Thema der Unterrichtsreihe:
„Die Französische Revolution – Realisierung von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in Europa?“
Thema der Unterrichtsstunde:
„Wie legitimiert Robespierre Gewalt als Mittel zur Durchsetzung der revolutionären Ziele?“
Im Zentrum der Stunde steht die Frage, wie Maximilien de Robespierre, als Führer der Revolutionsregierung, den Einsatz von Gewalt als politisches Mittel zur Durchsetzung der revolutionären Ziele legitimiert. Innerhalb dieser Leitfrage geht es darum, zu beurteilen, ob eine solche Vorgehensweise aufgrund ihrer demokratischen Zielsetzung und der revolutionären Rahmenbedingungen zu rechtfertigen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Lerngruppe
1.1 Lerngruppenbeschreibung
1.2 Lernausgangslage
1.3 Lernstand
2. Sachanalyse
3. Didaktische Überlegungen
3.1 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
3.2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
4. Materialanalyse
5. Methodische Überlegungen
6. Lernziele und Kompetenzen
7. Anhang
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Verlaufsplan der Stunde
7.3 Reihenplanung
7.4 Arbeitsblätter
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit entwickelt einen Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte in der gymnasialen Oberstufe, der sich mit der Legitimierung politischer Gewalt durch Robespierre während der Französischen Revolution auseinandersetzt. Ziel ist es, den Lernenden ein differenziertes Urteilsvermögen zu vermitteln, indem sie den historischen Kontext der "Terreur" mit den demokratischen Idealen der Revolution und modernen Menschenrechten kritisch in Beziehung setzen.
- Analyse der Legitimationsstrategien von Gewalt im historischen Kontext der Jakobinerherrschaft.
- Verbindung von Tugendbegriff und politischer Gewalt (Terreur) bei Robespierre.
- Förderung der Urteilskompetenz durch fachspezifisches Fremdverstehen und Werturteilsbildung.
- Bedeutung der Menschen- und Bürgerrechte als kritischer Bezugspunkt für staatliches Handeln.
- Transfer der historischen Fragestellung auf gegenwärtige politische Diskurse.
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Mit der Errichtung des Nationalkonvents und der Abschaffung der parlamentarischen Monarchie im September 1792 begann die dritte Phase der Französischen Revolution. War die zweite Phase bereits durch eine zunehmende Radikalisierung, aufgrund innen wie außenpolitscher Gründe, geprägt, so datieren wir mit der Wahl Maximilien de Robespierre (27.07.1793) zum Vorsitzenden des im April 1793 errichteten Wohlfahrtsausschusses den Beginn der sogenannten „Schreckensherrschaft“, die Terreur. Diese Zeit war zum einen gekennzeichnet durch Einschränkungen der Bürgerrechte, Revolutionstribunale, die Zehntausende zum Tode verurteilten, aber auch durch die Verkündung einer Reihe sozialpolitischer Maßnahmen wie z.B. das Recht auf Arbeit und Bildung oder die Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide.
Auch wenn die Schreckensherrschaft Robespierres diktatorische Züge annahm, so war sie doch zu „keiner Zeit eine Diktatur ohne institutionelles Widerlager, sondern sie war eine Diktatur mit parlamentarischer Legitimation“. Die Ängste des Konvents, ausgelöst durch den Bürgerkrieg im eigenen Land sowie den Krieg gegen die absolutistischen Mächte Europas, mündeten größtenteils in der Überzeugung, dass diese Herrschaft der Terreur notwendig sei, um die Revolution zu retten. Mit dem Dekret vom 10. Oktober 1793, welches die provisorische Regierung durch den Wohlfahrtsausschuss bis zum Frieden für revolutionär erklärte, wurde die Terreur endgültig zum Regierungsprinzip erhoben und damit auch die persönliche Herrschaft Robespierres etabliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lerngruppe: Beschreibt die Zusammensetzung, das Leistungsniveau und die Lernausgangslage des E-Phasenkurses sowie dessen Sozialverhalten.
2. Sachanalyse: Analysiert historisch die Entstehung der "Schreckensherrschaft" unter Robespierre und deren theoretische Rechtfertigung durch den Zusammenhang von Tugend und Terror.
3. Didaktische Überlegungen: Erläutert die Einbettung der Unterrichtsreihe in das Kerncurriculum und die fachdidaktische Begründung der spezifischen Unterrichtsstunde zur Gewaltlegitimation.
4. Materialanalyse: Bewertet die Eignung der ausgewählten Quellen (Rede Robespierres, statistische Abbildung der Opfer) für den angestrebten erkenntnisorientierten Unterrichtsprozess.
5. Methodische Überlegungen: Begründet die Wahl der Sozialformen und Medieneinsätze, um schwächere Schüler zu integrieren und einen problemorientierten Unterrichtsverlauf zu gewährleisten.
6. Lernziele und Kompetenzen: Definiert die angestrebten Lernziele von der Basisebene bis hin zur komplexen Werturteilskompetenz der Schüler.
7. Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis, den detaillierten Verlaufsplan, die Übersicht der Reihenplanung sowie die verwendeten Arbeitsblätter.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Robespierre, Schreckensherrschaft, Terreur, Tugend, Gewaltlegitimation, Nationalkonvent, Wohlfahrtsausschuss, Menschenrechte, Urteilskompetenz, Geschichte, Unterrichtsentwurf, politische Bildung, Radikalisierung, Demokratisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen detaillierten Unterrichtsentwurf zur Französischen Revolution, der sich speziell auf die Radikalisierungsphase unter Robespierre und die Rechtfertigung von Gewalt konzentriert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Französische Revolution, die Schreckensherrschaft (Terreur), das Verhältnis von Tugend und Terror bei Robespierre sowie die Bewertung politischer Gewalt im Lichte der Menschenrechte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, wie Robespierre Gewalt als Mittel zur Durchsetzung revolutionärer Ziele legitimierte und wie Schüler die Rechtfertigung solcher Gewalt vor dem Hintergrund demokratischer Werte beurteilen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein problemorientierter Unterrichtsansatz verfolgt, der historische Quellenanalyse mit der Entwicklung von Sach- und Werturteilen sowie aktuellen politischen Diskursen verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der historischen Ereignisse, didaktische Überlegungen zur Einbettung in das Kerncurriculum sowie eine Material- und Methodenanalyse für die Gestaltung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Französische Revolution, Robespierre, Terreur, Gewaltlegitimation, Tugend und Urteilskompetenz charakterisiert.
Warum ist das Thema heute noch relevant?
Das Thema ist hochaktuell, da die Frage nach der Rechtfertigung von Gewalt im Namen von Sicherheit oder Ideologien in gegenwärtigen politischen Diskursen, etwa bei Antiterrormaßnahmen, weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Wie werden leistungsschwächere Schüler eingebunden?
Dies geschieht durch Partnerarbeit in einem Schonraum, strukturierte Arbeitsblätter, den Einsatz einer Dokumentenkamera sowie Hilfekarten, die bei der Quellenarbeit Unterstützung bieten.
- Citar trabajo
- Andreas Bonß (Autor), 2018, „Wie legitimiert Robespierre Gewalt als Mittel zur Durchsetzung der revolutionären Ziele?“ Unterrichtseinheit zur Französischen Revolution, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429535