Jedes dritte Kind hat Angst vor Mathematik und vor Zahlen. Diese Angst wirkt sich auf die Rechenleistung aus. Wie kann bereits im Elementarbereich dieser Angst gegenüber den Zahlen und der Mathematik im Ganzen entgegengewirkt werden – und den Kindern der Umgang mit Formen, Mustern und Zahlen als spaßige Lernmethode vermittelt werden?
Wie ist die Welt aufgebaut? Wie erkenne ich Zusammenhänge? Wie kann ich sie sinnvoll anwenden? Bereits im Vorschulalter stellen Kinder solche oder ähnliche Fragen und möchten die Welt mit all ihren Phänomenen verstehen. Nicht immer ist jedoch die korrekte Antwort wirklich von Nutzen, sondern vielmehr der Weg zur Beantwortung ist von Bedeutung. Lösungswege vorzugeben oder Fragen einfach zu beantworten scheint eine logische Möglichkeit zu sein, ist in vielerlei Hinsicht aber nicht schlau.
Gerade im Bereich der Mathematik werden während der Schullaufbahn viele Lösungen vorgegeben und der Weg dahin ist gefragt. Aber gerade dieser Weg ist für viele Kinder, die bis dato nicht ausreichend gelernt haben, Lösungswege zu finden, eine große Hürde. Dem kann mit frühkindlicher Förderung mathematischer Fähigkeiten entgegengewirkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Friedrich Fröbel
2.1 Spielgaben und Beschäftigungsmittel
2.2 Mathematischer Bezug
3 Bildungsgrundsätze Nordrhein-Westfalen
4 Mathematische Lernkultur im Elementarbereich
4.1 Frühkindliche Bildung
4.2 Mathematische Inhaltsbereiche
4.2.1 Raum und Form
4.2.2 Zahlen
4.2.3 Größen und Messen
4.3 Sprachlicher Ausdruck
5 Rolle des Pädagogen
6 Projekte aus der Praxis
6.1 Planung und Durchführung
6.2 Anwendungsbeispiele
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie mathematische Basiskompetenzen bereits im Elementarbereich spielerisch und angstfrei gefördert werden können, um eine positive Einstellung zur Mathematik frühzeitig zu etablieren und den Grundstein für späteres mathematisches Verständnis zu legen.
- Die Bedeutung mathematischer Bildung im Kindergartenalter
- Friedrich Fröbels Einfluss auf die frühe mathematische Bildung
- Implementation mathematischer Lernkultur gemäß der Bildungsgrundsätze NRW
- Methoden und Projekte zur Förderung mathematischer Basiskompetenzen
- Die Rolle der pädagogischen Fachkraft als Lernbegleiter
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Raum und Form
Um im späteren Verlauf des Lernens und Begreifens von mathematischen Zusammenhängen in allen Bereichen des Lebens, konkrete Beziehungen verstehen zu können, ist das geometrische und arithmetische Denken unvorstellbar wichtig. „Geometrische Erfahrungen sind eine wichtige Voraussetzung des Denkens, denn jedes Denken bedient sich visueller, d.h. geometrisches Stützen“ (zit. Eichler 2007 n. Fuchs 2015, S. 39).
Aus zunächst einfachen Legeplättchen Aufgaben, gelingt dann der Transfer zu unterschiedlichen Rechenaufgaben z.B. aus fünfmal zwei roten Kreisen wird später 5 * 2 = 10. Weitere Erfahrungsfelder innerhalb des geometrischen Inhaltsbereiches sind auch die Lagebeziehungen, Räumlichkeiten von Objekten oder verschiedene Ebenen. Auch die Symmetrie ist ein bedeutender Faktor und trägt dazu bei, dass Kinder zahlreiche Einsichten gewinnen können. Der eigene Körper im Bezug zum Raum oder während des Bauens von Gebilden ist in diesem Kontext nur ein Beispiel (vgl. Fuchs 2015, S. 39).
Der erste Kontakt zu geometrischen Formen vertieft nach und nach das Verständnis zu Raum und Form. Sie erfahren, dass verschiedene Positionen des eigenen Körpers und von Objekten im Raum zu unterschiedlichen Perspektiven führen. Gelingt diese Sichtweise auf die Form entstehen eigene, neue Bau- oder Lagepläne und etwas Neues entsteht z.B. wie im folgenden Bild eines Projektes zur Geometrie in der Natur, wurde hier zunächst festgestellt und beobachtet, welche Formen dazugehören:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Angst vor Mathematik in der Schule und stellt die Forschungsfrage, wie bereits im Elementarbereich durch spielerische Methoden ein positiver Zugang zu Zahlen und Formen gefördert werden kann.
