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Die antike Alte Komödie als Spiegel zeitgenössischer politischer Meinungen

Die Beurteilung von Perikles in den Komödien des Kratinos

Title: Die antike Alte Komödie als Spiegel zeitgenössischer politischer Meinungen

Term Paper , 2017 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Gino Massaro (Author)

World History - Early and Ancient History
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In unserer heutigen Zeit ist es selbstverständlich, Meinungen über prominente Personen der nationalen bzw. internationalen Politik zu haben und vermittelt zu bekommen. Neben dem persönlichen Umfeld haben vor allem die Medien mit ihrem omnipräsenten Charakter den größten Anteil an unserer Meinungsbildung.

Gerade jetzt ist es besonders wichtig, aus diesem Informations- und Meinungswirrwarr die richtigen Schlüsse zu ziehen, um sich ein fundiertes Bild konkreter politischer Entwicklungen und Zusammenhänge und der in ihnen agierenden Personen machen zu können. Der kürzlich geprägte Ausdruck „Fake News“ verdeutlicht dies umso mehr. Jedoch existieren, abgesehen von schlechter Recherche und vermeintlich faktengetreuen Aussagen verschiedener Behörden und Journalisten, viele verlässliche Quellen, aus denen für eine Urteilsbildung geschöpft werden kann.

Eine Ausnahmerolle nimmt in diesem Kontext die politische Satire ein. Als Kunstform verstanden, versuchen die Autoren über verschiedene Genres, aktuelle Entwicklungen, Zustände und Politiker zu kritisieren oder verächtlich zu machen. Die dabei benutzten Mittel der sprachlichen und gestalterischen Übertreibung und Verspottung haben sich als sehr ansprechend gezeigt und bezeugen darüber hinaus ein hohes Maß an Kreativität.

Da die Satire kein modernes Phänomen darstellt, sondern auf eine lange Tradition mit unterschiedlichen Ausprägungen zurückblicken kann, ist anzunehmen, dass die künstlerische Verspottung und Kritik an herrschenden Personen, Schichten oder Institutionen schon sehr früh in höher entwickelten Kulturen und Gesellschaftsstrukturen in irgendeiner Form vorhanden gewesen sein musste. So belegen bereits antike Überreste die Existenz einer solchen Form: die attische Komödie. Eine genaue Datierung der Anfänge der attischen Komödie ist aufgrund unzureichender Quellen nicht möglich und lässt eine Forschungsdiskussion erst gar nicht zu.

Als wichtigstes Zeugnis in diesem Zusammenhang versteht Isolde Stark die Ausführungen Aristoteles‘, der im ersten Teil der „Poetik“ die attische Komödie als Weiterentwicklung der „Improvisationen“ beschrieb und ihren Ursprung vor allem im Dionysos-Kult sah, welches aber in der Forschung diskutierbar ist. Zur Verehrung des Vegetations- und Weingottes Dionysos hielten die Athener mehrere Feste zwischen Dezember und April ab, von denen zwei mit dramatischen Aufführungen verbunden waren: ab 486 v. Chr. die Großen „Dionysien“ und ab ca. 440 v. Chr. die „Lenäen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Periklesbild in den Komödien von Kratinos

3. Zur Einschätzung seiner Darstellungen

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

5.1. Quellen

5.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Bild des Staatsmannes Perikles, wie es in den erhaltenen Fragmenten der Komödien des Dichters Kratinos dargestellt wird, und analysiert dessen politische Hintergründe sowie die Rolle der attischen Komödie als Medium der Satire.

  • Rolle und Funktion der politischen Satire in der attischen Demokratie
  • Darstellungsmotive von Perikles als Tyrann und Demagoge
  • Verantwortung für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges
  • Literarische und dramaturgische Analyse der Kratinos-Fragmente
  • Historische Einordnung des Periklesbildes im Kontext antiker Quellen

Auszug aus dem Buch

Dionysalexandros

Das Stück „Dionysalexandros“ wurde während der Lenäen im Jahre 430 v. Chr. aufgeführt, also im zweiten Jahr des Peloponnesischen Krieges. Obwohl nur die Hypothesis erhalten blieb, ist dennoch der Aussagegehalt über Perikles sehr ergiebig, da in den letzten drei Zeilen des Fragmentes auf ihn hingewiesen wird. In einer Art Regieanmerkung heißt es, dass die verhöhnenden Anspielungen Perikles betreffen, weil er den Krieg nach Athen gebracht hat.

