Das Spektrum des deutschen Fernsehprogramms ist seit Jahren von einem Genre im Bereich der non-fiktionalen Unterhaltung dominiert - die Quizshow. Das Format Wer wird Millionär? gilt mittlerweile als Synonym, denn es ist zum einen der Pionier und zum anderen Publikumsliebling in diesem Gebiet. Kein anderes Format hat den deutschen Fernsehmarkt so beeinflusst und Veränderungen darin bewirkt. Jedoch ist nicht nur Deutschland von einem regelrechten Quizboom infiziert worden (der mittlerweile wieder stark abgeschwächt ist), sondern über 100 Länder aller fünf Kontinente haben ähnliche Entwicklungen im Fernsehmarkt erlebt. Das Ursprungsformat Who Wants To Be A Millionaire? entstammt der zuvor unbedeutenden englischen Produktionsfirma Celador, die diese Erfolgsgeschichte geschrieben hat.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Gründen für derartig weit reichende internationale Erfolge sowie mit den Möglichkeiten und Grenzen einer internationalen Formatverwertung am Beispiel dieses Formats. Hierbei gilt der Fokus insbesondere den ökonomischen Strategien und Potentialen, die durch eine systematische Verwertung und Lizenzierung hinsichtlich verschiedenster Kanäle entstehen. Die Arbeit gestaltet sich in drei großen Sinnabschnitten, wobei Kapitel 2 eine detaillierte Einführung in das Thema darstellt. Hierbei soll insbesondere auf die Faktoren und Gründe des Format-Erfolges Bezug genommen werden. Kapitel 3 befasst sich explizit mit dem internationalen Formathandel und der Lizenzierung von Who Wants To Be A Millionaire? am Beispiel des deutschen Marktes. Es soll eine ausführliche Erläuterung und Darstellung der ökonomischen Gegebenheiten und Entwicklungen erfolgen, die zu einem genauen Bild der Erlösstrukturen führen soll. Somit wird gleichzeitig zu Kapitel 4 übergeleitet, das den gesamten Umfang des Merchandising beleuchtet, welches ein ökonomisches Standbein in der Verwertung darstellt.
Zusammenfassend soll diese Arbeit die Potentiale und Möglichkeiten dieses Formats ergründen und darüber hinaus das Durchdringen in zusätzliche Märkte beleuchten. So soll ein umfassender Ein- und Überblick gegeben werden, der ebenso eine Prognose der zukünftigen Entwicklung ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Fakten
2.1 Historische Betrachtung der Spielshows
2.2 Entstehungsgeschichte Who Wants To Be A Millionaire?
2.3 Erfolgsfaktoren
2.4 Vermarktungsprobleme
2.4.1 Ägypten – Religiöse Dogmen als kulturelles Hindernis
2.4.2 Japan – ungleichmäßige Sehgewohnheiten
2.4.3 USA - Fehleinschätzungen der Programmdirektion
2.5 Globalisierung der Medien
3 Internationaler Formathandel
3.1 Lizenzierung allgemein
3.2 Lizenzierung Who Wants To Be A Millionaire?
3.3 Ökonomische Strukturen der Formatverwertung
3.3.1 Einführungs- und Hoch-Phase
3.3.2 Erste Rückgänge
3.3.3 Saison 2002/ 2003
3.3.4 Saison 2003/ 2004
3.3.5 Saison 2004/ 2005
3.3.6 Ausnahme Prominentenspecials
4 Merchandising
4.1 Merchandising allgemein
4.2 Merchandising Wer wird Millionär?
4.2.1 Consumer Products
4.2.2 Interactive Media
4.2.3 Promotions
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für den weitreichenden internationalen Erfolg der Quizshow "Who Wants To Be A Millionaire?" sowie die Möglichkeiten und Grenzen ihrer internationalen Formatverwertung. Der Fokus liegt dabei auf ökonomischen Strategien, Lizenzierungsprozessen und den Herausforderungen, die bei einer globalen Vermarktung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten entstehen.
