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Das gendertheoretische Konzept von Judith Butler in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan"

Stellt die Maskierung der Shen Te einen Wechsel der Geschlechtsidentität und somit eine Veränderung der sozialen Möglichkeiten sowie der Wahrnehmung durch die Gesellschaft dar?

Title: Das gendertheoretische Konzept von Judith Butler in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan"

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Fanny Jasmund (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Bertolt Brechts Parabelstück "Der gute Mensch von Sezuan". Es weist eine dramatische Form auf und wurde in den Jahren 1938 bis 1940 in der Emigration verfasst. Das Drama ist eines seiner wohl bedeutendsten Bühnenwerke.

Dieses Werk wird hinsichtlich der Konstitution der Geschlechtsidentitäten (=Gender) untersucht. Außerdem soll nachgewiesen werden, dass die Maskierung der Protagonistin Shen Te zum Vetter Shui Ta einen Wechsel der Geschlechtsidentität und somit eine Veränderung der sozialen Möglichkeiten sowie der Wahrnehmung durch die Gesellschaft darstellt. Im Folgenden werden zunächst konzise die Grundthesen erläutert, die Judith Butler in ihrem gendertheoretischen Konzept entwickelte. Um meine Fragestellung zur Maskierung der Shen Te zu beantworten, werde ich mich Butlers Konzept bedienen.

Im weiteren Verlauf soll diese Arbeit im direkten Vergleich klären, wie und warum die Figuren der Shen Te und Shui Ta sich in der Interaktion mit der Gesellschaft präsentieren.

Hierfür wird stets eng am Dramentext gearbeitet. Ebenso muss man die Reaktion der Gesellschaft im Umgang mit ihnen betrachten und aufzeigen, wie aus diesen Akten das Bild der Weiblichkeit und Männlichkeit, in diesem Stück, entsteht und wo infolgedessen die Grenzen der Figuren in ihren jeweiligen Geschlechtsidentitäten liegen und was sie jeweils zu tun vermögen. Dabei sollen ebenfalls die Gründe für ihre Maskerade deutlich herausgearbeitet werden.

Zuletzt soll elaboriert werden, ob sich, mit der nun zumindest äußerlich männlich erscheinenden Shen Te das Verhalten der Gesellschaft ändert und dadurch auch die sozialen Möglichkeiten. Letztendlich wird diskutiert, ob ein Wechsel der Identität das Hintergehen der Gesellschaft ermöglicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundthesen aus dem gendertheoretischen Konzept von Judith Butler

3. Vergleich der Akte, die im Umgang mit der Gesellschaft die Geschlechtsidentität Shen Tes und Shui Tas konstituieren

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht auf Basis von Judith Butlers gendertheoretischem Konzept. Das Hauptziel besteht darin nachzuweisen, dass die Maskierung der Protagonistin Shen Te zum Vetter Shui Ta einen tatsächlichen Wechsel der Geschlechtsidentität darstellt, der eine Veränderung der sozialen Handlungsmöglichkeiten sowie der gesellschaftlichen Wahrnehmung nach sich zieht.

  • Analyse der performativen Geschlechterkonstitution nach Judith Butler.
  • Untersuchung der sozialen Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit im Drama.
  • Vergleich der Interaktionsmuster von Shen Te und Shui Ta mit ihrem Umfeld.
  • Diskussion über die Auswirkungen der Maskerade auf den wirtschaftlichen Erfolg und die soziale Stellung.

Auszug aus dem Buch

3. Vergleich der Akte, die im Umgang mit der Gesellschaft die Geschlechtsidentität Shen Tes und Shui Tas konstituieren

Nachdem im vorangegangenen Abschnitt ausgeführt wurde, wie Judith Butler über „Geschlechtsidentität“ denkt und welche Theorie sie daraus entwickelte, soll im Folgenden elaboriert werden, welche Akte im Umgang mit der Gesellschaft die Geschlechtsidentität Shen Tes und Shui Tas in „Der gute Mensch von Sezuan“ bilden und wodurch dies in Erscheinung tritt.

Bezieht man sich auf Butlers Theorie, hat jeder Mensch eine Geschlechtsidentität inne, die zerbrechlich in der Zeit konstituiert ist. Sie eröffnet oder beschränkt gewisse Möglichkeiten durch kulturell herausgebildete Konventionen. Dies kommt durch die stetige Wiederholung der Akte zu Stande und beinhaltet die Vorstellung eines essentiellen Geschlechts. Wobei das „Selbst“ außerhalb befindlich gedacht und durch den sozialen Diskurs konstituiert ist. Die Zuschreibung der Innerlichkeit ist dabei selbst „eine öffentlich regulierte und sanktionierte Form der Erfindung dieser Essentialität.“ Das spiegelt sich auch im Drama wider, denn wichtig ist die Fremdwahrnehmung Shen Tes und Shui Tas durch ihre Mitmenschen. Folglich bestimmt sie den Verlauf der Geschichte mit. Die Sicht Anderer auf die Geschlechtsidentität ist besonders durch Vorurteile, also Klischees, gekennzeichnet. Das betrifft das „richtige“ Performieren der Geschlechtsidentität.

