Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird die Einführung eines Case Management-Systems im Krankenhaus konzeptionell vorbereitet und anhand verschiedener Projektmanagementmethoden geplant. Als konkretes Praxisbeispiel und Forschungsobjekt wird hierbei ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung herangezogen. CM stellt ein umfassendes komplexes Konstrukt dar, von dem bei Einführung - aber ebenso in den fortlaufenden Prozessen - viele verschiedene Akteure des Krankenhauses betroffen sind. Langfristig tragbare Lösungen können hier ausschließlich durch eine zielgerichtete motivierte Zusammenarbeit im interdisziplinären Team erreicht werden. Folglich erscheint es unabdingbar, den projektiven CM-Entwicklungs- und Einführungsprozess partizipativ zu gestalten. Im Rahmen der vorliegenden Projektplanung wird dies praktisch und transparent konzeptioniert. Die Arbeit kann als methodischer Leitfaden zur CM-Einführung im Krankenhaus herangezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Ergebnisse der Literaturrecherche (externe Evidenz)
4. Projektplanung
4.1. Projektumfeldanalyse / Rahmenbedingungen (Interne Evidenz)
4.1.1. Struktur des Betriebes und Auftragslage
4.1.2 Projekthistorie
4.2. Steakholderanalyse
4.3. Projektbezeichnung
4.4. Projektauftraggeber und -leitung
4.5. Projektaufbauorganisation
4.6. Projektziele
4.7. Projektstrukturplan (PSP)
4.8. Struktur der Projektgruppe
4.9. Projektrisikoanalyse
4.10. Ablaufplanung
4.1. Kostenplanung
5. Diskussion und methodische Limitationen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine realistische und partizipative Projektkonzeption zur Einführung eines klinischen Case Management-Systems im Rodolfushospital zu entwickeln. Dabei steht die Beantwortung der Forschungsfrage im Fokus, welche Empfehlungen und Good Practice-Beispiele für Krankenhäuser der BRD existieren und wie diese auf Basis interner sowie externer Evidenz in die spezifische Projektplanung des Krankenhauses übersetzt werden können.
- Analyse des aktuellen Forschungsstandes zu Case Management im klinischen Setting
- Durchführung einer systematischen Projektumfeld-, Steakholder- und Risikoanalyse
- Konzeptionierung der Projektstruktur, -ziele und des zeitlichen Ablaufs unter Anwendung partizipativer Methoden
- Kalkulation des monetären Aufwands für die Implementierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Ein wesentliches Merkmal des bundesdeutschen Gesundheitssystems ist die vergleichsweise strikte Trennung des ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgungssektors (vgl. u.a. Spitzer 2016: 114; Höhne 2014: 27). Diese Trennungseigenschaft verursacht vor allem zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor häufig eine Diskontinuität der Patientenversorgung und führt zu ineffizienter Ressourcennutzung (Häckl 2010: 2). Ebenso besteht bei einem Wechsel des Versorgungssektors grundsätzliches Potenzial für eine medizinische und/oder pflegerische Über-, Unter- oder Fehlversorgung (vgl. Schulz 2009: 37). Als langfristiger Folgeeffekt der sektoralen Trennung sinkt das Qualitätsniveau der Versorgung bei gleichzeitig steigenden Kosten auf Systemebene (Häckl 2010: 2).
Ein besonderes Augenmerk hinsichtlich der sektoralen Trennung gilt den Krankenhäusern, da diese eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen der BRD einnehmen. Sie weisen wichtige Anknüpfungspunkte, Ressourcen und Innovationspotenziale auf, die für die Installation von Systemen zur Überwindung der Sektorentrennung benötigt werden (vgl. Ewers 2008: 2).
