Die Bedeutung internationaler Rechnungslegungsstandards für deutsche Unternehmen hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Während noch vor wenigen Jahren lediglich international agierende Konzerne von der Rechnungslegung nach internationalen Standards betroffen waren, spielt diese inzwischen auch bei sog. Mittelständlern eine immer bedeutendere Rolle. Begründet wird diese Entwicklung unter anderem durch die Globalisierung der Kapitalmärkte. Da Rechnungslegungsdaten eine wesentliche Informationsquelle für Anlageentscheidungen der Kapitalgeber sind, ist die Forderung nach weltweit verständlichen Rechnungslegungsgrundsätzen gut nachvollziehbar. Ein weiterer Grund, der Rechnungslegung nach internationalen Standards zu einem zentralen Thema bei Unternehmen macht, ist die EU-Verordnung von 2002, nach der ab 2005 bzw. spätestens 2007 alle kapitalmarktorientierten europäischen Unternehmen zur Erstellung des Jahresabschluss nach IFRS verpflichtet sind. Nachfolgend wird die Organisation des International Financial Reporting Standards Board (IFRSB) und der Weg zur Entstehung neuer Standards dargestellt. Zusätzlich wird aufgezeigt, welche Einflussmöglichkeit deutsche Unternehmen auf die Arbeit der Organisation haben.
Inhaltsverzeichnis
1 BEDEUTUNG INTERNATIONALER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN
2 DAS INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS BOARD
2.1 ENTSTEHUNG UND ZIELSETZUNG
2.2 ORGANE DES IFRSB
2.2.1 International Accounting Standards Committee Foundation
2.2.2 International Accounting Standards Board
2.2.3 Liaison Members
2.2.4 International Financial Reporting Interpretations Committee
2.2.5 Standards Advisory Council
2.2.6 Chief Executive/Technical Director/Commercial Director
3 FORMALES STANDARDSETZUNGSVERFAHREN – DUE PROCESS
3.1 VORBEREITENDE SCHRITTE
3.1.1 Projektvorschlag und Aufnahme in Arbeitsprogramm
3.1.2 Informationssammlung und weitere Vorarbeiten
3.2 DRAFT STATEMENT OF PRINCIPLES
3.3 AUSWERTUNG UND BERATUNG
3.4 EXPOSURE DRAFT
3.5 AUSWERTUNG UND BERATUNG
3.6 INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARD
3.7 PUBLIC HEARINGS UND FIELD TESTS
4 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN DEUTSCHER UNTERNEHMEN
5 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisationsstruktur des International Financial Reporting Standards Board (IFRSB) sowie den formalen Entstehungsprozess neuer Rechnungslegungsstandards (Due Process). Ziel ist es, die Einflussmöglichkeiten deutscher Unternehmen auf diese internationalen Standardsetzungsprozesse kritisch zu beleuchten und deren Bedeutung im Kontext der zunehmenden Globalisierung und Harmonisierung der Rechnungslegung zu bewerten.
- Historische Entwicklung und Umstrukturierung des IASC zum IASB.
- Detaillierte Analyse der Organe des IFRSB und ihrer spezifischen Aufgabenbereiche.
- Darstellung des formalen Due-Process-Verfahrens als Garant für Transparenz und Qualität.
- Evaluierung der Partizipationsmöglichkeiten deutscher Unternehmen an der Standardsetzung.
- Einordnung der IFRS als zentraler Faktor für die europäische und deutsche Unternehmenspraxis.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 International Accounting Standards Committee Foundation
Dachorganisation des IFRSB ist die International Accounting Standards Comittee Foundation (IASCF), die 2001 im Rahmen der Umorganisation des damaligen IASC zum IASB in Delaware, U.S.A. als Stiftung gegründet wurde. Sie besteht aus 19 ehrenamtlichen Treuhändern (Trustees), deren Verantwortlichkeiten in einer Satzung festgelegt sind. Die Treuhänder sollen die Arbeit des IASB überwachen und somit die Qualität und internationale Anwendbarkeit der durch das IASB verabschiedeten Standards gewährleisten.
