Die Ars memorativa als didaktisches Prinzip

Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Mnemonik und Bild-/Textgestaltung in den Lehrwerken von Johannes Bunos "Neue Lateinische Grammatica" und Johann Amos Comenius' "Orbis sensualium pictus"?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einführung

2) Zur Etymologie des Begriffs , Mnemonik '

3) Genese und Entwicklung der Mnemonik
3.1) Über den Ursprung in der antiken Rhetorik
3.2) Entwicklungen im Mittelalter
3.3) Die Methode der Verknüpfung von Illustrationen und Mnemonik in der Frühen Neuzeit und ihre didaktischen Ausformungen

4) Die Verwendung von mnemotechnischen Verfahren und Illustrationen in den Lehrwerken Bunos und Comenius'
4.1) Johannes Buno
4.2) Johann Amos Comenius

5) Vergleich der Lehrwerke „ Neue Lateinische Grammatica“ und

6) Fazit

Literaturverzeichnis:

1) Einführung

Die Lehrwerke „ Neue Lateinische Grammatic “ und „ Orbis sensualium pictus“ der Theologen und Pädagogen Johannes Buno (1617-1697) und Johann Amos Comenius (1592-1670), zeichnen sich durch ein für die Lehrmethoden der Frühen Neuzeit neuartiges Konzept der Verknüpfung von Bildelementen aus, die als Merk- bzw. Erkennungshilfe textueller Elemente dienen.

Die Methode der Mnemonik, der Gedächtniskunst,[1] die dabei eingesetzt wird, gehörte als unterstützendes Konzept bei der Einübung von Reden bereits in der Antike unter der Bezeichnung der μνήμη/memoria, zum festen Bestandteil der Rhetorik.[2]

Im Fokus dieser Arbeit liegt der Vergleich beider Lehrwerke unter Betrachtung der Art und Weise, wie die mnemonische Methode als didaktisches Mittel ein- und umgesetzt wird.

Dazu wird zu Beginn der Etymologie des Begriffs der Mnemonik nachgegangen sowie eine kurze Darstellung der Genese und Entwicklung mnemotechnischer Verfahren von der Antike bis zur Frühen Neuzeit gegeben. Diesem geschichtlichen Abriss folgt eine Gegenüberstellung der pädagogischen Konzepte von Johann Amos Comenius und Johannes Buno und ihres spezifischen Schwerpunktes. Im Anschluss daran erfolgt der Vergleich der linguistischen Lehrbücher beider Pädagogen unter Betrachtung der Verbindung zwischen mnemonischer oder illustrierender Methode und Anwendung derselben innerhalb der Bild- und Textgestaltung ihres jeweiligen Werkes. Die Ergebnisse des Vergleichs werden sodann im abschließenden Fazit erneut aufgegriffen und für die Beantwortung der Fragestellung resümiert.

2) Zur Etymologie des Begriffs , Mnemonik'

Der Begriff „ Mnemonik“ ' leitet sich von den griechischen Wörtern „ μνήμη“ bzw. „ μνημονικόϛ“ ab, welche „Gedächtnis“ oder „Erinnerungsfähigkeit“ bzw. „erinnerungsfähig“ bedeuten. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die mythologische Gestalt der Mnemosyne, die als Mutter aller Musen und als Göttin der Erinnerung galt.[3] Von ihrer Semantik her steht die „ Mnemonik“ für das „künstliche“ Gedächtnis, das es vom „natürlichen“ Gedächtnis abzugrenzen gilt. Als Kunstfertigkeit bedarf sie somit des Erlernens von (komplexen) Regeln und Systemen, die, je nach Epoche, verschiedenen Wissenschaftsbereichen zugehörig sind.[4]

Erstmals fand der Begriff im 18. Jahrhundert als Synonym für die dazugehörigen Termini „ Mnemotechnik“, „ Ars memorativa “ oder „ Ars memorandi[5] Eingang in den europäischen Sprachgebrauch. Zuvor war er im kulturwissenschaftlichen Kontext bereits 1630 von dem Theologen und Pädagogen Johann Heinrich Alsted eingeführt worden.[6]

