Viele Kinder und Jugendlichen haben Schwierigkeiten in ihrer persönlichen Entwicklung. Ihnen fällt es schwer, auf andere Kinder zuzugehen, sich in Gruppen zu einzubringen oder ihre Probleme selbstständig zu bewältigen. Für diese Problematiken wurde die Soziale Gruppenarbeit geschaffen. Soziale Gruppenarbeit ist ein pädagogischer Ort, an dem „Gemeinschaft erfahren, gelernt und lustvoll, sinnlich praktiziert werden kann“ . Die Soziale Gruppenarbeit wurde zusammen mit dem Kinder- und Jugendhilfegesetz 1990 in § 29 gesetzlich verankert und stellt eine klassische Methode bzw. Handlungsform der Sozialen Arbeit dar. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich speziell mit den Fragen nach der Funktion und Aufgabe der Sozialen Gruppenarbeit in der Sozialen Arbeit und ihrer systemischen Verortung. Durch die Lehrveranstaltung „Systemisches Handeln im Kontext von Jugend- und Familienhilfe“ wurde ich auf die Soziale Gruppenarbeit aufmerksam. Nachdem ich ein Referat über dieses Thema abhielt, beschloss ich es weiter zu vertiefen und mich in der Hausarbeit näher mit der Sozialen Gruppenarbeit zu beschäftigen. Dabei stellte ich mir im weiteren Verlauf die Frage ob und inwieweit Soziale Gruppenarbeit mit systemischer Arbeit bzw. systemischem Handeln in Verbindung steht. In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst im ersten Teil die wichtigsten Merkmale einer Gruppe bestimmt und die die Soziale Gruppenarbeit definiert werden. Da es sich um eine Form der Hilfen zur Erziehung handelt, wird im ersten Teil auch der rechtliche Rahmen benannt. Danach folgt das zweite Kapitel, in dem die Zielgruppe und die Ziele thematisiert werden. Es folgt ein Überblick über die Methoden und Aufgaben der Gruppenleitung und abschließend wird die Frage geklärt, ob Soziale Gruppenarbeit systemisches Handeln beinhaltet. Eine Zusammenfassung und Fazit im letzten Teil schließen die Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Soziale Gruppenarbeit?
2.1. Merkmale einer (sozialen) Gruppe
2.2. Merkmale Sozialer Gruppenarbeit
2.3. Struktur der Sozialen Gruppenarbeit
3. Ziele und Zielgruppen der Sozialen Gruppenarbeit
3.1. Zielgruppe der Sozialen Gruppenarbeit
3.2. Ziele der Sozialen Gruppenarbeit
4. Methodisches Handeln
4.1. Prinzipien und Grundhaltungen
4.2. Die Aufgaben der Gruppenleitenden
5. Systemisches Handeln
5.1. Systemischer Ansatz in der Sozialen Gruppenarbeit
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion, Aufgabe und systemische Verortung der Sozialen Gruppenarbeit (SGA) innerhalb der Sozialen Arbeit, um aufzuzeigen, inwieweit diese Methode mit systemischem Handeln in Verbindung steht und zur individuellen sowie sozialen Entwicklung junger Menschen beitragen kann.
- Grundlagen und Merkmale der Sozialen Gruppenarbeit sowie ihre rechtliche Verankerung im SGB VIII.
- Analyse der Zielgruppen und der individuellen Zielsetzungen in Gruppenangeboten.
- Methodisches Vorgehen und die professionelle Rolle der Gruppenleitenden.
- Systemische Grundlagen und deren praktische Anwendung in der Gruppenarbeit.
- Evaluation des Nutzens der Sozialen Gruppenarbeit für die psychosoziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Auszug aus dem Buch
2.1. Merkmale einer (sozialen) Gruppe
Eine Gruppe besteht aus mindestens drei Personen. Diese Personen stehen in einem bestimmten Zeitraum regelmäßig in einer gegenseitigen Verbindung, die durch eine feste und verbindliche Beziehung gekennzeichnet ist (Wellhöfer 2012, S. 17ff.).
Darüber hinaus zeichnen eine Gruppe folgende sechs Merkmale aus:
1. Das Zusammengehörigkeitsgefühl (Wir-Bewusstsein),
2. Die Dauerhaftigkeit (unterscheidet sich von einer zufälligen Begegnung),
3. Die Interaktion (gegenseitiges Agieren und Reagieren),
4. Die Gruppenziele (tragen zum Zusammengehörigkeitsgefühl bei),
5. Normen, Werte und Regeln (geben Ordnung und Stabilität),
6. Die Rollen (beinhaltet alle Verhaltenserwartungen und -anforderungen, die an alle Gruppenmitglieder gestellt werden) (Wellhöfer 2012, S. 17 ff.).
