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Arthur Schopenhauers Begriff der Gerechtigkeit in "Die Welt als Wille und Vorstellung"

Titel: Arthur Schopenhauers Begriff der Gerechtigkeit in "Die Welt als Wille und Vorstellung"

Essay , 2015 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tom Fengel (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Essay beschäftigt sich mit der Konzeption des Rechts, Unrechts und der Gerechtigkeit in Schopenhauers vierten Buch von „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Es ist eine analytische Nachvollziehung seiner Erläuterung dieser Begriffe und Prinzipien und zielt darauf ab, diese in konzentrierter Form wiederzugeben.

Zunächst soll dafür kurz die Grundlage der Erläuterung erklärt werden, welche sich in der Philosophie der Welt als Wille und Vorstellung findet. Darauf aufbauend soll seine Unterscheidung von Recht und Unrecht auf moralischer Ebene in Hinsicht auf den Willen nachvollzogen werden, um daraufhin die zeitliche Gerechtigkeit in Form des Staatsrechts zu erläutern.

Zum Schluss betrachtet diese Arbeit Schopenhauers Ausführungen zur ewigen Gerechtigkeit und verdeutlicht die Bedingung ihrer Möglichkeit im Guten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen Schopenhauers Weltanschauung

3. Moralische Gerechtigkeit im Naturzustand

4. Unterscheidung zwischen moralischer und gesetzlicher Gerechtigkeit

5. Umsetzung und Ausführung des Staatsrechts

6. Ewige Gerechtigkeit und Überwindung des Individualprinzips

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Schopenhauers Begriffsbestimmungen von Recht, Unrecht und Gerechtigkeit, wie sie im vierten Buch seines Hauptwerkes „Die Welt als Wille und Vorstellung“ dargelegt werden, und untersucht das Verhältnis zwischen moralischer, staatlicher und ewiger Gerechtigkeit.

  • Konstruktive Welterfahrung und das Prinzip des Willens
  • Moralische Gerechtigkeit als Schutz vor Grenzüberschreitungen
  • Staatsrecht als Mittel zur Leidvermeidung durch soziale Ordnung
  • Unterschiede zwischen temporaler staatlicher Ordnung und ewiger Gerechtigkeit
  • Die Bezwingung des Willens als höchstes ethisches Gut

Auszug aus dem Buch

Unterscheidung von Recht und Unrecht auf moralischer Ebene

Zunächst beschreibt Schopenhauer die moralische Gerechtigkeit, welche im Naturzustand Geltung findet, da sie auch ohne Gesetze auskommt. Das Gefühl des Rechtsempfindens kommt dabei zustande über das Erfahren von Unrecht. Letzteres muss also zuerst stattfinden, bevor der Mensch einen Sinn für das Recht bilden kann. Unrecht wird von Schopenhauer als Grenzüberschreitung verstanden. Wie bereits beschrieben äußert sich der Wille in der Bejahung des Leibes. Wenn diese Bejahung aber über die notwendige Befriedigung eines selbst hinausgeht und er einen anderen Menschen in der Auslebung dessen Willens, also der Bejahung dessen Leibes, einschränkt, übertritt der Initiator eine Grenze. Die Bejahung seines Leibes geht nun soweit, dass er den Willen in einem anderen Objekt, welches für sich auch Subjekt ist, verneint. Dies führt neben etwaigem körperlichen Schmerz auch zu einem „unmittelbaren und geistigen Schmerz“, welchen Schopenhauer als das Gefühl des zugestoßenen Unrechts deklariert.

Als Formen dieses Unrechts führt er mehrere Straftaten an. So ist der Kannibalismus zum Beispiel die höchste Form dieser Grenzüberschreitung, da der Wille zur Erhaltung des Leibes in dem einen Menschen so weit geht, dass er den entsprechenden Willen im anderen gänzlich missachtet und den Leib als objektivierten Willen sogar noch in sich aufnimmt. Dementsprechend sind Mord und Körperverletzung ebenso Ausdruck von starkem Unrecht. Der „Angriff auf fremdes Eigenthum“, der hier sowohl als Sachbeschädigung als auch als Diebstahl vom Eigentum eines anderen ausgelegt werden kann, stellt auch solch eine Grenzüberschreitung des Willens dar, da Eigentum nach Schopenhauer etwas ist, das durch die Kräfte des eigenen Leibes hergestellt wurde und dessen Wegnahme oder Zerstörung eine Beraubung dieser Kräfte des Leibes und damit des Willens darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Aufgabenstellung ein, die Begriffe Recht und Unrecht im Kontext von Schopenhauers Philosophie der Welt als Wille und Vorstellung zu explizieren.

