Diese exegetische Arbeit beschäftigt sich mit der Perikope Gen 21, 1-7. In der folgenden Plausibilitätsanalyse wird nun herausgearbeitet, ob die Abgrenzung der Verse im Kapitel sinnvoll ist.
Im folgenden Schritt soll die älteste erreichbare Überlieferung des Textes herausgestellt werden. Durch äußere und innere Textkritik wird eine mögliche Entstehungsgeschichte der verschiedenen Varianten dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Wörtliche Übersetzung des Textes der BHS
2. Textkritik
3. Literarkritik
3.1 Textabgrenzung
3.2 Kohärenzprüfung und Einordnung
4. Formkritik
4.1 Sprachliche Form
4.2 Sprachliche Besonderheiten
4.3 Gattungsbestimmung und „Sitz im Leben“
5. Überlieferungskritik
6. Traditionskritik und Traditionsgeschichte
6.1 Traditionen
6.2 Motive
7. Redaktionskritik
8. Einzelexegese
8.1 Hinführung zum Text
8.2 Kommentar am Text entlang
9. Gesamtinterpretation
9.1 Zusammenfassung des Skopus
9.2 Bedeutung innerhalb der biblischen Theologie
9.3 Homiletischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Perikope Genesis 21,1-7. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte des Textes durch die Anwendung verschiedener historisch-kritischer Methoden zu untersuchen, die literarische Integrität zu prüfen und die theologische Bedeutung der Geburt Isaaks sowie der mit ihr verbundenen Verheißungen und rituellen Handlungen zu erschließen.
- Text- und literarkritische Untersuchung der Perikope
- Analyse der formgeschichtlichen Merkmale und der Gattungsbestimmung
- Traditionsgeschichtliche Einordnung der Motive von Verheißung, Segen und Beschneidung
- Redaktionskritische Rekonstruktion der Textentstehung
- Reflektion der theologischen Bedeutung und homiletischer Ausblick für den heutigen Leser
Auszug aus dem Buch
3.2 Kohärenzprüfung und Einordnung
Nachdem der Text auf seine Abgrenzungsmöglichkeiten hin geprüft wurde, wird nun eine Analyse der literarischen Integrität durchgeführt.
In der folgenden Analyse wird zuerst von dem Endtext ausgegangen und in synchroner Perspektive vorgegangen, um nach dem Aufdecken von eventuellen Kohärenzstörungen Fragen zu den literarischen Bearbeitungsschichten stellen zu können.
Der erste Vers beginnt mit einer inhaltlichen Dopplung. Das Wort „heimsuchen“ stammt allerdings aus theologischen Kontexten und ist somit wahrscheinlich später entstanden als der zweite Teil des Verses. Des Weiteren fällt auf, dass den Autoren die Sohnesverheißung in Genesis 18 vorliegen musste, da sie ohne weitere Erklärungen mit „wie er gesagt hatte“ anknüpfen. Wie sich im weiteren Verlauf zeigen wird, kann Vers 1 nur aufgrund von Ausschlussverfahren mit geringer Sicherheit zugeordnet werden. Sicherlich geht er jedoch insgesamt auf die jahwistische Quelle (J) zurück. Betrachtet man den Bezug zu Kapitel 18 im ersten Teil des Verses, der auch in Vers 7 eine Rolle spielt, ergibt eine Zuordnung zum Jehowisten (Je) Sinn.
Die Verse 3 bis 5 scheinen kohärent zu sein: die Geburt Isaaks wird sachlich wiedergegeben. Wie schon im ersten Vers wird auch hier eine Vorkenntnis vorausgesetzt: Folgt man der allgemeingültigen Ansicht (beispielsweise von Ruppert oder Willi-Plein), dass Kapitel 17 (zumindest große Teile davon) von der Priesterschrift (P) stammt, deutet die gleiche Terminologie auf eine Verfasserschaft von eben dieser hin. Der zweite Vers ist insofern gesondert zu betrachten, da er die Wendung „in seinem Alter“ verwendet, welche nicht in Kapitel 17, dafür aber im siebten Vers, wiederzufinden ist. Dieser Einschub könnte von einer Redaktion stammen, die in nachexilischer Zeit Je und P miteinander verband. Ab Vers 2 fallen jedenfalls schon einige Spracheigentümlichkeiten der Priesterschrift auf, welche ab dem sechsten Vers nicht mehr zu finden sind. Der Schreibstil ist monoton und „rechtlich korrekt“. Eine erste größere Spannung fällt bei der Namensgebung durch Abraham in Vers 3 auf: Obwohl in Vers 6 eine Namensgebung durch Sara angedeutet wird (auf welche wiederum schon im 17. Kapitel angespielt wird), nennt Abraham den Namen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wörtliche Übersetzung des Textes der BHS: Präsentiert den hebräischen Urtext von Genesis 21,1-7 mit einer philologisch orientierten deutschen Übersetzung.
