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Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion

Title: Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion

Term Paper , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Gehlhaar (Author)

Psychology - General
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In der Kognitionswissenschaft spielt die Rolle von sensorischen und motorischen Prozessen eine zentrale Rolle. Während die traditionelle Sichtweise eher von einer Trennung zwischen Körper und Geist ausgeht, vertritt die Bewegung der verkörperten Kognition den Standpunkt, dass Körper und Geist zusammenarbeiten. In der folgenden Arbeit werde ich sechs verschiedene Standpunkte der verkörperten Kognition vorstellen und diskutieren. Nach einer darauf folgenden allgemeinen Diskussion über die Gültigkeit verkörperter Kognition, werde ich mit einem Ausblick abschließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund und Fragestellung

3. Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion (Wilson, 2002)

3.1. Situationsgebundene Kognition

3.2. Zeitdruckbedingte Kognition

3.3. Kognitionsabladungen an die Umwelt

3.4. Die Umwelt als Teil des kognitiven Systems

3.5. Kognition für Handlungen

3.6. Körperbezogenheit von Off-Line Kognition

4. Diskussion

5. Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Hypothese der verkörperten Kognition auseinander, indem sie die von Wilson (2002) identifizierten sechs zentralen Standpunkte detailliert analysiert, um zu klären, inwieweit Körper und Geist in kognitiven Prozessen zusammenarbeiten.

  • Gegenüberstellung von traditionellen vs. verkörperten Kognitionsmodellen
  • Analyse von on-line Prozessen wie situationsgebundener und zeitdruckbedingter Kognition
  • Untersuchung der Rolle der Umwelt bei der kognitiven Entlastung
  • Bewertung der Körperbezogenheit bei off-line Kognitionen und mentaler Simulation
  • Diskussion der empirischen Validität verkörperter Kognition anhand aktueller Forschungsergebnisse

Auszug aus dem Buch

3.2 Zeitdruckbedingte Kognition

Die Annahme der zeitdruckbedingten Kognition geht ebenfalls davon aus, dass die kognitive Aktivität sozusagen on-line und in direktem Bezug zur gegenwärtigen Situation steht. Allerdings kommt bei dieser Annahme noch der Aspekt des Zeitdrucks hinzu (Brooks, 1991; van Gleder & Port, 1995). In traditionellen Sichtweisen von künstlichen Intelligenzmodellen wird davon ausgegangen, dass man für die Konstruktion mentaler Repräsentationen beliebig viel Zeit hat (Brooks, 1991). Doch im wirklichen Leben, sind Reaktionen oft so schnell nötig, wie es die jeweilige Situation erfordert, beispielsweise beim frühen Menschen die Reaktion auf Feinde, in der heutigen Zeit beim Autofahren in dichtem Verkehr. Aus diesem Grund scheint nach dieser Annahme, Zeitdruck die kognitive Architektur in entscheidender Weise zu formen. Diese Hypothese wird durch Verhaltensstudien, wie zum Beispiel von Kirsh und Maglio (1994) über räumliche Entscheidungen unter Zeitdruck, unterstützt.

Es scheint, als könne man die Komponente des Zeitdrucks sozusagen als Flaschenhals sehen, der für erfolgreiches Handeln in einer gegenwärtigen Situation überwunden werden muss. Durch Situationen, die schnelles Handeln erfordern, ist es häufig nicht möglich ein vollständiges mentales Modell der gegenwärtigen Situation zu konstruieren, aus dem dann eine Handlung entstehen kann. Aus diesem Grund braucht das kognitive System Möglichkeiten den Flaschenhals sozusagen zu umgehen, um auch unter Zeitdruck adäquate Handlungen zu ermöglichen. Somit scheint aus dieser Sichtweise eine solche kognitive Fähigkeit das zentrale Element der kognitiven Architektur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Kognitionswissenschaft und Darstellung des Paradigmenwechsels von der traditionellen Geist-Körper-Trennung hin zur verkörperten Kognition.

2. Hintergrund und Fragestellung: Erläuterung der theoretischen Grundlagen und Aufarbeitung der Kontroverse bezüglich der empirischen Unterstützung der Hypothese.

3. Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion (Wilson, 2002): Systematische Untersuchung von sechs Teilaspekten, von situationsgebundener Kognition bis hin zur Bedeutung des Körpers bei Off-Line-Prozessen.

