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Wege aus der Jugendkriminalität. Wie profitiert die Jugendhilfe von der Resilienzforschung?

Titre: Wege aus der Jugendkriminalität. Wie profitiert die Jugendhilfe von der Resilienzforschung?

Livre Spécialisé , 2018 , 81 Pages

Autor:in: Tobias Wolf (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Jugendkriminalität steigt. Die Gründe dafür sind vielfältig und oftmals bleibt es nicht nur bei einem Kavaliersdelikt. Je früher Jugendliche in ein kriminelles Milieu rutschen, desto wahrscheinlicher ist ein weiterer Verstoß gegen das Gesetz. Wie aber können die betroffenen Heranwachsenden dem kriminellen Teufelskreis entfliehen?

Tobias Wolf sieht in den Bereichen Resilienz und Desistance den Schlüssel, um Jugendliche langfristig auf den richtigen Weg zu bringen. In seinem Buch zeigt er, wie die Jugendhilfe im Strafverfahren von der Forschung profitieren kann. Zudem erläutert Wolf, wie die jungen Erwachsenen trotz vermeintlicher Perspektivlosigkeit und schwierigem sozialen Hintergrund, die Entwicklung zum Erwachsenen erfolgreich meistern.

Aus dem Inhalt:
- Jugend;
- Kriminalität;
- Desistance;
- Resilienz;
- Gefängnis

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitende Gedanken

2 Resilienz

2.1 Resilienz – eine Begriffsbestimmung

2.2 Resilienz als variable Größe

2.3 Kompetenz-und ressourcenorientierte Resilienzforschung

3 Der Zusammenhang von Resilienz mit anderen Konstrukten

4 Modelle von Resilienz: Das Zusammenwirken von Risiko- und Schutzfaktoren

4.1 Das Risikofaktorenmodell

4.2 Das Schutzfaktorenkonzept

5 Modelle von Resilienz

5.1 Das Kompensationsmodell

5.2 Das Herausforderungsmodell

5.3 Das Interaktionsmodell

5.4 Das Kumulationsmodell

5.5 Rahmenmodell von Resilienz

6 Empirische Forschungsbefunde aus dem Bereich der Risiko-und Resilienzforschung

6.1 Die Kauai-Längsschnittstudie

6.2 Die Mannheimer Risikokinderstudie

6.3 Die Bielefelder Invulnerabilitätsstudie

7 Zusammenfassung der Ergebnisse der empirischen Studien

7.1 Personale Ressourcen

7.2 Soziale Ressourcen

8 Exkurs: Resilienz und die Bedeutung der Bindungstheorie

9 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse

10 Desistance from Crime – Abkehr von Kriminalität

10.1 Delinquenz im Jugendalter

10.2 Mehrfach auffällige Jugendliche

11 Desistance im Fokus kriminologischer Forschung

11.1 Theorien und Modelle der Desistanceforschung

12 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse

13 Empirische Erkenntnisse aus dem deutschsprachigen Raum

13.1 Leistungsbereich

13.2 Soziale Interaktionen

14 Diskussion

14.1 Zum Verhältnis von Resilienz-und Desistanceforschung

14.2 Die Aufgaben der Jugendhilfe im Strafverfahren

14.3 Erkenntnisse für die Jugendhilfe im Strafverfahren

15 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die Erkenntnisse der Resilienz- und Desistanceforschung genutzt werden können, um jungen, mehrfach auffälligen Menschen in der Jugendhilfe im Strafverfahren einen erfolgreichen Ausstieg aus der Kriminalität zu ermöglichen und sie bei der Lebensbewältigung zu unterstützen.

  • Grundlagen der Resilienzforschung und deren Bedeutung für die Jugendhilfe.
  • Modelle zur Erklärung von Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen.
  • Empirische Erkenntnisse zu Resilienz- und Desistance-Prozessen.
  • Die Rolle der Bindungstheorie für eine positive psychische Entwicklung.
  • Strategien für die Praxis der Jugendhilfe im Strafverfahren zur Förderung von Desistance.