Die Trustees ernennen die Mitglieder des IASB, des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des Standards Advisory Council (SAC). Zusätzlich verantworten sie: die jährliche Überprüfung der Strategie des IASB und die Effizienz der erzielten Arbeitsergebnisse, das Jahresbudget des IASB und dessen Finanzierung, die Verbreitung und Anwendung der vom IASB verabschiedeten Standards, die Festlegung und Verbesserung der Arbeitsabläufe des IASB, IFRIC und SAC, die Zustimmung zu Verbesserungen der Satzung bei Einhaltung des Verabschiedungsprozesses neuer Standards (Due Process) und die Ausübung sämtlicher Funktionen des IFRSB, die laut Satzung nicht ausdrücklich dem IASB, dem IFRIC oder dem SAC zugeordnet sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 BEDEUTUNG INTERNATIONALER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN: Das Kapitel erörtert die zunehmende Relevanz internationaler Standards für deutsche Unternehmen aufgrund der Kapitalmarktglobalisierung und europäischer Gesetzgebung.
2 DAS INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS BOARD: Hier wird die historische Entwicklung, die Organisationsstruktur und die Zielsetzung des IFRSB inklusive seiner Gremien detailliert dargelegt.
3 FORMALES STANDARDSETZUNGSVERFAHREN – DUE PROCESS: Dieses Kapitel erläutert den strukturierten, mehrstufigen Prozess von der Initiierung bis zur Verabschiedung neuer Rechnungslegungsstandards.
4 EINFLUSSMÖGLICHKEITEN DEUTSCHER UNTERNEHMEN: Es wird analysiert, inwieweit deutsche Vertreter und Unternehmen aktiv auf die Arbeit des IFRSB Einfluss nehmen können und wo die Grenzen dieses Einflusses liegen.
5 FAZIT: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der wachsenden Bedeutung der IAS/IFRS für die Unternehmenspraxis und den Ausblick auf die Globalisierung der Rechnungslegung.
Schlüsselwörter
IFRS, IASB, Rechnungslegung, Due Process, Standardsetzung, IASCF, Kapitalmärkte, Bilanzierung, Harmonisierung, Unternehmenspraxis, internationale Standards, Finanzberichterstattung, IFRIC, SAC, globale Akzeptanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Organisation des IFRSB und dem Prozess der Entstehung neuer internationaler Rechnungslegungsstandards sowie der Rolle deutscher Unternehmen in diesem Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Organisationsstruktur des IFRSB, das Due-Process-Verfahren, die Gremien wie IASB und IASCF sowie die Möglichkeiten der Einflussnahme durch deutsche Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Aufbau des IFRSB zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie und in welchem Umfang deutsche Unternehmen an der Standardsetzung mitwirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse der Organisationsstrukturen und des Standardsetzungsverfahrens unter Heranziehung aktueller Fachliteratur und offizieller Publikationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Organe des IFRSB und die detaillierte Beschreibung des Due-Process-Verfahrens bei der Entwicklung neuer IFRS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie IFRS, IASB, Due Process, Rechnungslegung und internationale Standardsetzung geprägt.
Welche Aufgabe haben die Trustees der IASCF?
Die Trustees sind ehrenamtliche Treuhänder, die den IASB überwachen, das Budget festlegen und die Mitglieder der verschiedenen Gremien ernennen.
Wie unterscheidet sich der Einfluss deutscher Unternehmen von dem angelsächsischer Länder?
Während deutsche Unternehmen zwar Möglichkeiten zur aktiven Mitwirkung haben, besitzen Länder des angelsächsischen Rechtssystems aufgrund ihrer dominierenden Rolle in den Gremien ein deutlich höheres Gewicht.
Warum ist das Due-Process-Verfahren so langwierig?
Aufgrund des Anspruchs auf weltweite Anerkennung werden viele Interessengruppen einbezogen, was zu einer hohen Qualität führt, aber den Prozess zeitlich in die Länge zieht.
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- Verena Müller (Autor), 2005, Organisation des IFRSB und Entstehung neuer IFRS - Einflussmöglichkeiten deutscher Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43260