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"Ambitus" in den "comitia centuriata". Die Bedeutung von "ambitus" für das Machtverhältnis in den Zenturiatcomitie

Title: "Ambitus" in den "comitia centuriata". Die Bedeutung von "ambitus" für das Machtverhältnis in den Zenturiatcomitie

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das politische System der römischen Republik beruhte auf drei elementaren Institutionen. Das waren der Rat, die Ämter und die Volksversammlungen. Die älteste Darstellung der politischen Verhältnisse findet sich bei dem griechischen Historiker Polybios, der nach 168 vor Christus in Rom lebte. Er interpretierte die bestehenden Verhältnisse als eine Mischform von Monarchie, Aristokratie und Demokratie.
Die Darstellung der Ordnung als eine zumindest partielle Volksherrschaft hat zu zahlreichen Diskussionen innerhalb der Forschung geführt. Während die Historiker die Staatsordnung im archaischen Griechenland klar als Demokratie bezeichnen, ist die Rolle des Volkes in der römischen Republik schwieriger zu charakterisieren.
Der populus romanus hatte zwei grundlegende Rechte. Es wählte die Amtsinhaber und stimmte über Gesetzesanträge ab. Verschiedene Volksversammlungen mit unterschiedlichen Strukturen waren hierfür zuständig. Eine ursprüngliche Versammlung des römischen populus waren die comitia centuriata. In den Zenturiatcomitien waren alle wehrfähigen Bürger versammelt. Nach gängiger Ansicht gab bei den Abstimmungen nicht die Masse den Ausschlag, sondern die Gruppe der reichen Bürger.
Der Wettbewerb um die Ämter und die Stimmen der Bürger nahm im Laufe der Republik immer härtere Formen an. Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus etwa wurde die Wahlbestechung eine gängige Praxis der Wahlwerbung. Der unerlaubte Stimmenkauf wurde von den Römern als ambitus bezeichnet.
Die Bedeutung von ambitus für das Machtverhältnis in den Zenturiatcomitien ist das Thema dieser Arbeit. Wie konnte ambitus in einer Volksversammlung wirksam sein, die nach traditioneller Auffassung von den reichen Bürgern bestimmt wurde?
Zur Klärung dieser Frage soll zunächst in Punkt 2 die Struktur der comitia centuriata dargestellt werden. In Unterpunkt 2.1 werden die Einteilung und das Machtverhältnis in den Versammlungen thematisiert. Es soll geklärt werden, warum die traditionelle Forschung überhaupt davon ausgeht, dass die Reichen die comitia centuriata dominierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die comitia centuriata

2.1 Die Einteilung und das Mächteverhältnis der comitia centuriata

3. Ambitus im Wahlkampf der römischen Republik

4. Die Bedeutung von ambitus für das Machtverhältnis

4.1 Martin Jehne

4.2 Andrew Lintott

4.3 Alexander Yakobson

5. Bewertung der Forschungskontroverse

6. Schlussbetrachtung

7. Quellenverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von ambitus (Wahlbestechung) für das Machtverhältnis in den comitia centuriata der römischen Republik. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Wahlbestechungen in einer Volksversammlung wirksam sein konnten, die nach traditioneller Auffassung von den reichen Bürgern dominiert wurde, und es werden unterschiedliche Forschungsansätze kritisch diskutiert.

  • Struktur und Machtverhältnisse der Zenturiatcomitien
  • Phänomenologie des ambitus im republikanischen Wahlkampf
  • Diskussion und Bewertung der Thesen von Martin Jehne, Andrew Lintott und Alexander Yakobson
  • Rolle der städtischen Bevölkerung und der plebs urbana bei Wahlen
  • Patronage-System und persönliche Bindungen als Entscheidungshilfen