Grundlagen Schopenhauers Weltanschauung: Hier werden die metaphysischen Grundlagen wie der Wille zum Leben und das principium individuationis erläutert, welche die Basis für Schopenhauers Handlungsverständnis bilden.

Moralische Gerechtigkeit im Naturzustand: Dieses Kapitel definiert Unrecht als Grenzüberschreitung des eigenen Willens gegenüber dem Willen anderer und leitet daraus moralisches Recht ab.

Unterscheidung zwischen moralischer und gesetzlicher Gerechtigkeit: Die Ausführungen beleuchten den Übergang vom moralischen Handeln hin zum staatlich verordneten Schutz vor Leid durch Gesetze.

Umsetzung und Ausführung des Staatsrechts: Dieses Kapitel behandelt die Rolle der Strafe als Mittel zur Verhinderung zukünftigen Unrechts im Gegensatz zur subjektiv motivierten Rache.

Ewige Gerechtigkeit und Überwindung des Individualprinzips: Hier wird die metaphysische Gerechtigkeit dargestellt, die durch die Askese und die Verneinung des Willens zur Aufhebung des Leidens führt.

Schlüsselwörter

Arthur Schopenhauer, Wille zum Leben, Vorstellung, Gerechtigkeit, Unrecht, principium individuationis, Staatsrecht, Moralität, Egoismus, Leidvermeidung, Askese, Nirwana, Ethik, Rechtsphilosophie, Wille

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Schopenhauers philosophische Konzeption von Gerechtigkeit, wie sie im vierten Buch seines Werkes „Die Welt als Wille und Vorstellung“ entwickelt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle des Willens, das Konzept des Unrechts als Willensgrenzüberschreitung, der Zweck des Staates und die Bedeutung ewiger Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine analytische Nachvollziehung von Schopenhauers Erläuterungen zu Recht und Unrecht, um deren ethische Konsequenzen strukturiert wiederzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine analytische Textinterpretation des primären Quellenmaterials von Arthur Schopenhauer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der metaphysischen Grundlagen, die Definition von moralischem Unrecht, die Funktion des staatlichen Rechts und das Ideal der ewigen Gerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schopenhauers Wille zum Leben, das principium individuationis, die Unterscheidung zwischen moralischer und gesetzlicher Gerechtigkeit sowie das Konzept der Askese.

Warum unterscheidet Schopenhauer zwischen gesetzlicher und moralischer Gerechtigkeit?

Weil moralische Gerechtigkeit auf innerer Gesinnung basiert, während die gesetzliche Gerechtigkeit rein pragmatisch dazu dient, Leid durch Unrecht in der Gesellschaft zu minimieren.

Inwiefern spielt der Buddhismus eine Rolle in Schopenhauers Gerechtigkeitsbegriff?

Schopenhauers Ausführungen zur ewigen Gerechtigkeit und zur notwendigen Verneinung des eigenen Willens korrespondieren stark mit fernöstlichen Lehren wie dem Karma-Prinzip und dem Nirwana.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arthur Schopenhauers Begriff der Gerechtigkeit in "Die Welt als Wille und Vorstellung"
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Tom Fengel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V430848
ISBN (eBook)
9783668736726
ISBN (Buch)
9783668736733
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthur Schopenhauer Schopenhauer Gerechtigkeit Recht Die Welt als Wille und Vorstellung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Fengel (Autor:in), 2015, Arthur Schopenhauers Begriff der Gerechtigkeit in "Die Welt als Wille und Vorstellung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430848
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Leseprobe aus  11  Seiten
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