Neben den genannten Herausforderungen auf der Ebene des Gesundheitssystems haben sich zudem die Rahmenbedingungen des Krankenhausmarktes in den vergangenen fünfzehn Jahren grundlegend gewandelt. So nahm seit Einführung der Diagnosis Related Groups (DRGs) im Jahre 2003 der Innovations- und Handlungsdruck auf Krankenhäuser insgesamt zu, was ursächlich auf veränderte Unternehmensumweltfaktoren sowie wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen zurückgeführt werden kann (vgl. Ewers 2008: 2). Als Wirkung dieser Einflüsse sank die mittlere Patientenverweildauer in Krankenhäusern der BRD seit dem Jahre 2003 von 8,9 auf 7,3 Tage in 2016 (Destatis 2017). Innerhalb des gleichen Zeitraumes stieg die Fallzahl von rund 17,3 Millionen auf rund 19,5 Millionen Fälle pro Jahr (Destatis 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der sektoralen Trennung im Gesundheitswesen sowie die zunehmende Bedeutung von Case Management im Krankenhaus.
2. Methodisches Vorgehen: Erläutert die Kombination aus Literaturrecherche (externe Evidenz) und interner Projektumfeldanalyse als Grundlage der Arbeit.
3. Ergebnisse der Literaturrecherche (externe Evidenz): Stellt den Forschungsstand zur CM-Implementierung dar und nutzt das UK Köln als Referenzbeispiel.
4. Projektplanung: Bildet den Hauptteil und umfasst detaillierte Analysen und Planungsschritte für die CM-Einführung im Rodolfushospital.
5. Diskussion und methodische Limitationen: Reflektiert kritisch das methodische Vorgehen sowie die Aussagekraft der erhobenen Daten.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen für eine erfolgreiche Verstetigung des CM-Projektes.
Schlüsselwörter
Case Management, Krankenhaus, Projektmanagement, Projektplanung, Partizipation, interne Evidenz, externe Evidenz, Rodolfushospital, Implementierung, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, Krankenhausmarkt, Gesundheitswesen, Projektkonzeption, Patientenversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Vorbereitung und praktischen Projektplanung für die Einführung von Case Management in einem Krankenhaus der Schwerpunktversorgung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Projektmanagementmethoden, Analyse von Krankenhausstrukturen, Partizipation von Stakeholdern, Risikomanagement sowie die Gestaltung von Behandlungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung einer realistischen, partizipativen Projektkonzeption zur Einführung von Case Management, basierend auf externen Good-Practice-Erfahrungen und internen betrieblichen Rahmenbedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen literaturbasierten Ansatz zur Generierung externer Evidenz (systematische Recherche) sowie eine interne Projektumfeldanalyse und klassische Projektmanagement-Instrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die konkrete Projektplanung, inklusive Steakholderanalyse, Zielformulierung, Erstellung eines Projektstrukturplans, Risikoanalyse und Kostenplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Case Management, Projektmanagement, Krankenhaus, Partizipation und Implementierung sind die zentralen Begriffe.
Warum wurde das Rodolfushospital als Forschungsobjekt gewählt?
Es dient als fiktives Praxisbeispiel, um die Anwendung der theoretischen Projektmanagement-Methoden an realen betrieblichen Gegebenheiten zu demonstrieren.
Welche Rolle spielt die Partizipation in diesem Projekt?
Partizipation ist laut der Analyse ein kritischer Erfolgsfaktor, um Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu erreichen und Fehler aus früheren, nicht partizipativ gestalteten Projekten zu vermeiden.
Wie werden die Kosten für das Projekt geschätzt?
Die Gesamtkosten wurden mittels einer dreistufigen Kalkulation (Stundensätze, Gewichtung der Arbeitspakete, Summe aus Personal- und Sachkosten) auf ca. 221.612 Euro beziffert.
Was ist das Ergebnis der Risikoanalyse?
Das höchste Risiko stellt die Ablehnung durch die Mitarbeiterschaft dar, weshalb eine transparente Kommunikation und die frühzeitige Einbindung der Betroffenen als Kernstrategie festgelegt wurden.
- Quote paper
- B. Sc. David Gößwein (Author), 2018, Case Management im Krankenhaus. Projektkonzeption zur CM-Implementierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432096