Auszug aus dem Buch

4. Die Bedeutung von ambitus für das Machtverhältnis:

Ambitus ist in erster Linie bei den prestigereichsten Magistratswahlen überliefert. Die Konsuln, Praetoren und Zensoren wurden in den Zenturiatcomitien gewählt, in denen nach traditioneller Auffassung die Vermögenderen den Ausschlag gaben. Es ist demzufolge schwer zu verstehen, warum gerade Wahlen in den Zenturiatcomitien, die so organisiert waren, dass sie von den Reichen dominiert wurden, so ein fruchtbarer Boden für Bestechung waren. Da der relativ kleine Gesamtbetrag, der bei einer Bestechungsaktion auf den einzelnen entfiel, für Wohlhabendere kein sehr großer Anreiz gewesen sein kann, stellt sich die Frage, wieso ambitus in den Zenturiatcomitien überhaupt wirksam sein konnte. Dieses Problem hat die Forschung zu sehr unterschiedlichen Hypothesen angeregt, die im Folgenden dargestellt und gegeneinander abgewogen werden sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das politische System der römischen Republik ein, definiert die comitia centuriata sowie den Begriff ambitus und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.

2. Die comitia centuriata: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben und die militärisch geprägte Gliederung der Zenturiatcomitien und begründet die traditionelle Annahme einer timokratischen Dominanz der Reichen.

3. Ambitus im Wahlkampf der römischen Republik: Hier wird der Ursprung und die Praxis der Wahlbestechung sowie das commentariolum petitionis als zentrale Quelle für den politischen Alltag analysiert.

4. Die Bedeutung von ambitus für das Machtverhältnis: Das Kapitel bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Forschungspositionen von Martin Jehne, Andrew Lintott und Alexander Yakobson bezüglich der Wirkungsweise von Bestechung.

5. Bewertung der Forschungskontroverse: Die unterschiedlichen Erklärungsmodelle werden kritisch verglichen, wobei der Ansatz von Yakobson hinsichtlich der Rolle der Masse besonders hervorgehoben wird.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass die traditionelle Auffassung einer reinen Oberschicht-Dominanz zu revidieren ist und die Masse des Volkes eine bedeutendere Rolle in den Wahlen spielte.

7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten antiken Quellen.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Ambitus, comitia centuriata, römische Republik, Wahlbestechung, Machtverhältnis, Martin Jehne, Alexander Yakobson, Andrew Lintott, Patronagesystem, plebs urbana, Zenturien, Wahlkampf, politische Partizipation, Antike, Stimmenkauf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Wahlbestechung (ambitus) in der späten römischen Republik und untersucht deren Einfluss auf die Machtverhältnisse innerhalb der Zenturiatcomitien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Struktur der römischen Volksversammlungen, die Praxis des Wahlkampfes, die Rolle von Patronage-Beziehungen und die moderne forschungsgeschichtliche Kontroverse zur Wirksamkeit von Bestechung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, wie ambitus in einer Volksversammlung wirksam sein konnte, die traditionell als von den reichen Bürgern dominiert betrachtet wurde, und was dies über die tatsächliche Machtverteilung aussagt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, bei der bestehende Forschungsmeinungen und Thesen (insb. Jehne, Lintott, Yakobson) anhand antiker Quellen wie dem commentariolum petitionis kritisch gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung der Zenturiatcomitien, eine Erläuterung der Wahlbestechungspraxis sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der drei wesentlichen Forschungspositionen zur Bedeutung des ambitus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ambitus, comitia centuriata, römische Republik, Wahlbestechung, Patronagesystem und plebs urbana.

Warum stellt der Autor die traditionelle Sichtweise der Zenturiatcomitien in Frage?

Auf Basis der Analyse argumentiert der Autor, dass die Tatsache, dass ambitus ein derart zentrales Mittel im Wahlkampf war, nahelegt, dass auch die ärmeren Bevölkerungsschichten über den Wahlausgang mitentscheiden konnten.

Welche Rolle spielt das commentariolum petitionis für die Argumentation?

Das Werk dient als wichtigste Quelle für die Praxis des Wahlkampfes und wird von den diskutierten Historikern unterschiedlich interpretiert, um die Zielgruppen und die Strategien der Bestechung zu erklären.

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Details

Title
"Ambitus" in den "comitia centuriata". Die Bedeutung von "ambitus" für das Machtverhältnis in den Zenturiatcomitie
College
Bielefeld University
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V43239
ISBN (eBook)
9783638410830
ISBN (Book)
9783668148178
Language
German
Tags
Ambitus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, "Ambitus" in den "comitia centuriata". Die Bedeutung von "ambitus" für das Machtverhältnis in den Zenturiatcomitie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43239
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