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Die EU-Politik der Türkei aus Sicht des Neorealismus

Title: Die EU-Politik der Türkei aus Sicht des Neorealismus

Seminar Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Sebastian Schäffer (Author)

Politics - Topic: European Union
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Seit dem Antrag der Türkei auf assoziierte Mitgliedschaft mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) am 31.07.1959 sind nun beinahe 50 Jahre vergangen. Es werden auch bis zum endgültigen Beitritt zur Europäischen Union (EU) sicherlich noch einige weitere Jahre hinzukommen. Trotz der diversen Rückschläge, welche die Türkei im Laufe dieser Zeit hat einstecken müssen, verfolgt sie beständig ihr Ziel EU-Beitritt. Man kann sogar ein gewisses Muster im Ablauf der Verhandlungen erkennen. Der Handlungsstrang innerhalb der Politik der Türkei gegenüber der Europäischen Union lässt sich in vier Phasen unterteilen, die immer die gleiche Kette von Ereignissen aufweisen: Die Türkei beginnt zunächst euphorisch, wird dann durch die EU durch Auflagen vertröstet, darauf folgt Enttäuschung in der Türkei, gefolgt von den notwendigen, geforderten Reformen, die zu einem erneuten euphorischen Versuch führen. Warum lässt sich die Türkei trotz der sich ständig wiederholenden Ablehnung nicht entmutigen und versucht immer wieder Mitglied zunächst in der EWG und später in der EG bzw. EU zu werden? Eine mögliche Erklärung bietet die IB-Theorie des Neorealismus von Kenneth Waltz. Danach versuchen Staaten im internationalen System sich dem erfolgreichsten, hier also der Europäischen Union, anzuschließen. Ob der Neorealismus wirklich dazu geeignet ist das beständige türkische Bestreben in Richtung Europa zu erklären, soll im folgenden diskutiert werden. Dazu wird zunächst kurz die Theorie von Waltz näher betrachtet, dann ihre Anwendbarkeit auf die einzelnen Phasen des Beitritts der Türkei überprüft und schließlich erläutert ob der Neorealismus im Vergleich zu anderen Theorien der Internationalen Beziehungen wirklich die größte Erklärungskraft hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Neorealismus als Erklärungstheorie für die EU-Politik der Türkei

1. Theoretische Grundlagen: Der Neorealismus nach K. Waltz

2. Die EU-Politik der Türkei

2.1. Phase I (1959 – 1980)

2.2. Phase II (1980 – 1995)

2.3. Phase III (1995 – 1999)

2.4. Phase IV (1999 – 2004)

3. Abgrenzung zu anderen Theorien der IB: Stärken und Schwächen des Neorealismus als Erklärungstheorie

III. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das beständige türkische Bestreben nach einem Beitritt zur Europäischen Union durch die theoretische Brille des Neorealismus nach Kenneth Waltz zu analysieren und dessen Erklärungskraft kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen des Neorealismus nach Kenneth Waltz
  • Strukturierung der türkischen EU-Politik in vier historische Phasen
  • Neorealistische Interpretation der türkischen Beitrittsbemühungen
  • Analyse des Sicherheitsstrebens und der relativen Gewinne (relative gains)
  • Vergleichende Einordnung gegenüber Interdependenz- und Idealismus-Theorien

Auszug aus dem Buch

2. Die EU-Politik der Türkei

Wie bereits zuvor erwähnt folgt die EU-Politik der Türkei einem relativ festen Handlungsstrang. Wie sich dieser vollzieht soll anhand der Unterteilung des Zeitraumes von 1959 - 2004 in vier Phasen verdeutlicht werden. Die Ereignisse der einzelnen Phasen werden jeweils danach aus neorealistischer Sicht interpretiert.

