Ein Schwerpunkt dieser Hausarbeit ist der Einfluss, den eine Darstellung des Katharsis Effektes in den Medien auf aggressives Verhalten hat. Im Rahmen einer Studie werden sowohl die Präferenz nach einer solchen Darstellung tatsächlich aggressive Ersatzhandlungen auszuführen als auch die Konsequenzen, die sich hieraus ergeben, näher untersucht. Die Möglichkeit der sich selbsterfüllenden oder selbstzerstörenden Prophezeiung wird diskutiert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Auswirkung des Spielens Gewalt enthaltender Videospiele. Hierbei wird in einer zweiten Studie insbesondere der Effekt der Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt näher untersucht. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Folgen eine solche Desensibilisierung auf Hilfeverhalten möglicherweise haben kann.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Die Auswirkungen von proklamiertem Katharsis Effekt sowie Gewalt in Videospielen auf aggressives Verhalten
1) Studie: “Catharsis, Agression, and Persuasive Influence: Self-Fulfilling or Self-Defeating Prophecies?” (Bushman et al., 1999)
1.1 Theoretischer Hintergrund des Katharsis Effektes
1.2 Studie 1
1.3 Studie 2
1.4 Generelle Schlussfolgerung
2) Studie 2: „The effect of video game violence on physiological desensitization to real-life violence (Carnagey et al., 2006)
2.1 Theoretischer Hintergrund über Gewalt in den Medien und daraus resultierende Desensibilisierungsprozesse
2.2 Fragestellung und Hypothesen
2.3 Methode
2.4 Ergebnisse
2.5 Schlussfolgerung
3) Praktische Konsequenzen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von medienbasierten Darstellungen des Katharsis-Effekts sowie von gewalthaltigen Videospielen auf aggressives Verhalten und die physiologische Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt.
- Wirkung der Proklamation des Katharsis-Effekts auf aggressives Verhalten.
- Prüfung der Hypothesen der selbsterfüllenden bzw. selbstzerstörenden Prophezeiung.
- Einfluss von gewalthaltigen Videospielen auf die physiologische Erregung.
- Zusammenhang zwischen Medienkonsum, Desensibilisierung und Hilfeverhalten.
- Praktische Implikationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit gewalthaltigen Medieninhalten.
Auszug aus dem Buch
1.1 Theoretischer Hintergrund des Katharsis Effektes
Trotz gegenteiliger Befunde ist der Glaube an den Katharsis Effekt weitverbreitet (Bushman et al., 1999). Die Katharsis Theorie ist der Auffassung, dass Wut und Aggression ausgedrückt werden müssen, um ihre schädliche Wirkung zu verhindern und eine psychische Entlastung zu erfahren (Bushman, Baumeister, & Phillips, 2001).
Dieser Gedanke ist schon lange bestehend und wurde insbesondere durch Freud bekannt, der davon ausging, dass unterdrückte Gefühle zu psychischen Störungen führen können (Kriependorf, 2008, S. 3) Seine Ideen zur Katharsis Theorie als therapeutisches Nutzen, wurden Teil des sogenannten Hydraulik Modells der Wut, das die Basis der modernen Theorie vom Katharsis Effekt zur Verringerung von Wut ist. Das Hydraulik Modell geht davon aus, dass Frustration zu Wut führt. Diese Wut wirke im Inneren der Person wie hydraulischer Druck, der durch das Ausdrücken der Wut herausgelassen werden muss, um eine Erleichterung zu finden (Green & Quanty, 1977).
Diese Annahme ist jedoch nicht korrekt. Wie verschiedenste Forschungsergebnisse zeigen, kann das Ausdrücken von Wut sogar zu gesteigerter Aggression führen (Bohart, 1980; Bushman, 2002; Warren & Kurlycheck, 1981). Die fälschliche Proklamation der Massenmedien, dass Katharsis ein effektiver Weg zur Aggressionsreduktion ist, birgt also nicht unwesentliche Gefahren (Bushman et al., 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
1) Studie: “Catharsis, Agression, and Persuasive Influence: Self-Fulfilling or Self-Defeating Prophecies?” (Bushman et al., 1999): Dieses Kapitel analysiert, wie die mediale Verbreitung des Katharsis-Effekts als Mittel zur Aggressionsreduktion das Verhalten beeinflusst und ob dieser Glaube zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führt.
2) Studie 2: „The effect of video game violence on physiological desensitization to real-life violence (Carnagey et al., 2006): Hier wird untersucht, inwieweit der Konsum gewalthaltiger Videospiele zu einer physiologischen Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt führt und welche Auswirkungen dies auf die Aggressivität hat.
3) Praktische Konsequenzen und Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert die gesellschaftspolitische Relevanz der Studienergebnisse und betont die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit gewalthaltigen Medien.
Schlüsselwörter
Katharsis, Aggression, Videospiele, Desensibilisierung, Gewalt, Medienwirkungsforschung, Hydraulik Modell, Hilfeverhalten, Physiologische Erregung, Selbstzerstörende Prophezeiung, Interpersonelle Aggression, Medienverantwortung, Stressreaktion, Herzfrequenz, Gewaltprävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie Medieninhalte – speziell Pro-Katharsis-Darstellungen und Gewalt in Videospielen – aggressives Verhalten und physiologische Reaktionen auf Gewalt beim Menschen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der Katharsis-Effekt, die Auswirkungen von Gewalt in Videospielen, der Prozess der Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt sowie die Konsequenzen für das Hilfeverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob die in den Medien verbreitete Annahme, Aggression durch Ausleben abbauen zu können (Katharsis), zutrifft oder ob sie sogar kontraproduktiv wirkt, sowie den Einfluss von Videospielgewalt auf die physiologische Empathie zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zweier spezifischer psychologischer Studien (Bushman et al., 1999 und Carnagey et al., 2006), die experimentelle Designs wie ANOVA-Analysen und physiologische Messungen (Herzfrequenz, Hautleitfähigkeit) nutzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Zuerst wird der Einfluss von Pro-Katharsis-Artikeln auf die Neigung zu aggressivem Verhalten untersucht, anschließend wird analysiert, wie gewalthaltige Videospiele zu einer physiologischen Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt führen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Katharsis-Effekt, Aggressionsreduktion, Desensibilisierung, interpersonelle Aggression, Gewalt in Videospielen und das General Aggression Model (GAM).
Welches Ergebnis liefern die Studien bezüglich des Katharsis-Effekts?
Die Studien zeigen, dass der Glaube an den Katharsis-Effekt eher zu einer "selbstzerstörenden Prophezeiung" führt, da das Ausleben von Wut (z.B. durch Schlagen eines Boxsacks) die Aggression nicht mindert, sondern langfristig steigert.
Welchen Einfluss hat die Desensibilisierung durch Videospiele auf das Hilfeverhalten?
Die Arbeit legt nahe, dass eine durch Videospiele induzierte Desensibilisierung gegenüber Gewalt die physiologische Erregung senkt und die Aufmerksamkeit für Gewalt reduziert, was die Wahrscheinlichkeit verringert, in Notsituationen helfend einzugreifen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Gehlhaar (Autor:in), 2013, Die Auswirkungen von proklamiertem Katharsis Effekt sowie Gewalt in Videospielen auf aggressives Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429586