„Wozu viele Worte vor Dir über den Staat? Er ist dahin, ganz und gar dahin!“. Dies schreibt Cicero an seinen Freund Atticus im Juli des Jahres 59 v. Chr. Es war das Jahr des ersten Konsulates des Gaius Iulius Caesar. Dem berühmten römischen Redner sollen keine hellseherischen Fähigkeiten unterstellt werden, doch bereits zu diesem Zeitpunkt schien er zu ahnen, dass mit dem ersten Konsulat Caesars und seiner Politik eine Wende in der römischen Republik eingeläutet worden ist.
Im Jahre 59 v. Chr. tritt Caesar sein erstes Konsulat an, im Jahr zuvor schloss er ein Zweckbündnis mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus, das so genannte erste Triumvirat. Diese informelle Verbindung zwischen den drei Politikern sollte entscheidend für die weitere Entwicklung des römischen Staates sein. Nach seinem Konsulat tritt er sein Kommando in Gallien an. Es war zunächst auf fünf Jahre begrenzt, tatsächlich kehrte Caesar aber erst im Jahre 49 v. Chr. nach Rom zurück, diesmal als Feind des Staates. Denn im Januar 49 v. Chr. beginnt der Bürgerkrieg und das Ende der Republik ist damit besiegelt.
Auf dieser sehr vereinfachten Darstellung will ich es natürlich nicht beruhen lassen. In dieser Arbeit soll nach der Bedeutung von Caesars erstem Konsulat für den Ausbruch des Bürgerkriegs gefragt werden. Waren bereits damals Tendenzen für die spätere Entwicklung sichtbar? Sind bereits im ersten Konsulat Caesars Gründe für den Bürgerkrieg zu finden? Wurde schon 59 v. Chr. ein Weg eingeschlagen auf dem es kein zurück mehr geben konnte? Oder sind die wirklichen Gründe für den Bürgerkrieg erst später, während Caesars Abwesenheit von Rom zu finden? Im Rahmen dieser Arbeit soll versucht werden auf all diese Fragen Antworten zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Caesars erstes Konsulat im Überblick
3. Die Machtkonstellation in Rom nach Caesars Konsulat
4. Der Weg zum Bürgerkrieg
5. Sind bereits im ersten Konsulat Caesars Gründe für den Bürgerkrieg zu finden?
6. Schlussbemerkungen
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem ersten Konsulat von Gaius Iulius Caesar im Jahr 59 v. Chr. und dem späteren Ausbruch des römischen Bürgerkriegs im Jahr 49 v. Chr. Dabei wird analysiert, ob bereits während Caesars Konsulatszeit politische Weichenstellungen und Verhaltensmuster erkennbar waren, die den späteren Konflikt zwischen Caesar, dem Senat und Pompeius determinierten.
- Analyse des ersten Triumvirats und dessen Einfluss auf die römische Machtkonstellation.
- Untersuchung der legislativen Vorgehensweise Caesars und der daraus resultierenden Konflikte mit den Optimaten.
- Darstellung der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Caesar, Pompeius und dem Senat nach 59 v. Chr.
- Evaluation der politischen Handlungsalternativen der Kontrahenten vor dem Bürgerkrieg.
- Beurteilung der Bedeutung von Regelverstößen und politischer Sturheit als Ursachen für den Republikzerfall.
Auszug aus dem Buch
4. Der Weg zum Bürgerkrieg
In diesem Kapitel soll nun also ein Überblick über die Ereignisse bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs gegeben werden. Wie auch schon in den vorangegangenen Kapiteln besteht auch hier kein Anspruch auf Vollständigkeit, sondern es wird versucht die wichtigsten Entwicklungen darzustellen.
Es muss von zwei von Grund auf verschiedenen Standpunkten ausgegangen werden, dem Caesars und dem seiner Gegner. Caesars Imperium sollte zum ersten März 50 v. Chr. enden, er müsste sein Heer entlassen und als Privatmann nach Rom zurückkehren. Dies würde aber den Verlust seiner Immunität bedeuten und gäbe seinen Gegner die Gelegenheit ihn anzuklagen. Deshalb wollte er sich um das Konsulat 48 v. Chr. in Abwesenheit bewerben. Seine Gegner wollten dies jedoch um jeden Preis verhindern. Sie wollten Caesar den Prozess machen und auf keinen Fall zulassen, dass ihr erklärter Feind ein zweites Mal das Konsulat bekleiden könnte.
