Anna Wladimirowna Nikulina – Flamme in der Nacht. Band 2: Der Text


Fachbuch, 2018
148 Seiten
Vera Bergmann (Autor)

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Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Band 2: Der Text

1. An den Leser

2. Die Mobilmachung durch die Partei

3. Das Lazarett Nr. 2169 in Sotschi

4. Die schwierige Militärwissenschaft

5. An die Front

6. Die Feuertaufe

7. Der Kampf um Stawropol

8. Sei gegrüßt, heimatlicher Kuban!

9. Die Halbinsel Taman ist nebenan

10. Auf zum Donbass!

11. Die Stellung Wotan

12. Der Nikopolsker Brückenkopf

13. Die Kämpfe in Moldawien

14. Den Kommunismus wird er als Kommissar erleben

15. Auf polnischer Erde

16. Vorwärts nach Berlin

17. Flamme in der Nacht

1. An den Leser

Ich hatte die Gelegenheit dreimal in Berlin zu weilen.

Das erste Mal als Soldat im denkwürdigen Mai des siegreichen Jahres 1945. Die Höhle des verreckenden Hitlerreichs empfing uns mit Rauch und Brandgeruch, mit todbringendem Feuer aus jedem Keller, jedem Fenster, von jedem Dachboden. Der Faschismus fletschte im Todeskampf die Zähne wie ein tödlich verwundetes Tier. Wie viel Kummer und Leid mussten wir erleben, wie viele Kampfgenossen verloren wir, wie viel menschliches Unglück mussten wir auf diesem langen Weg bis Berlin mit ansehen. Umso freudiger und größer war unser Sieg.

Er, unser Sieg, erscheint mir jetzt, nach vielen Jahren noch bedeutungsvoller. Das empfand ich, als ich 1962 als Tourist in der Hauptstadt der DDR war und besonders während meines Aufenthaltes in Berlin bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Gründung der DDR. An jenen denkwürdigen Oktobertagen des Jahres 1974 empfingen die Berliner uns Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges mit Blumen und Lächeln, mit freundschaftlichen Umarmungen und Händedruck und umgaben uns mit großer Aufmerksamkeit und Fürsorge. Unvergessliche Begegnungen mit deutschen Werktätigen, mit Pionieren und Jugendlichen bereiteten uns viel Freude und riefen Stolz hervor auf die neue Generation des neuen sozialistischen Deutschlands, das nach unserem Sieg über den Faschismus geboren wurde.

In traurigem Schweigen standen wir im Treptower Park vor dem erhabenen Denkmal für den Soldaten und Befreier. Ich befand mich in einer Reihe mit denen, die 1945 auf den Straßen Berlins kämpften, schaute auf meine altgewordenen Regimentskameraden und kehrte mit meinen Gedanken zurück zu jenen schweren und fernen Tagen. Wahrscheinlich empfanden das auch das ehemalige Mitglied des Kriegsrates der 5. Stoßarmee, Generalleutnant F. J. Bokow, jetzt Ehrenbürger Berlins; der Kommandeur des 9. Schützenkorps und Held der Sowjetunion, Generalleutnant J. P. Rosly, die Divisionskommandeure, Held der Sowjetunion, Oberst D. K. Schischkow, Generalmajor N. S. Galai, der Held der Sowjetunion, Generalmajor W. S. Antonow, der Kommandeur des Schützenregiments, Oberstleutnant I. I. Gumerow, der Bataillonskommandeur, Major F. K. Schapowalow, die Komsomolorganisatoren der Bataillone, Hauptmann Salidshan Alimow und Oberleutnant J. F. Senitschkin, heute verantwortlicher Mitarbeiter des ZK der KPd SU, der Komsomolorganisator des Armeenachrichtenregiments der 5. Stoßarmee, der heutige Direktor des Zentralen Leninmuseums, O. S. Kriwoschein, und andere unserer Kampfgenossen.

Als wir Kränze und Blumen an den Gräbern der beim Sturm auf Berlin gefallenen Sowjetsoldaten niederlegten, gedachten wir unserer Kameraden, die mit uns den Sieg über den Faschismus schmiedeten, freuten uns über die Erfolge des werktätigen Volkes der DDR und überzeugten uns, dass es sich des großen Ziels wegen gelohnt hat, die schweren Wege des Krieges über tausende Kilometer zu gehen und alle Not und Unbilden durchzumachen.

Unsere Gedanken und Gefühle drückte damals Leonid Iljitsch Breshnew in seiner Rede auf der Festsitzung anlässlich des 25. Jahrestages der DDR gut aus:

„Mit der Zerschlagung des Faschismus befreite die Sowjetarmee zusammen mit anderen europäischen Völkern auch das deutsche Volk. Die Partei Lenins, das Sowjetland reichte den deutschen Werktätigen die Hand des Friedens und der Freundschaft. Und die Partei Thälmanns machte sich an die Lösung der schweren und edlen Aufgabe der Umgestaltung des Lebens ihres Volkes auf neuen gerechten und humanen Grundlagen.“

35 Jahre sind seit jener Zeit vergangen, seit die letzten Salven des Großen Vaterländischen Krieges verklungen sind, seit die roten Fahnen über dem besiegten Berlin gehisst wurden. Es hat sich viel verändert seit jener Zeit, unser Leben erblühte wie neu, unsere Kinder sind erwachsen geworden, es wachsen die Enkel heran ...

Ich habe oft Gelegenheit, vor Soldaten meine Erinnerungen an die Kriegsereignisse darzulegen, vor der Jugend in Betrieben, Kolchosen und Sowchosen, vor Pionieren und Schülern aufzutreten. Die jungen Zuhörer fragen nicht selten: Kann man das nicht irgendwo nachlesen? Ich verweise auf meine einzelnen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, es gelang mir einfach nicht eher, alles Gesehene und Erlebte aufzuschreiben. Und so stelle ich erst jetzt meine Aufzeichnungen dem Urteil der Leser. Ich werde glücklich sein, wenn sie der Leser wohlwollend entgegennimmt, und ich werde doppelt glücklich sein, wenn die Heldentat meiner Generation einem jungen Menschen von heute beispielgebend für sein Leben sein wird.

2. Die Mobilmachung durch die Partei

Mich überraschte der Krieg in Leningrad im 3. Studienjahr an der Akademie für Wassertransport. Zugegeben, ich sah mich schon auf weiten Reisen, träumte von dem romantischen Seemannsberuf. Aber alle diese Pläne und Träume stürzten plötzlich zusammen: Die Akademie wurde in den ersten Monaten des Krieges unerwartet geschlossen und alle Studenten schickte man zur Arbeit in die verschiedensten Teile des Landes. Ich wurde ins Volkskommissariat der Seeflotte geschickt, um dort als Leiter eines Sektors junger Spezialisten zu arbeiten. Aber die Wohnungsfrage konnte lange nicht geklärt werden, und ich wendete mich, erschöpft von der langen Trennung von den Kindern und meiner Mutter, an das ZK der Partei mit der Bitte, mich wieder zur Verfügung des Krasnodarer Regionskomitees der Partei zu stellen, von dem ich auch zum Studium delegiert worden war. Meine Bitte wurde erfüllt.

In Krasnodar schlug man mir plötzlich vor, den Trust „Rosglawmoloko“ zu leiten. Ich erklärte mich ohne Bedenken einverstanden, obwohl die Arbeit neu und unbekannt war. Der Sekretär des Regionskomitees, der mir gute Wünsche mit auf den Weg gab, sprach über die große Verantwortung, die auf dem Trust lag. Auf Beschluss der Regierung wurden alle Heilstätten der Krasnodarer Region in Militärhospitäler umgewandelt. Die Aufgabe des Trusts war es, diese regelmäßig mit frischer Milch und Milchprodukten zu versorgen. Zu unserem Bereich gehörten 48 Molkereien und viele Annahmestellen. Ich nahm diese Sache mit Enthusiasmus in Angriff, ganze Wochen war ich auf Dienstreisen, um alle Maßnahmen zum Abtransport der Milchprodukte für die Verwundeten zu treffen.

Es war der zweite Monat der blutigen Schlacht gegen den verräterisch in unsere Heimat eingefallenen Feind. Die bestialischen Scharen der Faschisten zerstörten und verbrannten unsere Städte und Dörfer, ermordeten völlig unschuldige Menschen, drangen immer weiter in die Tiefe unseres Sowjetlandes ein und brachten dabei in jede Familie Tod, Kummer, Leid und Qual. Mein älterer und mein jüngerer Bruder, meine jüngere Schwester und viele Arbeitskollegen waren schon an der Front. Kommunisten und Komsomolzen gingen in die Kriegskommissariate, warteten nicht erst die Einberufung ab und baten, in die Armee aufgenommen zu werden.

Zugegeben - auch ich hatte diesen Gedanken. Aber die familiären Umstände waren kompliziert. Zu Hause - meine kranke, schon sehr alte Mutter und meine beiden Kinder, um die sich sonst keiner kümmern konnte. Ich war oft auf Dienstreisen und wusste gut, wie schwer es für sie ohne mich war.

Am 15. August, als ich von einer Überprüfung der Molkereien zurückkehrte, fand ich die Meinen in einer bedrückten Stimmung vor. Auf dem Tisch lag eine Vorladung, die mich verpflichtete, sofort ins Kriegskommissariat zu kommen.

„Was bedeutet das, Anja?“ Meine Mutter brach in Tränen aus, hatte sie doch im Leben schon viele Angehörige und nahe Bekannte verloren.

