zurückzuholenden nichtmenschlichen Tieren um welche handelt, die evolutionär ausgestorben oder vom Menschen ausgerottet worden sind. Da die Berücksichtigung aller Felder den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen würden, soll es sich explizit um direkt von Menschen ausgerottete Arten handeln. Zur Veranschaulichung sollen die Bedenken an dem populären Beispiel des Tasmanischen Tigers aufgezeigt werden. Sinn dieses Essays ist es, das Bewusstsein für die Verantwortung zu stärken, die der Mensch gegenüber seiner nichtmenschlichen Mitbewohner dieses Planeten hat. Außerdem soll als Einstieg für eine Aufklärung der „breiten Massen“ dienen und zu guter Letzt versteht sich dieser Text auch als ein Appell an die Wissenschaften.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse

2.1 Identifizierung der benefits

2.2 Darlegung der extrinsischen Bedenken

2.3 Machtanalyse

2.4 Darlegung der intrinsischen Bedenken

3 Auswertung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die ethische Verantwortung des Menschen im Kontext der sogenannten De-Extinction zu untersuchen, wobei der Fokus insbesondere auf der Wiederbelebung von Arten liegt, die durch menschliches Einwirken ausgerottet wurden. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der moralischen Legitimation und den langfristigen Konsequenzen, die mit der technologischen Möglichkeit einhergehen, ausgestorbene Tiere künstlich zurückzuholen.

  • Ethik der De-Extinction und technologische Möglichkeiten
  • Anwendung von Ronald L. Sandlers Analysekriterien auf die Wiederbelebung von Arten
  • Verantwortungsethik nach Hans Jonas als Bewertungsrahmen
  • Ökologische und ethische Bedenken am Beispiel des Tasmanischen Tigers
  • Machtverhältnisse zwischen Mensch und künstlich geschaffenen Lebensformen

Auszug aus dem Buch

2.2 Darlegung der extrinsischen Bedenken

Nun stellt sich die Frage: Ist eine Zurückführung eines de-extincted Tasmanischen Tigers in ein Biotop (der Urwald Tasmaniens) möglich? Denn „for many de-ectinction candidates […] their ecological context no longer exists, and is not likely to be restored“7. Da das Biotop seit nun mehr 80 Jahren ohne den Beutelwolf weiterbestand, sind die Auswirkungen auf die Umwelt unklar. Es stellt sich die Frage, ob der Tasmanische Tiger in dem veränderten Biotop überhaupt überleben kann und auch ohne durch seine Wiederexistenz andere Arten zu vertreiben. So oder so würde sich durch das „Zuführen“ des Tasmanischen Tigers erneut das menschliche Einmischen im Biotop bemerkbar machen. Vergleichbar wäre es mit dem Einschleppen von Kaninchen und Schafen in das australische Ökosystem, das sich daraufhin stark verändert hat. Die beiden eben genannten Populationen haben sich ungeahnt schnell und unkontrolliert ausgebreitet, da es für sie keine natürlichen Feinde in diesem Biotop gibt. Als Lösungsvorschlag, gerade für die Kaninchenplage, könnte man den erfolgreich zurückgeholten Tasmanischen Tiger nicht nur in Tasmanien, sondern eben auch in Australien ansiedeln. Schließlich war dieser hier, wie auch in Neuguinea, vor ein paar tausend Jahren ebenfalls ansässig. Aber auch hierbei wären die Konsequenzen kaum abzusehen. Doch der Verweis darauf, dass eine Entität einmal in einem bestimmten Landstrich gelebt hat, hebt nicht den Einwand auf, dass die zurückgeholte Art eine Gefahr für das aktuelle Biotop darstellen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik des Artensterbens und die theoretische Möglichkeit der De-Extinction am Beispiel des Tasmanischen Tigers vor und definiert den ethischen Untersuchungsrahmen.

2 Analyse: In diesem Hauptteil wird das Thema anhand von vier spezifischen Analysekriterien – Benefits, extrinsische Bedenken, Machtanalyse und intrinsische Bedenken – kritisch hinterfragt.

3 Auswertung: Hier werden die zuvor erarbeiteten Punkte unter Rückgriff auf die Verantwortungsethik von Hans Jonas bewertet, um das Ausmaß der menschlichen Verantwortung zu verdeutlichen.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an eine zukunftsorientierte Verantwortung, die technologische Möglichkeiten nicht blindlings umsetzt, sondern langfristige ökologische Konsequenzen einbezieht.

Schlüsselwörter

De-Extinction, Verantwortungsethik, Tasmanischer Tiger, Hans Jonas, Ronald L. Sandler, Biotechnologie, synthetische Biologie, Biodiversität, Artensterben, ökologische Ethik, Machtanalyse, technischer Fortschritt, Bioethik, Natur, Umweltschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Implikationen des technologischen Bestrebens, ausgestorbene Tierarten durch Klonen oder synthetische Biologie wiederzubeleben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung deckt die Chancen (Benefits), ökologische Bedenken, die Machtverhältnisse zwischen Mensch und Tier sowie die intrinsischen ethischen Fragestellungen ab.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll ermittelt werden, welche Verantwortung der Mensch gegenüber nichtmenschlichen Lebewesen hat, die infolge menschlichen Handelns ausgerottet wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse stützt sich auf den „framework for ethical analysis“ von Ronald L. Sandler, während die Auswertung auf der Verantwortungsethik von Hans Jonas basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Kriterien sowie eine anschließende ethische Bewertung des menschlichen Eingriffs in das Ökosystem durch De-Extinction-Projekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind insbesondere De-Extinction, Verantwortungsethik, synthetische Biologie, Biodiversität und der kritische Umgang mit dem technischen Fortschritt.

Welche Rolle spielt der Tasmanische Tiger für die Argumentation?

Er dient als anschauliches Fallbeispiel, um die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Wiedereingliederung in ein verändertes Biotop konkret zu verdeutlichen.

Warum warnt die Autorin vor dem sogenannten "God Playing Argument"?

Die Autorin warnt davor, dass der Mensch sich durch die selektive Wiederbelebung von Arten schöpferisch über die Natur erhebt, ohne für die daraus resultierenden ökologischen Folgen eine ethische Grundlage zu besitzen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
De-extinction. Über die Verantwortung des Menschen gegenüber nicht-menschlichen Lebewesen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,0
Author
Anneke Krüger (Author)
Publication Year
2017
Pages
14
Catalog Number
V429226
ISBN (eBook)
9783668726451
ISBN (Book)
9783668726468
Language
German
Tags
Bioethik De-extinction Klon Synthetische Biologie Tasmanischer Tiger klonen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anneke Krüger (Author), 2017, De-extinction. Über die Verantwortung des Menschen gegenüber nicht-menschlichen Lebewesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429226
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint