Der sich zuspitzende Mangel an Pflegekräften führt bei vielen Beschäftigten im Pflegebereich zu einer Überlastung. Schichtdienst, Überstunden und wenig Freizeit verursachen Überforderung und Demotivation. Ein hoher Krankenstand, eine hohe Fluktuationsrate und das Absinken der Pflegequalität sind die Folgen.
Im Gesundheitswesen ist es deshalb mitunter noch wichtiger als in anderen Branchen, die Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren und zu binden. Wie Kerstin Kase in ihrer Publikation zeigt, sind gerade Führungskräfte hier in der Pflicht. Doch welche Faktoren spielen überhaupt eine Rolle?
Kase untersucht, ob Humor ein geeignetes Mittel ist, um Mitarbeiter in der Pflegebranche zu motivieren und einer (inneren) Kündigungen entgegenzuwirken. Die Autorin stellt dafür verschiedene Führungsstile vor und betrachtet die Auswirkungen von Humor auf die Motivation in Unternehmen und Teams.
Aus dem Inhalt:
- Humor;
- Pflege;
- Motivation;
- Gesundheitswesen;
- Führungsstil
Inhaltsverzeichnis
1 Annäherung an das Thema
2 Die Situation in der Alten- und Krankenpflege
3 Motivation
3.1 Motivationstheorien
3.2 Bewusste und unbewusste Motivation
3.3 Fazit
4 Motivation und Emotion
5 Humor und Lachen
5.1 Formen von Humor
5.2 Das Lachen
5.3 Humor und Salutogenese
5.4 Funktionen von Humor
5.5 Fazit
6 Die Rolle der Führungskraft
6.1 Führung und Motivation
6.2 Klassische Führungskonzepte
6.3 Autoritärer Führungsstil
7 Führungsstil und Humor
7.1 Humor im Unternehmen
7.2 Vorteile einer Humorkultur
7.3 Humor in der Kranken- und Altenpflege
7.4 Möglichkeiten der Umsetzung eines Humorkonzeptes
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen eines humorvollen Führungsstils in der Pflege, um durch eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter den steigenden Belastungen im Gesundheitswesen entgegenzuwirken. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle von Humor als gesundheitsfördernde Ressource und Führungsinstrument.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Motivation und Emotion.
- Untersuchung der physiologischen, kommunikativen und sozialen Funktionen von Humor.
- Erörterung der Bedeutung von Führungskonzepten in der Pflege.
- Darstellung der praktischen Umsetzung und Grenzen eines Humorkonzeptes.
- Verknüpfung von Humor mit dem salutogenetischen Konzept nach Antonovsky.
Auszug aus dem Buch
5.4.1 Physiologische Funktionen des Humors
Das Lachen ist eine physiologische Funktion der Menschen. Als solches wird in der Gehirnforschung versucht, die beteiligten Gehirnregionen auszumachen. Lautes und herzhaftes Lachen regt Kreislauf und Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem, lindert Schmerzen und senkt das Schmerzempfinden. Da der Mensch beim Lachen die Kontrolle über seinen Körper verliert, sagt Delic auch: er wird quasi gelacht (Delic 2015: 12). Beim Lachen werden Endorphine freigesetzt, der Mensch entspannt sich, Lunge und Zwerchfell werden kontrahiert und gestärkt. Weitere positive Auswirkungen sind der Abbau von Frust und Ärger. Diese Fakten sind die Arbeitsgrundlage der „clown doctors“ oder Klinikclowns. Darüber hinaus werden ständig neue heilende Aspekte entdeckt, wie harmlosere Krankheitsverläufe oder eine geringe Rückfallrate.
Freud beschreibt einen wesentlichen Zug des Humors folgendermaßen: „Das Ich verweigert es, sich durch die Veranlassungen aus der Realität kränken, zum Leiden nötigen zu lassen, es beharrt dabei, dass ihm die Traumen der Außenwelt nicht nahegehen können, ja es zeigt, dass sie ihm nur Anlässe zu Lustgewinn sind.“ (Freud 2012: 254). Siegel weist auf den Humor als Ressource zur Bewältigung schwieriger Situationen und Lebensbedingungen hin. „Wenn Humor zur Entlastung oder Verminderung von Ängsten, Stress und Anspannung führt, kann er als eine Art Copingstrategie betrachtet werden.“ (Siegel 2005: 29). Holtbernd verweist auf verschiedene Forschungsarbeiten und meint, dass fröhliche Menschen ein besseres psychologisches Abwehrsystem aufweisen.
