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E-Mail, Chat und SMS

Ein kurzer Überblick über moderne Kommunikationsformen

Title: E-Mail, Chat und SMS

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Stefanie Held (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Mai 2001 gab es in Deutschland 24,62 Millionen Online-Nutzer, das waren 28,1% aller Haushalte. Das Versenden von privaten E-Mails steht bei den Onlineaktivitäten mit 52% an erster Stelle (zum Vergleich: Berufliche E-Mails machen lediglich 27% aus.)2. Diese Zahlen verdeutlichen, dass man die neuen Formen der Kommunikation nicht mehr als Randphänomene ansehen kann. Auch das Knüpfen von Liebesbeziehungen in Chaträumen war anfangs heftig diskutiert worden, während es sich heute, zumindest in den Medien, als Normalität etabliert hat. Man muss also davon ausgehen, dass die Kommunikation per E-Mail und Chat mittlerweile in die Lebensrealität der Menschen fest integriert ist. Auch das Versenden von SMS mit dem Handy (aber auch über das Internet) ist mittlerweile nicht mehr aus der Kommunikationspraxis der Menschen wegzudenken. Allerdings möchte ich die so genannten Kurzmitteilungen gesondert betrachten, da sie einerseits in der Literatur kaum Beachtung finden. Andererseits schaffen die technischen Voraussetzungen der Mobiltelefone ganz andere Grundlagen für Sprache und Kommunikation, als dies bei den E-Mails oder beim Chat der Fall ist.

Die beiden Letztgenannten werden in der Literatur vor allem gänzlich neue sprachliche Phänomene und eine große Kreativität zugeschrieben. Außerdem ordnet man diese Kommunikationsformen auf einer Achse zwischen gesprochener und geschriebener Sprache ein, wobei vor allem der Chat stark zum Mündlichen zu tendieren scheint. Bei der E-Mail drängt sich vor allem der Vergleich zum traditionellen Brief immer wieder auf! Diese Parallelen werden auch in der Untersuchung „Sprache und Kommunikation im Internet“ von Jens Runkehl, Peter Schlobinski und Torsten Siever3 gezogen. In den ersten beiden Kapiteln meiner Arbeit möchte ich mich hauptsächlich auf dieses Werk stützen, da ihm eine umfangreiche Analyse von diversen Chats und mehr als hundert E-Mails zu Grunde liegt. Alle Zahlen, die im Folgenden genannt werden, beziehen sich auf die Ergebnisse dieser Untersuchungen, sofern nicht eine andere Quelle genannt wird.

2 Quelle: http://focus.msn.de/D/DD/DD36/dd36.htm

3 Runkehl, Jens, Schlobinski, Peter, Siever, Torsten: Sprache und Kommunikation im Internet. Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Betrachtung des Themas

2. Textsorte E-Mail

3. Chat

4. SMS

5. Abschließendes Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Besonderheiten und kommunikativen Strukturen von E-Mail, Chat und SMS im Vergleich zur traditionellen schriftlichen Kommunikation, um deren Integration in die moderne Lebensrealität sowie den Einfluss technischer Rahmenbedingungen auf den Sprachgebrauch zu beleuchten.

  • Analyse der E-Mail als moderne, technisierte Form des klassischen Briefes
  • Untersuchung der Chat-Kommunikation unter Berücksichtigung von Anonymität und Mündlichkeitsmerkmalen
  • Evaluation der SMS-Kommunikation mittels empirischer Fragebogendaten
  • Vergleich der Einordnung der Medien auf der Achse zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit
  • Betrachtung von technischen Einflüssen (z.B. T9, Zeichenbegrenzung) auf den Sprachstil

Auszug aus dem Buch

3. Chat

Chatangebote sind heute sehr vielfältig: Zum einen gibt es öffentlich zugängliche Netze wie das IRC (Internet Relay Chat), dieses Netz ist wie das www ein Teilbereich des Internet. Die Untersuchung Runkehls, Schlobinskis und Sievers’ bezieht sich hauptsächlich auf diesen Chat. Daneben gibt es aber auch Chats auf den verschiedensten Webseiten, die häufig Gespräche über ihre Inhalte anregen. Der IRC ist nach bestimmten Kanälen geordnet, die die Wahl der Gesprächsthemen beeinflussen: „Die Gesprächskanäle sind textbasierte virtuelle Orte, an denen man sich mit Freunden oder auch bis dato unbekannten Personen zu unterhaltsamen und informativen Gesprächen treffen kann.“ Diese Channels sind jeweils mit einer Raute am Anfang gekennzeichnet wie z.B. „#berlin“.