„Sei nicht traurig, Mutter“, versuchte ich sie zu beruhigen: „Wir wissen doch noch nichts Näheres.“

Aber meine Zweifel wurden sofort zerstreut, als ich mich im Kriegskommissariat meldete. Der Kommissar trat militärisch streng und knapp auf. Ohne überflüssige Worte teilte er mir den Beschluss des Kriegsrates des Nordkaukasischen Militärbezirkes über die Einberufung einer großen Gruppe von Partei- und Wirtschaftsfunktionären zur Politarbeit mit. Unter den Namen befand sich auch meiner. Ich sollte innerhalb von zwei Tagen zur Verfügung des Leiters des Lazaretts Nr. 2169 eintreffen und dort als Kommissarin arbeiten. Der Kriegskommissar gratulierte mir zur Ernennung, wünschte mir eine glückliche Reise und fragte, als er meine Verwirrtheit bemerkte:

„Genossin Nikulina, ist Ihnen etwas unklar? Warum schweigen Sie?“ „Sehen Sie ... ich bin ja bereit, den Befehl zu erfüllen. Aber ich habe zu Hause zwei Kinder und eine kranke Mutter. Wie soll das gehen?“

„Ich fühle mit Ihnen, doch ich kann Ihnen persönlich überhaupt nicht helfen“, der Kriegskommissar zuckte mit den Achseln. „Aber ich habe mit Genossin Machowikowa aus dem Regionskomitee der Partei gesprochen. Sie versprach, alles in Ordnung zu bringen. Ich gebe Ihnen 24 Stunden zur Regelung der familiären und zur Übergabe der dienstlichen Angelegenheiten. Sie verstehen, was das jetzt für eine Zeit für uns ist ...“

Zu Hause erwartete mich schon die Instrukteurin der Abteilung Propaganda des Regionskomitees der Partei, meine Freundin Tatjana Machowikowa. Dank ihrer Hilfe wurden meine familiären Angelegenheiten nicht schlecht geregelt. Tatjana zog in unsere Wohnung ein und versprach, der Familie auf jede nur mögliche Weise zu helfen, und wenn es notwendig werden würde, die Kinder und die Mutter ins tiefe Hinterland zu schicken.

Am dritten Tag fuhr ich in meinen Bestimmungsort Sotschi. Es kam jedoch alles bedeutend schlimmer als wir erwartet hatten. Bald nach meiner Abfahrt wurde auch Tatjana einberufen und wurde Kommissarin des Lazaretts in Armawir. Und noch ein Schlag - nach der schweren Krankheit starb meine Mutter. Meine Schwestern Warwara und Maria kamen aus Pjatigorsk. Wir weinten und trauerten alle gemeinsam. Die Schwestern nahmen die Kinder zu sich. Viele Sorgen lasteten auf ihren Schultern. Warja wurde meinen Kindern in den langen Jahren des Krieges eine zweite Mutter. Sie mussten alle schier Unmenschliches erdulden. Denn die Faschisten okkupierten bald danach den nördlichen Kaukasus. Meine Verbindung zur Schwester und zu den Kindern brach für lange Zeit ab. Über ihr Schicksal habe ich zwei Jahre nichts gewusst.

3. Das Lazarett Nr. 2169 in Sotschi

Das war also Sotschi, die Stadt der berühmten sowjetischen Heilstätten, die Stadt des bemerkenswerten Klimas und der exotischen südlichen Natur. In den Vorkriegsjahren waren die Strände im Sommer immer von Urlaubern übervölkert gewesen. In den Jahren der Sowjetmacht entstanden hier viele neue Heileinrichtungen, wo sich Tausende Werktätige erholten.

Aber im August '41 war uns nicht danach, sich an Exotik, an den Schönheiten des Schwarzen Meeres und an dem bekannten Dendrarium zu erfreuen. Die Eisenbahnstation war vollgestopft mit Zügen und die Anlegestellen Sotschis mit Schiffen, in denen immer neue verwundete Rotarmisten und Matrosen, friedliche Einwohner, evakuierte Frauen, Kinder und Greise ankamen. So groß auch mein eigener Kummer - der Tod der Mutter und die Trennung von den Kindern - war, beim Anblick dieser Masse von verstümmelten, verkrüppelten und unglücklichen Menschen zog sich das Herz vor Schmerz zusammen, und die persönlichen Erlebnisse erschienen mir klein gegenüber diesem Leid des ganzen Volkes, das der Krieg über unser Land brachte. Was ich hier sehen und hören musste - Blut, Tränen und Stöhnen - verdrängte alles und zwang mich, mit doppelter Energie zu arbeiten.

Das Lazarett Nr. 2169, in das ich als Kommissarin geschickt wurde, war in den Gebäuden des Sanatoriums des Rates der Volkskommissare der Ud SSR untergebracht. In ihm befanden sich zur gleichen Zeit 700 - 750 Verwundete zur Genesung. Unsere Aufgabe bestand darin, die Leichtverwundeten so schnell wie möglich in die Reihen der Soldaten zurück zu schicken und die erste Behandlung derer vorzunehmen, denen eine lange Genesung in den Hospitälern des Hinterlandes bevorstand. Ähnliche Lazarette waren während des Krieges in allen Sanatorien und Kurorten der Schwarzmeerküste des Kaukasus eingerichtet.

Meiner Meinung nach war die Arbeit der Militärärzte eine der herausragendsten Seiten der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges, und man könnte darüber viele Bücher schreiben. Ich begnüge mich mit der Darlegung jener Aufgaben, die ich als Kommissarin des Hospitals zu erfüllen hatte.

Aus den Berichten des sowjetischen Informationsbüros wussten wir, dass unsere Armee schwere Kämpfe um die Stadt Lenins und im Westen und im Süden des Landes führte. Durch das ganze Land drang der Ruhm der heldenhaften Verteidigung Odessas. Danach begann die legendäre Sewastopoler Epopöe, die zum Symbol für Mut und Heldentum wurde.

Die Verwundeten kamen über Land und Meer in die Hospitäler Sotschis. In den medizinischen Einrichtungen wurde ein schwerer und aufopferungsvoller Kampf um das Leben tausender sowjetischer Menschen, die an den heftigen Gefechten teilgenommen hatten, geführt. Natürlich waren herzliche und warme Worte, Anteilnahme und die Sorge um den moralischen Zustand der Verwundeten nicht weniger wichtig als die Medizin. Die anstrengende Arbeit, die rund um die Uhr anhielt, forderte vom medizinischen und Pflegepersonal den Einsatz aller Kräfte. Herzliche und aufrichtige Hilfe für die Verwundeten, die mitunter weder selbstständig essen, trinken, noch Briefe an ihre Angehörigen schreiben konnten, eine gute, sanfte und mitfühlende Beziehung zu den Menschen, die liebevollen Hände der Krankenschwestern, waren in dieser Situation ein Elixier für die Wiederherstellung von Mut und Gesundheit.

Die Politarbeiter mussten das alles noch besser sehen und verstehen als irgendein anderer. Meine Arbeit begann mit der Aufnahme der neu angekommenen Verwundeten. Nur dem Kommissar war es gestattet, ihre Partei- und Komsomoldokumente, ihre Auszeichnungen und deren Beglaubigung entgegenzunehmen. Er war Mitglied der medizinischen Kommission, ohne die Teilnahme des Politarbeiters konnte keine Zusammenkunft stattfinden, auf der über Tauglichkeit oder Nichttauglichkeit der Genesenden, über die weitere Ausübung des militärischen Dienstes entschieden wurde. Ohne die Unterschrift des Kommissars war kein Protokoll der ärztlichen Kommission gültig.

Auf den Schultern des Kommissars lastete natürlich alle Verantwortung für die Durchführung der parteipolitischen und erzieherischen Arbeit, sowohl unter den Verwundeten, als auch unter dem Personal des Hospitals. Kurz, die Sorgen und Aufgaben nahmen uns Tag und Nacht in Anspruch. Sogar ein nicht schmackhafter Borschtsch konnte Anlass eines ernsthaften Gesprächs mit dem Küchenpersonal sein.

Unmerklich vergingen die Tage und Nächte. Sie erwiesen sich als zu kurz, um sämtliche Pflichten zu bewältigen. Allmählich sammelte man Erfahrung und die Arbeit verlief erfolgreicher. In vielem half mir, dass ich schon die hohe Schule der Parteiarbeit in den Parteiregionskomitees des Nordkaukasus und von Krasnodar durchlaufen hatte.

Im September fand die erste Zusammenkunft von Leitern und Kommissaren der Lazarette in dem von Brigadekommissar Anissimow geleiteten Lazarettpunkt statt. Es wurde erste Bilanz über die Arbeit der Heilstätten unter Kriegsbedingungen gezogen, Erfahrungen ausgetauscht und weitere Aufgaben festgelegt.