„Menschen, die viele Gesundheitsbeschwerden haben, erzielen vor allem dadurch positive Effekte, dass durch das Lachen die Angstsymptome zurückgehen. (…) Lachen löst nicht nur muskuläre Verspannungen, sondern auch Denkverspannungen. Daher können humorvolle Menschen mit belastenden Situationen und kritischen Lebensereignissen besser umgehen.“ (Holtbernd 2005: 142).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Annäherung an das Thema: Einleitung in die Problematik des Personalmangels und der hohen Arbeitsbelastung in der Altenpflege sowie Begründung für den Einsatz von Humor als Strategie.
2 Die Situation in der Alten- und Krankenpflege: Analyse der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen Stressfaktoren wie Zeitdruck und Überstunden, die das Betriebsklima belasten.
3 Motivation: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Motivationstheorien, von Maslow bis zum Rubikon-Modell, und der Unterscheidung zwischen bewusster und unbewusster Motivation.
4 Motivation und Emotion: Darstellung der engen Wechselwirkung zwischen emotionalen Zuständen und menschlichem Antrieb sowie der Signalfunktion von Emotionen im Arbeitsalltag.
5 Humor und Lachen: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Facetten, Funktionen und Formen von Humor sowie dessen salutogenetische Bedeutung.
6 Die Rolle der Führungskraft: Reflexion über die Anforderungen an moderne Führung, klassische Führungsstile und die Relevanz von Authentizität und emotionaler Kompetenz.
7 Führungsstil und Humor: Zusammenführung der Konzepte mit Fokus auf die Unternehmenskultur, Gruppenprozesse, Konfliktmanagement und die Grenzen humorvoller Führung.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale eines humorvollen Führungsstils zur Steigerung von Motivation und Pflegequalität unter Berücksichtigung notwendiger Empathie.
Schlüsselwörter
Humor, Führung, Motivation, Pflege, Salutogenese, Arbeitszufriedenheit, Betriebsklima, emotionale Intelligenz, Konfliktmanagement, Lachen, Unternehmenskultur, Coping, Gesundheit, Führungskraft, Mitarbeiterbindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein humorvoller Führungsstil dazu beitragen kann, die Arbeitsmotivation in Pflegeberufen zu steigern und die durch hohe Belastung entstehenden negativen Folgen für Mitarbeiter und Qualität zu mildern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen Motivationspsychologie, Emotionsforschung, die Rolle von Humor als soziale und physiologische Ressource sowie moderne Konzepte der Mitarbeiterführung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Humor nicht nur ein privates Vergnügen ist, sondern als professionelles Instrument in der Führung eingesetzt werden kann, um eine salutogenetische Arbeitsumgebung zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer umfassenden Literaturrecherche und der kritischen Analyse psychologischer sowie führungstheoretischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Motivation und Emotion, die Analyse von Humor als Ventil und Kommunikationsmittel sowie eine differenzierte Betrachtung verschiedener Führungsstile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Humor, Führung, Motivation, Pflege und Salutogenese definiert.
Inwiefern beeinflusst Humor die salutogenetische Balance?
Durch die Förderung von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit kann positiver Humor dazu beitragen, das Individuum auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum in Richtung Gesundheit zu stabilisieren.
Welche Rolle spielt die Selbstironie der Führungskraft?
Selbstironie ermöglicht es Führungskräften, destruktive Tendenzen wie Spotten über Vorgesetzte zu entschärfen und durch emotionales Zugehörigkeitsgefühl eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre aufzubauen.
- Citation du texte
- Kerstin Kase (Auteur), 2018, Mit Humor für mehr Motivation. Auswirkungen eines humorvollen Führungsstils in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430905