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‚wâfen‘, ‚schilte‘ und ‚zimiere‘. Eine Untersuchung heraldischer Textgestaltungselemente und ihrer Funktionen in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"

Titel: ‚wâfen‘, ‚schilte‘ und ‚zimiere‘. Eine Untersuchung heraldischer Textgestaltungselemente und ihrer Funktionen in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"

Seminararbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Penning (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wirnt von Grafenbergs "Wigalois" ist einer der bedeutendsten Texte mittelhochdeutscher Literatur. Er beinhaltet Stil- und Textelemente, die sowohl auf vorher bereits entstandene Texte referieren und die eine Strahlkraft für später erschienene Werke besaßen. Die Geschichte des Ritters und Helden "Wigalois" beinhaltet über weite Strecken heraldische Textgestaltungselemente: Waffen, Schilde, Schwerter, Symbole. Welche Funktion besitzen sie? Woher kommen diese Elemente und wie setzte Grafenberg sie ein?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung heraldischer Motive im Frühmittelalter

3. Wappen als Zeichen

3.1 Bedeutungsträger und Identitätsstifter

3.2 Charakterisierung durch Motive und Farben

4. Heraldische Motive im Wigalois

4.1 Die Wappen Wigalois` und Gaweins

4.2 Gegner und Verbündete

4.3 Weibliche Figuren als Wappenträger

4.4 Die narrativen Funktionen der Wappen und Zeichen

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die heraldischen Textgestaltungselemente in Wirnt von Grafenbergs „Wigalois“. Das primäre Ziel ist es, die narrativen Funktionen der beschriebenen Wappenmotive zu analysieren und zu klären, inwieweit diese Zeichen zur Charakterisierung von Figuren sowie zur Strukturierung der Erzählwelt beitragen.

  • Entwicklung heraldischer Motive im Früh- und Hochmittelalter
  • Bedeutung von Wappen als Identitätssymbole und Bedeutungsträger
  • Analyse spezifischer Wappenmotive (z.B. Rad, Drache, Schwan) im „Wigalois“
  • Untersuchung der narrativen Funktionen von Wappenbeschreibungen
  • Heraldische Darstellung weiblicher Figuren und deren Symbolik

Auszug aus dem Buch

4. Heraldische Motive im Wigalois

Als eigenes Wappen wählt sich Wigalois ein goldenes Rad: Es scheint für ihn eine Art Glückssymbol zu sein, deutet zwar vorrangig auf seine Herkunft hin, spannt einen Bogen zwischen dem Einfluss der mütterlichen und der väterlichen Seite, entwickelt sich aber zu einem beständigen Zeichen des Protagonisten, das auch ohne sein Erscheinen als sein Symbol gewertet wird.

Von Zeile 1036 bis 1052 wird das Rad erstmalig als Kunstwerk aus rotem Gold auf dem Schloss Königs Joram, auf dem Wigalois aufwächst, beschrieben. Wenig später, in den Zeilen 1826 bis 1831, überreicht ihm sein Vater Gawein einen Helm, „dar ûf ein rat von golde gie“, von dem angegeben wird, dass Wigalois es aufgrund des Bezugs zu seiner Herkunft gefällt. Das Rad begleitet den Helden fortan bei allen seinen Reisen, auf seinem Helm, auf Schilden und Bannern.

Besondere Bedeutung entfaltet das Wappen mit dem Rad beim Kampf gegen den Grafen Hojir von Mansfeld, den ‚Roten Ritter‘. Wigalois` trägt ihm nach verlorenem Kampf auf, an Artus Hof zu gehen und dem zu sagen, der „rîter mit dem rade“ hätte ihn besiegt. Hier nimmt das Wappen also einen persönlichkeitsbildenden Charakter ein. Wenig später konstatiert der Graf allerdings, dass es wohl mehr Ritter als nur Wigalois gebe, die das Rad als Zeichen im Wappen führen, er jedoch der Beste von denen sei. In diesem Abschnitt wird deutlich, dass Wigalois seinem Wappen einen hohen Bedeutungsgehalt zumisst. Helmzier und Goldrad auf schwarzem Grund werden allerdings von Beleare, der Frau des Grafen Moral als klar erkennbare, einzigartige Symbole Wigalois` beschrieben. Bevor er indes erkannt wird, stellen die Fischer anhand des prächtigen Wappens eine Vermutung an: „ditz möhte wol ein vürste sîn; daz ist an sînem wâfen schîn“. Möglicherweise hat allein schon die Existenz eines Wappens die Fischer dazu bewogen, den jungen Mann für einen Adeligen zu halten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Heraldik als Geschichtsquelle ein und stellt die Forschungsfrage nach den narrativen Absichten Wirnt von Grafenbergs im „Wigalois“.

