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Die USPD im Rat der Volksbeauftragten 1918

Ideen, Initiativen und Aktionen für die Zukunft der Republik?

Titel: Die USPD im Rat der Volksbeauftragten 1918

Masterarbeit , 2018 , 86 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Georg Herbert (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Revolution von 1918/19 gehört zu den am besten erforschten Abschnitten der neueren deutschen Geschichte. Im Gegensatz dazu hat die Rolle der USPD in der Revolutionszeit weniger Beachtung gefunden. Dabei erscheint die Klärung der Ideen, Handlungen und Ziele der USPD von besonderem Interesse, weil sich die programmatischen Perspektiven dieser von der SPD abgespaltenen Partei bis zur Revolution auf Frieden und Selbstbestimmung, ökonomische Modernisierung und Demokratie gerichtet hatten.

Der Autor stellt anhand zahlreicher Quellen das Entstehen und die Politik des unter dem Vorsitz Friedrich Eberts paritätisch aus Vertretern von MSPD und USPD bestehenden Rats der Volksbeauftragten, die Zielrichtung und das Wirken des aus Delegierten der Arbeiter- und Soldatenräte zusammengesetzten Vollzugsrats sowie die Aktionen der „Revolutionären Obleute“ und des linksradikalen Spartakusbundes mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg dar, die ebenfalls der USPD angehören. Nach einer Analyse des Beitrags der USPD zur Kabinetts- und Gesetzgebungsarbeit der Revolutionsregierungen im Reich und in einzelnen Ländern werden die auf dem Rätekongress Ende 1918 von der USPD vertretenen Positionen zum Verfassungssystem der Republik, zur militärischen Kommandogewalt und zur Sozialisierung der Wirtschaft beleuchtet.

Als Ursachen des Koalitionsbruchs identifiziert der Autor die innere Zerrissenheit der USPD, die Anpassung ihrer Volksbeauftragten an das formalistische Demokratieverständnis der MSPD bei gleichzeitiger Radikalisierung der USPD-Linken sowie die fehlende Bereitschaft zu Kompromissen auf der Grundlage einer sozialen Republik. Die Folgen sind die Spaltung der Arbeiterbewegung, die Auflösung der USPD mit der Klärung der Front zwischen Republikanern und Kommunisten sowie die Schwächung der Weimarer Republik durch den Aufstieg der KPD.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute

2.1. Von der Übergabe der Kanzlerschaft zur Regierungsbildung

2.2. Machtkampf zwischen Vollzugsrat und Regierung

a) Rote Garde für den Machterhalt

b) Räterepublik statt Nationalversammlung

c) Ausübung exekutiver Befugnisse

2.3. Einigung über die Kompetenzen – Theorie und Praxis

3. Die Regierungspolitik der USPD bis zum ersten Rätekongress

3.1. Politische Akzente der USPD im Rat der Volksbeauftragten?

a) Machtverteilung

b) Kabinettsbeschlüsse

aa) Kontinuierliche Zurückdrängung der Macht des Vollzugsrats

bb) Demokratisierung von Verwaltung und Militär?

cc) Sozialisierungsgedanken

dd) Nationalversammlung

ee) Differenz zur MSPD?

c) Gegenkräfte

3.2. Die USPD als Regierungspartei in einzelnen Ländern

a) Preußen

b) Bayern

c) Baden

3.3. Die USPD in der Reichskonferenz

4. Der erste Rätekongress, der Zentralrat und die USPD

4.1. Kommandogewalt

4.2. Nationalversammlung oder Rätesystem

4.3. Kompetenzen des Zentralrats

4.4. Wahl des Zentralrats

4.5. Sozialisierung

5. Krise und Bruch der Koalition

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in der ersten Phase der deutschen Revolution 1918/19. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die USPD im Rat der Volksbeauftragten tatsächlich als treibende Kraft für Demokratisierung und Sozialisierung agierte oder ob sie, ähnlich wie Friedrich Ebert und die MSPD, letztlich lediglich als „Konkursverwalter“ des alten Regimes fungierte und ihre eigenen politischen Gestaltungsmöglichkeiten ungenutzt ließ.

  • Analyse der Regierungsbeteiligung der USPD in Koalition mit der MSPD
  • Untersuchung des Machtkampfes zwischen Regierung und Vollzugsrat
  • Bewertung der Konzepte zur Demokratisierung von Verwaltung und Militär
  • Diskussion der Rolle der Sozialisierungskommission und der Sozialisierungsfrage
  • Auseinandersetzung mit der innerparteilichen Spaltung der USPD zwischen Realpolitik und radikalen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute

Jede politische Revolution bedarf, soll das Abgleiten in Anarchie und Chaos verhindert werden, einer Struktur der usurpierten staatlichen Herrschaft. Die zunächst widerrechtliche Machtergreifung erhält ihre Legitimation durch mehrheitliche Anerkennung der neuen Herrschaft im Volk. Diese Anerkennung geht im Idealfall von denjenigen Volksschichten aus, deren Verhältnisse die Revolution zu verbessern suchte. Dementsprechend wird die Herrschaft in Zeiten der Revolution regelmäßig durch ihre Träger wahrgenommen. Die Revolution 1918/19 hatte eine hiervon abweichende Erscheinungsform. Die Serie von Matrosenrevolten in norddeutschen Hafenstädten Anfang November 1918, die sich binnen weniger Tage in Gestalt von Angriffen der Soldaten gegen die Militär- und Staatsgewalt in den großen Städten fortsetzte und einen in Soldaten- und Arbeiterräten als spontan gebildeten Organen der revolutionären Bewegung institutionalisierten Massenimpuls auslöste, wirkte als Initialzündung einer Kettenreaktion in einer Lage, die einerseits durch die gegen Kriegsende geschwächten staatlichen Kräfte sowie andererseits durch lange vorenthaltene Gewissheit über die Aussichtslosigkeit des Kriegs und entsprechend wachsende Einsicht der Bevölkerung in die Notwendigkeit politischer Veränderungen geprägt war. Das entstandene Machtvakuum der alten Gewalten wurde durch die in der Regel gewählten Räte provisorisch als Inhaber der politischen und militärischen Gewalt auf lokaler und regionaler Ebene ausgefüllt. Dauerhafte Herrschaft strebte die Mehrzahl der Räte nicht an, sie verstanden sich in der ersten Phase der Revolution als politische Organe in einer Übergangszeit. Entscheidend für den Fortgang der Revolution war die Entwicklung in Berlin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur deutschen Revolution 1918/19 und definiert die Fragestellung bezüglich der Rolle der USPD.

2. Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat und Revolutionäre Obleute: Hier wird die Entstehung der Revolutionsregierung und die Machtkonstellation zwischen Regierung und Vollzugsrat dargelegt.

3. Die Regierungspolitik der USPD bis zum ersten Rätekongress: Dieses Kapitel behandelt die praktische Regierungsarbeit der USPD-Vertreter, ihre Schwierigkeiten bei der Durchsetzung eigener politischer Ziele und die Rolle der Beigeordneten.

4. Der erste Rätekongress, der Zentralrat und die USPD: Der Fokus liegt auf den Diskussionen und Abstimmungen auf dem ersten Rätekongress sowie den Folgen für die Machtverhältnisse zwischen Regierung und Räteorganen.

5. Krise und Bruch der Koalition: Hier werden die Gründe und der Verlauf des Bruchs der Koalition zwischen MSPD und USPD analysiert.

6. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen der USPD-Politik auf die Entwicklung der Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

USPD, MSPD, Rat der Volksbeauftragten, Vollzugsrat, Novemberrevolution, Rätebewegung, Nationalversammlung, Demokratisierung, Sozialisierung, Friedrich Ebert, Hugo Haase, Revolutionäre Obleute, Spartakusbund, Rätekongress, Weimarer Republik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss der USPD innerhalb der Revolutionsregierung (Rat der Volksbeauftragten) in den ersten Monaten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Machtverhältnis zwischen der Regierung und den Räten, den Versuchen der USPD, eigene sozialistische Ziele durchzusetzen, und den Konflikten zwischen den verschiedenen linken Gruppierungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die USPD eine eigenständige, prägende Rolle in der Revolutionsregierung spielte oder ob sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten aufgrund von innerer Zerrissenheit und taktischer Unsicherheit verpasste.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die intensiv auf zeitgenössischen Quellen, Protokollen, Dokumentensammlungen sowie der wissenschaftlichen Literatur zur Revolutionsgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Regierungsarbeit der USPD, ihre Rolle in der Verwaltung, die Auseinandersetzungen auf dem ersten Rätekongress und die zunehmenden Konflikte, die schließlich zum Bruch der Koalition führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind USPD, MSPD, Novemberrevolution, Rat der Volksbeauftragten, Rätebewegung, Demokratisierung, Sozialisierung und Nationalversammlung.

Welche Bedeutung hatte die USPD in den einzelnen deutschen Ländern?

Die USPD agierte in Preußen, Bayern und Baden unterschiedlich stark, wobei besonders das Wirken von Kurt Eisner in Bayern als Sonderfall herausgehoben wird, während sie in Preußen und Baden bei der Demokratisierung der Verwaltung kaum Erfolge erzielen konnte.

Wie bewertet der Autor den Austritt der USPD aus der Regierung?

Der Autor wertet den Austritt als politisch kurzsichtig, da die USPD damit ihre verbleibenden Gestaltungsmöglichkeiten aufgab und in eine politische Isolation geriet, die ihre Handlungsfähigkeit massiv einschränkte.

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Details

Titel
Die USPD im Rat der Volksbeauftragten 1918
Untertitel
Ideen, Initiativen und Aktionen für die Zukunft der Republik?
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
1,8
Autor
Georg Herbert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
86
Katalognummer
V432226
ISBN (eBook)
9783668756656
ISBN (Buch)
9783668756663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
uspd volksbeauftragten ideen initiativen aktionen zukunft republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Georg Herbert (Autor:in), 2018, Die USPD im Rat der Volksbeauftragten 1918, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432226
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Leseprobe aus  86  Seiten
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