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Die "scaenae frons" in Griechenland und im Nahen Osten. Ein kulturelles 'Romanisierungszeugnis'?

Title: Die "scaenae frons" in Griechenland und im Nahen Osten. Ein kulturelles 'Romanisierungszeugnis'?

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christoph Penning (Author)

World History - Early and Ancient History
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Griechenland und Rom - Wiegen mitteleuropäischer Kultur - auch in literarischer und kulturanthropologischer Hinsicht. Doch welche Einflüsse brachte Rom mit, als es Griechenland eroberte? Welche kulturellen Errungenschaften Griechenlands blieben bestehen, welche wurden von Rom adaptiert oder weiterentwickelt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit hinsichtlich der "scaenae frons", dem Bühnenbild griechischer Theaterbühnen. Haben sie sich nach der Eroberung Griechenlands durch Rom verändert? Zeigt sich an ihnen eine mögliche Romanisierung Griechenlands?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beginn und Entwicklung des Theaterbaus

2.1 Das Theater - Ort und Zeugnis kultureller Wechselwirkungen?

2.2 Vitruv als Zeitzeuge römischen Theater- und Bühnenfassadenbaus

3. Die 'scaenae frons' - ein römischer 'Exportschlager'?

3.1 Entstehung der 'scaenae frons' und Entwicklung in Rom

3.2 Export und Verbreitung in Griechenland

3.3 Die 'scaenae frons' im Nahen Osten

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbreitung und architektonische Bedeutung der römischen Bühnenfassade, der sogenannten "scaenae frons", als mögliches Indiz für kulturelle Wechselwirkungen und Romanisierungsprozesse in den östlichen Provinzen des Römischen Reiches. Dabei wird analysiert, inwieweit die Einführung dieser prachtvollen Fassadenkonstruktionen in griechisch geprägten Regionen als imperialer Export oder als kultureller Austausch zu verstehen ist.

  • Entwicklung des römischen Theaterbaus aus griechischen Vorbildern
  • Rolle der "scaenae frons" als typologisches Merkmal römischer Architektur
  • Verbreitung der Bühnenfassaden in Griechenland und Judäa anhand ausgewählter Beispiele
  • Vitruvs theoretische Einordnung als architektonischer Zeitzeuge
  • Interaktion zwischen lokaler griechischer Kultur und römischen Neuerungen

Auszug aus dem Buch

Die 'scaenae frons' - ein römischer 'Exportschlager'?

Zwar legte man in Griechenland auch Wert auf einen ansehnlichen Hintergrund der ,skene‘, so ausgeschmückt wie die späteren Palastfassaden römischer Theater wurden sie allerdings nie. Im letzten Jahrhundert vor Christus entwickelte sich nicht nur das steinerne Theater zur Standardform, sondern mit ihm auch die ,scaenae frons‘. Claudius Pulcher, ein römischer Konsul, berichtet schon 99 v. Chr. von einer außergewöhnlichen Verzierung der Bühnenfront eines hölzernen Theaters in Rom. Im Jahr 62 v. Chr. werden dafür dort schon Silber, Gold und Elfenbein verwendet. Und noch ein wenig später, um 58 v. Chr., berichtet Marcus Aemilius Scaurus der Jüngere, römischer Politiker und Besitzer eines eigenen hölzernen Theaters, sehr detailliert von dem ,dreistöckigen Aufbau der Skenenwand, deren unteres Geschoss allein schon die imposante Höhe von 10 m erreichte. Verkleidet war diese mit Marmor, Mosaik und vergoldeten Tafeln neben hunderten Säulen und vielen Statuen. Als dann 55 v. Chr. das steinerne Theater des Pompeius, der Prototyp aller späteren, römischen Theater eingeweiht wird, entsteht hier ein bisher so nicht aufgetretener, „offene Skenenfront mit [...] Hinterbühne, die Grundlage zur Entwicklung der römischen scaenae frons, [...]“ Die typische Form der Palastwand, wie sie sich auch später in Griechenland und dem Nahen Osten durchsetzt, ist eine dreigeschossige Säulenfassade, die anfangs jedoch auch zwei- oder eingeschossig sein konnte und später dann oft um eine oder mehr Etagen erhöht wurde. Hauptelemente sind neben den Säulen offene, turmartige Geschosse, Flügelbauten, Nischen für Statuen mit ziervollen Rahmungen (Ädikula) und vor allem Rundbögen. Insbesondere das Aufstellen von Statuen und Skulpturen ist ein Element, das es in griechischen Theaterfassaden so nie gegeben hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der "scaenae frons" als prägendes Element des römischen Theaters ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer Rolle als Romanisierungszeichen im Osten.

