Ein Großteil der Bevölkerung Europas sieht das Internet heutzutage als festen und selbstverständlichen Bestandteil des alltäglichen Lebens. Es hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre so schlagartig wie kein anderes Medium zuvor zu einer festen Institution gewandelt, deren Umgang immer öfter vorausgesetzt wird und großen Einfluss auf das Alltagsgeschehen ausübt. Im Rahmen der Arbeit soll die Entstehung und Diffusion des Internets aufgezeigt werden.
Die historische Entwicklung des Mediums dient dazu, dem Leser einen anfänglichen Überblick hinsichtlich der Entstehung des Untersuchungsgegenstands zu verschaffen. Direkt im Anschluss soll der direkte Verbreitungsprozess des Internets aufgeschlüsselt, erklärt und begründet werden. Die Diffusionstheorie Rogers definiert vorab den allgemeinen Verbreitungsprozess von Innovationen innerhalb einer Gesellschaft und macht verständlich, welchen Entwicklungsgang Innovationen stufenweise durchlaufen müssen, bis sich ihr Innovationscharakter endgültig verlieren kann. Entsprechend dieser Theorie wird nun auch die Diffusion des Internets erklärt und in Prozess-Schritte unterteilt werden.
Im nächsten Teil der Arbeit stehen nunmehr die Nutzer, als das Medium im Vordergrund. Haben Alter, Geschlecht, Bildung und Herkunft der User heutzutage noch einen Einfluss auf die Nutzung des Mediums? Und – wie intensiv und für welche Zwecke genau wird es verwendet? Um die „Antworten“ auf all diese Fragen möglichst übersichtlich zu präsentieren, werden entsprechende Forschungsergebnisse zuerst nur auf nationaler, dann erst auf internationaler Basis untersucht und kommuniziert.
Die Ergebnisse und Zahlen gründen hauptsächlich auf Statistiken und Studien der letzten Jahre, welche im letzten Teil der Arbeit auch die Basis für eine kurze Zukunftsprognose der Institution Internet bilden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entstehungsgeschichte/ historischer Rückblick der Entstehung des Mediums Internet
3 Diffusion des Mediums Internet
3.1 Allgemeine Diffusionstheorie nach Rogers
3.2 Diffusion und Institutionalisierung des Mediums Internet
4 Nationale und internationale Nutzung, Strukturen und regionale Verteilungsmuster des Internets im Zeitverlauf
4.1 Internetnutzung in Deutschland
4.2 Internetnutzung im internationalen Vergleich
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung sowie den Diffusionsprozess des Internets als Medium. Dabei wird analysiert, wie sich das Internet von einer spezialisierten Technologie zu einer alltäglichen Institution gewandelt hat und welche soziologischen Faktoren – insbesondere im Hinblick auf soziale Ungleichheit – die Nutzungsmuster national und international beeinflussen.
- Historische Entwicklung und Institutionalisierung des Internets
- Anwendung der Diffusionstheorie nach Everett M. Rogers
- Analyse der nationalen Internetnutzung in Deutschland nach soziodemografischen Merkmalen
- Vergleich der internationalen Verbreitung und der digitalen Spaltung (Digital Divide)
- Zukunftsperspektiven für die Nutzung von Online-Angeboten
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeine Diffusionstheorie nach Rogers
Rogers Diffusionstheorie erklärt die Verbreitung von Innovationen auf dem Markt. „Als Innovation gelten dabei alle Ideen, Prozesse und Objekte, die für eine soziale Gruppe subjektiv als neu wahrgenommen werden“ 10 Dabei unterteilt er Personen nach der von ihnen benötigten Zeit bis diese eine Innovation annehmen bzw. in ihren Alltag integrieren. Diese unterschiedlichen Gruppen bezeichnet er als: Innovatoren, Frühe Adaptoren, Frühe Mehrheit, Späte Mehrheit und Nachzügler. Die Diffusionstheorie wird üblicherweise mit Hilfe einer Diffusionskurve graphisch dargestellt. Sie nimmt grundsätzlich die Form einer S-Kurve an. Die nachfolgende Abbildung dient als Beispiel für einen solchen S-förmigen Verlauf. Sie zeigt auf wie viel Adaption und Diffusion innerhalb eines gewissen Zeitraums stattfinden.11
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Internets als feste Institution des Alltags ein und umreißt die theoretischen sowie empirischen Schwerpunkte der Arbeit.
2 Entstehungsgeschichte/ historischer Rückblick der Entstehung des Mediums Internet: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung vom ARPANET bis zur breiten kommerziellen Nutzung und beleuchtet das Konzept der „Critical Mass“ für die Verbreitung von Innovationen.
3 Diffusion des Mediums Internet: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diffusionsforschung nach Rogers erläutert und direkt auf den Prozess der Institutionalisierung des Internets übertragen.
4 Nationale und internationale Nutzung, Strukturen und regionale Verteilungsmuster des Internets im Zeitverlauf: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten zur Internetnutzung in Deutschland nach Alter, Bildung und Geschlecht sowie einen internationalen Vergleich der digitalen Teilhabe.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Phänomen der digitalen Spaltung sowie die zukünftige Bedeutung des Internets als allgegenwärtiges Medium.
Schlüsselwörter
Internet, Diffusion, Innovation, Digital Divide, Institutionalisierung, Rogers, Internetnutzung, Mediensoziologie, Digitale Spaltung, ARPANET, Online-Verbreitung, Soziale Ungleichheit, Informationsgesellschaft, Technologieadaption, Web 2.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der Verbreitung des Internets von seinen militärischen Anfängen bis zu seiner heutigen Rolle als zentrales Instrument der modernen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die historische Evolution des Internets, soziologische Diffusionstheorien, die statistische Auswertung der Internetnutzung in Deutschland sowie die internationale digitale Kluft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Innovationen in die Gesellschaft diffundieren und welche soziokulturellen Faktoren den Zugang zum Internet steuern und teilweise ungleich verteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Diffusionstheorien (speziell nach Rogers) basiert und diese durch empirische Sekundäranalysen aktueller Studien belegt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung der Diffusionsphasen und eine detaillierte Auswertung der Internetnutzung nach demografischen Kriterien und geografischen Regionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Diffusion, Innovation, Digital Divide, Internetnutzung und Institutionalisierung.
Was besagt die Diffusionstheorie nach Rogers in Bezug auf das Internet?
Rogers Theorie beschreibt den stufenweisen Prozess, wie eine Neuerung durch verschiedene Nutzergruppen angenommen wird, und erklärt, wie das Internet diese Stufen durchlief, um schließlich zu einer festen Institution zu werden.
Welchen Einfluss haben Alter und Bildung auf die Internetnutzung in Deutschland?
Die Arbeit verdeutlicht, dass besonders bei älteren Bevölkerungsgruppen und in bildungsferneren Schichten eine geringere Nutzungsintensität vorliegt, was zur Entstehung einer digitalen Kluft beiträgt.
Wie bewertet die Autorin die Zukunft der digitalen Spaltung?
Während Vertreter diffusionstheoretischer Ansätze von einem ausgleichenden „Trickle-down-Effekt“ ausgehen, bleibt die Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufgrund infrastruktureller und organisatorischer Hürden kritisch zu betrachten.
- Arbeit zitieren
- Amelie Lauber (Autor:in), 2015, Das Internet und seine Diffusion. Von der Institutionalisierung und Nutzung des Mediums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431671