Auf dieser Beratung traf ich eine Frau, mit der mich eine jahrelange Zusammenarbeit und Freundschaft verband - Kommissarin Olga Fjodorowna Kowtun, die zu dieser Zeit den Krasnodarern gut bekannt war. Auch für sie war das Zusammentreffen unerwartet. Olga eilte zu mir:

„Anja?! Was machst du denn hier? Das ist ja eine Überraschung! Nun, sei gegrüßt!“

„Wie geht's, Frau Kommissarin?“ fragte ich, „Nicht schlecht wie ich sehe. Die Uniform steht Ihnen sehr gut.“

„Alles ist gut ... Mich beunruhigt bloß ein kleiner Gedanke. Ich weiß, dass wir hier eine nützliche Sache tun. Die Arbeit ist kaum zu bewältigen. Du weißt selbst, wie viele Verwundete eingeliefert werden. Man vergisst, wann Tag und wann Nacht ist. Mitunter hat man auch keine Zeit zum Schlafen. Aber so ganz zufrieden bin ich nie. Es scheint mir, dass ich an der Front mehr für den Sieg tun könnte. Hast du noch nicht darüber nachgedacht?“

„Natürlich habe auch ich mir darüber Gedanken gemacht.“ gab ich zu. „Aber es wird doch gesagt, dass unser Platz jetzt hier ist. Ich habe versucht, darüber mit meinem Vorgesetzten zu sprechen, aber er hat mir eine Strafpredigt gehalten.“

Olga Fjodorowna Kovtun, eine kräftig gebaute Frau mittlerer Größe, die alle mit ihrem unerschöpflichen Optimismus und ihrer unbändigen Energie mitriss, zeichnete sich durch die Geradlinigkeit ihrer Urteile aus. Sie wollte unbedingt an der vordersten Front sein.

Ich habe sie auf einer Parteikonferenz im Krasnodarer Regionskomitee der Partei kennengelernt. Wir waren schon auf dem Weg zum Sitzungssaal, als eine Frau, die sich mit dem neben ihr gehenden Mann über irgendetwas energisch unterhielt, meine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Als sie die Mitarbeiter der Industrieabteilung des Regionskomitees sah, begrüßte sie uns fröhlich und drohte scherzhaft: „Nach der Konferenz komme ich unbedingt in Ihre Abteilung, und Sie werden noch Ihren Teil von mir bekommen.“

Olga Fjodorowna arbeitete zu jener Zeit als 1. Sekretär der Tulaer Regionalleitung der Partei und war Mitglied der Revisionskommission des Regionskomitees. Nach der Konferenz kam sie wirklich in unsere Abteilung. Wir gratulierten ihr herzlich zur Wahl als Delegierte des XVIII. Parteitages.

„Danke! Danke!“ lachte Olga glücklich. „Aber die Kritik bleibt Euch trotzdem nicht erspart.“ erklärte sie schelmisch, und gab den Mitarbeitern der Abteilung ordentlich Pfeffer dafür, dass wir der Entwicklung der Industrie in ihrem Kreis wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatten. Die Bemerkung war voll gerechtfertigt, und wir erklärten uns mit der Kritik einverstanden.

Seit jener Zeit wuchs in mir ein Gefühl der Sympathie zu dieser kämpferischen Frau.

Jetzt waren wir also beide Kommissarinnen in Lazaretten. Den Dingen vorgreifend, möchte ich hier schon bemerken, dass das Schicksal unsere Wege nicht nur einmal zusammen führte, sowohl im Krieg, als auch viele Jahre später. Heute ist Olga Fjodorowna schon nicht mehr unter den Lebenden. Aber das Bild dieser bewundernswerten Frau, dieses zutiefst parteilichen und bemerkenswerten Menschen wird immer in meiner Erinnerung bleiben.

4. Die schwierige Militärwissenschaft

Über der alltäglichen Arbeit bemerkten wir nicht, wie schnell die Tage vergingen. Das Lazarett arbeitete mit gewaltiger Belastung:

Die Front war jetzt nebenan. Wir erlebten viele harte Tage und Nächte. Aber uns alle begeisterte der große Sieg der Roten Armee bei Moskau. Die Hitlersoldaten waren weit vor die Hauptstadt zurückgeworfen worden. Das gab uns neue Kraft, festigte in jedem von uns den Glauben an den endgültigen Sieg über den Feind. Doch bis zu ihm mussten noch 3 lange Jahre vergehen.

Der Frühling '42 brachte auch für mein Leben große Veränderungen. Unerwartet bekam ich den Befehl, mich sofort zur Gefechtsausbildung in der Rostower militärpolitischen Schule zu melden, die in die kleine Ortschaft Dokschukino evakuiert worden war, die in Kabardino-Balkarija liegt.

Die Direktive über die Gefechtsausbildung von Politarbeitern, die während des Krieges in die Rote Armee eintraten, wurde von der politischen Hauptverwaltung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee noch im Juli 1941 herausgegeben. In ihr wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass jeder Politarbeiter mit der persönlichen Waffe umgehen kann, dass er sich gut in der Gefechtssituation zurechtfindet, dass er zusammen mit dem Kommandeur für die Ausbildung der Unterstellten verantwortlich ist, und wenn es notwendig sein sollte, sogar selbst das Kommando übernimmt. Von der Richtigkeit einer solchen Problemstellung konnte ich mich in der Folgezeit nicht nur einmal persönlich überzeugen, als es in entscheidenden Minuten des Kampfes unumgänglich war, mit der Waffe in der Hand zu handeln und die Rotarmisten zur Attacke zu führen.

Unter den zum Lehrgang gekommenen Kommissaren und Politarbeitern waren zweiundzwanzig Frauen. Die Mehrheit besaß Erfahrungen in der parteipolitischen Arbeit im Apparat von Regional-, Gebiets- und Rayonkomitees der Partei. Die militärische Ausbildung haben viele nur in den Zirkeln der Gesellschaft zur Unterstützung der Zivilverteidigung absolviert.

Zum Kommandeur des gesonderten Frauenzuges wurde Leutnant Sagoruiko ernannt, der schon an Kämpfen teilgenommen hatte, verwundet und nach der Genesung an diese Schule geschickt worden war.

Das Schicksal brachte mich erneut hier mit Olga Kowtun zusammen. Die Leitung ernannte uns, offensichtlich in Anbetracht unserer Arbeitserfahrung, zu Kommandeuren einer Abteilung.

Das Lehrprogramm war unter den Bedingungen des Krieges dermaßen umfangreich und zeitlich gekürzt, dass es nötig war, sich fast rund um die Uhr damit zu beschäftigen. Das Erlernen der Taktik und der Schusswaffe, das Gefechtsschießen, die ausgedehnten Geländeübungen, Nachtalarme, all das ermüdete bis zum Äußersten. Es waren alle unglaublich müde. Und mitunter hast du es nach dem Zapfenstreich noch nicht geschafft einzuschlafen, wenn erneut das Kommando ertönt: „Aufstehen!" Die Kommandeure nahmen absolut keine Rücksicht darauf, dass wir Frauen waren.

Das Allerschwerste waren die Geländeübungen, wenn man in voller Montur und mit der Waffe 2 - 3 km im Laufschritt zurücklegen und danach aus dem Lauf heraus Schützengräben im ganzen Profil ausheben musste. Und all das bei 40 Grad Hitze!

Manchmal schien es, als ob sich der Zugführer speziell für uns die allerschwersten Prüfungen ausdachte, als ob wir uns vor ihm etwas hätten zuschulden kommen lassen. Aber Leutnant Sagoruiko wiederholte nur:

„Alles muss so sein, wie im Krieg. Nicht auf einen Tanzabend bereiten Sie sich vor, Fräuleins. Erwarten Sie keine Zugeständnisse. Für Unfähigkeit kann man an der Front mit dem Leben bezahlen. Also - nicht klagen.“

Und wir klagten auch nicht. Dazu kam noch, dass ich bald darauf diese militärische Sache den Männern beibringen musste. Mich rief unerwartet der Leiter der Schule, Oberst Wlassow, zu sich und übermittelte mir die Order über meine Ernennung zum Hauptfeldwebel einer männlichen Ausbildungskompanie, welche aus mittleren Kommandeuren bestand, die erst aus dem Lazarett zurückgekehrt waren. In der Mehrheit waren es noch junge Leute, aber es gab auch welche, die schon im Kampf waren und das Leben an der Front kannten. Sie bereiteten sich darauf vor, erneut an die Front zu gehen, doch dann schon als Politleiter von Schützenkompanien.

Die Ernennung zum Hauptfeldwebel und noch dazu einer Kompanie ehemaliger Frontkämpfer, ich sage es geradezu, löste bei mir keine Freude aus. Obwohl ich mich in meinem Leben schon in verschiedenen schwierigen Situationen befand, so war es doch Männer zu kommandieren - Teilnehmer an Kämpfen - für mich neu und nicht leicht. Faktisch lagen die Verantwortung für die exakte Erfüllung der Lehrpläne, die Organisation des Alltags und der Erholung der Kommandeure auf den Schultern des Hauptfeldwebels.

Ja, und was den Kampf mit den Verstößen gegen die Disziplin angeht Den Leuten, die im Feuer gestanden hatten und sich erneut darauf vorbereiteten, in den Kampf zu gehen, irgendetwas beizubringen, war für mich, die ich noch kein Pulver gerochen hatte, kompliziert. Hier kommst du allein mit entsprechender Dienstvorschrift nicht aus. Man musste, wie man so sagt, mehr auf das Gewissen, auf das Bewusstsein der Menschen einwirken und auch mal streng, mal auf mütterliche Art, ihnen die Leviten lesen.

Und dann... als der Kommandeur mich vor der Front den Kursanten als Hauptfeldwebel der Kompanie vorstellte, bemerkte ich, wie über die Gesichter einiger Männer ein Lächeln huschte. Jemand stieß seinem Nachbarn vielsagend mit dem Ellenbogen in die Hüfte. Ich erwartete irgendwelche Fallen seitens meiner Untergebenen. Und sie kamen. So eine halb im Scherz geäußerte Klage über die Gepäckverantwortlichen, dass sie Gegenstände der Bekleidung nicht herausgeben, welche - wie sich herausstellte – überhaupt nicht existierten, eine tückische Frage über die Dienstvorschrift, so eine offensichtliche Ironie in der Meldung... Mit einem Wort, man musste die Ohren ständig steif halten.

