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Estlunds epistemischer Prozeduralismus. Eine Auseinandersetzung

Titre: Estlunds epistemischer Prozeduralismus. Eine Auseinandersetzung

Dossier / Travail , 2017 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Grischa Beuerle (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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In dieser Arbeit soll der epistemische Prozeduralismus wie von Estlund, David M. In "Democratic Authority", (2008) dargestellt und diskutiert werden. Estlund geht davon aus, dass Demokratie ihren Wert daher hat, dass die demokratischen Prozesse, die zu politischen Entscheidungen fuhren, dazu tendieren, zu richtigen Entscheidungen zu fuhren.

Diese Arbeit behandelt die einzelnen Grundbedingungen des epistemischen Prozeduralismus kritisch und prüft, ob Estlunds Darstellung haltbar ist. Der epistemische Prozeduralismus nach Estlund ist demnach auf drei Bedingungen begrundet. Dabei wird ersichtlich, dass die erste Bedingung, das Qualified Acceptability Requirement, in einem Dilemma endet, welches auch nach intensiver Recherche keine Auflösung findet. Weiter werde ich zeigen, warum die zweite Bedingung, die Munzwurf-Bedingung, ihre argumentative Wirkung verfehlt.

Das liegt vordergrundig daran, dass die Jury-Analogie unpassend gewählt sein könnte. Mit der Jury- Analogie werden demokratische Prozesse mit den Entscheidungsprozessen innerhalb einer Jury in einem Gericht verglichen. Estlund ubersieht allerdings, dass die Demokratie nicht wie eine Jury zwischen schuldig und unschuldig entscheidet, sondern weit uber binäre Entscheidungen hinaus geht. Die letzte Bedingung des epistemischen Prozeduralismus, die Besser-als-Bedingung, soll gegen konsequentialistische Einwände abgepruft werden. Dabei wird der Zusammenhang zwischen den einzelnen Argumenten des epistemischen Prozeduralismus aufgezeigt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Epistemischer Prozeduralismus

2.1 Die Idee des epistemischen Pozeduralismus

2.3 Drei notwendige Bedingungen

3. Das Qualified Acceptability Requirement

3.1 Die Idee des "Qualified Acceptability Requirement"

3.2 Überexklusion und Überinklusion

3.3 Selbstanwendung

4. Die Münzwurf-Bedingung

4.1 Die Jury-Analogie

4.2 Besser als der Zufall

5. Die Besser-als-Bedingung

5.1 Primary Bads

5.2 Konsequentialismus

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den epistemischen Prozeduralismus nach David M. Estlund, wie er in dessen Werk „Democratic Authority“ (2008) dargelegt wird. Das primäre Ziel ist die kritische Prüfung der drei zentralen Bedingungen, auf denen Estlunds Theorie der legitimen Staatsautorität aufbaut, um deren argumentative Stabilität und mögliche Schwachstellen aufzuzeigen.

  • Die Analyse des „Qualified Acceptability Requirement“ als nicht-epistemisches Argument.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der „Münzwurf-Bedingung“ und der verwendeten Jury-Analogie.
  • Die Überprüfung der „Besser-als-Bedingung“ im Hinblick auf konsequentialistische Einwände.
  • Die methodische Verknüpfung von Prozeduralismus und epistemischen Legitimitätstheorien.

Auszug aus dem Buch

3.2 Überexklusion und Überinklusion

Der erste Teil des QAR-Arguments dient ausschließlich dazu der Epistokratie die Basis zu nehmen. Der Einwand der Überinklusion legt nahe, dass das QAR arbiträr Ansichten ausschließt und wiederum arbiträr andere in den Kreis der generell qualifizierten aufnimmt. Dieser Einwand umfasst die Bedingung der tatsächlichen Akzeptanz. Das AAV sagt aus, dass eine Rechtfertigung politischer Legitimität jedem Subjekt, das der Autorität untergeordnet wird zugänglich sein muss. Dieses Argument ist durchaus ein radikales: Wenn das AAV hinreichend für Legitimität wäre, dann wäre kein Gesetz wirklich legitim, weil es logisch ist anzunehmen, dass sich zu jeder politischen Entscheidung ein möglicher Einwand dagegen finden lässt. Estlund schreibt zum AAV:

„This is an oddly amoral view, in which otherwise sensible lines of justification are unavailable if they are not acceptable to Nazis. If anyone believes this, we would need to hear a lot more in support of it.“

Vorteilhaft an dieser Konstruktion des QAR ist, dass es sich von epistokratischen Rechtfertigungen absetzt, weil das QAR nicht für die Rechtfertigung jedes legitimen Gesetzes zu Rate gezogen werden muss, sondern nur in den Fällen, in denen die epistokratischen Rechtfertigungen für Legitimität versagen. Der Einwand der Überexklusion ist ein schwacher, weil das AAV für das QAR im Grunde keine Gefahr darstellt. Außerdem, nutzt dieses Argument für die Widerlegung des Epistokraten, da in einer Epistokratie immer Offenheit gegenüber tatsächlichen qualifizierten Einwänden gegeben sein muss, nicht nur hypothetischen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstract: Das Abstract skizziert die kritische Auseinandersetzung mit den drei Bedingungen des epistemischen Prozeduralismus nach Estlund und benennt die zentralen argumentativen Schwachstellen.

