Zunächst werden in dieser Hausarbeit Eigenschaften und Lesart des WV2s vorgestellt. Dabei befasst sich diese Arbeit ebenfalls mit Darstellungen von Alltagsgespräch und Institutionelle Kommunikation. Danach werden die Untersuchungs, -sowie Analysemethode der Korpora untersucht, die aus der Datenbank für Gesprochenes Deutsch IDS entnommen werden. Die Gespräche, die ausgewählt werden, sind zum einen Alltagsgespräch: „Unter Freunden“ und „Studentisches Alltagsgespräch“ und zum anderen sind Institutionelle Kommunikation: “Feedback unter den Lehrkräften“ und „Tutorium“. Darauffolgend wird in dieser Hausarbeit analysiert, welche Lesart des WV2s von den beiden Gesprächssorten am häufigsten vorkommen. Anhand dieser Fragestellungen werden einige Theorien über Eigenschaften und Lesarten von WV2, sowie Darstellungen über Alltagsgespräch und Institutionelle Kommunikation als Grundlage verwendet. Zuletzt werden die Ergebnisse dieser Arbeit in einem Fazit zusammenfasssend veranschaulicht und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Die Eigenschaften von Weil mit Verbzweitstellung
2.2 Die Lesarten von Weil mit Verbzweitstellung
2.2.1 Faktische oder Propositionale Begründung
2.2.2 Epistemische Begründung
2.2.3 Sprechaktbezogene Begründung
2.3 Alltagsgespräch und Institutionelle Kommunikation
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Untersuchungsmethode
3.2 Analysemethode
4 Ergebnisse
4.1 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in Alltagsgespräch: „Unter Freunden“ und „Studentisches Alltagsgespräch“
4.1.1 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in Alltagsgespräch: „Unter Freunden“
4.1.2 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in „Studentisches Alltagsgespräch“
4.2 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in Institutionelle Kommunikation: „Feedbackgespräch unter Lehrkräften“ und „Tutorium“
4.2.1 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in institutioneller Kommunikation „Feedbackgespräch unter Lehrkräften“
4.2.2 Weil mit Verbzweitstellung und deren Lesart in institutioneller Kommunikation „Tutorium“
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten "Weil-V2-Sätze" (WV2) und deren Verwendung sowie funktionale Lesarten in unterschiedlichen Gesprächssorten. Das primäre Ziel ist es, die Häufigkeit und Verteilung der propositionalen, epistemischen und sprechaktbezogenen Begründungen in Alltagsgesprächen im Vergleich zur institutionellen Kommunikation zu analysieren und zu quantifizieren.
- Syntaktische und pragmatische Eigenschaften von WV2-Konstruktionen
- Klassifizierung der Begründungsarten (propositional, epistemisch, sprechaktbezogen)
- Gegenüberstellung von Alltagsgesprächen und institutioneller Kommunikation
- Empirische Analyse von Korpora der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD)
- Qualitative und quantitative Auswertung der Sprachdaten
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Eigenschaften von Weil mit Verbzweitstellung
Nach FREYWALD (2009, zitiert nach CATASSO 2016: 83) können weil-Nebensätze mit V2-Abfolge als eine der subordinierenden Konjunktionen der Kausalgruppe als der relevanteste Fall nicht-kanonischer Verbzweitstellung angesehen werden. In seiner These wird das zunehmende Vorkommen dieser Konstruktion durch zwei Aspekten betrachtet; pragmatisch scheint sich dieses Phänomen besonders im Verhältnis zu anderen nicht-kanonischen V2-Nebensätzen mit der größten Häufigkeit zu zeigen, während aus semantischer Sicht weil der neutralste Konnektor im Deutschen ist und hat daher im Laufe der Entwicklung dieser Sprache zusätzlich die Funktion als Modifikator des vorigen Satzes auf Sprechaktebene bezogen übernommen.
Das V2-Phänomen kann grundsätzlich durch drei Eigenschaften charakterisiert werden, und zwar durch (i) Subjekt-Verb-Inversion bei den nicht-deklarativen Satzmodi (z.B. bei Interrogativ-,Exklamativ- und Desiderativsätzen); (ii) zweite Satzposition des Finitiums in Matrixsätzen; (iii) diese lineare Restriktion kommt ausschließlich in Matrixsätzen vor, was sich als Wurzelphänomen erweist (DEN BESTEN 1983, zitiert nach CATASSO 2016: 27).