Auf jedem Morgenappell prüfte ich sorgfältig das Äußere meiner Hörer und ließ nicht ohne Aufmerksamkeit den Fall, wenn jemand unrasiert war, seine Kragenbinde nicht gewechselt oder seine Schuhe nicht geputzt hatte. Natürlich musste ich selbst darin ein Vorbild sein. Ich denke, dass es meinen Untergebenen nicht eben angenehm war, einen Tadel vom Kommandeur, noch dazu von einer Frau, zu erhalten, und sie wurden merklich disziplinierter.

In Erinnerung blieben mir auch die gut organisierten Abendappelle und Spaziergänge. Zu den Spaziergängen gehörten auf jeden Fall frische Lieder, die die Stimmung und den Kampfgeist der zukünftigen Politarbeiter heben sollten. Besonders populär war zu dieser Zeit das Lied von A. W. Alexandrow und W. I. Lebedew Kurmatsch „Der heilige Krieg“. Seine Musik und die Worte „Steh auf, steh auf du Riesenland, heraus zur großen Schlacht...“ berühren uns auch jetzt noch zutiefst, aber in jener schweren Zeit klangen sie wie eine Sturmglocke, die zum Kampf rief...

Die Wunde über den Verlust der Mutter war noch nicht vernarbt; ich musste in ständiger Sorge um das Schicksal der Kinder leben, über die ich überhaupt nichts wusste. Und da kam ein neuer Schlag.

Eines Tages, als ich vom Unterricht kam, händigte der Diensthabende mir ein Telegramm aus. Die Aufregung verbergend, ging ich an einen einsamen Platz. Ist es möglich, dass irgendetwas mit den Kindern passiert ist? Ich lese, und die Zeilen springen und verschwimmen: „Unser Bruder Alexander fiel den Heldentod. Warja“. Mit Mühe und Not konnte ich die aufkommenden Tränen zurückhalten. Meinem Kummer ließ ich erst nach dem Abendappell freien Lauf und weinte mich aus. Einschlafen konnte ich natürlich nicht. Ein Dankeschön an Olga, sie ließ mich mit meinem Kummer nicht allein.

„Fasse Mut, Anja! Jetzt passiert so etwas in jeder Familie. Bald beenden wir die Kurse und dann werden wir den Faschisten all unsere Verluste und unser Elend vergelten.“

Wir schwiegen lange. Als ich mich ein wenig beruhigt hatte, setzte sich Olga zu mir und fragte teilnahmsvoll:

„Und wo ist dein Mann? Wo die Verwandten? Du redest aus irgendeinem Grunde nie darüber. Warum schweigst du?“

Ich schwieg deshalb, weil ich nicht gleich wusste, was ich sagen sollte. In der Erinnerung tauchten die fernen Jahre der Kindheit und Jugend auf, alles, was ich in meinem noch gar nicht langen Leben durchmachen musste.

Von der Front des 1. Weltkrieges kam unser älterer Bruder Iwan verwundet in das Kosakendorf Batalpaschinskaja zurück. Dort, in den Schützengräben, hatte er die Kraft und die Wahrheit des bolschewistischen Wortes erfahren. Nach dem Großen Oktober trat er in die Leninsche Partei ein. An den Abenden versammelten sich in unserer Kate die Dorfkosaken. Sie lauschten Iwans Erzählungen über den Krieg, über die Revolution und über die Leninschen Dekrete...

Als die weißgardistischen Generäle und die ausländischen Interventen in Sowjetrussland den Bürgerkrieg auslösten, wurde Iwan Kommandeur einer Partisanenabteilung im nördlichen Kaukasus. In diese Einheit kam auch unser jüngerer Bruder Alexander. Später kämpfte ihre Abteilung in den Bergen des heutigen Karatschajewo-Tscherkessia. Später wurde Iwan eine andere verantwortungsvolle Arbeit übertragen, und Sascha kämpfte gegen die weißen Banden bis zu ihrer vollständigen Vertreibung aus dem Kaukasus. Und nun hat er sein Leben im Kampf gegen die Faschisten gelassen.

Wie viel hatte unsere Familie in den Jahren des Bürgerkrieges durchgemacht! Unser Vater Wladimir Stepanowitsch Nikulin war schon nicht mehr ganz jung, die Dorfkosaken verehrten ihn und mit Errichtung der Sowjetmacht in Batalpaschinskaja wählten sie ihn zum Vorsitzenden des Komitees der Dorfarmut. Die Zeit war sehr unruhig. Überall trieben sich weißgardistische Banden herum. In Herbst 1918 überfiel die Bande des Generals Schkuro auch unser Kosakendorf. Es begannen Massenverhaftungen und Repressalien für die, die irgendwie eine Verbindung mit Bolschewiken hatten. Mit der gesamten Bande drangen die Weißkosaken in unsere Hütte ein. Von irgendjemand hatten die Banditen erfahren, dass die Brüder sich in einem Partisanentrupp befinden und ließen ihre ganze Erbitterung an dem bejahrten Großvater Stepan aus. Sie packten ihn, führten ihn hinaus auf den Hof und prügelten ihn mit den Nagaikas so, dass er bald schwer erkrankte und starb.

Und den Vater warfen sie ins Gefängnis. Uns alle haben sie aus dem Elternhaus gejagt. Wir versteckten uns in Nachbarkellern, ohne etwas über das Schicksal unseres Vaters zu wissen.

Der Terror wurde noch stärker, als in Batalpaschinskaja die Truppen des Generals Pokrowski einmarschierten. Eines Morgens füllte sich die Staniza mit dem Wehklagen des Kummers und der Verzweiflung. Die Leute hatten erfahren, dass alle Verhafteten in der Nacht erhängt worden waren, auf dem Marktplatz, der sich am Rande der Staniza befand. Zwischen den Leichen fanden wir auch den Körper unseres Vaters. Doch die Hingerichteten zu beerdigen, erlaubten die Weißkosaken nicht und vergruben sie bald in einem Massengrab in der Nähe vom Friedhof.

Der Kummer unserer Mutter kannte keine Grenzen. Ich, die Älteste von den Kindern, war noch nicht mal 15. Wegen eines Stückes Brot war meine Mutter gezwungen, mich als Dienstmädchen fortzugeben. Geduldig warteten wir auf die Befreiung von all unserem Elend. Und sie kam im Frühling des Jahres 1920. Zusammen mit der Aprilwärme fiel die rote Kavallerie wie ein freudiger Wind in Batalpaschinskaja ein.

Zwei Wochen verweilte die rote Kavalleriebrigade in unserem Kosakendorf. Der Kommissar der Brigade, Rupassow, der die Aufgabe hatte, bei uns Posten zu stehen, ging am Tag seinen Dingen nach und abends saß er lange mit uns zusammen und hörte der bitteren Beichte meiner Mutter zu. Selbst erzählte er interessant über sein an Ereignissen reiches Leben, über seine Begegnung mit Lenin auf dem 1. Kongress der kommunistischen Studenten, wo Nikita Rupassow Delegierter des Simbirsker Gouvernements war. Die Treffen mit dem Kommissar Rupassow spielten in meinem Leben eine wichtige Rolle. Seine Erzählungen halfen, sich in der politischen Situation zurecht zu finden, in den komplizierten Lebensproblemen jener Zeit. Unter Leitung der Kommunisten organisierte sich in der Staniza bald eine ziemlich gefestigte Jugendzelle. Auch ich trat in den Komsomol ein. Von da an begann auch meine Arbeit in gesellschaftlichen Organisationen.

An den Kommissar bewahrte ich das ganze Leben ein gutes Andenken. Den Dingen vorgreifend, sage ich, dass dieses Treffen mit ihm nicht das letzte war. Es gab noch ein anderes nach fast 50 Jahren. Einmal, als ich mich auf den Politunterricht vorbereitete, las ich in der Zeitschrift „Politische Selbstbildung“ einen Artikel eines alten Kommunisten über seinen Anteil an der Erziehung der Jugend. Die Unterschrift: „N. Rupassow, Mitglied der KPd SU seit April 1918.“ Ich wollte erfahren, ob es nicht dieser Kommissar war. Ich schrieb einen Brief an das Kreiskomitee der Partei in Borowski im Kalugaer Gebiet. Und eines herrlichen Tages klingelte es in unserer Moskauer Wohnung. Ich öffnete die Tür und blieb vor Verwirrung stehen. Vor mir stand ein verlegen lächelnder Mann. Ja, das war er! lmmer noch diese lebhaften blauen Augen, dieselbe stramme Haltung. Nur anstatt der prächtigen Locken ragten unter dem Hut weiße dünne Strähnen hervor. Die Zeit hatte das ihre getan.