2. Epistemischer Prozeduralismus: Dieses Kapitel liefert eine begriffliche Einordnung und definiert die drei notwendigen Bedingungen, auf denen Estlunds Theorie der Staatsautorität basiert.

3. Das Qualified Acceptability Requirement: Der Autor untersucht das QAR als notwendige Bedingung, analysiert die Problematik von Exklusionskriterien und diskutiert die Herausforderungen der Selbstanwendung.

4. Die Münzwurf-Bedingung: Hier wird die Jury-Analogie als Metapher für demokratische Legitimität kritisch hinterfragt und die Frage nach dem epistemischen Mehrwert gegenüber Zufallsentscheidungen erörtert.

5. Die Besser-als-Bedingung: Das Kapitel befasst sich mit der Vermeidung von „Primary Bads“ und prüft, inwiefern der epistemische Prozeduralismus konsequentialistischen Einwänden standhalten kann.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass Estlunds zentrale Argumente trotz ihrer Ambitioniertheit anfällig für fundamentale kritische Einwände bleiben.

Schlüsselwörter

Epistemischer Prozeduralismus, David Estlund, Democratic Authority, Politische Legitimität, Politische Autorität, Qualified Acceptability Requirement, Münzwurf-Bedingung, Besser-als-Bedingung, Jury-Analogie, Primary Bads, Konsequentialismus, Prozeduralismus, Politische Philosophie, Gerechtigkeit, Staatsautorität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse des epistemischen Prozeduralismus nach David M. Estlund und dessen Versuch, Demokratie durch eine Kombination aus prozeduralen und erkenntnistheoretischen Argumenten zu rechtfertigen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Themen sind die Rechtfertigung politischer Autorität, das Verhältnis von demokratischen Prozessen zu „richtigen“ Entscheidungen und die Abgrenzung zu anderen Legitimitätstheorien wie der Epistokratie oder dem reinen Prozeduralismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Untersuchung der drei von Estlund aufgestellten Grundbedingungen für legitime Staatsautorität, um zu prüfen, ob dessen Argumentation logisch haltbar ist und den erhobenen Ansprüchen genügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse und kritische Auseinandersetzung mit dem Werk „Democratic Authority“ von David M. Estlund, ergänzt durch den Vergleich mit sekundärliterarischen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander das „Qualified Acceptability Requirement“, die „Münzwurf-Bedingung“ sowie die „Besser-als-Bedingung“ detailliert analysiert und auf Schwachstellen wie das Qualifikations-Vernunftigkeits-Dilemma hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit besonders?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie epistemischer Prozeduralismus, politische Legitimität, Qualified Acceptability Requirement und die kritische Auseinandersetzung mit der moralischen Befugnis demokratischer Entscheidungsverfahren.

Welches Dilemma identifiziert der Autor in Bezug auf das QAR?

Der Autor identifiziert ein „Qualifikations-Vernunftigkeits-Dilemma“, bei dem entweder die Begriffe „qualifiziert“ und „vernünftig“ identisch werden, was das QAR schwächt, oder sie unterschiedlich bleiben, womit eine notwendige Definition für diese Begriffe in Estlunds Theorie fehlt.

Warum hält der Autor die Jury-Analogie für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass der Vergleich mit einer Jury, die lediglich binär zwischen „schuldig“ und „unschuldig“ entscheidet, die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse in einer Demokratie unzulässig vereinfacht.

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Titre
Estlunds epistemischer Prozeduralismus. Eine Auseinandersetzung
Université
University of Stuttgart  (Philosophie)
Cours
Demokratie
Note
1,7
Auteur
Grischa Beuerle (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
18
N° de catalogue
V430989
ISBN (ebook)
9783668738119
ISBN (Livre)
9783668738126
Langue
allemand
mots-clé
Demokratie Philosophie David Estlund theoretische Philosophie
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Citation du texte
Grischa Beuerle (Auteur), 2017, Estlunds epistemischer Prozeduralismus. Eine Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430989
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Extrait de  18  pages
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