Zudem gibt es auch Angebote wie ICQ oder AIM vom Internetanbieter AOL. Diese sind eher auf eine private Kommunikation von zwei Usern ausgerichtet. Allen Chats ist gemeinsam, dass jeder Gesprächsbeitrag oder Turn am Anfang durch den Nickname des Schreibers gekennzeichnet ist, sodass eine eindeutige Zuordnung erfolgen kann. Dieses Pseudonym wird vom User selbst gewählt und unterscheidet sich damit von Spitznamen, die einem meist von anderen gegeben werden. Die Wahl des nicks hängt davon ab, wie man sich im Chat selbst darstellen möchte. Es werden vor allem Namen gewählt, die durch spezifische Neigungen, Interessen, Hobbies, aber auch Idole inspiriert sind. Sie können auch Humor, Ironie oder Provokationen enthalten. Sehr weit verbreitet sind Nicknames, die ein Zahlensuffix enthalten, wie z.B. Marie_97. Das erklärt sich durch die mittlerweile große Zahl von Usern, die viele dazu zwingt, auf solche Namenszusätze auszuweichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Betrachtung des Themas: Diese Einleitung führt in die Relevanz der digitalen Kommunikation ein und hinterfragt die wissenschaftliche Unterschätzung neuer Medien wie Chat und E-Mail anhand von Fallbeispielen.

2. Textsorte E-Mail: Das Kapitel analysiert die E-Mail als elektronische Post, untersucht deren Aufbau (Header, Body, Signatur) und diskutiert den Grad ihrer Anlehnung an den traditionellen Brief sowie die Verwendung sprechsprachlicher Mittel.

3. Chat: Hier stehen die virtuellen Gesprächskanäle, die Bedeutung der Nicknames sowie die spezifische Kompensation mündlicher Kommunikationsmerkmale durch Emoticons und prädikative Verbstämme im Fokus.

4. SMS: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse eines Fragebogens aus, um den Einfluss von Zeichenbegrenzungen und automatischen Wortvervollständigungssystemen (wie T9) auf das Schreibverhalten von Schülern und Studenten zu untersuchen.

5. Abschließendes Fazit: Die Arbeit resümiert, dass alle drei Medien auf der geschriebenen Sprache basieren, dabei aber je nach technischer Synchronität unterschiedlich stark in Richtung Mündlichkeit tendieren.

Schlüsselwörter

Digitale Kommunikation, E-Mail, Chat, SMS, Sprachwandel, Internetlinguistik, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Netzkultur, Emoticons, Nickname, Kurzmitteilung, Sprachökonomie, Textsorte, Kommunikationstechnologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die sprachlichen Charakteristika der elektronischen Kommunikationsformen E-Mail, Chat und SMS.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der Aufbau und die Stilkriterien dieser Medien sowie die Frage, wie sich Sprache durch technische Voraussetzungen und digitale Formate verändert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich E-Mail, Chat und SMS in das Spektrum zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation einordnen lassen und welche Tendenzen im heutigen Sprachgebrauch erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben der Auswertung bestehender linguistischer Fachliteratur wurde eine empirische Untersuchung in Form eines Fragebogens mit Schülern und Studenten durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei inhaltliche Kapitel, die jeweils spezifische Eigenheiten der E-Mail (Briefnähe), des Chats (Synchronität und Emoticons) sowie der SMS (Einfluss der T9-Software) analysieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?

Wichtige Begriffe sind unter anderem elektronische Post, Kurzmitteilung, Chatroom, Textsorte und Sprachwandel.

Welche Rolle spielt die automatische Spracherkennung bei SMS?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die T9-Technologie einen massiven Einfluss auf die SMS-Kommunikation hat, indem sie den Benutzer in seiner Ausdrucksweise einschränken oder anpassen kann.

Wie unterscheidet sich die Chat-Kommunikation von der E-Mail?

Während die E-Mail stärker an der Struktur traditioneller Briefe ausgerichtet ist, nähert sich der Chat aufgrund seiner synchronen Natur und der Nutzung von Echtzeit-Kommunikationselementen dem mündlichen Gespräch an.

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Details

Title
E-Mail, Chat und SMS
Subtitle
Ein kurzer Überblick über moderne Kommunikationsformen
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Textlinguistik
Grade
1,5
Author
Stefanie Held (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V42943
ISBN (eBook)
9783638408547
ISBN (Book)
9783638656924
Language
German
Tags
E-Mail Chat Textlinguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Held (Author), 2004, E-Mail, Chat und SMS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42943
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