Nur durch Kommunikation, Interaktion und Einhalten der Normen und Werte ist es möglich, Teil einer Gruppe zu sein. Durch das daraus resultierende Zughörigkeitsgefühl ist es erst möglich, über Gefühlszustände und Emotionen zu sprechen. Die Gruppe schafft ein Klima, in dem es den Mitgliedern möglich ist, den Umgang mit Gefühlen zu erlernen. Dies führt zu einer Gruppendynamik, die für eine erfolgreiche Soziale Gruppenarbeit von besonderer Bedeutung ist (Metzinger 1999, S. 9; Wellhöfer 2012, S. 16)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert Schwierigkeiten in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und stellt die Soziale Gruppenarbeit als etablierte Methode zur Bewältigung dieser Probleme vor.
2. Was ist Soziale Gruppenarbeit?: Es werden die begrifflichen Grundlagen der Gruppe und der Sozialen Gruppenarbeit definiert sowie die gesetzliche Verankerung im SGB VIII erläutert.
3. Ziele und Zielgruppen der Sozialen Gruppenarbeit: Dieses Kapitel identifiziert Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsdefiziten als Zielgruppe und beschreibt die individuelle Zielsetzung innerhalb dieses Hilfeangebots.
4. Methodisches Handeln: Hier stehen die Prinzipien, Grundhaltungen sowie die spezifischen Aufgaben und Rollen der Gruppenleitung im Fokus des methodischen Handelns.
5. Systemisches Handeln: Der systemische Ansatz wird definiert und untersucht, inwieweit die Soziale Gruppenarbeit durch ihre ressourcen- und lösungsorientierte Ausrichtung als systemisch verstanden werden kann.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Bedeutung der Sozialen Gruppenarbeit als geschützter Raum für soziale Lernprozesse und unterstreicht die Relevanz der systemischen Perspektive.
Schlüsselwörter
Soziale Gruppenarbeit, SGA, SGB VIII, Gruppenpädagogik, Systemisches Handeln, Soziale Kompetenz, Gruppendynamik, Jugendhilfe, Ressourcenorientierung, Lösungsorientierung, Gruppenleitung, Soziale Arbeit, Entwicklung, Interaktion, Erziehungshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Soziale Gruppenarbeit als klassische Methode der Sozialen Arbeit und deren theoretische sowie praktische Verknüpfung mit systemischen Handlungsansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Merkmale von Gruppen, die rechtliche Basis im Kinder- und Jugendhilfegesetz, methodische Prinzipien für Gruppenleitende sowie die systemtheoretische Fundierung der Hilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Funktion und Aufgabe der Sozialen Gruppenarbeit zu klären und zu prüfen, ob und inwieweit sie systemisches Arbeiten im Kontext der Jugendhilfe beinhaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie einer strukturanalytischen Betrachtung der methodischen Konzepte der Sozialen Gruppenarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Zielgruppen und Ziele, die Darstellung der methodischen Grundhaltungen für Gruppenleitende sowie die Analyse der systemischen Dimensionen in der Arbeit mit Gruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Soziale Gruppenarbeit, Systemisches Handeln, Sozialkompetenz, Gruppenprozess, Ressourcenorientierung und Jugendhilfe.
Wie unterscheidet sich die "Kurzform" von der "fortlaufenden Gruppe" in der Sozialen Gruppenarbeit?
Die Kurzform ist zeitlich eng begrenzt (6-12 Monate) und hat eine feste Teilnehmerzusammensetzung, während die fortlaufende Gruppe über einen längeren Zeitraum (ca. 2 Jahre) angelegt ist und einen flexiblen Ein- und Austritt ermöglicht.
Welche Bedeutung hat das Zitat von Steve de Shazer für die Arbeit?
Das Zitat „Problem talk creates problems, solution talk creates solutions!“ dient als Grundsatz für die lösungsfokussierte Haltung in der Sozialen Gruppenarbeit, bei der der Fokus auf Kompetenzen statt auf Defiziten liegt.
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- Anonym (Author), 2018, Systemische soziale Gruppenarbeit bei Kinder und Jugendlichen und Methoden zur erfolgreichen Bewältigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432817