Externalitäten von FDI für die investierenden Unternehmen


Seminararbeit, 2018
25 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entscheidungsgrundlage für FDI und aus Sicht der Unternehmen
2.1 Gründe für ausländische Direktinvestionen
2.2 Risikoidentifikation im Inland
2.3 Arten und Zielregion ausländischer Direktinvestitionen

3 Aufkommen von Externalitäten durch FDI - eine Abgrenzung
3.1 Effekte und Erwartungen innerhalb der Planung
3.2 Effekte außerhalb der Investitionsplanung
3.2.1 Ein positiver Mehrwert - erhofft und gewollt
3.2.2 Profit durch FDI mit aller Gewalt - Konsequenzen
3.3 Externalitäten aus aufkommenden Agglomerationsvorteile

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ausländische Direktinvestitionen werden seit langem nicht mehr nur von Multinationalen Unternehmen (MNU)1 getätigt, wenngleich diese einen hohen Anteil an FDI ausmachen, da deren Investitionen höhervolumig sind.2 Der prozentuale Anteil von internationalen Unternehmen3 mit Investitionen im Ausland liegt bei 52%, im Mittelstand lediglich bei 4%.4 Allgemein gilt der Mittelstand5 als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Über 99% aller Unternehmen gehören nach der Definition des Statistischen Bundesamts zum deutschen Mittelstand, beschäftigen dabei ca. 60% aller Arbeitnehmer/innen und leisten 43,9% aller Bruttoinvestitionen in Sachanlagen.6 Auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft und der damit zusammenhängenden Repräsentanz werden KMU zusammen mit MNU in der vorliegenden Seminararbeit betrachtet.7 Um die gesamtwirtschafte Bedeutung von ausländischen Direktinvestitionen für das In- und Ausland zu verdeutlichen, wird in Kapitel 2 eine grobe Struktur der Investitionsbestände, Investitionsgründe und der Investitionszielregionen ausgeführt. Wesentliches Ziel des Kapitels ist es zu verdeutlichen, weshalb deutsche Unternehmen ausländische Direktinvestitionen in Erwägung ziehen und diese durchführen. Dabei wird auch betrachtet, welche Risiken deutsche Unternehmen im heimischen Markt sehen und welche Motivatoren für Auslandsinvestments sich auf Grund dessen ergeben. Abschließend werden die Zielregionen betrachtet, die sich oft aus den Motiven der Investition begründen lassen. Besonders erwähnt wird die Bedeutung der EU als Binnenmarkt für FDI- Entscheidungen und der damit verbundenen Attraktivität als Zielregion investierender Unternehmen. Die Effekte die durch ausländische Direktinvestitionen entstehen, werden in Kapitel 3 betrachtet. Damit wird zwischen erwarteten Effekten durch FDI und den daraus entstehenden externen Effekten unterschieden. Unternehmen besitzen deutliche formulierte Ziele bezogen auf das Investment. Eine Erreichung dieser Ziele wird als erwarteter Effekt bezeichnet, ein außerhalb der Planung auftretender Effekt als Externalität. Da Externalitäten positiv oder negativ für die investierenden Unternehmen ausfällen können, werden diese auch separat aufgeführt. Auf einen Vergleich aktueller Literatur zur statistischen Signifikanz und der Auswirkung einzelner Externalitäten wird aus Platzgründen verzichtet.

2 Entscheidungsgrundlage für FDI und aus Sicht der Unternehmen

Jährlich werden Milliarden Euro in den Standort Deutschland aus dem Ausland investiert und gleich so tätigen deutsche Unternehmen Milliardeninvestitionen im Ausland.

Bestand an Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland und ausländischer Unternehmen in Deutschland Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland Investitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland *Angaben wurden von DM in Euro umgerechnet. Stand 1995, anfang der gezielten Datenerhebung von FDI.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verlauf des Bestandes an Direktinvestitionen von deutschen Unternehmen im Ausland und ausländischer Unternehmen in Deutschland gemäß der OECD-Definition für FDI auf Datenbasis der Deutschen Bundesbank. Bestände bilden Forderungen ab, ohne dass Verbindlichkeiten saldiert wurden (1995-2016) (eigene Darstellung).