„Guten Tag, Genosse Kommissar!“

Ja, lange und schwere Jahre hatten wir durchlebt. Es gab einander viel zu erzählen. Ich hörte bewegt Nikita Alexejewitsch zu. An Rupassows Brust leuchtete der Leninorden, mit dem er zum 5. Jahresstag der Oktoberrevolution ausgezeichnet worden war. Für die Teilnahme an der Befreiung des Kuban und des Kaukasus von den Weißgardisten, für die Erfüllung persönlicher Aufgaben von D. L. Furmanow, für die langjährige leitende Arbeit in der Textilindustrie… Aber das war, ich wiederhole es, fast nach 50 Jahren. Damals…

…Anfang der zwanziger Jahre:

Wir, die Komsomolzen, jagten mit der Abteilung „TSCHON“ (Mitglied einer Abteilung zur besonderen Verwendung) die Banden. Danach Arbeit als Sekretär des Kreiskomitees des Komsomol, die Organisierung der Lebensmittelbeschaffungstrupps. Wir kämpften um Brot für die Arbeiter- und Bauernmacht, verloren Freunde, die durch Kugeln und Äxte der Kulaken umkamen. Dann die Arbeit in der Tscheka, eine neue, schwere und gefährliche. Eine komplizierte Situation in Abchasien, und ich war erneut bei der Komsomolarbeit, aber schon in Suchumi … Moskau, kommunistische Hochschule … das Jahr 1925, das mir persönliches Glück brachte: In Kabardino-Balkaria, wo sie mich hingeschickt hatten, um in einer sowjetischen Parteischule zu unterrichten, arbeitete ich schon zusammen mit meinem Mann Nikolai Winogradow, der nach Beendigung der kommunistischen Hochschule auch in das Bezirkskomitee der Partei geschickt wurde…

1930, das Rostower Polytechnikum der Verkehrswege, eine tragische Nachricht: Mein Nikolai, damals schon Sekretär des Balkarsker Gebietskomitees der Partei, starb durch die Hände der Banditen …Züge zu fahren habe ich nicht geschafft – man schickte mich in das nordkaukasische Regionskomitee der Partei.

All das habe ich auch meiner langjährigen Freundin Olga vor meiner Abreise an die Front, die jeden Tag näher rückte, erzählt.

5. An die Front

Unsere Ausbildung war beendet, es fand ein feierlicher Abschied der Politarbeiter statt. Nach dem offiziellen Teil gab es ein Konzert der Laienkünstler und danach Tanz. Es spielte eine Ziehharmonika, die Paare drehten sich im Walzertakt, und Olga und ich saßen an der Seite und unterhielten uns leise vor dem Abschied.

Ich wurde in die Politleitung der Transkaukasischen Front geschickt, die sich in Tbilissi befand. Olga fuhr später weg und kam, mich zum Bahnhof zu bringen. Wir verabschiedeten uns wie Schwestern. Fest verbunden haben uns der Dienst, ähnliche Lebenswege und gleiche Interessen. Es kam die Zeit, sich zu trennen. Und wer weiß, ob wir uns wiedersehen und wohin uns das Kriegsgeschehen wirft.

In der Parteileitung der Front erhielt ich den Befehl, mich in die nördliche Heeresgruppe zu begeben, die im Gebiet der Stadt Grosni stationiert war. Diese Gruppe befehligte Generalleutnant I. I. Maslennikow, Mitglied des Kriegsrates, Korpskommissar war A. J. Fominych.

In Grosni kam ich spät in der Nacht an, stieg aus dem Waggon und blieb erstarrt stehen. Über der Stadt stand ein purpurner Feuerschein - dort loderten die Erdölfelder, die von der faschistischen Luftflotte bombardiert worden waren. Die Luft war voller Brandgeruch. Die Reflexe der Flammen tanzten in jedem Fenster. Die Stadt schien unruhig und wachsam. In allem fühlte man, dass die Front nicht weit ist.

Mit Mühe gelangte ich während der Nacht zum nächsten Hotel. Plätze gab es nicht, und ich musste den Sonnenaufgang in der Hotelhalle abwarten, so dass ich ungewöhnlich früh im Empfangszimmer des Vorgesetzten der Kaderabteilung der politischen Verwaltung der Gruppe erschien. Hier habe ich das erste Mal vom 9. Schützenkorps gehört, das sich zwei Monate zuvor zu formieren begann.

Der Leiter der Kaderabteilung bot mir den Posten eines Oberinstrukteurs der Politabteilung für Agitation und Propaganda an. Ich war einverstanden. Die Mitarbeiter der Kaderleitung erzählten mir kurz die Geschichte des Verbandes. Zu ihm gehörten die 256., 157. und die 43. Schützenbrigade. Das Korps befehligte Oberst Iwan Terentjewitsch Samerzew, als Kommissar war der Regimentskommissar Alexander Dmitrijewitsch Drosdow eingesetzt und als Leiter der Politabteilung der Oberbataillonskommissar Wladimir Naumowitsch Dukelski. Das Korps gehörte zur 44. Armee und sollte hier die aktiven Kampfhandlungen beginnen.

Aufgeregt nahm ich das Paket mit der Vorschrift entgegen. Gründe gab es dafür nicht wenige. Als erstes die neue Bestimmung, das neue, unbekannte Kollektiv. Aber die Hauptsache - ich fuhr in den Kampfabschnitt in einer nicht einfachen und komplizierten Zeit. Der Feind strebte dem Nördlichen Kaukasus zu. Den Teilen des Korps stand bevor, sich den faschistischen Soldaten in den Weg zu stellen, zu einer Zeit, wo die große Schlacht an der Wolga in vollem Gange war. Ich wusste, dass nach einer Reihe unserer Misserfolge in der Sommerkampagne 1942 der Befehl Nr. 227 herausgegeben wurde. Der Grund hierfür war die außerordentliche Lage an der Front, als die zeitweiligen Niederlagen bei manchem Unsicherheit erzeugten, mitunter auch panische Stimmungen. Der Befehl forderte: „Keinen Schritt zurück!“, dem Tod ins Auge sehen, und die Frontsoldaten wissen gut, was das bedeutet.

Ich musste im Kosakendorf Ischtscherskaja den Stab der 44. Armee aufsuchen und den Standort der Politabteilung des Korps genauer bestimmen. Vor dem Krieg war ich schon einmal in dem Kosakendorf. Mir gefielen dort die langen, im Grün ertrinkenden Straßen.

Aber jetzt schien alles fremd: Es war menschenleer, still, überall waren die Folgen der vor kurzem stattgefundenen Bombenangriffe zu sehen, der Rauch brannte in den Augen. Lange ging ich über die öde Straße und traf keine Menschenseele. Ich ging noch einen halben Kilometer, und erst da bemerkte ich an einem Zaun eine Gruppe Kommandeure. Ich fragte, wie ich den Stab der Armee finden kann und erkannte mit Verwunderung meine ehemaligen Kursanten der Weiterbildungskompanie. Es stellte sich heraus, dass auch sie nach Beendigung der Schule die Ernennung zu politischen Leitern von Kompanien in der 44. Armee erhalten hatten. Mit ihrer Hilfe fand ich schnell den Armeestab.

Wie es sich herausstellte, waren Teile des sich formierenden Korps im Gebiet des Kosakendorfes Grafskaja konzentriert, und die Politabteilung befand sich auch irgendwo nicht weit entfernt in diesem Kreis. Ich kam dort erst in finsterer Nacht an. In der ägyptischen Finsternis schleppte ich mich mit Mühe und Not über die sandigen Hügel. Rundum weder ein Laut noch Feuer. Und auf einmal, fast neben mir, der Anruf:

„Halt, wer ist da?“

Ich erklärte dem Posten, weshalb ich da bin, erkundigte mich, wie man die Politabteilung, das Korps finden kann. Der Rotarmist wies auf ein sich dunkel abhebendes, nicht weit entferntes Auto mit Fahrerhaus. Ich ging hin und zog die Tür auf. In meine Augen traf Licht: Im Fahrerhaus schlief eine Gruppe Kommandeure, die, wach geworden, mich neugierig anschauten. Nachdem ich gegrüßt hatte, fragte ich, wo ich den Leiter der Politabteilung finden könnte. Jemand wies auf die zweite Hälfte des Fahrerhauses. Beim Licht der Funzel sah ich in diesem Teil einen Hauptmann über eine Schreibmaschine gebeugt. Er hörte aufmerksam dem neben ihm stehenden Bataillonskommandeur zu und schlug wütend mit den Fingern auf die Tasten. Der Kommissar war völlig in seine Gedanken versunken und diktierte, ohne mich zu bemerken, den Text irgendeines Dokuments. Um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, wendete ich mich absichtlich laut an den Leiter der Politabteilung:

„Genosse Oberbataillonskommissar! Der Oberpolitleiter Nikulina meldet sich zum weiteren Dienst.“

W. N. Dukelskij schaute mich erstaunt an, als ob er seinen Ohren nicht trauen würde, und fragte:

„Wiederholen Sie, was haben Sie gesagt?“

Ich meldete nochmals und hörte die Antwort. „Sachen gibt es ...“

Der Empfang erfreute mich nicht besonders. Es war offensichtlich, dass der Leiter der Politabteilung solch eine Verstärkung nicht erwartet hatte, und verbarg sein Befremden auch nicht. Nachdem er sich mit dem Befehl vertraut gemacht hatte, holte er tief Luft und sagte trocken:

„Nun gut, Genossin Oberpolitleiter, ruhen Sie sich erst einmal aus. Ich werde gleich Zeit für Sie haben.“

Ja, nach dieser Begegnung zu urteilen, wird es mit dem Leiter nicht leicht werden, der sich nicht einmal bemühte, seine Unzufriedenheit zu verbergen, dass sie ihm eine Frau geschickt hatten. Scherereien, denkt er, mit ihr wirst du es nicht leicht haben.

Als Dukelskij seinen Bericht beendet hatte, bat er mich zum Tisch, fragte mich aus, wo ich bis zum Krieg gearbeitet habe, ob ich schon lange in der Armee bin, wo ich gedient habe. Es schien, dass er sich schon an den Gedanken gewöhnte, dass wir so oder so zusammen arbeiten müssen. Der Leiter der Politabteilung breitete eine Karte auf dem Tisch aus und begann die Lage zu erklären, zeigte den Standort der Truppenteile und machte mich mit den bevorstehenden Aufgaben bekannt.

Die Teile des Korps haben die Ausgangsstellung eingenommen und bereiten sich zum Durchbruch der gegnerischen Verteidigung in der Richtung Mosdoksk vor. An der rechten Flanke des Korps muss die 256. Selbstständige Schützenbrigade tätig werden, im Zentrum die 43. und links die 157.

Wladimir Naumowitsch zeichnete ein nicht sehr erfreuliches Bild. Die Lage in den Brigaden ist schwierig. Aus den Kämpfen gingen sie mit großen Verlusten hervor, und die Auffüllung ist noch nicht erfolgt. Bis zum beabsichtigten Angriff waren die Tage gezählt. Es war notwendig, in der kurzen Zeit etwas, so scheint es, Unmögliches zu tun: die Truppenteile auf die Erfüllung der wichtigen Kampfaufgabe vorzubereiten - den Durchbruch der stark befestigten feindlichen Verteidigung.

„Sie werden in die Einheiten gehen,“ gab mir Dukelski fast zornig mit auf den Weg, „kontrollieren Sie, wie es mit der Versorgung steht, ob genügend Patronen und Granaten da sind, wie die Schuhe und die Kleidung aussehen, ob die Rotarmisten mit Tabak und Streichhölzern versorgt sind. Heben Sie die Stimmung der Leute, und lassen Sie nicht eine Kleinigkeit außer Acht.“

Er schwieg eine Weile und fügte schon wohlwollend und weich hinzu: „Die Arbeit ist, wie Sie sehen, umfangreich, aber die Zeit gering. Sie verstehen selbst, hier ist kein Sanatorium. Gehen Sie in die 256. Brigade, machen Sie den Leiter der Politabteilung Drobyschew ausfindig, berichten Sie regelmäßig der Politabteilung des Korps über den Stand der Vorbereitung zum Angriff.“

Darüber musste ich nachdenken. Schwierigkeiten schreckten mich nicht. In 20 Jahren Komsomol und Parteiarbeit kam es, dass man in verschiedene Situationen geriet, manchmal war man 24 Stunden nicht zu Haus. An freie Tage war gar nicht zu denken. Aber hier fühlte ich plötzlich, dass alles noch komplizierter wird.

Mit der Last auf der Seele ging ich an die Erfüllung der Pflichten eines Oberinstrukteurs der Politabteilung des Korps. Es wirkten sich offensichtlich die Müdigkeit, ein nicht sehr herzlicher Empfang des Leiters, ja auch die Kompliziertheit der bevorstehenden Aufgaben aus. Ratsam wäre gewesen, sich wenigstens ein bisschen auszuruhen, aber ich wollte keine Schwäche zeigen und gleich die Unzufriedenheit des neuen Vorgesetzten auf mich lenken. Und ich beschloss, sofort in die Brigade zu gehen.

Es dämmerte schon ein bisschen, aber die Gegend war noch schlecht zu sehen. Ich konnte mich lange nicht orientieren. Ein falscher Ehrgeiz erlaubte es mir nicht, zurückzukehren und die Kommandeure zu fragen, auf welchem Weg ich einfacher zur Brigade komme, und ich bezahlte teuer dafür, weil ich fast aufs Geradewohl gehen musste. Auf der Karte schien alles klar und verständlich, aber hier stolperte ich dauernd im Halbdunkel, fiel, stand auf, schimpfte und ging erneut weiter, ohne Gruben und Trichter zu bemerken. Schon bei Tageslicht überquerte ich irgendeine Schlucht. Plötzlich ertönte über meinem Kopf ein immer stärker werdendes Getöse. Ich guckte nach oben und erblickte deutlich in der Luft einen „Rahmen“ - ein deutsches Flugzeug, welches über dem Talweg kreiste. Was suchte es hier? Ich schaute um mich herum und bemerkte, dass in der Schlucht irgendwelche seltsamen Maschinen standen. Ich eilte zu ihnen. Aber mir deutete ein Kommandeur aus der Ferne mit einer Geste an, dass ich mich nicht nähern sollte.

„Leg Dich hin!“ schrie ein Rotarmist von der anderen Seite und drohte mir mit der Faust. Als er mein Staunen sah, wiederholte er erneut lauter sein Kommando und fügte solch ein schroffes Schimpfwort hinzu, dass ich sofort auf die Erde fiel. Auf einmal waren häufige kreischende Laute zu hören und die Schlucht wurde vom Widerschein der Feuerblitze erhellt. Erst jetzt verstand ich, dass hier unsere „Katjuschas“ gesprochen hatten. Gehört hatte ich viel von ihnen, aber gesehen hatte ich sie bis jetzt noch nicht.

Nachdem sie eine Salve abgegeben hatten, wendeten die Maschinen in derselben Minute scharf und waren plötzlich verschwunden. Der „Rahmen“ drehte auch in Richtung Front ab. Als ich mich erhoben hatte, wollte ich mich weiterbewegen. Aber gleichsam wie aus der Erde erhob sich vor mir die mächtige Figur eines Bataillonskommissars:

„Was spazieren Sie hier herum und demaskieren unsere Positionen? Hier ist kein Boulevard ... Wer sind Sie und woher kommen Sie?“

Als der Politarbeiter mich ausgehorcht hatte, lachte er auf: „Nun also. Es stellt sich heraus, die Leitung des Korps ist angekommen und ich empfange die Gäste so.“ und er stellte sich vor: Chef der Politabteilung der Brigade Drobyschew.

„Ich brauche Sie hier sehr.“

„Bitte, ich bin bereit, auf alle Fragen zu antworten und mit allen Kräften zu helfen. Hauptsache, Sie nehmen mir es nicht übel, dass es so passiert ist.“

Hätte ich vielleicht beleidigt sein sollen, wo endlich meine Strapazen ein Ende fanden und der Divisionskommandeur mich sogar zum Frühstück einlud?

Drobyschew machte mich mit der Lage in den Truppenteilen der Brigade bekannt, mit der Zusammensetzung der Politabteilung. Nach dem Frühstück gingen wir mit dem Instrukteur für Agitation und Propaganda, dem Oberpolitleiter Wassilij Kovalenko, zum 2. Bataillon. Wir besuchten alle Kompanien, überprüften ihre Vorbereitung auf die Erfüllung der Kampfaufgabe, unterhielten uns mit den Kommunisten und Komsomolzen, erfuhren, welche Arbeit die Partei und Komsomolorganisationen durchgeführt hatten und was sie noch zu tun beabsichtigten.

In den Gesprächen unterstrichen wir, dass die Hauptaufgabe der politischen Arbeit jetzt ist, die jungen Kämpfer vom Ersatz darauf einzustellen, dass sie so schnell wie möglich Technik und Waffen beherrschen, und die erfahrenen Kämpfer dafür zu begeistern, dass sie den Neulingen helfen, Kampffähigkeit zu erwerben. Die Aufgabe der Kommunisten und Komsomolzen war, sowohl darin ein persönliches Beispiel zu geben, wie auch im Kampf daran zu denken, dass der Befehl des Volkskommissariats für Verteidigung Nr. 227 im Zentrum der Aufmerksamkeit aller bleibt.

Unsere Gespräche verbanden wir mit der allgemeinen Lage an den Fronten und besonders mit dem sich entwickelnden Kampfgeschehen im Gebiet von Stalingrad und mit der Vorbereitung auf den Durchbruch der Verteidigung des Gegners in der Mosdoksker Richtung.

Zusammenfassend gesagt, ich begann allmählich in den Gang der Ereignisse im Bereich der Brigade einzudringen und lernte die Leitung und die Politstellvertreter der Truppen, die zum Korps gehörten, kennen. Der Kommandeur der 43. Selbstständigen Schützenbrigade war Oberst Sujew, ein Berufssoldat, der die Akademie des Generalstabes absolviert hatte. Die 157.Brigade befehligte Oberst Taraturtschenko, aber bald wurde er von Oberst Gorbatschow abgelöst. An der Spitze der 256. Selbstständigen Schützengarde stand Oberst Androsow, ein mutiger und gut vorbereiteter Berufssoldat und Kommandeur.

Obwohl das 9. Korps erst vor kurzem formiert worden war, hatte es doch schon gute Kampftraditionen. Die Truppenteile, die zu ihm gehörten, hatten nicht nur einmal in heißen Gefechten mit dem Feind gestanden. Wir, die Politarbeiter, kannten nicht wenige Beispiele des Heldentums und der Mannhaftigkeit der Soldaten, die wir für die erzieherische Arbeit unter den Kämpfern nutzen konnten.

Zum Beispiel war in allen Truppenteilen und Einheiten das massenhaft gezeigte Heldentum der Kämpfer des Okunjew-Bataillons der 43. Brigade breit bekannt. Auf die Stellungen dieser Einheit hatte der Gegner über 20 Panzer und gewaltige Kräfte der Infanterie geworfen. Aber die Kämpfer wichen selbst dann noch nicht, als die feindlichen Panzer und MP-Schützen in ihre Kampfformationen einbrachen. Und ein persönliches Beispiel an Tapferkeit zeigte der Bataillonskommandeur selbst. Er tauchte beständig in den allerschwersten Kampfabschnitten auf und rief die Rotarmisten auf, bis zum äußersten zu kämpfen. In einem der darauffolgenden Angriffe wurde Okunjew von einer faschistischen Kugel getroffen. Ihn ersetzte der sich in den Reihen der Kämpfer befindende Chef der Politabteilang der 43. Brigade, der Bataillonskommissar Jerochow. Er übernahm das Kommando und führte das Bataillon zum Gegenangriff. Eine Kugel traf auch diesen tapferen Politarbeiter. Aber die Einheit erfüllte ihre Aufgabe.