3) Genese und Entwicklung der Mnemonik

3.1) Über den Ursprung in der antiken Rhetorik

Die klassische Mnemotechnik findet als Methode zur Verbesserung der Merkfähigkeit und somit auch als essentieller Bestandteil für die frei vorgetragene Rede,[7] ihre ausführliche Erwähnung in den Rhetoriklehrbüchern Ciceros, Quintilians und in dem anonymen Werk „ Rhetorica ad C. Herennium (Liber IV). [8]

Das in ihnen dargelegte System des visuellen Erinnerns basiert auf der Verknüpfung von loci bzw. sedes, d.h. erinnerten Orten/Plätzen innerhalb eines Gedankengebäudes, die möglichst fest und detailliert einzuprägen sind, und imagines, d.h. Gedächtnisbildern, die gleichsam als Referenzpunkte für den eigentlichen Inhalt des Vortrags stehen.[9] Während der Rede gibt das gedankliche Umhergehen zwischen den erinnerten Orten dem Redner die Struktur des Vortrags vor, während der Zweck der Bilder darin besteht, den thematischen Ablauf zu memorieren.[10] Die imaginierten Bilder sollen dabei möglichst furchterregend sein oder in sonstiger Weise Affekte provozieren, damit sie durch die emotionale Verknüpfung lange im Gedächtnis haften bleiben.[11] Hinsichtlich der fehlenden Möglichkeiten von schriftlicher Vervielfältigung oder einfachster schriftlicher Vermerke, die eine Papierform vorausgesetzt hätten, wird die inhärente Notwendigkeit offensichtlich, die zur Entstehung und Entwicklung der mnemotechnischen Systeme in der Antike beitrugen.[12]

Umstritten ist dabei, wer den Grundstein dieses Merkkonzepts legte. So nennt Cicero in seinem Werk „ De oratore “ Simonides von Keos als mythischen Begründer,[13] allerdings kommen auch Theodektes und Metrodorus von Skepsis in Frage, von denen jeweils Überlieferungen der Anwendung bzw. methodische Aufzeichnungen über die Mnemonik existieren.[14]

3.2) Entwicklungen im Mittelalter

Die detaillierten Konzepte der Merkkunst, die in der Antike entstanden, lassen sich im mittelalterlichen Kontext nur in komprimierter und häufig allegorisierter Form[15] wiederfinden.[16] Ein Grund für den Schwund an mnemonischen Konzepten war die bis ins 12. Jahrhundert vorherrschende Meinung, dass es für das Gedächtnis als naturgegebenes Instrument der Erinnerung keiner Optimierung bedarf.[17]

Dazu war die Basis, auf der mnemotechnische Verfahren erlernt wurden, fast ausschließlich von dem Werk „ Ad Herennium “ dominiert,[18] das sich mit seinem Regelwerk primär an ein bereits rhetorisch geschultes Publikum der Epoche der Antike richtetete.[19] Eingängigere Traktate mit anschaulicheren und beispielhafteren Darstellungen für das Erlernen, wie es etwa bei Cicero und Quintillian der Fall war, waren dagegen kaum bekannt.[20] Überdies änderte sich die Kategorisierung des (künstlichen) Gedächtnisses als Teil der Rhetorik. So fiel es nunmehr als Bestandteil[21] der Kardinaltugend Prudentia (Weisheit/Klugheit) in den Bereich der Ethik[22] und erhielt eine christlich fundierte Ausrichtung, wie sie sich vor allem in der Tradition der Scholastik niedergeschlagen hat.[23] Dabei sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass es weitere Ausgestaltungen und Fortentwicklungen mnemotechnischer Verfahren unter Berücksichtigung antiker Lehrweisen gab, wie es etwa in den Werken Boncompagno da Signas, des Albertus Magnus und des Thomas von Aquin deutlich wird.[24]

