In dieser Arbeit wird das geistliche Werk von Heinrich Schütz (1585-1672) thematisiert. Dazu werden zunächst wichtige biographische Aspekte in einem (musik-)geschichtlichen Kontext beschrieben.
Schütz hat verschiedene Werke komponiert, diese näher zu beschreiben ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Daher wird eine Gruppe, in der die schütz´sche Handschrift deutlich zu erkennen ist, exemplarisch näher beschrieben und analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Heinrich Schütz- sein Leben
2.1 Biographische Aspekte
2.2 Studien in Italien
2.3 Heinrich Schütz der Hofkapellmeister
3. Musikgeschichtliche Einordnung
3.1 Musiker im 17. Jahrhundert
3.2 Musik im 17. Jahrhundert
4. Heinrich Schütz der Komponist
4. 1 Die kleinen geistlichen Konzerte
4.2 Figurenlehre
4.3 Der „schütz´sche“ Stil
4.4 Analyse „Eile mich Gott zu erretten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das geistliche Werk von Heinrich Schütz im Kontext seiner biographischen Entwicklung und der musikgeschichtlichen Bedingungen des 17. Jahrhunderts. Das primäre Ziel ist es, exemplarisch an einer Werkgruppe die spezifische Tonsprache von Schütz herauszuarbeiten und zu analysieren, wie er den Herausforderungen seiner Zeit durch die Verbindung von Rhetorik und Komposition begegnete.
- Biographische Prägung von Heinrich Schütz
- Einflüsse des italienischen Barockstils
- Bedeutung der „Kleinen geistlichen Konzerte“
- Anwendung der musikalisch-rhetorischen Figurenlehre
- Tonsprache als Antwort auf die Zeitumstände
Auszug aus dem Buch
4.2 Figurenlehre
Die Idee, solistischen Gesang als gesteigerte Rede zu verstehen und Musik nach den Prinzipien der Rhetorik zu organisieren, wird in den geistlichen Konzerten besonders deutlich. In dem Stück Ich liege und schlafe“ aus der 2. Sammlung der Kleinen geistlichen Konzerte vertont er den Text „ich liege und schlafe“ melodisch abwärts bewegend (Anabasis), dagegen wird „und erwache“ aufwärts strebend (Katabasis) und auch sequenzierend vertont. Der Gegensatz schlafen-erwachen wird zudem durch einen Taktwechsel von einem Vierer zu einem Dreiertakt verdeutlicht und durch eine Pause, die das Ausruhen verdeutlichen mag, räum lich und zeitlich voneinander getrennt.
Solche und noch viele weitere Stilmittel fasste Burmeister (1606) unter dem Begriff Hypotyposis zusammen (vgl. Heinemann/ Gurlitt, 1996).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einführung in das Thema der geistlichen Werke von Heinrich Schütz unter Berücksichtigung biografischer und musikalischer Zusammenhänge.
2. Heinrich Schütz- sein Leben: Darstellung der Lebensstationen von Schütz, von seiner frühen Ausbildung bis zu seiner langjährigen Tätigkeit als Hofkapellmeister in Dresden.
3. Musikgeschichtliche Einordnung: Untersuchung der sozio-ökonomischen Stellung des Musikers im 17. Jahrhundert sowie des Wandels vom polyphonen Stil zur konzertierenden Barockmusik.
4. Heinrich Schütz der Komponist: Analyse der kompositorischen Besonderheiten, insbesondere der „Kleinen geistlichen Konzerte“, der rhetorischen Figurenlehre und einer Werkanalyse.
5. Fazit: Zusammenfassende Würdigung von Schütz’ Beitrag zur deutschen Kirchenmusik und seiner Fähigkeit, individuelle Tonsprache in schwierigen Kriegszeiten zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Heinrich Schütz, Barockmusik, geistliche Konzerte, Hofkapellmeister, Vokalmusik, Rhetorik, Figurenlehre, Monodie, Generalbass, 17. Jahrhundert, Kompositionstechnik, Musikalisch-rhetorische Figuren, evangelische Kirchenmusik, Dreißigjähriger Krieg, Italienische Einflüsse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das geistliche Schaffen des Komponisten Heinrich Schütz und setzt dieses in den biographischen sowie musikgeschichtlichen Kontext des 17. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Tonsprache bei Schütz, dem Einfluss des italienischen Stils auf die deutsche Kirchenmusik und der Anwendung rhetorischer Prinzipien in der Komposition.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist eine exemplarische Analyse einer Werkgruppe, um die für Heinrich Schütz charakteristische Handschrift innerhalb der zeitgenössischen Kompositionsformen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt einen musikwissenschaftlichen Ansatz, der biographische Dokumentation mit der Analyse musikalisch-rhetorischer Figuren kombiniert.
Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte und Struktur der „Kleinen geistlichen Konzerte“, die Erläuterung der Figurenlehre und eine konkrete Analyse des Stücks „Eile mich Gott zu erretten“.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Barockmusik, musikalische Rhetorik, Generalbass, geistliche Konzerte und die Einflüsse des Dreißigjährigen Krieges auf das Musikleben.
Welche Rolle spielte der Dreißigjährige Krieg für das kompositorische Werk von Schütz?
Der Krieg führte zu personellen Dezimierungen und finanziellen Engpässen an den Höfen, was Schütz dazu zwang, kleinere, solistische Besetzungen zu wählen, woraus die Gattung der „Kleinen geistlichen Konzerte“ hervorging.
Was versteht man in diesem Zusammenhang unter „Figurenlehre“?
Die Figurenlehre bezeichnet die bewusste Gestaltung musikalischer Wendungen, um rhetorische Inhalte des Textes direkt in Töne zu übersetzen – etwa durch Aufwärts- oder Abwärtsbewegungen der Melodie.
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- Isabelle Lindekamp (Author), 2004, Heinrich Schütz - seine geistlichen Werke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43059