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Die postfamiliale Familie - Von der Veränderung privater Gesellungsformen

Title: Die postfamiliale Familie - Von der Veränderung privater Gesellungsformen

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christiane Bayer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Familie ist tot, es lebe die Familie – so könnte der Satz lauten, der den derzeitigen Zustand der Familie als die noch immer bedeutendste soziale Gruppe im zwischenmenschlichen Zusammenleben charakterisiert. Unsere Gesellschaft verändert sich derzeit rasant, Altbekanntes und –bewährtes bricht sowohl im sozialen als auch im beruflichen Bereich auf und macht neuen Formen der Arbeit und des Zusammenlebens Platz. Dies wirkt sich auf das Leben vieler Menschen konkret und spürbar aus. Arbeitsrhythmen verändern sich, Mann-und-Frau-Beziehungen müssen neu geordnet werden und mit ihnen auch die Vorstellungen und die Umsetzung von individuellen Lebensentwürfen, Familie und Partnerschaft. An bestimmten Merkmalen läßt sich die Gestalt der postfamilialen Familie allerdings nicht festmachen, ist es doch geradezu Kennzeichen dieser neuen Gesellungsform, daß sie sich in vielen unterschiedlichen Ausprägungen präsentiert.

Bereits heute sind postmoderne Formen familiären Zusammenlebens bei vielen Menschen Teil einer sogenannten Patchwork-Biographie geworden. Tendenziell wird Familie künftig nicht mehr lebenslang angelegt sein, sondern ihren Platz zwischen neuen Freiheiten, aber auch Zwängen, behaupten müssen. Denn die meisten Menschen werden ihr Leben nach postmodernen Einflußfaktoren wie Individualisierung, Mobilität und Flexibilität ausrichten. Traditionelle Familienmuster sind damit in Frage gestellt: „Moderne bedeutet die massenhafte Freisetzung von Individuen aus traditionellen Lebenszusammenhängen“ (Clermont, 1997: 18).

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die traditionelle Familie und ihr Wandel dargestellt: Ausgehend von Definitionen werden die ursprünglichen Funktionen der Familie kurz erläutert, anschließend die Art der Veränderung im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte beschrieben. In einem weiteren Kapitel sollen sowohl die internen als auch die externen Ursa-chen für die Veränderungen familialer Konstellationen ergründet werden. Ein Überblick zu den Schlagworten Individualisierung, Mobilität und Flexibilität soll zum einen zeigen, wie sich die gesellschaftlichen Umbrüche auf den einzelnen Menschen auswirken, zum anderen, wie sich die postmoderne Arbeitswelt und ihre Anforderungen auf das Individuum auswirken. Auf dieser Grundlage will der vorliegende Text dann zeigen, welche neuen Formen des Zusammenlebens sich aus dem aufgezeigten Gesellschaftswandel bisher gebildet haben. Abschließende Bemerkungen zur Thematik runden die Hausarbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie im Wandel

2.1 Definitionen von Familie

2.2 Familienfunktionen

2.3 Von der Not- zur Wahlgemeinschaft

3. Veränderte Lebenswelt

3.1 Individualisierung

3.2 Flexibilität und Mobilität im Beruf

4. Neue Formen des Zusammenlebens

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Wandel der privaten Lebensformen hin zur sogenannten postfamilialen Familie, unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Umbrüche wie Individualisierung, Mobilität und veränderter Arbeitswelt.

  • Traditionelle Familienfunktionen und deren historischer Wandel
  • Die Auswirkungen von Individualisierungsprozessen auf die private Lebensführung
  • Der Einfluss von beruflicher Flexibilität und globaler Mobilität auf Familienstrukturen
  • Entstehung neuer Formen des Zusammenlebens in der Postmoderne

Auszug aus dem Buch

3.2 Flexibilität und Mobilität im Beruf

Vergleichbares geschieht in der Arbeitswelt: Nach den großen Veränderungen in diesem Bereich, die sich für die Gesellschaft letztmals im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung ergaben, kommt es heute zu Umbrüchen ganz ähnlicher Größenordnung durch die Globalisierung. Sie wirkt sich einerseits direkt auf die Arbeitsbedingungen, das Lohnniveau und das Angebot von Arbeitsplätzen aus. Andererseits „führt die Globalisierung von Industrien zu veränderten Anforderungen im Hinblick auf Qualifikation, Mobilität und Flexibilität von Arbeitskräften“ (Tübinger Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, 2001: 27). Dies kann sich positiv auf diejenigen Menschen auswirken, die vom steigenden Lebensstandard profitieren, die freieren Entfaltungsmöglichkeiten und den „Markt der Möglichkeiten“ zu nutzen wissen: „In der Bundesrepublik bricht eine Arbeitsmarkt-Individualisierung hervor, die sich in der Anhebung des Lebensstandards, Ausbildung, Mobilität usw. entfaltet“ (Beck, 1986: 131).

