Auf 38 Seiten wurde ein qualitatives Interview konzipiert, transkribiert und ausgewertet. Aus dem Beispiel können Regeln der Transkription genauso wie das Vorgehen während der Auswertung abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte
1.1. Erzählgenerierende Einstiegsfrage
1.2. Einzug in die WG
1.3. Aktuelle Mitbewohner
2. Funktion der WG
2.1. Gründe und Motivation für das Leben in einer WG
2.2. Wohnung und Wohnraum
2.3. Funktionen des Zusammenlebens
3. Mitgliedschaft
3.1. Persönliche Meinung über das Zusammenleben
3.2. Gemeinsame Organisation des Zusammenlebens
3.3. Organisation von Ein- und Auszügen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines qualitativen Interviews die gelebte Praxis und Organisation einer Wohngemeinschaft in Bamberg. Das primäre Ziel der Untersuchung ist es, ein tieferes Verständnis für die Beweggründe zum Einzug, die tägliche Funktionsweise der Wohngemeinschaft sowie die subjektiven Erfahrungen der Bewohner hinsichtlich der sozialen Mitgliedschaft und Konfliktbewältigung zu gewinnen.
- Motivationen und Gründe für das Leben in einer Wohngemeinschaft
- Strukturen der Wohngemeinschaft als Ökonomie und Gemeinschaft
- Umgang mit gemeinschaftlichem Eigentum und finanziellen Verpflichtungen
- Prozesse der Konfliktbewältigung und Regelsetzung im Zusammenleben
Auszug aus dem Buch
1.1. Erzählgenerierende Einstiegsfrage
A: So, gut. Dann geht es nun offiziell los. Wie du weißt geht es ja um dein Leben in einer Wohngemeinschaft. Hierzu hab’ ich mehrere Fragen.
J: Ja. Ok.
A: Bitte erzähl mir doch was es für dich bedeutet in einer Wohngemeinschaft zu leben?
J: Ähm... Was bedeutet es für mich? Das ist eine schwierige Frage. Ich würde sagen, derzeit jetzt so wie meine Wohngemeinschaft jetzt gerade ist, ist es eher so eine Situation die besteht, weil ich nicht in der Lage bin mit so alleine die Wohnung zu leisten und daher würde ich eher sagen, in Anführungszeichen, eine Notsituation. Ist jetzt nicht schlimm oder dramatisch, aber ich würd’ das jetzt derzeit nicht als Wohngemeinschaft bezeichnen, sondern sogar fast mehr als Zweckgemeinschaft... Weil ich jetzt einfach keine Beziehung zu meinen Mitbewohnern habe groß. Ja, das würde ich sagen bedeutet es für mich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte der Wohngemeinschaft sowie die persönlichen Beweggründe des Befragten für den Einzug in die aktuelle Wohnsituation.
2. Funktion der WG: Hier werden die ökonomischen und praktischen Aspekte, wie die Miet- und Kostenteilung sowie die Nutzung des Wohnraums und der Ausstattung, detailliert analysiert.
3. Mitgliedschaft: Dieses Kapitel fokussiert auf die soziale Dynamik, die Organisation des Zusammenlebens mittels Regeln sowie die Erfahrungen des Befragten mit Ein- und Auszügen von Mitbewohnern.
Schlüsselwörter
Qualitatives Interview, Wohngemeinschaft, WG-Leben, Zweckgemeinschaft, Hauptmieter, Zusammenleben, Wohnsituation, Mietkosten, Haushaltsorganisation, Konfliktbewältigung, Einzug, Auszug, Sozialdynamik, Bamberg, Studentenwohnform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Praxis und Organisation einer spezifischen Wohngemeinschaft in Bamberg aus der Perspektive eines Bewohners.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Wohngemeinschaft, deren ökonomische und funktionale Organisation sowie die Dynamik innerhalb der Mitgliedschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Einblicke in die Alltagswissen und persönlichen Vorstellungen eines WG-Bewohners zu gewinnen, insbesondere in Bezug auf die Gründung, Finanzierung und soziale Struktur der Wohngemeinschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitatives Experteninterview auf Basis eines flexiblen Leitfadens geführt, um detaillierte persönliche Einblicke zu erhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Bereiche Geschichte der WG, Funktion der WG sowie Mitgliedschaft, innerhalb derer spezifische Aspekte wie Einzug, Wohnraum, Kosten, Regeln und Mitbewohnerwechsel diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wohngemeinschaft, Zweckgemeinschaft, Hauptmieter, Haushaltsorganisation und soziale Dynamik.
Warum bezeichnet der Befragte seine WG als „Notsituation“?
Er sieht die Wohngemeinschaft primär als finanzielle Notwendigkeit, um in Bamberg zentral leben zu können, da er sich eine Wohnung allein finanziell nicht leisten kann.
Wie regelt die Wohngemeinschaft ihre Finanzen?
Der Befragte agiert als Hauptmieter, der alle Kosten an den Vermieter und Anbieter entrichtet, während die Mitbewohner monatliche Fixbeträge an ihn überweisen.
Wie geht die WG mit Konflikten um?
Obwohl organisatorische Fragen über eine WhatsApp-Gruppe geklärt werden, zieht es die Gruppe vor, persönliche Konflikte oder Unstimmigkeiten von Angesicht zu Angesicht an einem Tisch zu besprechen.
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- Amelie Lauber (Autor), 2017, Durchführung und Auswertung eines qualitativen Interviews. Praxis und Theorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431672