3.1. Situationsgebundene Kognition: Analyse der Abhängigkeit kognitiver Prozesse von der unmittelbaren Umgebung und der motorischen Interaktion.

3.2. Zeitdruckbedingte Kognition: Untersuchung, wie zeitliche Restriktionen die kognitive Architektur und Entscheidungsfindung beeinflussen.

3.3. Kognitionsabladungen an die Umwelt: Darstellung von Strategien zur Reduzierung kognitiven Arbeitsaufwandes durch Nutzung externer Ressourcen.

3.4. Die Umwelt als Teil des kognitiven Systems: Diskussion des extremen Ansatzes, Kognition als verteiltes System aus Person und Umwelt zu betrachten.

3.5. Kognition für Handlungen: Erläuterung der funktionalen Ausrichtung kognitiver Mechanismen auf motorische Interaktionen.

3.6. Körperbezogenheit von Off-Line Kognition: Aufzeigen, wie sensomotorische Simulationen abstrakte Denkprozesse unterstützen, auch ohne direkte externe Interaktion.

4. Diskussion: Kritische Würdigung der Hypothese unter Berücksichtigung neuropsychologischer Befunde und Patientenstudien.

5. Ausblick: Vorschlag für zukünftige Forschungsschwerpunkte, insbesondere den Einsatz bildgebender Verfahren zur Verifizierung der Körper-Geist-Verbindung.

Schlüsselwörter

Verkörperte Kognition, Embodied Cognition, Kognitionswissenschaft, Situationsgebundene Kognition, Zeitdruck, Kognitionsentladung, Mentale Repräsentation, Sensomotorik, Off-Line Kognition, Geist-Körper-Interaktion, Mentale Simulation, Arbeitsgedächtnis, Neuronale Grundlagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das Konzept der "verkörperten Kognition" und hinterfragt, inwiefern der menschliche Geist untrennbar mit körperlichen und sensomotorischen Prozessen verbunden ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Umwelt, den Einfluss von Zeitdruck auf kognitive Leistungen, die Bedeutung motorischer Pfade bei der Wahrnehmung sowie die neuronale Simulation bei komplexen Denkaufgaben.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die Annahme der verkörperten Kognition als einheitliches Prinzip haltbar ist oder ob man zwischen verschiedenen Sichtweisen (On-line vs. Off-line) differenzieren muss, um deren Gültigkeit zu bewerten.

Welche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse und wissenschaftliche Diskussion, die auf den sechs Sichtweisen der verkörperten Kognition nach Wilson (2002) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sechs spezifische Standpunkte analysiert, die von der direkten Interaktion mit der Umwelt (situationsgebunden) bis hin zur internen Nutzung sensomotorischer Ressourcen (körperbezogene Off-line Kognition) reichen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Embodied Cognition", "sensomotorische Simulation", "kognitive Entlastung" und "neuronale Korrelate" maßgeblich charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst Zeitdruck laut Arbeit die Kognition?

Zeitdruck fungiert als "Flaschenhals", der das kognitive System zwingt, auf effizientere, oft sensomotorisch basierte Strategien auszuweichen, anstatt aufwendige mentale Modelle zu konstruieren.

Wie unterscheidet sich "on-line" von "off-line" Kognition?

On-line Kognition bezieht sich auf unmittelbare Handlungen in einer gegenwärtigen Situation mit direktem Feedback, während off-line Kognition Prozesse wie Planen oder Erinnern beschreibt, die zwar körperbezogen sein können, aber zeitlich losgelöst vom aktuellen Kontext stattfinden.

Warum ist das Beispiel der Apraxie-Patienten für die Diskussion wichtig?

Es dient als Gegenargument zur starken Hypothese der verkörperten Kognition, da Patienten trotz motorischer Schädigungen oft intakte konzeptuelle Fähigkeiten behalten, was die strikte Abhängigkeit von sensomotorischen Funktionen infrage stellt.

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Details

Title
Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion
College
University of Ulm
Grade
1,0
Author
Katrin Gehlhaar (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V429591
ISBN (eBook)
9783668737693
ISBN (Book)
9783668737709
Language
German
Tags
sichtweisen kognition diskussion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Gehlhaar (Author), 2013, Die verschiedenen Sichtweisen der verkörperten Kognition und deren Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429591
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