Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Friedensbewegung in Frankreich - Pax - Treuga Dei - Kommune

Title: Die Friedensbewegung in Frankreich - Pax - Treuga Dei - Kommune

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ramona Burkhardt (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der zu betrachtende Raum ist Frankreich und zwar im Wesentlichen das Gebiet des modernen Frankreichs. Diese Absteckung des Themas erklärt sich einerseits aus der Forschungssituation, andrerseits aus dem Gang der Geschichte. Der Gottesfriede ist keine allgemein- abendländische Erscheinung gewesen. Seine Heimat liegt im westfränkischen Raum. Von dort strahlte er in die westliche Lombardei, nach Unteritalien und nach Deutschland aus. Die Friedensbewegung in Spanien, Italien und Deutschland haben andere Züge angenommen, daher wird nur gelegentlich auf diese Verhältnisse zurückgegriffen.
Friedenswahrung ist in heutiger Sicht Sache des Staates. Aber zu einer Zeit, da dieser als festgefügte Institution noch nicht bestand, teilte sich die geistliche Gewalt mit der weltlichen in vieles, was nach modernen Begriffen allein der letzteren zukommt.

Warum ist es überhaupt im 11./ 12. Jahrhundert zu diesen markanten Veränderungen in den Städten gekommen? Welche Voraussetzungen und Vorstellungen verbinden sich mit dem Prozess der Friedensbewegung? Wie konnte es überhaupt in einer stark herrschaftlich geprägten Gesellschaft wie der des Mittelalters zum Durchbruch gelangen? Diese Fragen zu beantworten wird das Ziel der folgenden Hausarbeit sein.

Am Beginn der modernen Erforschung des Gottesfriedens steht August Kluckhohns „Geschichte des Gottesfriedens“. Er liefert einen knappen Entwurf, der seine Dissertation zugrunde lag. Später hat das Thema dann vielfältige Beachtung gefunden.
Die Quellen sind recht spärlich. Die Konzilsakten liefern meist die Basis für die Erkenntnis. Hinzu kommen Mitteilungen aus Historiografie und Hagiografie, aus Briefen und Urkunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 EINLEITUNG

2 POLITISCHER ZUSTAND IN FRANKREICH

2.1 DIE INNEREN ZUSTÄNDE IM 9. UND 10. JAHRHUNDERT

2.2 DIE FRANZÖSISCHE KIRCHE IN DER ZEIT FEUDALER ZERSPLITTERUNG

3 DIE ENTWICKLUNG DER KIRCHLICHEN FRIEDENSBEWEGUNGEN

3.1 VON DER PAX

3.2 ... ZUR TREUGA DEI

3.3 DAS ÜBERGREIFEN NACH NORDFRANKREICH

3.4 EXKURS: CAMBRAI

4 DIE NORDFRANZÖSISCHE KOMMUNEBEWEGUNG

4.1 DIE ENTSTEHUNG DER KOMMUNEN

4.2 DIE KOMMUNEENTWICKLUNG IN CAMBRAI

5 SCHLUSS

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Bedingungen und Entwicklungen der mittelalterlichen Friedensbewegungen in Frankreich sowie deren direkten Zusammenhang mit der Entstehung der nordfranzösischen Kommunebewegung im 11. und 12. Jahrhundert.

  • Politische und soziale Instabilität im mittelalterlichen Frankreich
  • Die Rolle der Kirche und des Gottesfriedens (Pax und Treuga Dei)
  • Transformation kirchlicher Friedensbestrebungen in Nordfrankreich
  • Analyse des Falls Cambrai als Beispiel für kommunale Erhebungen
  • Wechselwirkungen zwischen Friedensbewegung und städtischer Emanzipation

Auszug aus dem Buch

3.4 Exkurs: Cambrai

Man weiss aus den Gesta episcoporum Cameracensium, dass Graf Balduin V. sich bereits 1036 nachdrücklich für die Einführung der Pax in Cambrai einsetzte. Er trat also als Förderer der kirchlichen Friedensbewegung auf, wobei der Gottesfrieden der Sicherung von Ruhe und Ordnung und damit der Festigung der gräflichen Gewalt durchaus förderlich sein konnte.

Des weiteren ist belegt, dass sein Vater Graf Balduin IV. im Jahre 1030 auf einer Versammlung mit kirchlicher Unterstützung die Großen seines Machtbereichs den Frieden beschwören liess. Von diesen Bestrebungen der dreißiger Jahre, die allerdings erfolglos auf die Herstellung eines vollkommenen Friedens abzielten, zeugt der Bericht der Gesta episcoporum Cameracensium zum Jahre 1036. Der Bischof Gerhard von Cambrai sträubte sich, im Gegensatz zu den meisten anderen nordfranzösischen Bischöfen, gegen die Übernahme der Gottesfriedensbestimmungen.

