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Der Un-Tote - Eine Untersuchung anhand von Bram Stokers Dracula und der gleichnamigen Verfilmung von Francis Ford Coppola

Title: Der Un-Tote - Eine Untersuchung anhand von Bram Stokers Dracula und der gleichnamigen Verfilmung von Francis Ford Coppola

Seminar Paper , 2000 , 51 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Hamann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Glaube an ein Leben nach dem Tode ist vielen Kulturen und Religionen gemeinsam. Der Mensch kann und will sich seine Nicht-Existenz nicht vorstellen. Der Tod ist für ihn ein Mysterium. Niemand weiß genau, was mit uns geschieht, wenn wir sterben, denn keiner ist zurückgekehrt, um davon zu berichten. Diese Ungewissheit ist beängstigend. Wieviel tröstlicher erscheint da die Erklärung, dass der Tod nicht nur unsere hiesige Existenz beendet, sondern gleichzeitig den Übergang in eine neue, andersartige Seinsform markiert. Und wie schön wäre es, könnte man diesen tiefen Einschnitt in das menschliche Leben schließlich ganz und gar umgehen, dem Tod ein Schnippchen schlagen und einfach ewig leben. Der Wunsch nach Unsterblichkeit ist verständlich, bekommt aber vor dem Hintergrund vieler Religionen geradezu ketzerische Züge und erscheint somit verwerflich. Dieses Verlangen, ebenso wie andere unterdrückte Sehnsüchte und der Glaube an die mystischen Kräfte des Blutes, vereinen sich in der Gestalt des Vampirs.
Ich möchte in meiner Arbeit zunächst die Entstehung des Vampir-Mythos aufzeigen und wie sich dieser Aberglaube, der sich durchaus auf logische Folgerungen aus der Lebenswirklichkeit unserer Vorfahren stützte, schließlich zu einer wahren Epidemie verselbständigte.
Das Betätigungsfeld des Blutsaugers wandelte sich jedoch endlich von der ärmlichen Bauernkate zur Literatur und der zombiehafte Untote aus dem Volksmärchen wurde zum Edelvampir des romantischen Romans und der „Gothic Literature“. Graf Dracula ist wohl der bekannteste Vertreter dieser Gattung und dass Bram Stoker mit seinem Werk und der Schöpfung dieses Erz-Schurken mehr gelungen ist als nur ein Schauerroman, wurde bereits von den Kritiker mehrer Jahrzehnte anerkannt und bestätigt.
Stoker benutzt in seinem Roman das Bild des Vampirs, um dem viktorianischen Publikum auf angemessen verschlüsselte Weise eine ganze Reihe anderer Themen nahe zu bringen. So lassen sich in seinem Roman, neben einem ausgeprägten sexuellen Potenzial auch die Anschauungen des Autors (und der viktorianischen Gesellschaft) zur Geschlechter- und Rollen-Problematik ablesen. Ebenso wie natürlich die Frage nach der Fluch oder Heil bringenden Unsterblichkeit. Stokers Roman verfehlt selbst heute, 103 Jahre nach seiner Veröffentlichung, nicht seine Wirkung, und der charismatische Bösewicht Dracula wurde verständlicherweise auch für ein anderes Medium entdeckt: den Film

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die Macht des Blutes – Über die Wurzeln des Vampirglaubens

3) Die Entwicklung des literarischen Vampirs bis hin zu Bram Stokers Dracula

4) Die Erotik des Todes – Sexuelles Potential in Dracula

5) Männlich oder weiblich? – Zur Geschlechterproblematik in Dracula

6) Die Unsterblichkeit – Fluch oder Segen des Vampirs?

7) Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Figur des Un-Toten im literarischen Werk „Dracula“ von Bram Stoker sowie in der gleichnamigen Verfilmung von Francis Ford Coppola. Ziel ist es, die vielschichtige Symbolik des Vampirs als Ausdruck unterdrückter sexueller Begierden, patriarchaler Machtstrukturen und der menschlichen Sehnsucht nach Unsterblichkeit zu entschlüsseln.

  • Die historischen und mythologischen Ursprünge des Vampirglaubens
  • Die literarische Evolution des Vampirs vom folkloristischen Monster zum romantischen Gentleman
  • Die psychologische und sexuelle Symbolik von Bluttransfusion und Liebesbiss
  • Die Konstruktion von Geschlechterrollen und deren Unterwanderung im viktorianischen Kontext

Auszug aus dem Buch

Die Macht des Blutes – Über die Wurzeln des Vampirglaubens

Die Angst vor Blut ist ein typischer menschlicher Charakterzug. Keine andere Körperflüssigkeit hat solche Macht. Man kann Tränen oder Samen vergießen soviel man will, aber verliert jemand zuviel Blut, dann stirbt er. Diese biologische Bedeutung des Blutes wurde schon in den frühesten menschlichen Gemeinschaften erkannt. Der Anblick von vergossenem Blut wurde damit zum Anblick des Todes selbst.