Das Individuum ist heute hochgradig definiert über seine Tätigkeit in der Erwerbsgesellschaft. Schlagwörter wie Freiheit und Risikobetonung, Flexibilität, Mobilität und Individualisierung skizzieren den Einfluß auf die Biographie des postmodernen Menschen. „Das sichtbarste Zeichen dieses Wandels könnte das Motto ,nichts Langfristiges’ sein. (...) Heute muß ein junger Amerikaner mit mindestens zweijährigem Studium damit rechnen, in vierzig Arbeitsjahren wenigstens elfmal die Stelle zu wechseln und dabei seine Kenntnisbasis wenigstens dreimal auszutauschen“ (Sennett, 1999: 25). Eine einzige Ausbildung für ein ganzes Berufsleben oder eine lebenslange Beschäftigung bei ein und demselben Arbeitgeber sind heute eindeutig die Ausnahme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Status quo der Familie in einer rasanten Gesellschaft und führt in die zentralen Begriffe der Individualisierung und des gesellschaftlichen Wandels ein.

2. Familie im Wandel: Erläutert klassische Definitionen und Funktionen der Familie und zeichnet den historischen Wandel von der Not- zur Wahlgemeinschaft nach.

3. Veränderte Lebenswelt: Untersucht die Auswirkungen von Individualisierung, beruflicher Flexibilität und Mobilität auf das soziale Binnengefüge und die individuelle Biographie.

4. Neue Formen des Zusammenlebens: Analysiert, wie moderne Lebensmodelle wie das Singleleben oder die Ehe ohne Trauschein als Reaktion auf ökonomische Zwänge entstehen.

5. Abschließende Bemerkungen: Fasst zusammen, dass die Familie sich in einem Transformationsprozess befindet und nicht aufgelöst, sondern resistenter als erwartet ist.

Schlüsselwörter

Postfamiliale Familie, Individualisierung, Wahlbiographie, Patchwork-Biographie, Flexibilität, Mobilität, Erwerbsgesellschaft, Globalisierung, Gesellschaftswandel, Zusammenleben, Lebensentwurf, Moderne, Postmoderne, Sozialstruktur, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den tiefgreifenden Veränderungen privater Gesellungsformen und der Struktur der Familie unter den Bedingungen moderner Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Transformation der Familie, die Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt und der Einfluss soziologischer Prozesse wie Individualisierung auf das Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich gesellschaftliche Umbrüche auf die Lebensentwürfe des Einzelnen auswirken und welche neuen Formen des Zusammenlebens daraus resultieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse soziologischer Theorien und Fachpublikationen, um die genannten Phänomene theoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Wandel der Familienfunktionen, die Prozesse der Individualisierung sowie die Anforderungen an Flexibilität und Mobilität in der post-industriellen Arbeitswelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die postfamiliale Familie, die Bastel-Biographie, Flexibilität und die Transformation sozialer Bindungen.

Inwiefern beeinflusst das ökonomische Diktat das Familienleben?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Marktkonditionen zunehmend auf das soziale Leben übertragen werden, was Familien vor die Herausforderung stellt, ökonomische Mobilitätszwänge mit dem Wunsch nach privater Stabilität zu vereinbaren.

Wird die Familie als Institution in der Arbeit als "tot" bezeichnet?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Familie zwar in einem Transformationsprozess steckt und ihre traditionelle Form verliert, aber als soziale Einheit resistent und weiterhin erstrebenswert bleibt.

Was bedeutet der Begriff "Bastel-Biographie"?

Er beschreibt den modernen Zustand, in dem Lebensläufe nicht mehr vorgegeben sind, sondern durch individuelle, teils zwanghafte Kombinationsmöglichkeiten und ständige Neuausrichtungen selbst gestaltet werden müssen.

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Details

Title
Die postfamiliale Familie - Von der Veränderung privater Gesellungsformen
College
University of Leipzig
Course
Der flexible Mensch in der Erlebnisgesellschaft
Grade
2,0
Author
Christiane Bayer (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V43281
ISBN (eBook)
9783638411189
ISBN (Book)
9783638790673
Language
German
Tags
Familie Veränderung Gesellungsformen Mensch Erlebnisgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Bayer (Author), 2004, Die postfamiliale Familie - Von der Veränderung privater Gesellungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43281
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