Abbildung 1 weist einen Bestand von etwa 1.400 Mrd. € an Direktinvestitionen im

Ausland von deutschen Unternehmen und Privatpersonen auf, dementgegen steht ein Investitionsbestand ausländischer Akteure im Umfang von etwa 870 Mrd €. Dem Verlauf seit 2003 ist zu entnehmen, dass es seitens der deutschen Unternehmen einen stetigen Anstieg des Bestandes an Direktinvestitionen gab, somit in keinem Jahr einen negativen Saldo aus Rückabwicklungen oder Abzügen von Investments zu neuen Investments. Auch in Zeiten der Finanzkrise um das Jahr 2007 konnten deutsche Unternehmen weiter investieren und ungeachtet der schwierigen Wirtschaftslage ein solides Wachstum erzielen.8 Im Vergleich zum Wachstum des nominalen Bestandes deutscher Unternehmen im Ausland ist, ausgehend vom Jahre 2013, das Volumen ausländischer Direktinvestitionen in Deutschland deutlich geringer gewachsen. So betrug 2003 der nominale Unterschied etwa 40 Mrd. €, hingegen ist dieser bis 2015 auf als 530 Mrd. € angewachsen.9

Vor diesem Hintergrund, dass deutsche Investitionen im Ausland ein stetiges Wachstum in ihrem Bestand aufzeigen, werden die Entscheidungen einzelner Unternehmen und die damit verbundene Erwartungshaltungen betrachtet.

2.1 Gründe für ausländische Direktinvestionen

Kostenminimierung, Ausweitung der Märkte, Fachkräftemangel, Risikostreuung durch Diversifikation oder eine Expansionspolitik sind mögliche Gründe für Unternehmen, ihre Auslandsaktivitäten zu verstärken.

Bei Betrachtung der Investitionen aus Kostengründen sind diese vor Allem abhängig davon, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist. Arbeits- und energieintensive Unternehmen und Produktionsstätten haben auf Grund der erheblichen Energie- und Lohnkosten in Deutschland im europäischen so wie im interkontinentalen Wettbewerb deutliche Kostennachteile, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.10 Doch auch ein Mangel an geeigneten Fachkräften stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Um diesem Risiko entgegen zu wirken und vorzubeugen, verlagern Unternehmen arbeitsintensive Bereiche ins Ausland um dort ausreichend Arbeitskraft zur Verfügung zu haben.

Als wesentlicher Treiber für FDI sind der Kundenservice und Vertrieb zu nennen. Deutsche Unternehmen fokussieren sich dabei direkt am Markt zu agieren. Der Bedarf an Produkten und Produktausgestaltung kann vom inländischen Markt abweichen, so dass aus z.B. religiösen, kulturellen oder geographischen Gründen das Produkt angepasst werden muss.11 Dies kann nur gewährleistet werden, wenn das notwendige Know-How für die Märkte vorhanden ist und sämtliche Umweltbedingungen bekannt sind. Neben einem Kundenservice und Vertrieb im Ausland sind zwei weitere Motive zu erwähnen, die wesentliche Entscheidungskraft haben. Im außereuropäischen Ausland entstehen Handelshemmnisse und -barrieren, die sich negativ auf den Absatz auswirken. Gezielte Produktionen in außereuropäischen Märkten umgehen ein Gros an Hemmnissen. Ein- oder Ausfuhrhemmnisse durch Steuern und Zölle, z.B. bei Verkauf fertiger Produkte oder Einkauf benötigter Rohstoffe, werden vermieden. Gleichzeitig wird der Zugang zu Rohstoffen oder lokalen Technologien erleichtert. Zusatzkosten12 werden auf diese Weise eingespart und Unternehmen erhalten ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den lokalen Anbietern.13

2.2 Risikoidentifikation im Inland

Auslandsaktivitäten werden nicht nur durch Expansionsgedanken, sondern auch durch Risikominimierung begründet. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) stellt 2018 in einer Umfrage fest, dass deutsche Unternehmen für ihre Aktivitäten Risiken im heimischen Standort sehen.14

Im Kern sind es die Energie- und Rohstoffpreise, der Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt, die Arbeits- und Lohnkosten so wie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung der benannten Geschäftsrisiken von (Industrie-)Unternehmen deutscher KMU auf dem heimischen Markt (in Anlehnung an DIHK (2018), S. 7).