In einem der heißen Kämpfe widerlegte der Obersergeant M. M. Pafnutow das Sprichwort, dass einer im Feld noch kein Kämpfer ist. Der junge Kommandeur arbeitete, als er allein einigen angreifenden Panzern gegenüberstand, für einen ganzen Zug. Mit dem Feuer aus der Panzerabwehrwaffe traf er 5 feindliche Panzer und vernichtete ein großkalibriges Maschinengewehr. Für diese Heldentat wurde der Obersergeant M. M. Pafnutow als einer der ersten im Korps mit dem Leninorden ausgezeichnet.

Als der Gegner das dritte Mal die Stellung der Kompanie angriff, wurde der Kommandeur, der die Soldaten zum Gegenangriff geführt hatte, von einer feindlichen Kugel getroffen. Es trat eine kurze Verwirrung ein und dann stellte sich der Kommandeur des Zuges, Unterleutnant Idris Suleimanow an die Spitze. Er führte die Kompanie nach vorn. Idris wurde verwundet, aber er verließ den Kampf nicht und gab damit ein persönliches Beispiel an Heldentum und Standhaftigkeit. Erst eine zweite Verwundung am Kopf machte Suleimanow kampfunfähig. Der Soldat Guseinow trug den Kommandeur unter dem Trommelfeuer des Feindes an einen ungefährlichen Ort.

Für diese Heldentat wurde dem Unterleutnant I. Suleimanow der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen. Er war der erste Kommandeur im Korps, dem diese hohe Auszeichnung verliehen wurde.

Allein in diesem Kampf verlor der Gegner 17 Panzer, einen Schützenpanzerwagen, ungefähr 150 Soldaten und Offiziere.

An solchen Beispielen entwickelten die Politarbeiter bei den Soldaten ein Gefühl des Stolzes auf ihren Truppenteil, auf die Taten der Regimentskameraden, riefen in ihnen Hass gegenüber dem Feind hervor und das Streben, standhafte Nachfolger der Kampftraditionen ihrer Kompanie, des Bataillons, der Brigade zu sein. Oft zogen sich die Gespräche in die Länge, da sich die Kämpfer für die Lage an den anderen Fronten interessierten, für die Meldungen des Sowinformbüros, für die Arbeitserfolge des Volkes im Hinterland.

Jedes solches Gespräch mündete in eine einzigartige Lektion der Tapferkeit und des Heldentums. Nicht nur einmal konnte man sehen, wie die Augen der Rotarmisten aufleuchteten, wenn sie von den Heldentaten der Regimentskameraden hörten und ihr festes Wort gaben, sich für den Tod der Kameraden am Feind zu rächen, für all das Elend, das die Faschisten auf unsere heilige Erde gebracht hatten.

Wenn wir die Soldaten auf den bevorstehenden Kampf vorbereiteten, wurden wir auch irgendwie stärker, widerstandsfähiger, bekamen gleichsam einen Schuss Tapferkeit, eine moralische Vorbereitung auf künftige Prüfungen.

Die am 19. November 1942 mit einer gewaltigen Artillerie-Vorbereitung begonnene Offensive der sowjetischen Soldaten bei Stalingrad beflügelte unsere Kämpfer, Kommandeure und Politarbeiter. Die große Epopöe an der Wolga endete mit der völligen Zerstörung der mächtigen Gruppierung des Gegners, der Gefangennahme vieler tausender faschistischer Soldaten, Offiziere und Generale mit General-Feldmarschall Paulus an der Spitze. Das Beispiel der Stalingrader war für uns immer wieder begeisternd und mobilisierend.

6. Die Feuertaufe

Der Dezember verging wie im Fluge, angefüllt mit Vorbereitungen auf den Durchbruch der Verteidigung des Gegners, der auf den 1. Januar 1943 um 8:00 Uhr festgesetzt worden war. Ich befand mich nach wie vor in der 256. Brigade. Nachdem ich in allen ihren Einheiten gewesen war, kam ich am Vorabend des Angriffs wieder zum 2. Bataillon und von da zur Maschinengewehrkompanie von Leutnant A. Powolokin. Ich sprach mit den Kommunisten und Komsomolzen, mit allen Kämpfern.

Leutnant Powolokin überprüfte, ob alles zum Angriff bereit und auch genügend Munition vorhanden sei.

Die Stunden bis zum Angriff waren gezählt. Am Abend befahl der Kompaniechef den Sanitätsinstrukteur zu sich, ein großes junges Mädchen.

„Dusja, gib Hauptmann Nikulina zu essen und kümmere Dich bitte überhaupt um sie“, sagte er.1

„Zu Befehl“, erwiderte Dusja laut und deutlich.

Sie erwies sich als gutmütig und gesprächig, zu ihr fühlte ich mich sofort wie zu einer alten Bekannten hingezogen. Es wurde mir leichter ums Herz. Dusja hatte schon an vielen Kämpfen teilgenommen, sie war, wie man so sagt, ein alter Kämpfer, und ihre Ruhe und Sicherheit übertrugen sich auch auf mich.

„Genossin Hauptmann, lassen Sie uns irgendetwas ausdenken, damit wir nicht völlig erfrieren“, sagte sie. „Ich habe einen Soldatenmantel, wenn ich den Rückengürtel abknöpfe, können wir uns beide damit zudecken, und Ihren können wir uns unterlegen.“

Aber wir hatten es noch nicht geschafft, uns einzurichten, als die Stille von Schüssen zerrissen wurde. Die Faschisten feuerten auf unsere Stellungen mit allen möglichen Schusswaffen, den Himmel erhellten Tausende Leuchtkugeln. Ich sah so etwas zum ersten Mal, und deshalb schien es mir, als käme dieser ganze Feuerhagel geradewegs auf uns geflogen.

„Was ist denn das?“, fragte ich Dusja flüsternd.

„Ziehen wir uns ein bisschen schneller an“, sagte sie ruhig, „die Deutschen rühren sich wieder.“

Wir sprangen aus dem Schützengraben und eilten zum Kompaniechef. Aber der wusste auch nicht, was los war.

Das Schießen hörte genauso plötzlich auf, wie es begonnen hatte. Wie sich später herausstellte, hatten die Hitlerfaschisten so etwas wie ein Neujahrsfeuerwerk veranstaltet. Wir warteten ein wenig, kehrten in den Schützengraben zurück und legten uns wieder hin. Aber der Schlaf kam nicht mehr. Das ist ein seltsamer Zustand: Eigentlich träumst du, doch dein Geist ist wach und arbeitet. Du erinnerst dich an die Vorkriegsjahre, an das ganze bisherige Leben. Doch in erster Linie kehren die Gedanken immer wieder zu den Kindern zurück. Wo sind sie, wie geht es ihnen?

Gegen Morgen wurde es ganz kalt. Dusja und ich zogen unsere Mäntel an, schmiegten uns eng aneinander. Die Rettung vor der Kälte kam mit der Feldküche. Wir aßen eilig die heiße Suppe und tranken Tee: Gleich musste das Signal zum Angriff kommen.

Und pünktlich um 8:00 Uhr, als es gerade hell wurde, begann die Artillerievorbereitung.

Rauch verhüllte wie Nebel Himmel und Erde. Wir drückten uns an den Boden, mit stockendem Herzen warteten wir auf das Signal.

Da stieg eine Rakete in den Himmel. Leutnant Powolokin sprang auf, riss die Hand hoch, mit der er die Pistole umklammerte, und rief, wie mir schien, mit sich fast überschlagender Stimme:

„Kompanie, vorwärts! Für die Heimat!“

Die Rotarmisten gingen zum Angriff über. Sie rannten vorwärts, sie bemerkten, wie es schien, weder das verderbenbringende feindliche Feuer, noch die Einschläge der Minen und Granaten, die Bombentrichter unter den Füßen und erreichten bald die ersten Laufgräben des Gegners. Die Faschisten hielten den unverhofften Schlag nicht aus, ein Teil der deutschen Soldaten rannte voller Panik ins eigene Hinterland.

Nach einigen weiteren Minuten bemerkte ich mehrere Gruppen Deutscher, die mit erhobenen Händen auf unsere Seite gingen.

An anderen Abschnitten kamen die Einheiten ebenfalls erfolgreich voran. So begann der Durchbruch durch die Verteidigung des Gegners in Richtung Mosdok.

Unser Angriff war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Zurückweichend hatten die Feinde ziemlich große Schutzwälle hinterlassen, man schoss auf uns aus mehrläufigen Granatwerfern, was uns nicht wenige Unannehmlichkeiten bereitete.

In der Kompanie von Leutnant Powolokin fielen einige Maschinengewehre aus. Weil die rückwärtigen Dienste liegengeblieben waren, hatten die Soldaten schon tagelang kein warmes Essen erhalten können, und es wusste auch keiner, wo die vom Pech verfolgten Küchen steckten.

Am zweiten Tag der Offensive begannen einige faschistische Einheiten mit der Unterstützung von Panzern einen verzweifelten Gegenangriff. Die Soldaten der 256. Brigade schlugen diese Attacke erfolgreich zurück, wobei sie 5 Panzer zerstörten und den Gegner fast vollständig aufrieben.

Das Wetter änderte sich wie im Kaleidoskop. Zwei Tage hintereinander ging ein warmer Regen nieder. Die Gegend verwandelte sich in einen einzigen Sumpf, wodurch das Vorwärtskommen sehr erschwert wurde.

Mit einiger Mühe gelangten unsere Abteilungen in den Bereich der Siedlung Lepilino, wo sich eine der Zweigstellen des Sowchos. „Baltrabotschi" befand. Der Gegner wehrte sich nur schwach, schoss einige Male mit Granatwerfern und MGs und schwieg dann ganz.

Ich blieb in der Kompanie von Leutnant Powolokin. Die Soldaten gruben sich ein und warteten auf weitere Befehle. Gegen Abend hörte der feine Nieselregen auf und Frost trat ein.

Die Nacht verging ruhig, sogar ohne Schusswechsel, aber am nächsten Morgen entbrannte wieder der Kampf.

Als sich die Hauptkräfte der 256. Selbstständigen Schützenbrigade auf der Dorfstraße von Lepilino nach Gubisakow machten, kam hinter der Anhöhe bei Lepilino unerwartet eine Gruppe gegnerischer Panzer und SPW mit Infanterie auf dem Panzer hervor. Die MPi-Schützen stürmten vor, bildeten eine Kette und griffen unter dem Panzerschutz unsere Bataillone an.

Die Einheiten nahmen die Kampfordnung ein und gingen zum Gegenangriff über. Es entbrannte ein erbittertes Begegnungsgefecht. Nachdem die Soldaten sieben Panzer vernichtet hatten, begannen sie die zurückweichende deutsche Infanterie zu verfolgen und bewegten sich auf Lepilino zu.

Auf dem Schlachtfeld blieben außer den zerstörten Panzern 3 Feldgeschütze, 6 schwere Maschinengewehre und mehr als 150 tote Soldaten und Offiziere des Gegners zurück.

Meine Kompanie gelangte bald nach Lepilino. In der Siedlung war keine Menschenseele zu sehen. Unerwartet trafen wir dann auf eine unserer Panzerkolonnen. Der Kommandeur, irgendein Hauptmann, schob sich aus der Luke seines Panzers und fragte unseren Leutnant Powolokin, welche Abteilung er befehlige. Als er die Antwort hörte, rief der Hauptmann:

„Setze deine Adler auf den Panzer! Befehl vom Brigadekommandeur: Wir müssen uns zum Zentralen Sowchosgelände durchschlagen und einer gegnerischen Gruppe den Rückzug rechts von Lepilino abschneiden! Na los, beeil dich!“

Hals über Kopf sprangen unsere Soldaten auf die Panzer, die Fahrzeuge fuhren an und rasten dermaßen schnell davon, dass unter den Ketten hervor nach allen Seiten schwarzgrüner Schlamm spritzte und den Soldaten der Fahrtwind um die Ohren pfiff.

Bald war die Truppe im zentralen Kolchosgehöft. Der Angriff begann, er dauerte jedoch nicht lange, die Hauptkräfte des Gegners zogen sich im Eilmarschtempo zurück und ließen nur unbedeutende Sicherungseinheiten zurück. Wir machten einige Gefangene.

Uns wurde befohlen, in der Siedlung zu bleiben und weitere Weisungen abzuwarten. Auf den Straßen erschienen Frauen. Mit Tränen in den Augen rannten sie auf uns zu, überschütteten uns mit Fragen. Uns interessierte aber in erster Linie, ob irgendwo etwas Essbares für die Kämpfer aufzutreiben sei. Jedoch zeigte sich, dass es kein gebackenes Brot gab. Die Faschisten hatten alles mitgenommen, was sich nur irgend wegschleppen ließ. Ein wenig Getreide war übriggeblieben. Wir zündeten Feuer an und kochten Kascha.

Es verging kurze Zeit, und in die Siedlung zog eine Kolonne unseres Bataillons ein, und mit ihr auch die langersehnte Küche, vor der mit pfiffigem Gesicht der Starschina der Kompanie marschierte. Als er den Kommandeur erblickte, meldete er sogleich:

„Genosse Leutnant, das Essen ist fertig!“

Der Zugführer lächelte und drohte mit dem Finger, sein Zorn hatte sich gelegt. Die Soldaten umringten die Küche, und der Koch bewaffnete sich mit der Schöpfkelle. Nach dem Essen waren alle wieder bei guter Laune, die Müdigkeit war auch verschwunden.

Der Bataillonskommandeur überbrachte mir den Befehl, in der Politabteilung des Korps zu erscheinen.

Die zeitweilige Ruhe ausnutzend, führte Oberstleutnant W. N. Dukelski mit den Politleitern eine Beratung durch: Er wertete die beim Durchbruch der Verteidigung parteipolitisch geleistete Arbeit aus und steuerte auf die nächsten Aufgaben in den Truppenteilen zu.

An uns gewandt, sagte Dukelski:

„Wir müssen jetzt die Einheiten auffüllen – mit ungefähr dreitausend Mann. Ein Teil von ihnen sind Soldaten und Offiziere, die nach ihrer Genesung aus den Lazaretten kommen. Das sind schon kampferfahrene Leute. Aber die Mehrzahl der Neuen ist gerade erst einberufen worden und hat noch nicht an Gefechten teilgenommen. Im Wesentlichen sind es Angehörige verschiedener Kaukasischer Nationalitäten. Mit ihnen wird man besonders arbeiten müssen. Das Wichtigste ist, dass sie den Julibefehl des Volkskommissariats für Landesverteidigung kennen und in allerkürzester Zeit ihre Waffen und die Dienstvorschriften beherrschen lernen.

Man muss den Soldaten die Bedeutung jeder einzelnen Operation, an der das Korps teilnimmt, klarmachen, man muss sie auch aufmerksam machen auf die Schwierigkeiten, auf die sie beim Leben an der Front und besonders im Kampf stoßen können.“

Der Leiter der Politabteilung unterstrich, dass wir uns bei dieser wichtigen und angespannten Arbeit auf die Partei und den Komsomol, auf das Kampfaktiv und die Autorität der erfahrenen Rotarmisten stützen müssen, dass aber eins der wichtigsten Mittel bei der Hebung der Moral der Soldaten das persönliche Beispiel des Politarbeiters, der Kommunisten, der Komsomolzen sei.

Auf der Beratung, wurde auch darüber gesprochen, dass die Grausamkeit und Bestialität der Faschisten, wovon die Soldaten ständig hören müssen, in ihnen Zorn und unversöhnlichen Hass gegenüber dem Feind hervorrufen, dass wir - die Politarbeiter - das ausnutzen müssten, um die Soldaten zur Vergeltung an den Okkupanten aufzurufen.

Während eines Gesprächs mit dem Politleiter bat ich, mich zu beurlauben, wenn wir nach Pjatigorsk kämen, sei es auch nur für einen Tag, damit ich etwas über das Schicksal meiner Familie in Erfahrung bringen könnte. Wladimir Naumowitsch versprach, das zu tun, wenn nichts dazwischen käme. Doch in Mineralnye Wody, wohin wir damals kamen, erfuhr ich, dass keine Züge nach Pjatigorsk fuhren: Die Schienen waren zerstört. Zu Fuß hätte ich wohl den Anschluss an die Truppe verloren. Und es war gut, dass man mich nicht wegließ. Später erfuhr ich, dass meine Familie zu jener Zeit gar nicht in der Stadt war, und ich hätte denken können, alle seien umgekommen.

Folgendes war geschehen. Die Faschisten hatten Truppen abgesetzt und beschossen die Straße, die nach Naltschik führte. Niemand konnte evakuiert werden. In dieser Zeit kehrte mein Sohn von der Ernte zurück, geriet auf der Bahnstation in ein Bombardement, wobei er am Arm verletzt wurde, zerlumpt und schmutzig kam er endlich zu Hause an. Im Keller fand er meine Schwester mit den Kindern. Als diese Wolodja sah, rief sie erschrocken:

„Wolodja, bring dich in Sicherheit, nach Naltschik! Die Faschisten verfolgen alle in deinem Alter.“

Mit Mühe gelangte mein Sohn nach Naltschik und von da aus mit einem Sanitätszug nach Baku. Dort hatte er Glück - zufällig traf er einen meiner ehemaligen Kommilitonen von der Hochschule für Schifffahrt, der Wolodja erkannte und ihm riet, in eine Militärschule einzutreten.

Für meine Schwestern, die in der okkupierten Stadt geblieben waren, standen die Dinge nicht zum Besten. Die Deutschen begannen, sie als Frauen von Kommandeuren der Roten Armee zu verfolgen. Zuerst verbargen sie sich mit ihren Kindern und meiner Tochter im Keller und flüchteten dann nach Tscherkessk.

Dort lebte unsere Tante, die sie auf dem Hof, in einer kleinen Küche versteckte, wo sie zusammengepfercht bis zur Befreiung hausten.

[...]


1 Zu dieser Zeit hatten die Politoffiziere die allgemeinen Dienstränge inne. (Anm. d. Vf.)

Ende der Leseprobe aus 148 Seiten

Details

Titel
Anna Wladimirowna Nikulina – Flamme in der Nacht. Band 2: Der Text
Autoren
Jahr
2018
Seiten
148
Katalognummer
V432556
ISBN (eBook)
9783668744561
ISBN (Buch)
9783668744578
Dateigröße
1073 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Memoiren, Kommissar, 2.Weltkrieg, Sowjetunion, Demozid
Arbeit zitieren
Vera Bergmann (Autor)Lutz Marz (Autor), 2018, Anna Wladimirowna Nikulina – Flamme in der Nacht. Band 2: Der Text, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432556

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