Auf die Erkenntnis, dass Blut lebenswichtig ist folgte die Annahme, dass es das Leben selbst und die Herberge der Seele verkörpert. So wurde das „Elixier des Lebens“ durch einen einfachen Umkehrschluss zum Objekt von Magie, Mystik und später der Medizin: Wenn Blutverlust Schwäche und Tod bedeutet, dann führt die Zufuhr von Blut sicher zu Stärkung, Verjüngung und neuem Leben. Oder wie Clive Leatherdale es ausdrückt: „If blood was life, then absorbing blood was absorbing life – and soul.“ (Dracula. 16)

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Einführung in die Thematik des Vampirmythos und die Forschungsrelevanz von Bram Stokers Roman sowie Coppolas Verfilmung.

2) Die Macht des Blutes – Über die Wurzeln des Vampirglaubens: Analyse der historischen und biologischen Wurzeln des Vampirglaubens, insbesondere der mystischen Bedeutung von Blut in verschiedenen Kulturen.

3) Die Entwicklung des literarischen Vampirs bis hin zu Bram Stokers Dracula: Darstellung der Metamorphose des Vampirs vom Schauerwesen des Volksglaubens zum psychologisch komplexen Charakter der Literatur.

4) Die Erotik des Todes – Sexuelles Potential in Dracula: Untersuchung der engen Verknüpfung von Sexualität, Tod und nekrophilen Symboliken im Roman.

5) Männlich oder weiblich? – Zur Geschlechterproblematik in Dracula: Dekonstruktion der viktorianischen Rollenbilder und deren Infragestellung durch die Vampirgestalt.

6) Die Unsterblichkeit – Fluch oder Segen des Vampirs?: Reflexion über die Ambivalenz der Unsterblichkeit zwischen existenziellem Reiz und der Verdammnis zur ewigen Isolation.

7) Resümee: Zusammenfassende Betrachtung des Vampirs als komplexes Konglomerat menschlicher Urängste und Wünsche.

Schlüsselwörter

Dracula, Bram Stoker, Vampirismus, Gothic Literature, Sexualsymbolik, Viktorianismus, Unsterblichkeit, Blutmetaphorik, Geschlechterrollen, Psychologie, Mythen, Francis Ford Coppola, Literaturwissenschaft, Aberglaube, Repression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur des Vampirs in Bram Stokers Roman „Dracula“ und dessen Verfilmung durch Coppola, wobei der Fokus auf den zugrunde liegenden gesellschaftlichen und psychologischen Motiven liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit befasst sich vornehmlich mit der Bedeutung von Blut, der Konstruktion von Sexualität, viktorianischen Geschlechterrollen und der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stoker den Vampir als Metapher nutzt, um gesellschaftliche Tabus und die psychischen Spannungsfelder des Viktorianismus zu verhandeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch psychoanalytische Ansätze und medienvergleichende Studien (Film vs. Roman) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Vampir-Mythos, die historische literarische Entwicklung, das erotische Potenzial der Figur sowie die spezifische Geschlechterproblematik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Vampirismus, Sexualsymbolik, viktorianische Repression, ödipale Rivalität und die Metaphorisierung von Leben und Tod.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext den Roman?

Der Roman spiegelt die Ängste und Moralvorstellungen des späten 19. Jahrhunderts wider, insbesondere den Kampf um Kontrolle über weibliche Sexualität und die Definition männlicher Stärke.

Welche Rolle spielt die Verfilmung von Francis Ford Coppola für die Analyse?

Die Verfilmung dient als Vergleichsmedium, um zu verdeutlichen, wie moderne Interpretationen die „Love-Story“-Komponente hervorheben und damit eine andere Perspektive auf die Motivation des Vampirs ermöglichen.

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Details

Title
Der Un-Tote - Eine Untersuchung anhand von Bram Stokers Dracula und der gleichnamigen Verfilmung von Francis Ford Coppola
College
University of Siegen  (Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften)
Course
Seminar: Tod in Literatur, Kunst und Kultur I+II
Grade
1,0
Author
Tanja Hamann (Author)
Publication Year
2000
Pages
51
Catalog Number
V4318
ISBN (eBook)
9783638126809
ISBN (Book)
9783656202516
Language
German
Tags
Tod Unsterblichkeit Vampir Vampirismus Dracula Bram Stoker Untote
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Hamann (Author), 2000, Der Un-Tote - Eine Untersuchung anhand von Bram Stokers Dracula und der gleichnamigen Verfilmung von Francis Ford Coppola, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4318
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