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Was wurde aus den reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule innerhalb der Umgestaltung im Dritten Reich?

Titel: Was wurde aus den reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule innerhalb der Umgestaltung im Dritten Reich?

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dilara Diegelmann (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Frage, was aus den reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule innerhalb der Umgestaltung im Dritten Reich wurde. Zunächst soll kurz erörtert werden, was Reformpädagogik ist. In einem nächsten Schritt wird die Odenwaldschule zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die in ihr verwirklichten reformpädagogischen Ansätze analysiert. Im Anschluss hieran wird der Vorgang der Umgestaltung gemäß nationalsozialistischer Ideologie beschrieben. In einem letzten Schritt werden die Schulsysteme vor und nach 1934 verglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Was ist Reformpädagogik?

1.2 Geschichte der Reformpädagogik

1.3 Erziehung, Bildung, Lernen

2 Die Odenwaldschule in den 1910-1934

3 Der Vorgang der Umgestaltung

3.1 Unverträglichkeit der Odenwaldschule mit dem nationalsozialistischen Gedankengut

3.2 Veränderungen unter dem Einfluss der Nazis

4 Die „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ im Dritten Reich

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule unter den Bedingungen des Nationalsozialismus veränderten und inwieweit die Schule ihre ursprünglichen Konzepte aufrechterhalten konnte.

  • Grundlagen und Definition der Reformpädagogik
  • Reformpädagogische Ansätze und Ziele der Odenwaldschule
  • Konflikte mit der nationalsozialistischen Ideologie
  • Einfluss der NS-Umgestaltung auf Schulalltag und Pädagogik
  • Widerstand und Anpassungsstrategien der Schulleitung

Auszug aus dem Buch

3.2 Veränderungen unter dem Einfluss der Nazis

Am siebten März 1933 stürmten ca. 12 Mitglieder der SA die Odenwaldschule und beschlagnahmten „kommunistische“ Literatur. Vier Tage darauf kehrten 50 SA-Männer zurück. Zwei jüdische Lehrer wurden verprügelt und einer der beiden, Esra Steinitz, festgenommen. Daraufhin wendete sich Geheeb an die Presse, andere Reformpädagogen und direkt an den Staat, in der Hoffnung die Schule so vor der Zerstörung durch Nationalsozialisten zu schützen. Einen Monat nach der ersten Durchsuchung der SA-Männer unterbreitete der verantwortliche Beamte Blank Geheeb zwei Bedingungen, die er würde erfüllen müssen, um die Fortsetzung des Schulbetriebs der Odenwaldschule gewährleistet zu bekommen. Erstens sollte er fast alle seine Mitarbeiter entlassen und ein neues Kollegium einstellen, das ausschließlich aus Nazi-Anhängern bestehen sollte. Zweitens sollte er die volle Koedukation aufgeben, und Jungen und Mädchen sollten von nun an nicht mehr in denselben Häusern wohnen dürfen.

Nach kurzem Protest, sah sich Geheeb gezwungen die Forderungen anzunehmen. Seitdem „[veränderte sich] die pädagogische Atmosphäre der Schule […] auf dramatische Art und Weise.“ Zunächst wollte Geheeb laut Shirley einen „modus vivendi“ mit den Nazis schaffen, d. h. eine „erträgliche Übereinkunft“.

Trotz seines ausdrücklichen Wunsches mit den Nazis zu kooperieren, war Geheeb nicht in der Lage oder nicht willens gewesen, seine wahre Meinung zu den neuen politischen Verhältnissen einer Zensur zu unterwerfen. Er hatte […] gesagt, dass Hitler ein schwer krankhafter Mensch, eine ausgesprochene Psychopathenpersönlichkeit sei, ein völlig ungebildeter Rüpel, der gerade zur Not lesen und schreiben gelernt habe und als Charakter eine wahre Verbrechernatur sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Arbeit, erläutert grundlegende Begriffe der Reformpädagogik und skizziert den zeitlichen sowie inhaltlichen Rahmen der Untersuchung.

2 Die Odenwaldschule in den 1910-1934: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung und die pädagogische Grundausrichtung der Odenwaldschule unter Paul Geheeb sowie deren liberale Bildungsziele.

3 Der Vorgang der Umgestaltung: Hier werden die ideologischen Konflikte zwischen dem reformpädagogischen Ansatz und dem Nationalsozialismus sowie die konkreten Repressionen gegen die Schule analysiert.

4 Die „Gemeinschaft der Odenwaldschule“ im Dritten Reich: Das Kapitel beleuchtet, wie die Schule unter dem Druck der NS-Behörden verändert wurde und welche Schutzstrategien dennoch durch das Personal erfolgten.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Odenwaldschule trotz einzelner Schutzversuche vollständig im Sinne des Nationalsozialismus umgeformt wurde und betont die Bedeutung von Zivilcourage in der heutigen Pädagogik.

Schlüsselwörter

Odenwaldschule, Reformpädagogik, Paul Geheeb, Nationalsozialismus, Pädagogik, Umgestaltung, Schulsysstem, Drittes Reich, Emanzipation, Widerstand, Bildung, Koedukation, Ideologie, Toleranz, Zivilcourage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Schicksal der reformpädagogischen Odenwaldschule und ihrer ursprünglichen Ideale nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Reformpädagogik, das pädagogische Konzept der Odenwaldschule unter Paul Geheeb sowie die gewaltsame und ideologische Umgestaltung von Schuleinrichtungen durch den Nationalsozialismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Veränderungen des Schulsystems vor und nach 1934 und die Beantwortung der Frage, was aus den reformpädagogischen Grundsätzen in der Zeit der Diktatur wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um pädagogische Konzepte und historische Ereignisse unter Rückgriff auf Primär- und Sekundärquellen zu vergleichen und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Odenwaldschule, die Unvereinbarkeit ihrer humanistischen Werte mit der NS-Ideologie, die Repressionen durch SA und NS-Behörden sowie die erzwungene Umgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Odenwaldschule, Reformpädagogik, Nationalsozialismus und Zivilcourage definieren.

Warum musste Paul Geheeb die Schule letztlich schließen?

Geheeb sah sich durch die politischen Repressionen und die wirtschaftliche sowie pädagogische Einflussnahme der Nationalsozialisten in seiner Freiheit des Handelns so stark beschnitten, dass er die Schule schließen musste, um sich der Verantwortung für ein nationalsozialistisch instrumentalisiertes System zu entziehen.

Welche Rolle spielten die Lehrer Sachs und Meyer nach 1934?

Sie rekonstruierten die Schule unter dem Namen „Gemeinschaft der Odenwaldschule“, unterwarfen sich offiziell den Nazi-Reformen, versuchten jedoch im Stillen und unter hohem persönlichem Risiko, jüdische Schüler und Andersdenkende zu schützen.

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Details

Titel
Was wurde aus den reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule innerhalb der Umgestaltung im Dritten Reich?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Einführung in pädagogisches Sehen und Denken
Note
1,7
Autor
Dilara Diegelmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V430765
ISBN (eBook)
9783668736603
ISBN (Buch)
9783668736610
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik Odenwaldschule Schule Reformpädagogik Deutschland Nationalsozialismus Drittes Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dilara Diegelmann (Autor:in), 2017, Was wurde aus den reformpädagogischen Ideen der Odenwaldschule innerhalb der Umgestaltung im Dritten Reich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430765
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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