Er weigerte sich gegen die Friedensvereinbarungen mit dem Hinweis auf die Gelasianische Theorie. Diese Theorie beruht auf Papst Gelasius I., welcher Ende des 5. Jahrhunderts die Lehre von den zwei gleichberechtigten, selbstständigen Gewalten (= Zweischwerterlehre) formulierte. Nach langem Zögern und unter dem Druck Balduin V., schloss sich Bischof Gerhard den damaligen Friedensbestrebungen der Kirche an. Aber er gab seine Prinzipien nicht gänzlich auf, sondern er versprach nur die Einhaltung des Gottesfriedens, leistete aber keinen Eid.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert den geographischen Rahmen der Untersuchung und stellt die forschungsleitenden Fragen nach den Voraussetzungen und Auswirkungen der mittelalterlichen Friedensbewegung.

2 POLITISCHER ZUSTAND IN FRANKREICH: Dieses Kapitel beschreibt den Zerfall des Karolingerreiches und die damit einhergehende politische Zersplitterung, welche die Grundlage für die soziale Instabilität bildete.

3 DIE ENTWICKLUNG DER KIRCHLICHEN FRIEDENSBEWEGUNGEN: Es wird die Genese von 'Pax' und 'Treuga Dei' erläutert und deren Ausbreitung von Süd- nach Nordfrankreich detailliert nachgezeichnet.

4 DIE NORDFRANZÖSISCHE KOMMUNEBEWEGUNG: Das Kapitel analysiert die Entstehung der städtischen Schwurgemeinschaften (coniuratio) und beleuchtet am Beispiel Cambrai die Motive und Hintergründe des kommunalen Widerstands.

5 SCHLUSS: Die Arbeit resümiert, dass die Friedensbewegung indirekt die Organisation des Volkes förderte und somit eine wesentliche Voraussetzung für die kommunale Emanzipation darstellte.

Schlüsselwörter

Gottesfrieden, Pax, Treuga Dei, Mittelalter, Frankreich, Kommune, Cambrai, Coniuratio, Feudalwesen, Kirche, Stadtgeschichte, Friedensbewegung, Bischof, Adel, Gesellschaftsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit behandelt die Entstehung und Entwicklung kirchlicher Friedensbewegungen im mittelalterlichen Frankreich und deren Bedeutung für die Entstehung der städtischen Kommunebewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der politische Zustand Frankreichs nach der Karolingerzeit, die Verweltlichung der Kirche, die Einführung des Gottesfriedens sowie die Ursachen für städtische Autonomiebestrebungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie es in einer stark herrschaftlich geprägten Gesellschaft des 11. und 12. Jahrhunderts zum Durchbruch der Friedensbewegung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen kam.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere unter Einbeziehung von Konzilsakten, Chroniken wie den Gesta episcoporum Cameracensium und zeitgenössischer wissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politischen Rahmenbedingungen, die Ausbreitung der kirchlichen Friedensbestrebungen von Süd- nach Nordfrankreich sowie den konkreten Verlauf und die Hintergründe der kommunalen Erhebungen, exemplarisch in Cambrai.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gottesfrieden, Treuga Dei, Kommune, Coniuratio, Feudalwesen und kirchliche Reformbestrebungen charakterisiert.

Warum leistete Bischof Gerhard von Cambrai Widerstand gegen die Pax?

Sein Widerstand begründete sich in der Gelasianischen Theorie (Zweischwerterlehre), die eine strikte Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt vorsah, sowie in persönlichen Spannungen mit dem lokalen Kastellan.

Welche Rolle spielt die "coniuratio" im Kontext der Stadtentwicklung?

Die coniuratio war eine essenzielle Schwurgemeinschaft der städtischen Bevölkerung, die als Mittel zur Friedenssicherung und zur Erlangung politischer Mitbestimmung gegenüber dem Adel und dem Klerus diente.

Welche Bedeutung hatte das Jahr 1042 für die Stadt Caen?

In Caen fand 1042 eine Synode statt, die belegt, dass Bemühungen zur Friedenssicherung auch in der Normandie stattfanden, wobei jedoch unklar bleibt, ob dort bereits explizit ein Treuga-Dei-Dekret erlassen wurde.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Die Friedensbewegung in Frankreich - Pax - Treuga Dei - Kommune
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Ramona Burkhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V43025
ISBN (eBook)
9783638409162
ISBN (Book)
9783638750158
Language
German
Tags
Friedensbewegung Frankreich Treuga Kommune
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ramona Burkhardt (Author), 2004, Die Friedensbewegung in Frankreich - Pax - Treuga Dei - Kommune, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43025
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint