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Sport als Bühne. Wie Wettkämpfe zum Forum von Terrorismus werden

Title: Sport als Bühne. Wie Wettkämpfe zum Forum von Terrorismus werden

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Josua Lehr (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Sportliche Großereignisse begeistern Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt und erzeugen ungemein viel Aufmerksamkeit. Allein 1,013 Milliarden Zuschauer weltweit verfolgten das Finale der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Doch die besondere Aufmerksamkeit von Sportereignissen in der Öffentlichkeit ist kein neues Phänomen. Auch frühere Großereignisse wurden live in alle Welt ausgestrahlt seit Erfindung von Hörfunk und Fernsehen.

Durch die ungemeine Popularität bieten und boten Sportgroßereignisse jedoch zugleich auch eine Bühne für politische Propaganda oder terroristische Aktionen. In meiner Hausarbeit möchte ich Beispiele für den dschihadistisch motivierten und palästinensich motivierten Terrorismus darstellen, im ersten Schritt miteinander vergleichen und anschließend analysieren, wie sehr die Bühne Sport von Extremisten genutzt wurde und in Zukunft genutzt werden könnte.

Ein besonderes Augenmerk lege ich auf die tödliche Geiselname der israelischen Männermannschaft bei den olympischen Sommerspielen 1972 in München, welche die Terrororganisation „Schwarzer September“ zu verantworten hatte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Eingrenzung des Analyseinhaltes

2. Definition Terrorismus

1. Islamistischer Terrorismus

2. Palästinensischer Terrorismus

3. Vergleich Islamistischer und Palästinensischer Terrorismus

4. Der Anschlag von München 1972

5. Grundsätzliche Gründe für Terrorismus

6. Gründe für den Terror von München während der Olympischen Spiele

7. Sportereignisse im Fadenkreuz des Terrorismus

8. Verändertes Sicherheitskonzept

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Instrumentalisierung internationaler Sportereignisse als Bühne für terroristische Propaganda und gewaltsame Aktionen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen islamistisch und palästinensisch motiviertem Terrorismus liegt.

  • Analyse der historischen Entwicklung terroristischer Bedrohungen im Kontext des Sports.
  • Detaillierte Fallstudie zum Anschlag auf die Olympischen Sommerspiele 1972 in München.
  • Gegenüberstellung von Ideologien, Zielen und Strategien unterschiedlicher Terrorgruppen.
  • Untersuchung der psychologischen und medialen Wirkung von Anschlägen auf Sportgroßveranstaltungen.
  • Evaluation der daraus resultierenden Veränderungen in den Sicherheitskonzepten internationaler Turniere.

Auszug aus dem Buch

4. Der Anschlag von München 1972

In der Nacht des 5. Septembers 1972 drangen acht palästinensische Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“14 in das Olympische Dorf der Sommerspiele in München ein. Das Ziel der bewaffneten Attentäter war die Unterbringung des israelischen Männerteams in der Cornollystraße 31. Die Terroristen töteten zwei Mitglieder der israelischen Delegation und nahmen neun weitere Geiseln. Sie drohten, die Geiseln umzubringen, wenn nicht im Gegenzug 234 palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen entlassen würden. Diese Forderung war mit einem Ultimatum verbunden, welches um neun Uhr auslief. Neben dem damaligen Bundesinnenminister Hans Dietrich Genscher und dem bayrischen Innenminister Dr. Bruno Merk wurden die anschließenden Verhandlungen mit den Entführern durch den Polizeipräsidenten Dr. Schreiber geführt.15

Nachdem der Polizeipräsident mit dem Sprecher der Terrorgruppe Kontakt aufgenommen hatte, gelang es ihm, das Ultimatum bis 13 Uhr zu verlängern.16 Durch den anschließenden Einsatz von Bundesinnenminister Genscher, der persönlich mit den Terroristen verhandelte, wurden wiederum mehrmalige Fristverlängerungen bis 21 Uhr erreicht.17 Besonders kompliziert gestaltete sich die Lage deshalb, da die Terroristen keine Forderungen an Deutschland stellten, worauf die Verantwortlichen direkt hätten reagieren können. Die Erfüllung der Forderungen der Terroristen lag in der Hand der israelischen Stellen und nicht im deutschen Entscheidungsbereich.18