2 Friedrich Fröbel: Dieses Kapitel widmet sich dem Gründer des Kindergartens, dessen pädagogischem Ansatz, bei dem das Spiel als zentraler Nährboden für die Entwicklung gilt, sowie seinen Spielgaben als frühe mathematische Lernmaterialien.
3 Bildungsgrundsätze Nordrhein-Westfalen: Hier werden die aktuellen Vorgaben des Landes NRW für die mathematische Bildung bei Kindern bis 10 Jahren diskutiert und die Bedeutung des Entdeckerprozesses hervorgehoben.
4 Mathematische Lernkultur im Elementarbereich: Das Kapitel analysiert verschiedene mathematische Inhaltsbereiche wie Raum, Form, Zahlen, Größen und Messen sowie deren Verknüpfung mit der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit.
5 Rolle des Pädagogen: Es wird der Rollenwandel vom Wissensvermittler hin zum beratenden Lernbegleiter beschrieben, der optimale Bedingungen für mathematische Bildungsprozesse schafft.
6 Projekte aus der Praxis: Dieses Kapitel bietet konkrete Anleitungen und Methoden für die Projektarbeit sowie einfache Anwendungsbeispiele für den Kita-Alltag zur Förderung mathematischer Kompetenzen.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine frühzeitige, angstfreie mathematische Bildung entscheidend für den späteren Schulerfolg ist und betont die Wichtigkeit der fachlichen Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte.
Schlüsselwörter
Mathematische Bildung, Elementarbereich, Friedrich Fröbel, Spielgaben, Mathematische Kompetenzen, Frühkindliche Bildung, Lernbegleiter, Raum und Form, Zahlen, Messen, Projektarbeit, Bildungsziele, Didaktik, Lernprozess, Mathematische Lernkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der frühkindlichen mathematischen Bildung und zeigt auf, wie man Kindern spielerisch und ohne Angst einen Zugang zu mathematischen Konzepten ermöglichen kann.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Konzepte Friedrich Fröbels, die Bildungsgrundsätze des Landes NRW, verschiedene mathematische Inhaltsbereiche sowie die Rolle pädagogischer Fachkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte, spielerische Förderung mathematischer Basiskompetenzen im Kindergarten eine positive Haltung gegenüber dem Fach Mathematik aufgebaut werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Literatur, pädagogischer Konzepte sowie offizieller Bildungspläne, ergänzt durch praktische Anwendungsbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Wurzeln bei Fröbel, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Analyse mathematischer Lernbereiche, die notwendige Haltung der Pädagogen und praktische Projektideen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere mathematische Basiskompetenzen, spielendes Lernen, Elementarbereich, Lernbegleitung und die Gestaltung einer mathematischen Lernkultur.
Wie lassen sich Fröbels Spielgaben mathematisch nutzen?
Fröbels Spielgaben wie Kugel, Walze und Würfel dienen als geometrische Grundformen, die Kindern helfen, Strukturen zu begreifen, zu sortieren und mathematische Einsichten durch eigenes Tun zu gewinnen.
Warum ist die sprachliche Förderung für die Mathematik wichtig?
Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist laut Arbeit der Dreh- und Angelpunkt, da Kinder mathematische Ideen erst formulieren, kommentieren und mit anderen diskutieren müssen, um Erfahrungen zu abstrahieren.
Welche Rolle spielt die Angst vor der Mathematik?
Die Angst vor der Mathematik wird als ein früh entstehendes Problem identifiziert, das sich durch negative Erfahrungen verfestigt; die Arbeit zielt darauf ab, diese durch spielerische Normalisierung zu verhindern.
Wie können Projekte den Kita-Alltag bereichern?
Projekte ermöglichen es, über einen längeren Zeitraum tiefgehender in mathematische Themen einzusteigen und Kinder aktiv an der Themenfindung und Wissenskonstruktion zu beteiligen.
- Citar trabajo
- Michel Steffens (Autor), 2018, Mathematische Kompetenzen in der Kita erwerben. Projekte aus der Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431648