Besonders hervorzuheben ist die von Raimundus Lullus (1232 - 1316) geschaffene, und in seinem Werk „ Arsmagna“ [25] dargelegte, komplexe Kunstform, die auf einem neuplatonischen Konzept beruht, das mit einer mystisch-theologischen Auseinandersetzung mit den „ Dignitates Dei“, den Namen bzw. Attributen Gottes,[26] kombiniert wird und mit ihrer philosophischen Ausrichtung konträr zu allen bisherigen mnemonischen Modellen steht, die ihren Ursprung noch in der antiken Rhetorik verortet sahen . [27] Im Mittelpunkt dieser „Lehre“ steht eine göttliche Namensmystik, die der jüdischen Kabbala und dem islamischen Zweig des Sufismus' entstammt.[28] Die jeweiligen Buchstaben der Namen bzw. Attribute Gottes, werden dabei gemäß Lullus Form der „ ars combinatoria“[29], durch drehbare geometrische Figuren (Kreis, Dreieck und Quadrat) mit weiteren Attributen Gottes in Verbindung gesetzt. Der Sinn dieser Kombinatorik ist es, die Emanationen Gottes innerhalb aller Schöpfungsstufen gemäß des Schöpfungsberichts darzustellen und diese, aus Lullus christlicher Sicht, auf die Trinität Gottes zurückzuführen, somit die Gesamtheit aller Dinge darzustellen.[30]

Der Einfluss, den Raymundus Lullus hier in Teilen aufgeführte Kunst auf die Mnemotechnik der Renaissance haben wird, ist im Vergleich zu anderen Autoren des Mittelalters mit Abstand der Wirkmächtigste.[31]

3.3) Die Methode der Verknüpfung von Illustrationen und Mnemonik in der Frühen Neuzeit und ihre didaktischen Ausformungen

Die Beschäftigung mit mnemotechnischen Verfahren[32] und die Ausarbeitung eigenständiger mnemonischer Systeme stieg ab dem 15.Jahrhundert sprunghaft an[33] und erfuhr im 16.Jahrhundert, insbesondere im pädagogisch-didaktischen Bereich unter Verwendung von Bildern und Emblemen, eine neue Hochphase, die jedoch durch diverse pseudo-wissenschaftliche Varianten und der Titulierung als „Geheimlehre“, wie etwa bei Lambert Schenckel (1547 bis nach 1624),[34] bald in den Verdacht des Betrugs geriet.[35] Damit einher geht natürlich auch die Säkularisierung der im Mittelalter noch als ethisch-christlicher Lehre verstandenen Mnemonik, woraus die Bandbreite an profanen Themen in der Frühen Neuzeit resultiert, deren man sich mithilfe mnemotechnischer Verfahren näherte.[36]

Im Bereich der mnemotechnischen „Bild“-Didaktik sind die Arbeiten Thomas Murners (1475-1537) hervorzuheben, der sich intensiv mit der Konzeption von Kartenspielen zur Memorierung der Wissensinhalte verschiedenster Fachgebiete, wie z.B. der Rechtswissenschaft, beschäftigte.[37] Dieselben Bild-Textverknüpfungen, die auf Basis des Kartenspiels für einen größeren Reiz beim Erlernen wichtiger Fakten sorgen sollten, sind so auch bei Mathias Ringmann (1482-1511) in dessen Werk „ Grammatica figurata “ zu finden.[38] Daneben existieren noch diverse weitere Schemata, die sich hauptsächlich durch eine Kombinatorik von Zeichensystemen und Buchstaben auszeichnen, die auf diese Weise ein Merkwort kreieren sollen, das als Chiffre für den eigentlichen Merkgegenstand angelegt ist.[39]

4) Die Verwendung von mnemotechnischen Verfahren und Illustrationen in den Lehrwerken Bunos und Comenius'

4.1) Johannes Buno

Johannes Buno gehört zu einem der ersten Pädagogen,[40] der die Mnemonik in Form der Bild-Text-Verknüpfung als didaktische Methode in seinen Werken einsetzte.[41] Unter dem Einfluss seines Lehrers an der Universität Marburg, Johann Balthasar Schupp, wurde er mit Schupps mnemotechnischem System bekannt gemacht[42] und entwickelte daraus bald seine eigenen mnemonischen Methoden, von denen die „emblematische“ sowie die „hieroglyphische Methode“ am bekanntesten wurden.