Zunächst schien sich alles nach Caesars wünschen zu entwickeln. Noch 52 v. Chr. wurde ein Gesetz verabschiedet, dass Caesar ausdrücklich die Konsulatsbewerbung „in absentia“ erlaubte. Doch die Gesetzgebung des Pompeius während dessen drittem Konsulat machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Zunächst setze der Konsul die „lex de provinciis“ durch. Sie legte fest, dass Magistrate nach Ablauf einer Amtszeit eine Wartezeit von fünf Jahren einlegen mussten, ehe sie in eine Provinz gehen konnten. Dies bedeutete aber auch, dass sofort nach dem 1. März 50 v. Chr. ein Nachfolger Caesars nach Gallien geschickt werden konnte. Er musste nur mindestens fünf Jahre zuvor ein Amt bekleidet haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung nach der Bedeutung von Caesars erstem Konsulat für den späteren Bürgerkrieg und gibt einen Überblick über die verwendete Forschungsliteratur.
2. Caesars erstes Konsulat im Überblick: Dieses Kapitel behandelt das Zustandekommen des ersten Triumvirats und die rücksichtslose Durchsetzung politischer Ziele durch Caesar während seines Amtsjahres 59 v. Chr.
3. Die Machtkonstellation in Rom nach Caesars Konsulat: Hier wird die Entwicklung der politischen Verhältnisse in Rom während Caesars Abwesenheit durch seine Statthalterschaft in Gallien sowie das Wirken des Volkstribuns Clodius analysiert.
4. Der Weg zum Bürgerkrieg: Dieser Abschnitt beschreibt die eskalierenden Ereignisse und gescheiterten politischen Kompromissversuche zwischen 50 und 49 v. Chr., die unmittelbar in den Bürgerkrieg führten.
5. Sind bereits im ersten Konsulat Caesars Gründe für den Bürgerkrieg zu finden?: Das Kapitel führt eine wertende Zusammenführung der Erkenntnisse durch und diskutiert die Handlungsspielräume Caesars sowie des Senats.
6. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die These zusammen, dass das erste Konsulat den Ausgangspunkt einer politischen Entwicklung markierte, die den Bürgerkrieg begünstigte.
7. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten antiken Quellen und der modernen Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Gaius Iulius Caesar, Erstes Konsulat, Römische Republik, Bürgerkrieg, Erstes Triumvirat, Gnaeus Pompeius Magnus, Marcus Licinius Crassus, Optimaten, Cato der Jüngere, Senat, Volksversammlung, Ackergesetz, Machtkonstellation, Provinzen, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem politisch kontroversen ersten Konsulat Caesars im Jahr 59 v. Chr. und dem zehn Jahre später beginnenden römischen Bürgerkrieg.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Entstehung des ersten Triumvirats, die Veränderung der Machtbalance zwischen Senat und den Triumvirn sowie die politische Radikalisierung in Rom bis zum Jahr 49 v. Chr.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet, inwiefern bereits während Caesars ersten Konsulats Tendenzen und politische Entscheidungen sichtbar waren, die den Ausbruch des Bürgerkriegs unausweichlich machten oder begünstigten.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung antiker Quellen (u.a. Cicero, Plutarch, Sueton) und einer kritischen Auseinandersetzung mit moderner Forschungsliteratur basiert.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil der Untersuchung gesetzt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Übersicht der Ereignisse von 59 v. Chr., die Analyse der Machtverschiebung während Caesars Gallienfeldzug und die detaillierte Darstellung der gescheiterten diplomatischen Verhandlungen vor dem Kriegsausbruch.
Welche Schlagworte charakterisieren diese historische Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Machtpolitik, Krise der römischen Republik, institutioneller Zusammenbruch und politische Immunität gekennzeichnet.
Welche Rolle spielt die Person des jüngeren Cato in der Darstellung des Autors?
Der Autor zeichnet Cato als treibende Kraft der Optimaten, die durch ihre kompromisslose Haltung gegenüber Caesar wesentlich zur Verhärtung der Fronten beitrug.
Wie bewertet der Autor das Handeln von Pompeius in der Vorkriegsphase?
Pompeius wird als Akteur beschrieben, der sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen seinen Verpflichtungen gegenüber Caesar und seiner traditionellen Bindung an die aristokratische Ordnung des Senats bewegte.
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- Marko Rosploch (Author), 2005, Das erste Konsulat Caesars und seine Bedeutung für den Ausbruch des Bürgerkriegs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42969