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Die Funktion der Tränen in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther"

Título: Die Funktion der Tränen in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther"

Trabajo , 2017 , 17 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Lena Gabel (Autor)

Literatura - General
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Auf den häufig im Roman vorkommenden Tränen soll das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegen. Zunächst jedoch soll der Roman und seine Hauptfigur im Hinblick auf die Zeit der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang näher betrachtet und eingeordnet werden. Im Hauptteil dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit sich die Tränen im Roman charakterisieren und darstellen lassen. Dabei wird die Intertextualität nicht nur im Roman, sondern auch in dieser Hausarbeit von zentraler Bedeutung sein. Klopstock und Ossian sollen im Hinblick auf die Darstellung der Tränen näher betrachtet und analysiert werden. Des Weiteren soll die Bedeutung von Tränen für das eigene Schreiben Werthers bestimmt werden. Abschließend wird in einem Schlusswort das Ergebnis dieser Arbeit festgehalten. Als Quelle dient dieser Hausarbeit ‚Die Leiden des jungen Werthers‘ in der ersten Fassung von 1774.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Werther – Zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang

3. Tränenfunktionen und Intertextualität

3.1 Weinen mit Klopstock

3.2 Tränen bei Ossian

4. Die Bedeutung der Tränen für Werthers Schreiben

5. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion von Tränen in Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. Dabei steht die Analyse der emotionalen Ausdrucksweise der Hauptfigur im Kontext der Epochen Empfindsamkeit und Sturm und Drang sowie die Bedeutung intertextueller Bezüge und des Briefschreibens im Fokus.

  • Einordnung des Werther-Romans in die Epochen Empfindsamkeit sowie Sturm und Drang.
  • Untersuchung der Tränen als Ausdrucksmedium für Gefühle und deren intertextuelle Verknüpfung (Klopstock und Ossian).
  • Analyse der Rolle von Tränen im Zusammenhang mit Werthers Briefschreiben.
  • Betrachtung der psychologischen und kommunikativen Funktion des Weinens für die Romanfigur.

Auszug aus dem Buch

3.1 Weinen mit Klopstock

Wir traten ans Fenster, es donnerte abseitwärts und der herrliche Regen säuselte auf das Land […] und ihr Blick durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge tränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte – Klopstock! Ich versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Losung über mich ausgoss. Ich ertrug‘s nicht, neigte mich auf ihre Hand und küsste sie unter den wonnevollsten Tränen.

Die Intertextualität, die Goethe in dieser Textpassage durch den Namen des Dichters direkt anspricht, ist konstituierend für die Figurendarstellung von Werther. Werther definiert sich und auch seine Beziehung zu Lotte stark durch Literatur. Es beginnt mit Homer, den er als „meinen Homer“ bezeichnet und in dem er den Wiegengesang, den er braucht, findet. Die Kraft der Literatur erreicht mit Klopstock für Lotte und Werther eine neue Ebene. Klopstock gilt als konstituierend für den Sturm und Drang. Die Parallelen zu Klopstocks Gedicht ‚Die Frühlingsfeier‘ sind deutlich. Auch dort sieht sich das lyrische Ich einem Gewitter gegenüber, und es weint. Für Klopstock oder das lyrische Ich, welches das Gewitter direkt miterlebt, während Lotte und Werther es nur durch die Fensterscheibe erleben, stellt das Gewitter ein Schauspiel Gottes dar, das gelobt und angepriesen werden muss. Das lyrische Ich hat Respekt, aber keine Angst, als es fragt, ob der Leser ihn hört, „den erschütternden Donner des Herrn? Herr! Herr! Herr! Gott! Barmherzig und gnädig! Angebetet, gepriesen sei dein herrlicher Name!“ Klopstocks Gedicht ist von Gottesglauben und einer Liebe zur Natur durchzogen. Auch Werther sehnt sich nach Natur, er hat den Drang sich zu entgrenzen und ganz in der Natur aufzugehen. „Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, […] fühle [ich] die Gegenwart des Allmächtigen“. Das erinnert bereits an Klopstocks Gedicht Die Frühlingsfeier.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Tränen im Werther-Roman ein und umreißt die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Der Werther – Zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang: Hier wird die Romanfigur Werther in den zeitgeschichtlichen Kontext der Empfindsamkeit sowie der Bewegung des Sturm und Drang eingeordnet.

3. Tränenfunktionen und Intertextualität: In diesem Kapitel wird untersucht, welche Funktion Tränen in Bezug auf literarische Vorbilder wie Klopstock und Ossian im Roman einnehmen.

3.1 Weinen mit Klopstock: Diese Unterkapitelanalyse zeigt auf, wie durch die Lektüre von Klopstock eine emotionale und körperliche Verbundenheit zwischen Werther und Lotte entsteht.

3.2 Tränen bei Ossian: Hier wird analysiert, wie die Lektüre von Ossian Werthers Melancholie verstärkt und in eine negative, suizidale Richtung lenkt.

4. Die Bedeutung der Tränen für Werthers Schreiben: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie das Weinen und das Schreiben von Briefen für Werther eng miteinander verknüpft sind und als Medium der Selbstreflexion dienen.

5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht die Entwicklung der Tränenfunktion von positiven Emotionen hin zur verzweifelten Melancholie.

Schlüsselwörter

Goethe, Die Leiden des jungen Werthers, Tränen, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Klopstock, Ossian, Intertextualität, Briefroman, Melancholie, Suizid, Literaturgeschichte, Werther, Lotte, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle des Motivs der Tränen im Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die emotionale Verfassung der Hauptfigur Werther, die Einordnung des Werkes in die Epochen der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang sowie die Bedeutung literarischer Intertextualität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche unterschiedlichen Funktionen das Weinen für Werther hat – vom Ausdruck von Glück und Verbundenheit bis hin zur Manifestation von Verzweiflung und Melancholie.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanent vorgeht und dabei intertextuelle Bezüge zu anderen Autoren sowie epochenspezifische Merkmale heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Epochenkontexte beleuchtet, spezifische Schlüsselszenen (insbesondere Klopstock- und Ossian-Lektüre) interpretiert und die Rolle des Briefschreibens als Medium für Werthers Gefühle analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Tränenfunktion, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Intertextualität und Melancholie beschreiben.

Inwiefern beeinflusst die Klopstock-Lektüre die Beziehung zwischen Werther und Lotte?

Die Klopstock-Lektüre fungiert als gemeinsames emotionales Erlebnis, das durch die Tränen eine körperliche und geistige Intimität stiftet und die Verbundenheit zwischen den beiden Figuren festigt.

Warum fungiert Ossian für Werther eher als Symbol der Verwirrung?

Im Gegensatz zu Homer oder Klopstock wird die Ossian-Lektüre mit Werthers zunehmender Melancholie und seinem schwindenden Realitätsbezug assoziiert, was ihn schließlich in eine Abwärtsspirale bis hin zum Suizidgedanken führt.

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Detalles

Título
Die Funktion der Tränen in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther"
Universidad
University of Augsburg
Calificación
1,7
Autor
Lena Gabel (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
17
No. de catálogo
V429781
ISBN (Ebook)
9783668741287
ISBN (Libro)
9783668741294
Idioma
Alemán
Etiqueta
funktion tränen goethes roman leiden werthers
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lena Gabel (Autor), 2017, Die Funktion der Tränen in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werther", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429781
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