2. Textkritik: Untersucht die älteste Überlieferung des Textes durch den Vergleich masoretischer Handschriften und der Septuaginta, um die ursprünglichste Lesart zu bestimmen.
3. Literarkritik: Analysiert die Abgrenzung der Perikope und prüft durch eine Plausibilitätsanalyse die literarische Integrität und die Bearbeitungsschichten.
4. Formkritik: Betrachtet die sprachliche Gestaltung, die syntaktischen Merkmale, die Gattung der ätiologischen Sage und den Sitz im Leben der Erzählung.
5. Überlieferungskritik: Sucht nach den mündlichen Vorstufen der schriftlichen Erzählung und erörtert die Bedeutung der Abrahamtradition sowie die Entstehung von Einzelüberlieferungen.
6. Traditionskritik und Traditionsgeschichte: Untersucht die inhaltlich-sachlichen Motive wie Verheißung, Segen und den Ritus der Beschneidung im Kontext der Vätergeschichte.
7. Redaktionskritik: Erörtert die Arbeit der Redaktoren, die verschiedene Quellen und Intentionen zu der heutigen Endgestalt des Textes zusammenführten.
8. Einzelexegese: Bietet eine Hinführung zum Textabschnitt und einen detaillierten Kommentar, der die einzelnen Verse exegetisch erschließt.
9. Gesamtinterpretation: Fasst den theologischen Skopus zusammen, ordnet die Perikope in die biblische Theologie ein und bietet einen homiletischen Ausblick für die heutige Rezeption.
Schlüsselwörter
Genesis 21, Exegese, Isaak, Abraham, Sara, Verheißung, Segen, Beschneidung, Priesterschrift, Jahwist, Vätergeschichte, Familiengeschichte, Kinderlosigkeit, Gottes Bund, Biblische Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der biblischen Perikope Genesis 21,1-7, die die Geburt Isaaks zum Thema hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Entstehungsgeschichte des Textes, die Bedeutung der Sohnesverheißung, die Rolle Abrahams und Saras sowie die theologische Funktion des Beschneidungsritus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die literarische und theologische Struktur der Geburtserzählung Isaaks freizulegen und ihre Bedeutung im Kontext der gesamten Vätergeschichte zu bestimmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt die klassisch-exegetische Methodik: Textkritik, Literarkritik, Formkritik, Überlieferungskritik, Traditionskritik und Redaktionskritik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte methodische Untersuchung des Textes (Text-, Literatur-, Form-, Überlieferungs-, Traditions- und Redaktionskritik) sowie eine abschließende Einzelexegese der Verse 1-7.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Exegese, Genesis, Verheißung, Segen, Abraham, Isaak, Beschneidung und die historisch-kritische Quellenforschung (Jahwist, Priesterschrift).
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Lachens“ in der Erzählung?
Der Autor unterscheidet verschiedene Arten des Lachens: das ungläubige Lachen Abrahams und Saras in früheren Kapiteln sowie das Lachen Saras als Ausdruck von Dankbarkeit und Freude in Gen 21,6.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zur Bedeutung der Beschneidung?
Die Beschneidung wird als Zeichen des Gehorsams Abrahams gegenüber Gott und als „Geburtsurkunde“ des Gottesvolkes verstanden, wobei ihre Bedeutung besonders im Kontext der priesterschriftlichen Theologie und der Exilszeit hervorgehoben wird.
- Citation du texte
- Meredith Vossloh (Auteur), 2017, Exegese zu Genesis 21,1-7, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429609