Anders jedoch als es bei den Lehrwerken von Johann Amos Comenius der Fall war, der ebenfalls die Kombination von Bildern, Emblemen und Texten als didaktische Lehr- und Lernform benutzte, sahen sich die Werke Bunos gerade aufgrund der in ihnen verwandten Mnemonik herber Kritik ausgesetzt.[43]

[...]


[1] Zwar wird mit den Termini „Mnemotechnik“ und „Gedächtniskunst“ eine jeweils eigene Form der Methode zur Memorierung bezeichnet, die sich an Intensität und Vorgehen unterscheidet, allerdings wird aufgrund des reduzierten Umfangs dieser Arbeit der Begriff „Mnemonik“ nicht ausführlicher differenziert, sondern als allgemeine Bezeichnung verwendet. Vgl.: Yates, Fraces A.: Gedächtnis und Erinnern. Mnemonik von Aristoteles bis Shakespeare, S. 13.

[2] Vgl.: Ebd., S. 12 sowie: Eisenhut, Werner: Einführung in die antike Rhetorik und ihre Geschichte, Darmstadt 51994, S. 31.

[3] Vgl.: Berns, Jörg Jochen: Art. Mnemonik, in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 2, Berlin [u.a.] 32007, S. 616 – 620; sowie: Neuber, Wolfgang: Art. Memoria, in: Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 5, Tübingen 2001, S. 1037-1078.

[4] Neuber, Wolfgang: Art. Memoria, S. 1037f..

[5] Desweiteren: “Ars memoriae artificialis “ und „ Ars reminiscendi“. Vgl.: Berns, Jörg Jochen: Art. Mnemonik, S.617.

[6] Vgl.: Ebd.

[7] So zählte die Mnemonik unter der Bezeichnung μνήμή/memoria zu den fünf Hauptaufgaben des antiken Redners. In: Eisenhut, Werner: Einführung in die antike Rhetorik und ihre Geschichte, S. 83.

[8] Vgl.: Yates, Fraces A.: Gedächtnis und Erinnern, S. 12.

[9] Yates merkt an, dass es sich bei diesem, als „architektural“ bezeichneten System, um die geläufigste Form der Mnemotechnik handelt, jedoch auch andere Arten von Merksystemen gelehrt wurden. Vgl.: Ebd, sowie: Eisenhut, Werner: Einführung in die antike Rhetorik und ihre Geschichte, S. 39.

[10] Quintillian, Institutio oratoria. Lehrbuch der Redekunst, (Bd. 12), Stuttgart 1986, S.1ff..

[11] Ebd.

[12] Yates, Fraces A.: Gedächtnis und Erinnern, S. 13.

[13] Die Frage, ob es sich bei der von Cicero aufgegriffenen Entstehungslegende um eine mythisch aufgeladene historische Wahrheit handelt, oder aber eher um eine parabolische Erzählung gegen das „Trauma des Vergessens“ (Stefan Goldmann), bleibt hierbei nur erwähnt. Vgl.: Berndt, Frauke: Poetische Topik, In: Zymner, Rüdiger (Hrsg.): Handbuch literarische Rhetorik, Berlin/Boston 2015 (HBRH 5), S. 454f., sowie: Cicero, Marcus Tullius: De oratore – Über den Redner, Stuttgart 1976, S. 431ff..

[14] Vgl.: Heimann-Seelbach, Sabine: Ars und scientia. Genese, Überlieferung und Funktionen der mnemotechnischen Traktatliteratur im 15. Jahrhundert. Mit Edition und Untersuchung dreier deutscher Traktate und ihrer lateinischen Vorlagen, Tübingen 2000, S. 435.

[15] Ein Beispiel für die Verwendung von allegorischen Merkkonstrukten bietet das Traktat „ De nuptiis Philologiae et Mercurii “ von Martianus Capella. Vgl.: Yates: Gedächtnis und Erinnern, S. 54.

[16] Ebd., S. 58.

[17] Vgl.: Heimann-Seelbach: Ars und scientia, S. 376.

[18] „Die Popularität des Werkes wird durch die ungewöhnlich große Zahl von erhaltenen Manuskripten belegt; in ihrer Mehrheit stammen sie aus der Zeit zwischen dem zwölften und dem vierzehnten Jahrhundert, als die Beliebtheit dieses Werkes ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheint.“ In: Ebd, S. 57.