2.1. Phase I (1959 – 1980)

Die Staatsgründung der Türkei durch Mustafa Kemal Atatürk und die von ihm betriebene Orientierung nach Westen durch die Abschaffung des Islamischen Rechts, die Einführung des lateinischen Alphabets, etc. prägten die außenpolitischen Bestrebungen der folgenden türkischen Regierungen. So scheint der Antrag der Türkei auf assoziierte Mitgliedschaft in der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1959 nur ein weiterer logischer Schritt nach dem Beitritt zur OECD (1948), zum Europarat (1949) und zur NATO (1952) zu sein. Allerdings darf man die Tatsache nicht außer Acht lassen, dass Griechenland kurz zuvor ebenfalls einen Antrag auf assoziierte Mitgliedschaft in der EWG gestellt hatte: „Another important factor for Turkey’s application for associate membership was, of course, Greece’s application for associate member status – (...)“ Aus der Sicht des Neorealismus ist dies sogar einer der Hauptgründe neben der bestehenden wirtschaftlichen Konkurrenz zu Griechenland. So kann der Antrag der Türkei als Handlung in eigenem Sicherheitsinteresse gesehen werden, da ein entstehender wirtschaftlicher Vorteil Griechenlands durch die Mitgliedschaft in der EWG auch zu einem Vorteil in militärischer Sicht führen könnte und die Türkei und Griechenland nicht nur durch den erst später auftretenden Zypernkonflikt miteinander in Konkurrenz standen und stehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der EU-Beitrittsbemühungen der Türkei ein und stellt die neorealistische Theorie von Kenneth Waltz als zentralen Erklärungsansatz für das in vier Phasen verlaufende diplomatische Muster vor.

II. Neorealismus als Erklärungstheorie für die EU-Politik der Türkei: Dieses Kapitel erläutert zunächst die neorealistischen Grundlagen nach Waltz, analysiert anschließend die vier Phasen der türkischen EU-Politik und diskutiert abschließend die Stärken und Schwächen des Neorealismus im Vergleich zu anderen internationalen Theorien.

III. Schlussbemerkungen: Das Fazit resümiert, dass der Neorealismus zwar eine hohe Erklärungskraft besitzt, aufgrund seiner Starrheit jedoch bei komplexen, innenpolitisch getriebenen Entwicklungen an seine Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, EU-Politik, Türkei, EU-Beitritt, Internationale Beziehungen, relative gains, Sicherheit, Zollunion, Außenpolitik, Theorievergleich, Interdependenztheorie, Idealismus, Machtgleichgewicht, Souveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das langfristige Bestreben der Türkei, Mitglied der Europäischen Union zu werden, und wendet dabei die Theorie des Neorealismus an, um dieses Verhalten zu erklären.

Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?

Im Zentrum stehen die theoretischen Konzepte des Neorealismus (wie Anarchie, Sicherheitsstreben und relative Gewinne) sowie deren praktische Anwendung auf die verschiedenen historischen Phasen der türkisch-europäischen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob der Neorealismus ausreicht, um die Persistenz der Türkei in ihren Beitrittsbemühungen trotz wiederholter Rückschläge schlüssig zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Fallstudie, die internationale Beziehungen durch die Analyse von Literatur und historischen Ereignissen innerhalb eines strukturell-realistischen Rahmens auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die detaillierte Untersuchung der vier Phasen (1959-1980, 1980-1995, 1995-1999, 1999-2004) und eine kritische Abgrenzung zu anderen Theorien wie dem Idealismus und der Interdependenztheorie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neorealismus, relative gains,like units, Sicherheitsdilemma, EU-Integrationsprozess und die Konkurrenzlogik zwischen Staaten.

Warum konnte die Türkei laut dem Autor nicht einfach von ihren Beitrittsverhandlungen ablassen?

Aus neorealistischer Sicht wird der Beitritt als notwendiges Streben nach Sicherheit und Machtgleichgewicht interpretiert; ein Ausschluss aus dem erfolgreichen europäischen System würde die Türkei im internationalen Gefüge schwächen.

Wie bewertet der Autor die Erklärungskraft des Neorealismus für diesen speziellen Fall?

Der Neorealismus wird als sehr nützlich, aber als zu "schlank" oder unflexibel bewertet, da er gesellschaftliche und innenpolitische Faktoren, die ebenfalls die Außenpolitik beeinflussen, nur unzureichend erfassen kann.

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Details

Title
Die EU-Politik der Türkei aus Sicht des Neorealismus
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU
Grade
1,7
Author
M.A. Sebastian Schäffer (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V43107
ISBN (eBook)
9783638409803
ISBN (Book)
9783656609971
Language
German
Tags
EU-Politik Türkei Sicht Neorealismus Beziehungen Türkei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sebastian Schäffer (Author), 2005, Die EU-Politik der Türkei aus Sicht des Neorealismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43107
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