In dieser Hausarbeit möchte ich herausarbeiten, ob in der Lehre Buddhas, die hier paradigmatisch für den Buddhismus steht, eine konkrete Ethik enthalten ist. Des Weiteren soll aufgezeigt werden, ob und inwieweit die Lehre als Quelle für normatives wirtschaftliches Handeln gelten kann. Als Grundlage dient mir das bereits aufgeführte Buch von Peter Schmiedel: Philosophie, Religion und Wirtschaft. Stellvertretend für die Lehre Buddhas arbeite ich mit vier verschiedenen Lehren, jene, die auch Schmiedel zur Darstellung von Buddhas Lehre verwendet: Der Lehrsatz vom abhängigen Entstehen, die Predigt von Benares, die Darstellung des Erlösungsweges und das Sutra vom Lastträger.
Der Buddha, der eigentlich Siddharta Gautama hieß, wurde nahe der heutigen Grenze zwischen Indien und Nepal geboren. Seine genauen Lebensdaten sind nicht sicher auszumachen, man vermutet, er lebte von 566 bis 410 v. Chr. Der Begriff Buddha ist zudem kein Eigenname, sondern bedeutet ‚der Erhabene‘. Siddharta Gautama wurde in eine wohlhabende Familie geboren, vermutlich sogar in den Königsstand. Allgemein ist es eher schwierig, genaue Informationen über sein Leben dazustellen, da die Überlieferungen nur fragmentarisch und oft übertrieben dargestellt waren. Es ist daher schwer, Fakten und Legenden zu trennen und zu unterscheiden. Bekannt ist allerdings, dass er im Alter von 29 Jahren sein Zuhause verließ, um nach religiöser Erkenntnis zu suchen. Er probierte verschiedene Erkenntniswege aus, beispielsweise den der Askese. Nach sechs Jahren fand er Erleuchtung. Daraufhin zog er durch das Land und verbreitete seine Lehren.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Zentrale Elemente des Buddhismus
2.1 Karma und Wiedergeburt
2.2 Nirvana und Meditation
2.3 Zentrale Strömungen im Buddhismus
III. Die Lehre Buddhas und darauf basierende normative Werte für moralisches Handeln
3.1 Der Lehrsatz vom abhängigen Entstehen
3.2 Die Predigt von Benares
3.3 Die Darstellung des Erlösungsweges
3.4 Das Sutra vom Lastträger
IV. Konsequenzen für normtaiv wirtschaftliches Handeln
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die Lehre Buddhas eine konkrete Ethik enthält und inwieweit diese als fundierte Quelle für normatives wirtschaftliches Handeln dienen kann. Dabei wird analysiert, ob buddhistische Werte, wie sie in verschiedenen Lehrreden dargelegt werden, mit ökonomischen Prinzipien vereinbar sind oder in einem Widerspruch zu diesen stehen.
- Grundlagen und zentrale Elemente des Buddhismus
- Analyse der buddhistischen Lehrreden als ethische Richtschnur
- Verhältnis von buddhistischer Ethik zu ökonomischem Handeln
- Kritik an kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen aus buddhistischer Perspektive
- Die Rolle von Achtsamkeit und Mitgefühl in der Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Lehrsatz vom abhängigen Entstehen
„Abhängig vom Nichtwissen entstehen die Willensregungen, abhängig von den Willensregungen das Erkennen, abhängig vom Erkennen Name und Form, anhängig von Name und Form der sechsfache Bereich, abhängig vom sechsfachen Bereich die Berührung, abhängig von der Berührung die Empfindung, abhängig von der Empfindung der Durst, abhängig vom Durst das Ergreifen, abhängig vom Ergreifen das Werden, abhängig vom Werden die Geburt, abhängig von der Geburt Alter und Tod, Schmerz und Klagen, Leid, Betrübnis und Verzweiflung. So kommt die Entstehung dieser ganzen Leidensmasse zustande.“
Der Lehrsatz vom abhängigen Entstehen wurde von Buddha direkt nach seiner Erleuchtung betrachtet. Er beruht auf der Annahme, dass alles in der Welt wahrgenommene und Erlebte letztendlich eine Täuschung ist. Sie wird von einer problematischen Auffassung des Verhältnisses von Subjekt und Objekt verursacht, auf die ich hier leider nicht genauer eingehen kann. Der Lehrsatz soll erklären, worin diese Täuschung an sich besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die Forschungsfrage, ob die Lehre Buddhas als ethische Quelle für wirtschaftliches Handeln dienen kann.
II. Zentrale Elemente des Buddhismus: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Aspekte wie Karma, Wiedergeburt, Nirvana, Meditation sowie die drei Hauptströmungen des Buddhismus.
III. Die Lehre Buddhas und darauf basierende normative Werte für moralisches Handeln: Hier werden vier zentrale Lehrreden Buddhas analysiert, um normativen Zusammenhänge für ethisches Handeln herauszuarbeiten.
IV. Konsequenzen für normtaiv wirtschaftliches Handeln: Dieses Kapitel untersucht die Übertragbarkeit der buddhistischen Ethik auf ökonomische Fragestellungen und die Kritik an gegenwärtigen Wirtschaftspraktiken.
V. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die buddhistische Lehre zwar eine tragfähige Ethik für das Handeln des Einzelnen bietet, als direkte Quelle für ein wirtschaftliches System jedoch nur bedingt geeignet ist.
Schlüsselwörter
Buddhismus, Lehre Buddhas, Ethik, Wirtschaftsethik, Karma, Wiedergeburt, Achtsamkeit, Mitgefühl, Normativität, abhängiges Entstehen, achtgliedriger Weg, Erlösung, ökonomische Praxis, Leid, Profitgier.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht die buddhistische Lehre hinsichtlich ihrer ethischen Prinzipien und prüft, ob diese als moralische Grundlage für das moderne Wirtschaftsleben dienen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die grundlegende buddhistische Philosophie, die Interpretation spezieller Lehrreden und die kritische Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Systemen wie dem Kapitalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Buddhas Lehren eine handlungsleitende Normativität für ökonomisches Handeln etablieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Literaturarbeit, die auf der Analyse zentraler buddhistischer Schriften sowie der Integrativen Wirtschaftsethik von Peter Schmiedel basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden vier spezifische Lehrreden Buddhas (abhängiges Entstehen, Predigt von Benares, Erlösungsweg, Sutra vom Lastträger) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Buddhismus, Ethik, Wirtschaftsethik, Karma, Achtsamkeit, Mitgefühl und Normativität sind die prägenden Begriffe.
Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Buddhismus und Wirtschaft?
Sie kommt zu dem Schluss, dass die buddhistische Ethik in starkem Widerspruch zur profitorientierten Logik des Wettbewerbs steht und daher eher als Mahnung oder kritisches Korrektiv dient.
Was bedeutet die „buddhistische Weltablehnung“ nach Max Weber?
Der Begriff beschreibt die Tendenz, dass Buddha selbst Besitzlosigkeit lehrte und körperliche Arbeit bzw. Handel ablehnte, da diese dem Streben nach geistiger Erleuchtung entgegenstehen könnten.
- Citation du texte
- B.A Lena Gabel (Auteur), 2016, Die Lehre Buddhas als Quelle normativ wirtschaftlichen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429779