- Analyse der Erfolgsfaktoren und kulturellen Vermarktungsprobleme
- Ökonomische Strukturen des internationalen Formathandels
- Finanzierungsstrategien am Beispiel des deutschen Marktes
- Markenentwicklung durch systematisches Merchandising
- Vergleich zwischen globalen Standards und nationalen Anpassungen
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Ägypten – Religiöse Dogmen als kulturelles Hindernis
Als im Juni 2001 die ägyptische Version mit dem libanesischen Moderator George Kurdahi auf Sendung ging, erreichte sie beachtenswerte Quoten. Daraufhin veröffentlichte die höchste islamische Autorität des Landes - der Höchste Mufti - eine Fatwa, in der Who Wants To Be A Millionaire? als eine Art Glücksspiel und somit als Verstoß gegen den Islam gewertet wird. Der Höchste Mufti zitiert in seinem Erlass einen Vers des Korans, der Glücksspiel als „Abscheulichkeit und Handwerk des Satans verurteilt.“ Als Begründung führt er an, dass indem die potentiellen Kandidaten sich über kostenpflichtige Rufnummern für die Show qualifizieren müssen, der Sachverhalt des Glücksspiels erfüllt ist, da diese nicht absehen könnten, ob sie gewinnen werden oder nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Genre der Quizshows ein und erläutert die Bedeutung von "Who Wants To Be A Millionaire?" als internationales Erfolgskonzept sowie die methodische Zielsetzung der Arbeit.
2 Allgemeine Fakten: Dieses Kapitel behandelt die Historie von Spielshows, die Entstehungsgeschichte des Formats und analysiert spezifische Vermarktungsprobleme in verschiedenen Ländern.
3 Internationaler Formathandel: Hier werden die Mechanismen der Lizenzierung, die ökonomischen Strukturen und der zeitliche Verlauf der Formatverwertung am Beispiel des deutschen Marktes detailliert dargelegt.
4 Merchandising: Dieses Kapitel beleuchtet den Umfang und die Strategien der Markenverwertung durch Produkte in den Bereichen Consumer Products, Interactive Media und Promotion-Aktionen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass eine optimale Formatverwertung trotz der Globalisierung eine Anpassung an nationale kulturelle Gegebenheiten erfordert.
Schlüsselwörter
Who Wants To Be A Millionaire, Wer wird Millionär, Formatverwertung, Lizenzierung, Merchandising, Fernsehformate, Globalisierung, Glokalisierung, Quizshow, Medienmanagement, ökonomische Strukturen, RTL, Celador, TV-Markt, Markenentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Format "Who Wants To Be A Millionaire?" als ein Paradebeispiel für die internationale Verwertung von Fernsehformaten und untersucht die damit verbundenen ökonomischen und strategischen Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehungsgeschichte des Formats, den Gründen für seinen Welterfolg, den Herausforderungen bei der Globalisierung sowie der ökonomischen Verwertung durch Lizenzierung und Merchandising.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Potentiale und Grenzen einer internationalen Formatverwertung aufzuzeigen und zu ermitteln, wie sich die Quizshow als eigenständige Marke etabliert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der ökonomischen Strategien, der Auswertung von Marktdaten und der Untersuchung von Fallbeispielen zur internationalen Formatverwertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche "Allgemeine Fakten", "Internationaler Formathandel" mit Fokus auf Lizenzierung und ökonomische Strukturen sowie ein ausführliches Kapitel zum "Merchandising".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Formatverwertung, Lizenzierung, Merchandising, globale Medienmärkte sowie die spezifische Fallstudie "Who Wants To Be A Millionaire?".
Warum scheiterte das Format in Japan?
Das Scheitern in Japan lag an kulturellen Unterschieden: Das Publikum empfand die Sendung als zu ruhig im Vergleich zu drastischen Reality-TV-Formaten und es herrschte eine kulturelle Abneigung dagegen, Reichtum öffentlich zur Schau zu stellen.
Welche Rolle spielt die Fatwa in Ägypten für die Vermarktung?
Die Fatwa war ein kulturelles Hindernis, da die Show aufgrund der kostenpflichtigen Qualifikationsnummern als religiös verbotenes Glücksspiel eingestuft wurde.
- Quote paper
- Nina Röhr (Author), 2005, Internationale Formatverwertung von "Who Wants To Be A Millionaire?", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42956