Nach ANTOMO & STEINBACH (2010: 3) sind diese Eigenschaften sowohl bei weil-Sätzen, als auch bei anderen Arten von finiten Nebensätzen mit variabler Verbstellung zu finden.
In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich weil mit Verbzweitstellung von integrierten weil mit Verbletztstellung (Vgl. Gaumann 1983, Günthner 1993, zitiert nach ANTOMO & STEINBACH 2010: 3). Betrachten wir zunächst die Positionierung der Nebensätze, finden wir heraus, dass WV2 ausschließlich nachgestellt auftritt (vgl. UHMANN 1998, zitieren nach ANTOMO & STEINBACH, 2010: 4).
Zweitens greifen wir die Eigenschaft von WV2 durch die Korrelate auf. Zu dieser Eigenschaft geht PASCH et. al (2003, zitieren nach ANTOMO & STEINBACH 2010: 5) davon aus, dass eingebettete V2-Sätze, zu denen WV2 durchaus dazu gehört, nicht durch Korrelate aus dem Mittelfeld gebunden werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die linguistische Relevanz von Weil-Sätzen mit Verbzweitstellung ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der ausgewählten Korpora aus der DGD.
2 Theorie: Dieses Kapitel definiert die syntaktischen Merkmale der WV2-Konstruktion und systematisiert die drei zentralen Lesarten: propositionale, epistemische und sprechaktbezogene Begründung.
3 Methodisches Vorgehen: Hier werden die Kriterien für die Datengewinnung aus der Datenbank für Gesprochenes Deutsch sowie die qualitative Analysemethode der ausgewählten Gesprächsbeispiele beschrieben.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die detaillierte empirische Auswertung des Vorkommens von WV2 in Alltagsgesprächen und institutioneller Kommunikation, differenziert nach den zuvor definierten Lesarten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und diskutiert die unterschiedliche Verteilung der WV2-Konstruktionen in Abhängigkeit von der Gesprächssituation und der geforderten grammatikalischen Norm.
Schlüsselwörter
Weil-Satz, Verbzweitstellung, WV2, Alltagsgespräch, Institutionelle Kommunikation, Propositionale Begründung, Epistemische Begründung, Sprechaktbezogene Begründung, Gesprächsanalyse, Korpuslinguistik, Syntax, Pragmatik, Deutsche Sprache, Sprachliche Variation, Kausalsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das grammatikalische Phänomen der Verbzweitstellung nach der Konjunktion „weil“ (WV2) in verschiedenen gesprochensprachlichen Kontexten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der syntaktischen Abgrenzung von WV2 gegenüber standardkonformen Sätzen sowie der pragmatischen Klassifizierung von Begründungstypen im Diskurs.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Verwendungshäufigkeit und die funktionale Einordnung von WV2-Konstruktionen in Alltagsgesprächen im Vergleich zu institutionellen Gesprächsformen auf Basis empirischer Daten zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine korpuslinguistische Studie, bei der Daten aus der „Datenbank für Gesprochenes Deutsch“ (DGD) qualitativ und interpretativ ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Transkripte aus Alltagsgesprächen (z.B. „Unter Freunden“) und institutionellen Gesprächen (z.B. „Tutorium“) und ordnet gefundene WV2-Belege ihren Lesarten zu.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Weil-Satz, Verbzweitstellung, pragmatische Lesarten, Alltagsgespräch, institutionelle Kommunikation und Korpusanalyse.
Warum tritt WV2 in institutioneller Kommunikation seltener auf als im Alltag?
Die Arbeit postuliert, dass in institutionellen Settings eine höhere Erwartung an grammatikalische Korrektheit herrscht, was die Verwendung der standardkonformen „weil“-Sätze (mit Verb-End-Stellung) begünstigt.
Welche Rolle spielt die propositionale Begründung bei der Analyse?
Sie ist eine der drei zentralen Kategorien und bezeichnet Fälle, in denen eine direkte logische Begründung für den Sachverhalt im Hauptsatz geliefert wird; sie stellte sich im Rahmen der Studie als die häufigste Lesart heraus.
- Citar trabajo
- Melin Sibarani (Autor), 2018, "Weil" mit Verbzweitstellung in Alltagsgespräch und in Institutioneller Kommunikation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429246