Aus Abbildung 2 lassen sich die benannten Risiken im Zeitablauf seit 2011 entnehmen. Besonders zu erwähnen ist der seit 2013 immer häufiger genannte Fachkräftemangel. Auf Grund des demographischen Wandels mit einer im Durchschnitt immer älter werdenden Bevölkerung, wird auch mittelfristig keine Deckung des Fachkräftemangels erfolgen können.15 Der Kostenfaktor Arbeit befindet sich seit 2013 auf einem konstanten Niveau, während die Energie- und Rohstoffpreise in den letzten zwei Jahren wieder an Gewichtung zugenommen haben. Bereits um 2012 gab es eine leichte Erhöhung, bevor die Risikoeinstufung der Unternehmen der Energie- und Rohstoffpreise rückläufig war. Die Unsicherheit und beträchtliche Schwankung lässt sich auf die EEG-Umlagen, Stromsteuern und Netzentgelte zurückführen, wodurch vorrangig energieintensive Unternehmen Planungsunsicherheiten haben. Diese sind von regulatorischen Ausnahmen seitens der Gesetzgeber und Politik abhängig.16 Die u.a. auch von den Energiepreisen abhängigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risiko befinden sich auf einem ausgewogenen Niveau im

Vergleich zu den anderen Risiken.

2.3 Arten und Zielregion ausländischer Direktinvestitionen Investitionen können unterschiedliche Ausprägungen aufweisen. Als häufigste Art gelten dabei die direkte Errichtung von Produktionsstätten und somit die Neugründung einer Niederlassung,17 die Beteiligung an einer Unternehmung und der Kauf einer Unternehmung.18 FDI liegen laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)19 vor, wenn das investierende Unternehmen ein langfristiges Interesse besitzt und die Investition in einer anderen Volkswirtschaft getätigt wird als der, in der der Investor tätig ist.20 Dabei wird bei der Neuerrichtung und dem Kauf einer Unternehmung prinzipiell von einem langfristigen Interesse ausgegangen. Bei einer Beteiligung liegt dann eine ausländische Direktinvestition vor, sobald die Beteiligung21 an dem Unternehmen 10% überschreitet.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Übersicht der Investitionszielregionen der Unternehmen. Dabei ist eine Mehrfachnennung möglich (In Anlehnung an DIHK (2016), S. 13, DIHK (2018), S.10).

[...]


1 Auch internationale Unternehmen genannt.

2 Vgl. DIHK (2018), S. 5.

3 In der Kategorie von Unternehmen mit mehr als 500 Mio € Jahresumsatz.

4 Vgl. Abel-Koch, Rohloff (2017), S. 1.

5 Mittelstand ist die nationale Bezeichnung. International wird von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gesprochen. Eine einheitliche Definition gibt es nicht, jedoch eine Empfehlung der Europäischen Kommission. Dort gelten als KMU jene, die bis 250 Personen beschäftigen und einen maximalen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro erwirtschaften. Regelmäßig erfolgt eine Einteilung der KMU bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz, welche dann als „Großunternehmen“ bezeichnet werden. Vgl. Schöller (2014), S. 40-41.

6 Vgl. Schöller (2014), S. 40-51.

7 In der Seminararbeit angegebene Zahlenwerte umfassen stets KMU und MNU.

8 Vgl. Deutsche Bundesbank (2011), S. 60-66.

9 Eine Übersicht der saldierten Bestände seit 2012 ist dem Anhang 3 zu entnehmen. Die Interpretation und Bedeutung des Verlaufs ist dem der Abbildung 1 gleich.

10 Vgl. Unsöld (2016), S. 60-61.

11 Vgl. DIHK (2018), S. 15.

12 Als Zusatzkosten werden alle Kosten bezeichnet, die anfallen, wenn ein Unternehmen im Inland statt im Ausland produziert und ins Ausland verkauft.

13 Vgl. Kwon, Konopa (1993), S. 70-74.

14 Die Umfrage der DIHK wird jährlich im Frühjahr durchgeführt und veröffentlicht.

15 Vgl. Kanning (2017), S. 4-9.

16 Vgl. DIHK (2018), S. 7.

17 Neugründungen werden auch Greenfield Investments genannt. Vgl. Harms, Méon (2018), S. 38.

18 Vgl. KfW Economic Research / Creditreform (2012), S. 30.

19 Organisation for Economic Co-operation and Development

20 Portfolioinvestitionen zählen laut Definition der OECD nicht zu FDI.

21 Als Beteiligung gelten außer dem Beteiligungskapital noch Kredite an verbundene Unternehmen sowie Grundbesitz. Vgl. Bundesministerium der Finanzen (2014), S. 1.

22 Vgl. Organisation for Economic Co-operation and Development (2008), S. 17.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Externalitäten von FDI für die investierenden Unternehmen
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V429622
ISBN (eBook)
9783668735279
ISBN (Buch)
9783668735286
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FDI, Investitionen, Ausländische Direktinvestitionen, Spillover, Externalität
Arbeit zitieren
Michael Metzler (Autor), 2018, Externalitäten von FDI für die investierenden Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429622

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