2. Beginn und Entwicklung des Theaterbaus: Das Kapitel erläutert die architektonischen Grundlagen und die Entwicklung des antiken Theaters vom griechischen Vorbild bis hin zur römischen Innovation, wobei Vitruvs Schriften als zentrale Quelle dienen.

3. Die 'scaenae frons' - ein römischer 'Exportschlager'?: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung der Bühnenfassaden in Rom sowie ihre Ausbreitung in Griechenland und dem Nahen Osten anhand konkreter Fallbeispiele, ergänzt durch tabellarische Übersichten.

4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert die "scaenae frons" als Produkt gegenseitiger kultureller Einflüsse, wobei sie sich kritisch mit den Begriffen Romanisierung und Hellenisierung auseinandersetzt.

Schlüsselwörter

scaenae frons, Römische Architektur, Theaterbau, Romanisierung, Hellenisierung, Antike, Bühnenfassade, Vitruv, kulturelle Wechselwirkung, Architekturgeschichte, Ostprovinzen, Palastfassade, Butrint, Nikopolis, Theaterarchäologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische und architektonische Verbreitung der prachtvollen römischen Bühnenfassade, der "scaenae frons", im östlichen Mittelmeerraum nach der römischen Eroberung.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung des Theaterbaus, die architektonische Bedeutung der Säulenfassaden und der Prozess der Romanisierung in ehemals griechischen Stadtgebieten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Publikation?

Die Arbeit hinterfragt, ob die "scaenae frons" als bloßes Machtinstrument römischer Kultur ("Exportschlager") oder als Ergebnis eines kulturellen Austauschs und einer Adaption durch die lokale Bevölkerung zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt in der Arbeit zum Einsatz?

Es wird ein archäologisch-historischer Ansatz gewählt, der literarische Quellen, wie die von Vitruv, mit einer vergleichenden Analyse baulicher Überreste und archäologischer Rekonstruktionen kombiniert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung in Rom, die Ausbreitung in griechischen Kolonien (z.B. Butrint, Nikopolis) und die Adaption in der Provinz Judäa, unterstützt durch eine tabellarische Aufarbeitung der Befunde.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind "scaenae frons", Romanisierung, Hellenisierung, Theaterarchitektur, Vitruv und kulturelle Wechselwirkung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Kaiser Hadrian bei der Verbreitung der Bühnenfassaden?

Hadrian wird als großer Freund der griechischen Kultur identifiziert, dessen Wirken die Verbreitung und Förderung neuer architektonischer Entwicklungen, wie man sie etwa im Dionysostheater in Athen vermutet, maßgeblich unterstützte.

Welche Bedeutung hat das Beispiel von Nikopolis für die Argumentation des Autors?

Nikopolis zeigt, dass trotz einer zwangsumgesiedelten griechischen Bevölkerung und einer eigenständigen lokalen Kultur das römische Theatermodell Einzug hielt, was auf eine pragmatische Integration der neuen architektonischen Gegebenheiten hindeutet.

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Details

Title
Die "scaenae frons" in Griechenland und im Nahen Osten. Ein kulturelles 'Romanisierungszeugnis'?
College
University of Osnabrück  (Historisches Seminar)
Course
Griechenland und der Nahe Osten unter römischer Herrschaft
Grade
1,7
Author
Christoph Penning (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V430840
ISBN (eBook)
9783668748033
ISBN (Book)
9783668748040
Language
German
Tags
Scaenae frons Romanisierung Romanisierungszeugnis Römischer Einfluss in Griechenland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Penning (Author), 2010, Die "scaenae frons" in Griechenland und im Nahen Osten. Ein kulturelles 'Romanisierungszeugnis'?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430840
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