Der US-amerikanische Ökonom Peter Drucker beschreibt die enorme Bedeutung von Unternehmenskultur für Unternehmen. Dabei misst er der Kultur sogar eine höhere Bedeutung als der Strategie bei. Jedoch existieren in der Wissenschaft unterschiedliche Forschungsansätze und Definitionen, bezüglich Unternehmenskultur. Dementsprechend wissen Unternehmen zum einen nicht, wie sich die Unternehmenskultur zusammensetzt und zum anderen gehen sie teilweise von falschen Wirkungen der Unternehmenskultur aus.
So beschreibt eine 2014 durchgeführte Umfrage mit 197 befragten Unternehmen, dass 54 % mit ihrer Unternehmenskultur das Ziel verbinden, die Führung des Unternehmens zu verbessern. Bei der Führungskultur handelt es sich jedoch mehr um eine Voraussetzung dafür, eine positive Unternehmenskultur zu erreichen, als um ein Ziel, welches mit der Unternehmenskultur einhergeht.
Diese Arbeit bietet zunächst einen vergleichenden Überblick der drei Forschungsansätze der Unternehmenskultur. Darauf aufbauend wird eine einheitliche Definition von Unternehmenskultur als Grundlage der weiteren Ausführungen geschaffen. Im nächsten Schritt wird die Bedeutung der Unternehmenskultur durch Erläuterung der Einflussbereiche genauer betrachtet. Das folgende vierte Kapitel beschreibt die positiven und negativen Wirkungen von Unternehmenskultur basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung. Abschließend liefert das folgende Kapitel konkrete Implikationen für die Schaffung einer positiven Unternehmenskultur.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Relevanz des Themas
2 Systematisierung
2.1 Objektivistischer Ansatz
2.2 Subjektivistischer Ansatz
2.3 Integrativer Ansatz
3 Unternehmenskulturen
3.1 Begriffsdefinition und Abgrenzung
3.2 Einflussbereiche
4 Wirkungen von Unternehmenskulturen
4.1 Originäre und derivative Wirkungen
4.2 Forschungsstand
4.3 Negative Wirkungen
5 Implikationen für das Management
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Bedeutung der Unternehmenskultur für Organisationen und analysiert deren theoretische Fundierung, Wirkungsmechanismen sowie Implikationen für die Unternehmensführung.
- Systematisierung der theoretischen Ansätze der Unternehmenskultur
- Definition und Abgrenzung des Begriffs Unternehmenskultur
- Analyse der originären und derivativen Wirkungen
- Diskussion positiver und negativer Effekte im Organisationskontext
- Ableitung von Erfolgsfaktoren für das Management
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsdefinition und Abgrenzung
In der Literatur existieren zahlreiche Definitionen von Unternehmenskultur. KUTSCHKER/SCHMID definieren Unternehmenskultur als „die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer Unternehmung, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Artefakten ausdrückt“. Ferner sei die Unternehmenskultur etwas, das sich mit der Zeit in Unternehmen bildet. Analog dazu hebt HEINEN „insbesondere Begriffe wie Werte, Normen und Symbole“ als Bestandteil der Unternehmenskultur hervor.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die vorgestellten Definitionen zwei Kernmerkmale unabhängig von den Unternehmenskulturansätzen aufweisen: Zum einen wird die Unternehmenskultur als interne Größe verstanden und zum anderen als historisch geprägte Größe. Die Unternehmenskultur gilt als interne Größe, da sie ein festes Konstrukt innerhalb des Unternehmens bildet und nicht auf dem Markt verortet ist. In den Definitionen wird darüber hinaus erwähnt, dass es sich bei der Unternehmenskultur um ein historisch entwickeltes Konstrukt handelt. Für diese Eigenschaft sprechen sich sowohl Vertreter des objektivistischen Ansatzes (ALLAIR/FIRSIROTU), des subjektivistischen Ansatzes (SATHE) als auch des integrativen Ansatzes (SCHEIN) aus.
Nachdem ein Verständnis über Unternehmenskultur geschaffen wurde, gilt es im Folgenden diese verwandten Begrifflichkeiten gegeneinander abzugrenzen. Die Literatur erwähnt den Begriff der Unternehmenskultur häufig in Verbindung mit Begriffen „Betriebsklima“ oder „Corporate Identity“, obwohl die Begriffe sich inhaltlich unterscheiden. Ferner beschreibt das „Betriebsklima“ lediglich die momentane Stimmungslage innerhalb eines Unternehmens. Diese ist jedoch deutlich kurzfristiger und veränderbarer als die Unternehmenskultur, da sie nicht auf den prinzipiellen Werten des Unternehmens aufbaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Relevanz des Themas: Einführung in die Bedeutung der Unternehmenskultur als strategischer Erfolgsfaktor und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Systematisierung: Vorstellung der drei zentralen Forschungsansätze der Unternehmenskultur: objektivistisch, subjektivistisch und integrativ.
3 Unternehmenskulturen: Definition des Begriffs Unternehmenskultur, Abgrenzung von verwandten Konzepten wie Betriebsklima und Analyse der maßgeblichen Einflussbereiche.
4 Wirkungen von Unternehmenskulturen: Untersuchung der originären und derivativen Wirkungen der Unternehmenskultur sowie Analyse des aktuellen Forschungsstandes und möglicher negativer Effekte.
5 Implikationen für das Management: Ableitung zentraler Erfolgsfaktoren für eine positive Unternehmenskultur zur Unterstützung der Unternehmensziele.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit und Identifikation von Forschungsbedarf bezüglich der Wirkungsmechanismen auf Zwischengrößen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Organisationsforschung, Führung, Managementimplikationen, Unternehmenserfolg, Wettbewerbsvorteil, Werte, Normen, Unternehmungsführung, Forschungsansätze, Betriebsklima, Corporate Identity, Mitarbeiterbeteiligung, Strategie, Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretische Basis und die praktische Wirkung von Unternehmenskulturen sowie deren Bedeutung als kritischer Erfolgsfaktor im modernen Management.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Systematisierung theoretischer Ansätze, die Definition des Kulturbegriffs, die Wirkung auf Unternehmenserfolg und Wettbewerbsvorteile sowie Managementstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein einheitliches Verständnis von Unternehmenskultur zu schaffen, die positiven und negativen Wirkungen wissenschaftlich fundiert darzulegen und Handlungsempfehlungen für das Management zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem Vergleich bestehender Forschungsansätze sowie der Auswertung empirischer Studien zum Einfluss der Kultur auf Unternehmenskennzahlen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Ansätze der Kulturforschung erläutert, Begriffe abgegrenzt, Einflussbereiche definiert und eine detaillierte Analyse der originären und derivativen Wirkungen vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmenskultur, Unternehmenserfolg, Wettbewerbsvorteil, Managementimplikationen und Organisationsentwicklung definiert.
Wie unterscheidet sich Unternehmenskultur vom Betriebsklima?
Das Betriebsklima beschreibt lediglich die kurzfristige Stimmungslage, während Unternehmenskultur ein tieferliegendes, historisch gewachsenes und stabiles Konstrukt aus Werten und Normen darstellt.
Welche negativen Wirkungen einer starken Unternehmenskultur werden identifiziert?
Starke Unternehmenskulturen können bei einem notwendigen Wandel blockierend wirken, die Innovationskraft durch Ablehnung externer Einflüsse senken und die Wahrnehmung von Warnsignalen durch Gruppendenken einschränken.
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- Tim Kollmer (Autor), 2017, Die Bedeutung der Führungskultur für die Unternehmenskultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431203