2. Die Entwicklung heraldischer Motive im Frühmittelalter: Dieses Kapitel skizziert den Wandel zur Erblichkeit von Wappen und die Rolle heraldischer Symbole bei der Identitätsstiftung sowie als Abschreckungsmittel.

3. Wappen als Zeichen: Hier werden Schilde als Bedeutungsträger analysiert, wobei zwischen Identitätsstiftung und der Unterscheidung durch Motive und Farben differenziert wird.

4. Heraldische Motive im Wigalois: Das Hauptkapitel analysiert die Wappen von Wigalois, seinem Vater Gawein, den Gegnern sowie weiblichen Figuren und erörtert deren erzählerische Funktion.

5. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Wirnt von Grafenberg die Heraldik aktiv nutzt, um die Erzählwelt plastisch zu gestalten und eine Kommunikation zwischen Autor und Publikum zu fördern.

Schlüsselwörter

Wigalois, Wirnt von Grafenberg, Heraldik, Mittelalter, Wappenkunde, Identitätsstiftung, narrative Funktion, Literaturgeschichte, Schildmotive, Rittertum, Symbolik, Bilderrätsel, mittelalterliche Literatur, Kreuzzüge, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die heraldischen Elemente im mittelhochdeutschen Epos „Wigalois“ von Wirnt von Grafenberg und deren Funktion im Erzählkontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung von Wappenmotiven, die Symbolik von Farben und Tieren sowie die literarische Verwendung dieser Zeichen zur Charakterisierung von Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll analysiert werden, ob und wie Wappenbeschreibungen als narrative Mittel dienen, um Erzählpassagen zu strukturieren oder Identitäten zu visualisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der historische Erkenntnisse zur Heraldik mit literaturwissenschaftlichen Analysen der Textpassagen kombiniert.

Was wird im Hauptteil des Buches/der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse konkreter Wappen von Wigalois, seinem Vater Gawein, diversen Gegnern und Verbündeten sowie einer speziellen Untersuchung weiblicher Wappenträger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese wissenschaftliche Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Heraldik, Wigalois, Identitätsstiftung, narrative Funktion und Symbolik.

Warum spielt das „Rad“ im Wigalois eine so entscheidende Rolle?

Das goldene Rad auf schwarzem Grund ist Wigalois' persönliches Symbol, das seine Herkunft betont und ihn als Ritter der Tafelrunde für Leser und Gegner identifizierbar macht.

Welche besondere Rolle kommt weiblichen Figuren wie Marine bei der Wappenwahl zu?

Die Zuordnung eines Löwenwappens zu einer weiblichen Figur wie Marine unterstreicht deren Rolle als tapfere Kämpferin, die sich außerhalb der höfischen Normen bewegt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
‚wâfen‘, ‚schilte‘ und ‚zimiere‘. Eine Untersuchung heraldischer Textgestaltungselemente und ihrer Funktionen in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"
Hochschule
Universität Osnabrück  (Germanistik)
Veranstaltung
Wirnt von Grafenberg: Wigalois
Note
1,0
Autor
Christoph Penning (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V430825
ISBN (eBook)
9783668736641
ISBN (Buch)
9783668736658
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wigalois Ritter Helden Wappen Schilde Schwerter Heraldik Symbolik von Wappen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Penning (Autor:in), 2010, ‚wâfen‘, ‚schilte‘ und ‚zimiere‘. Eine Untersuchung heraldischer Textgestaltungselemente und ihrer Funktionen in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430825
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Leseprobe aus  19  Seiten
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