[19] Yates, Fraces A.: Gedächtnis und Erinnern, S. 52.

[20] „Es muß besonders betont werden, daß die mittelalterliche Gedächtniskunst, […] ausschließlich auf dem Gedächtnis-Abschnitt in Ad Herennium beruhte, den man ohne Heranziehung der beiden anderen Quellen der klassischen Kunst studierte. Es wäre falsch zu behaupten, die beiden anderen Quellen seien im Mittelalter völlig unbekannt gewesen; […] Obwohl man natürlich die Möglichkeit nicht ausschließen kann, daß einige wenige auserlesene Geister hier und dort im Mittelalter auf Ciceros oder Quintilians Texte über die Mnemonik gestoßen sein mögen, trifft doch sicher die Feststellung zu, daß diese Quellen in der Gedächtnistradition bis zur Renaissance nicht allgemein bekannt geworden sind.“ Ebd., S. 58.

[21] Neben der memoria liegen nach scholastischer Lehre auch die intelligentia und die providentia, als ihre Charakteristika, der Prudentia zugrunde. Vgl.: Ebd., S. 163.

[22] Heimann-Seelbach streitet jedoch vehement eine ethische Ausrichtung in der mittelalterlichen Ars memorandi-Lehre ab. Stattdessen sieht sie die Traditionslinien der antiken Mnemotechnik, insbesonderer derer Ciceros, wiederaufgegriffen und mit der aristotelischen Lehre verbunden. Die Verbindung zwischen Mnemonik als Kategorie der Prudentia sieht sie nur bei Albertus Magnus als gegeben an. Vgl.: Heimann-Seelbach: Ars und scientia, S. 382f..

[23] Durch die stete Erinnerung der „Gedächtnisorte“ Paradies und Hölle sollte der Eintritt in den Himmel bewirkt und der Verbannung in die Hölle entgegengewirkt werden. Ebd., S. 62.

[24] Entsprechend der Reihenfolge der aufgezählten Gelehrten handelt es sich bei den Werken um die „ Rhetoricanovissima “ (1235), „ De bono “ [ca.1245-1250] und „ Summa Theologiae “ [ca. 1265-1273]. Vgl.: Heimann-Seelbach: Ars und scientia, S. 382.

[25] Entstehungszeit etwa 1305-1308. Vgl.: Ebd., S.167ff..

[26] Zu diesen gehören u.a.: Bonitas (Güte), Magnitudo (Größe), Eternitas (Ewigkeit), Potestas (Macht), Sapientia (Weisheit), Voluntas (Wille), Virtus (Tugend), Veritas (Wahrheit), Gloria (Herrlichkeit). In: Yates: Gedächtnis und Erinnern, S. 165.

[27] Vgl.: Ebd., S. 163.

[28] Bezeichnend ist dabei, dass etwa zur selben Zeit, in der Raumundus Lullus seine Kunstform entwickelt, der , Zohar ' entsteht, einer der Basistexte jüdischer Mystik. Die dort aufgeführten Emanationen Gottes stehen für die jeweiligen Potenzen Gottes, die in der Schöpfung wirken. Die Parallelen zu Lullus' Auffassung der Attribute Gottes werden hierbei offensichtlich. Ebd., S. 164f..

[29] Neben dieser Kombinationsform existieren noch weitere Schemata, wie etwa das des „Arbor scientiae“, in dem die Gesamtheit des Wissens als schematischer Wald dargestellt wird. Ebd., S.172f..

[30] Ebd., S. 166ff..

[31] „Damit aber ist der Name [Anm. Raymundus Lullus ] eines Autors ins Spiel gebracht, der nachhaltiger als alle anderen, selbst die des 16. bis 18.Jahrhunderts, die frühneuzeitliche Mnemonikdiskussion bestimmt.“ Vgl.: Berns, Jörg Jochen/Neuber, Wolfgang: Nachwort. In: Berns, Jörg Jochen/Neuber, Wolfgang (Hrsg.): Das enzyklopädische Gedächtnis der Frühen Neuzeit. Enzyklopädie und Lexikonartikel zur Mnemonik, Tübingen 1998, S. 391.