In der Provinz Sezuan, wo Shen Te lebt, „[herrscht] überhaupt große Armut“. Ihre Existenz und Identität sind demzufolge durch die dort herrschende Armut bestimmt. Diese zwingt sie, einer von der Gesellschaft als „nicht Norm gerecht“ deklarierten Arbeit nachzugehen, um überleben zu können. Shen Tes Körper setzt daher „seine Rolle in einem kulturell beschränkten Körperraum um und inszeniert Interpretationen innerhalb der Grenzen bereits gegebener Anweisungen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Brechts Parabelstück ein und definiert die Forschungsfrage, ob die Maskierung Shen Tes einen echten Identitätswechsel darstellt.

2. Grundthesen aus dem gendertheoretischen Konzept von Judith Butler: Das Kapitel erläutert Butlers Theorie der Performativität, nach der Geschlecht nicht biologisch gegeben, sondern durch stilisierte Wiederholung von Akten sozial konstruiert ist.

3. Vergleich der Akte, die im Umgang mit der Gesellschaft die Geschlechtsidentität Shen Tes und Shui Tas konstituieren: Hier wird anhand des Dramentextes analysiert, wie die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Shen Te und ihrem männlichen Alter Ego Shui Ta von der Umwelt wahrgenommen und sanktioniert werden.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Maskierung tatsächlich erfolgreich soziale Möglichkeiten erweitert, da das gesellschaftliche System die unterschiedlichen performativen Rollen von Mann und Frau unterschiedlich bewertet.

Schlüsselwörter

Judith Butler, Performativität, Geschlechtsidentität, Bertolt Brecht, Der gute Mensch von Sezuan, Shen Te, Shui Ta, Maskerade, soziale Konstruktion, Gender, Rollenverständnis, Verfremdungseffekt, Machtverhältnisse, performative Akte, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Bertolt Brechts Theaterstück „Der gute Mensch von Sezuan“ mit dem theoretischen Rüstzeug der Gender-Theorie von Judith Butler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Begriffe der Geschlechtsidentität, die soziale Konstruktion von Geschlechterrollen durch performative Akte und die Macht der gesellschaftlichen Erwartungshaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass die Verwandlung der Protagonistin Shen Te in den Vetter Shui Ta mehr als nur eine oberflächliche Verkleidung ist, sondern eine grundlegende Änderung ihrer Identitätsperformanz darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der sie Butlers gendertheoretische Konzepte direkt auf Szenen und Interaktionen im Dramentext von Brecht anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Unterschieden in der Wahrnehmung von Shen Te (als Frau) und Shui Ta (als Mann) durch die Gesellschaft in Sezuan sowie den damit verbundenen unterschiedlichen sozialen Chancen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Performativität, Maskerade, Geschlechtsidentität, soziale Konstruktion und performative Akte.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Shen Te und Shui Ta durch die Gesellschaft?

Die Gesellschaft in Sezuan interpretiert die Hilfsbereitschaft von Shen Te als Schwäche, während sie das pragmatische, harte Auftreten von Shui Ta als männliches Durchsetzungsvermögen respektiert.

Warum wird Shui Ta als „Mann von Prinzipien“ wahrgenommen?

Shui Ta erfüllt durch seine kontrollierten und eigennützigen Akte die gesellschaftlich tradierten Erwartungen an einen erfolgreichen Geschäftsmann, was ihm Respekt und Anerkennung innerhalb des binären Systems einbringt.

Welche Rolle spielt die Armut bei der Identitätskonstitution?

Die Armut erzwingt ein bestimmtes Überlebensverhalten (Prostitution bei Shen Te), was wiederum die gesellschaftliche Stigmatisierung und die Notwendigkeit der Maskierung als notwendige Strategie zur Existenzsicherung hervorbringt.

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Details

Title
Das gendertheoretische Konzept von Judith Butler in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan"
Subtitle
Stellt die Maskierung der Shen Te einen Wechsel der Geschlechtsidentität und somit eine Veränderung der sozialen Möglichkeiten sowie der Wahrnehmung durch die Gesellschaft dar?
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Deutsche Philologie)
Course
Grundkurs Neuere Deutsche Literatur
Grade
1,3
Author
Fanny Jasmund (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V431659
ISBN (eBook)
9783668740860
ISBN (Book)
9783668740877
Language
German
Tags
Literaturtheorie Neue Deutsche Literatur Bertholt Brecht Gender Judith Butler Der gute Mensch von Sezuan Geschlechtsidentität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fanny Jasmund (Author), 2014, Das gendertheoretische Konzept von Judith Butler in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431659
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