Auszug aus dem Buch

2.1 Resilienz – eine Begriffsbestimmung

Die englische Übersetzung des Begriffs Resilienz meint im Gegensatz zur lateinischen Übersetzung (resilire: abprallen oder zurückspringen) Widerstandskraft oder Belastbarkeit. Damit ist allgemein die Fähigkeit gemeint, mit belastenden Lebensumständen, wie Unglücken, traumatischen Erfahrungen, Misserfolgen oder Risikobedingungen und negativen stressbedingten Folgen umzugehen. (vgl. Wustmann 2005 nach Rutter 2001) Gabriel beschreibt Resilienz als „die menschliche Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Lebensumständen“ (Gabriel 2005, S. 207) und meint damit genauer den Prozess, die Fähigkeit oder das Ergebnis einer gelungenen Bewältigung belastender Lebensverhältnisse (vgl. ebd., S. 207 nach Masten et al. 1990). Wustmann definiert Resilienz differenzierter als eine psychische Widerstandfähigkeit in Bezug auf Kinder, gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungskrisen (vgl. Wustmann 2004, S. 18).

Somit sind laut Wustmann zwei wesentliche Bedingungen an die Bedeutung von Resilienz geknüpft: Zum einen eine bedeutende Bedrohung für die kindliche Entwicklung und zum anderen eine erfolgreiche Bewältigung genau dieser belastenden Lebensumstände. (vgl. ebd., S. 18) Allerdings ist es laut Wustmann wichtig, ein hohes Maß an Selbstvertrauen, Lernbereitschaft und Sozialkompetenz bei Kindern nicht per se als Resilienz zu deuten, vielmehr werden Kinder als resilient bezeichnet, wenn sie in Anbetracht ihrer Lebensumstände eine besondere Bewältigungsleistung erbracht und sich diesen Beeinträchtigungen zum Trotz dennoch positiv entwickelt haben. Wustmann konkretisiert genauer, dass es einem (psychisch) widerstandsfähigen Kind gelinge, „Entwicklungsrisiken weitestgehend zu vermindern und sich gleichzeitig gesundheitsförderliche Kompetenzen anzueignen“ (ebd., S. 30 zitiert nach Laucht et al. 2000).

Abzugrenzen ist Resilienz als positiver Gegenbegriff von der Vulnerabilität, womit Verwundbarkeit oder Verletzlichkeit gemeint sind (vgl. Gabriel 2005, S. 107). Diese Vulnerabilität bezieht sich auf die Prädisposition eines Kindes, „unter Einfluss von Risikobelastungen verschiedene Formen von Erlebens-und Verhaltensstörungen zu entwickeln“ (Wustmann 2004, S. 22).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Gedanken: Die Einleitung skizziert die Problematik delinquenter, mehrfach auffälliger Jugendlicher und führt in die Forschungszweige Resilienz und Desistance als Hilfestellung für die Praxis der Jugendhilfe ein.

2 Resilienz: Dieses Kapitel definiert Resilienz als dynamisches und variables Konstrukt und begründet, warum ein kompetenzorientierter Ansatz für die Jugendhilfe essentiell ist.

3 Der Zusammenhang von Resilienz mit anderen Konstrukten: Es wird erläutert, wie Resilienz mit Faktoren wie Gesundheit, Kohärenzgefühl und positiven Emotionen korreliert.

4 Modelle von Resilienz: Das Zusammenwirken von Risiko- und Schutzfaktoren: Dieses Kapitel beleuchtet das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept und erklärt, wie verschiedene Faktoren die Entwicklung von Kindern beeinflussen.

5 Modelle von Resilienz: Hier werden verschiedene Wirkmodelle (Kompensation, Herausforderung, Interaktion, Kumulation, Rahmenmodell) vorgestellt, die das Zusammenspiel von Schutz- und Risikofaktoren erklären.

6 Empirische Forschungsbefunde aus dem Bereich der Risiko-und Resilienzforschung: Anhand dreier Langzeitstudien (Kauai, Mannheim, Bielefeld) werden die Merkmale widerstandsfähiger Kinder und die Bedeutung protektiver Faktoren aufgezeigt.

7 Zusammenfassung der Ergebnisse der empirischen Studien: Es werden die zentralen personalen und sozialen Ressourcen zusammengefasst, die zur erfolgreichen Lebensbewältigung beitragen.

8 Exkurs: Resilienz und die Bedeutung der Bindungstheorie: Dieser Exkurs verdeutlicht die Wichtigkeit einer sicheren Bindung für die psychische Entwicklung und Resilienz.

9 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse: Ein Überblick über die theoretischen Grundlagen der Resilienzforschung und die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren.