[32] Bei der nachfolgenden Darstellung didaktischer Methoden mit mnemotechnischen und illustriertem Inhalt soll es sich nur um einen kurzen Abriss handeln, der aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

[33] „In der Tat ist seit dem 15.Jahrhundert; […], „zum ersten Mal und sofort massenhaft die Überlieferung der Gedächtniskunst in Form eigenständiger Texte zu beobachten“; für den Zeitraum von etwa 1450 bis 1700 schätzt man an die 600 Autoren von über 900 verschiedenen mnemonischen Schriften.“ In: Strasser, Gerhard F.: Emblematik und Mnemonik der Frühen Neuzeit im Zusammenspiel. Johannes Buno und Johann Justus Winckelmann, (Wölfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung 36), Wiesbaden 2000, S.27.

[34] Vgl.: Ebd., S.32.

[35] „Die große Verbreitung des Schenckelschen Materials jedoch sorgte im 17.Jahrhundert für einen überraschenden Bekanntheitsgrad der Mnemonik in deutschen Landen, die „dabei immer mehr zur Spielerei und Charlatanerie“ verkam und sich von ihrer früheren Anschaulichkeit stetig entfernte.“ In: Ebd., S.33.

[36] Ebd., S.59.

[37] Vgl.: Ebd., S.54.

[38] Schaller, Klaus: Die Pädagogik des Johann Amos Comenius und die Anfänge des pädagogischen Realismus im 17.Jahrhundert, S.329.

[39] Neben Johannes Buno greift auch der Jurist Petrus Ravennas und der Rhetoriker Jakobus Publicius auf dieses System zurück. Vgl.: Ebd.

[40] Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit können nicht alle Aspekte der didaktischen Methoden beider Pädagogen aufgegriffen werden. Aus diesem Grund konzentriert sich die Arbeit nur auf wesentliche Schwerpunkte der Hauptwerke, insbesondere ihrer linguistischen Werke, bzw. der in ihnen enthaltenen didaktischen Ausformung.

[41] Zu nennen wären dabei u.a. seine Lehrwerke „ Tabularum mnemonicarum historiam universam “ (1649), „ Vralter Fußsteig der Fabular und Bilder-Grammatik “ (1650) und die im folgende zu untersuchende „ Neue Lateinische Grammatica in Fabeln und Bildern “ (1651). Vgl.: Strasser, Gerhard F.: Johannes Bunos mnemotechnische Verfahren. In: Berns, Jörg Jochen/Neuber, Wolfgang: Seelenmaschinen. Gattungstraditionen, Funktionen und Leistungsgrenzen der Mnemotechniken vom späten Mittelalter bis zum Beginn der Moderne, (Frühneuzeit-Studien N.F. 5), Wien 2000,S. 639ff..

[42] Vgl.: Strasser, Gerhard F.: Johannes Bunos mnemotechnische Verfahren, S.639.

[43] Zum einen hatte dies damit zu tun, dass die Mnemotechnik gemäß der Auffassung von Bunos Zeitgenossen als überkommen galt, zum anderen erschienen ihnen Bunos mnemonische Systeme teilweise auch als derart überkomplex, dass sie das Lernen, insbesondere für Kinder, vermeintlich eher verkomplizierten, als erleichterten. Vgl.: Strasser, Gerhard F.: Emblematik und Mnemonik der Frühen Neuzeit im Zusammenspiel, S.67;S.76.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Ars memorativa als didaktisches Prinzip
Untertitel
Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Mnemonik und Bild-/Textgestaltung in den Lehrwerken von Johannes Bunos "Neue Lateinische Grammatica" und Johann Amos Comenius' "Orbis sensualium pictus"?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V432626
ISBN (eBook)
9783668745636
ISBN (Buch)
9783668745643
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mnemonik, Gedächtniskunst, Johann Amos Comenius, Johannes Buno, Latein, Lehrwerke
Arbeit zitieren
Bianca Weihrauch (Autor), 2018, Die Ars memorativa als didaktisches Prinzip, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432626

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