Die Anlehnung der Komödie an den Trojanischen Krieg ist also keineswegs als reine Mythenparodie zu betrachten, „sondern [als] eine Allegorie, die es erlaubt, jeden Zug der rekonstruierbaren Handlung auf Perikles zu beziehen und ihm einen Sinn zu geben". Damit diese Rekonstruktion verständlich wird, folgt nun eine Übersetzung der Hypothesis nach E. Bakola:

„seek...him not...judgment, Hermes departs and these say some things to the spectators about (? sons), and when Dionysus appears they mock and jeer at him. He, after the arrival of <the goddesses, and the offer> to him of unshakeable dominion by Hera, bravery in the war by Athena, and becoming irresistibly attractive by Aphrodite, judges her the winner. After this he sails to Sparta, abducts Helen and returns to Ida. Shortly, he hears that the Achaeans are ravaging the countryside and [looking for] Alexandros. So Helen he immediately hides in a basket and himself her transforms into a ram, and awaits the consequences. Alexandros arrives, and detects them both, and orders (the chorus) to take them to the ships so he can surrender them to the Achaeans. But since Helen is afraid, he takes pity on her and holds her back as his intended wife, but Dionysus he dispatches for surrender. The satyrs follow along, crying appeals and vowing not to give him up. In the play, Pericles is satirized very felicitously by innuendo as having brought the war upon the Athenians.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der politischen Satire in der attischen Komödie ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Periklesbildes bei Kratinos.

2. Das Periklesbild in den Komödien von Kratinos: Hier werden zentrale Fragmente analysiert, in denen Perikles metaphorisch als Tyrann oder kriegstreibender Akteur dargestellt wird.

3. Zur Einschätzung seiner Darstellungen: Dieses Kapitel diskutiert die methodischen Herausforderungen bei der Rekonstruktion der Stücke und bewertet die historische Aussagekraft der satirischen Überlieferung.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kritik an Perikles vor allem aus dem Bedürfnis des Dichters nach Publikumserfolg und der Oppositionshaltung der Alten Komödie resultierte.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Perikles, Kratinos, Alte Komödie, Attische Demokratie, Politische Satire, Mythenparodie, Peloponnesischer Krieg, Demagoge, Tyrannenbild, Dionysalexandros, Nemesis, Cheirones, Athen, Agon, Historische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der satirischen Rezeption des athenischen Staatsmannes Perikles in den erhaltenen Fragmenten der Komödien des Dichters Kratinos.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die politische Funktion der Alten Komödie, das Bild des „Demagogen“ im antiken Athen und die Kritik an der perikleischen Kriegspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Darstellungsmotive von Perikles in den Stücken des Kratinos zu analysieren und deren politische Intention im historischen Kontext zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse der erhaltenen Fragmente, gestützt auf die Auseinandersetzung mit der einschlägigen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret die Komödien „Cheirones“, „Plutoi“, „Dionysalexandros“ und „Nemesis“ hinsichtlich ihrer satirischen Anspielungen auf Perikles.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie „Mythenparodie“, „Demagoge“, „Peloponnesischer Krieg“ und „Alte Komödie“.

Wie setzt Kratinos das Bild des Tyrannen um?

Kratinos nutzt Metaphorik und Mythenparodien, etwa indem er Perikles mit Zeus gleichsetzt oder ihm die Schuld für den Ausbruch des Krieges zuschreibt, um ihn als Alleinherrscher darzustellen.

Welche Rolle spielt der Chor in den Stücken des Kratinos?

Der Chor dient häufig als Sprachrohr des Dichters, um aktuelle politische Missstände anzuprangern und die Ideale des Dichters zu artikulieren.

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Details

Title
Die antike Alte Komödie als Spiegel zeitgenössischer politischer Meinungen
Subtitle
Die Beurteilung von Perikles in den Komödien des Kratinos
College
University of Rostock
Grade
2,0
Author
Gino Massaro (Author)
Publication Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V429368
ISBN (eBook)
9783668752764
ISBN (Book)
9783668752771
Language
German
Tags
alte komödie spiegel meinungen beurteilung perikles komödien kratinos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gino Massaro (Author), 2017, Die antike Alte Komödie als Spiegel zeitgenössischer politischer Meinungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429368
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