10 Desistance from Crime – Abkehr von Kriminalität: Einführung in den kriminologischen Forschungsansatz der Desistance bei mehrfach auffälligen Jugendlichen.

11 Desistance im Fokus kriminologischer Forschung: Darstellung zentraler Theorien und Modelle (u.a. Sampson & Laub, Maruna, Giordano) zum Abbruch krimineller Karrieren.

12 Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse: Eine Zusammenfassung der Desistance-Theorien und des Prozesscharakters des Ausstiegs aus der Kriminalität.

13 Empirische Erkenntnisse aus dem deutschsprachigen Raum: Untersuchung der Faktoren für den erfolgreichen Abbruch einer kriminellen Karriere basierend auf der Tübinger Mehrfachtäterstudie sowie weiteren Langzeitstudien.

14 Diskussion: Diskussion der Erkenntnisse aus Resilienz- und Desistanceforschung für die praktische Arbeit der Jugendhilfe im Strafverfahren, inklusive rechtlicher Rahmenbedingungen.

15 Schlussbetrachtung: Ein Resümee über die Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Resilienz- und Desistance-Ansätzen in die alltägliche Praxis der Jugendhilfe.

Schlüsselwörter

Resilienz, Desistance, Jugendhilfe im Strafverfahren, Jugendkriminalität, Mehrfachtäter, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Bindungstheorie, Biographiearbeit, Lebensbewältigung, Kriminologie, Entwicklungspsychologie, soziale Arbeit, Interventionsmodelle, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie die Erkenntnisse der Resilienz- und Desistanceforschung die professionelle Praxis der Jugendhilfe im Strafverfahren bei der Arbeit mit mehrfach auffälligen Jugendlichen unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Definition und Erforschung von Resilienz, die verschiedenen Modelle zur Erklärung von Kriminalitätsausstiegen (Desistance) sowie die Analyse konkreter empirischer Studien in diesen Bereichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Jugendhilfe-Mitarbeiter durch die Nutzung resilienz- und desistanceorientierter Ansätze den delinquenten Jugendlichen besser helfen können, ihre Ressourcen zu mobilisieren und nachhaltig Abstand von der Kriminalität zu nehmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine tiefgehende Literaturanalyse durch, wertet existierende Langzeitstudien (z.B. Kauai-Studie, Tübinger Mehrfachtäterstudie) aus und verknüpft diese theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Arbeitsweise der Jugendhilfe im Strafverfahren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen von Resilienz und Desistance, die Darstellung empirischer Forschungsbefunde, die Bedeutung der Bindungstheorie sowie eine kritische Diskussion zur Anwendung dieser Konzepte innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Jugendgerichtshilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Resilienz, Desistance, Jugendhilfe im Strafverfahren, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Biographiearbeit und Delinquenz definiert.

Welche Rolle spielen Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Arbeit?

Die Arbeit betrachtet Jugendliche mit Migrationshintergrund als Risikopopulation, betont jedoch, dass Migration auch als Chance wahrgenommen werden kann, wobei Resilienz durch Bikulturalität und Sprachkompetenz gezielt gefördert werden kann.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "Desistern" und "Persistern" nach Maruna wichtig?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie unterschiedliche Selbstnarrationen und der Glaube an einen „guten Kern“ dazu beitragen können, kriminelle Karrieren zu beenden, indem die eigene Vergangenheit neu bewertet wird.

Welche Rolle spielt die Jugendhilfe laut Autor bei der Resilienzförderung?

Die Jugendhilfe soll als prozessbegleitende Kraft agieren, die den Jugendlichen hilft, ihre eigenen Stärken und Bewältigungsstrategien zu entdecken, anstatt lediglich defizitorientiert auf Sanktionen zu fokussieren.

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Résumé des informations

Titre
Wege aus der Jugendkriminalität. Wie profitiert die Jugendhilfe von der Resilienzforschung?
Auteur
Tobias Wolf (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
81
N° de catalogue
V432824
ISBN (ebook)
9783956875717
ISBN (Livre)
9783956875731
Langue
allemand
mots-clé
Resilienz Desistance Jugendgerichtshilfe Jugendhilfe im Strafverfahren Jugend Kriminalität Gefängnis
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Wolf (Auteur), 2018, Wege aus der Jugendkriminalität. Wie profitiert die Jugendhilfe von der Resilienzforschung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432824
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