Außerdem war die deutsche Polizei auf einen solchen Einsatz nicht vorbereitet und verfügte ebenso über keine Ausrüstung für eine Geiselbefreiung. Ein Spezialkommando gegen terroristische Angriffe existierte nicht.19 Die deutsche Regierung hatte nur 2 Millionen DM für das Sicherheitskonzept der Olympischen Spiele ausgegeben.20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eingrenzung des Analyseinhaltes: Einleitung in die Thematik der Sportgroßereignisse als Bühne für Terrorismus und Vorstellung der Forschungsabsicht.

2. Definition Terrorismus: Theoretische Herleitung des Terrorismusbegriffs mit Fokus auf die Unterscheidung zwischen religiös und politisch motivierten Akteuren.

2.1 Islamistischer Terrorismus: Analyse der Ideologie und Ziele islamistischer Gruppierungen, insbesondere unter Bezugnahme auf den Salafismus und den Dschihad.

2.2 Palästinensischer Terrorismus: Untersuchung der PLO und der Strategien palästinensischer Terrorgruppen, bei denen nationale Befreiungsziele im Vordergrund stehen.

3. Vergleich Islamistischer und Palästinensischer Terrorismus: Herausarbeitung gemeinsamer Motive wie Rache und Identifikation bei gleichzeitiger Differenzierung der übergeordneten Weltanschauungen.

4. Der Anschlag von München 1972: Detaillierte Rekonstruktion des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft und der daraus resultierenden krisenhaften Bewältigungsversuche.

5. Grundsätzliche Gründe für Terrorismus: Kategorisierung der Ziele terroristischer Organisationen anhand von Variablen wie politischer Zielsetzung und dem Verhältnis zur Bevölkerung.

6. Gründe für den Terror von München während der Olympischen Spiele: Identifikation spezifischer Motive, wie der Demütigung durch den Ausschluss der Olympiamannschaft und dem Wunsch nach internationaler Aufmerksamkeit.

7. Sportereignisse im Fadenkreuz des Terrorismus: Übertragung der Problematik auf moderne Ereignisse und Analyse, warum Sport als attraktives Ziel für Terroristen gilt.

8. Verändertes Sicherheitskonzept: Betrachtung der Wandlung sicherheitspolitischer Strategien von den Spielen 1972 bis hin zu zeitgenössischen Großturnieren wie der EM 2016.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der fortbestehenden Gefahrenlage und Notwendigkeit nachhaltiger Sicherheitskonzepte für internationale Sportveranstaltungen.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Sportgroßereignisse, Schwarzer September, München 1972, Islamistischer Terrorismus, Palästinensische Befreiungsorganisation, Sicherheitskonzept, Geiselnahme, Politische Propaganda, Medienwirksamkeit, Radikalisierung, Gewaltprävention, Olympische Spiele, Sicherheitsarchitektur, Politische Instabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Sportgroßereignisse von Terrororganisationen als globale Bühne für ihre politischen Forderungen und Propaganda missbraucht werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit vergleicht ideologische Motive von islamistischen und palästinensischen Gruppen, analysiert historische Anschläge und beleuchtet die sicherheitspolitischen Anpassungen im Umfeld großer Turniere.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Terroristen die mediale Bühne des Sports nutzen und wie sich die Sicherheitskonzepte als Reaktion auf diese Bedrohungslage seit 1972 gewandelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf Literaturrecherche und der Aufarbeitung dokumentierter Vorfälle basiert, um Motive und Strategien terroristischer Akteure gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition des Terrorismus, eine vergleichende Motivstudie, eine Fallstudie zum Anschlag von 1972 sowie eine Analyse der sicherheitspolitischen Entwicklung im Sportbereich.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie internationale Sicherheitsarchitektur, mediale Inszenierung von Gewalt, Sport-als-Bühne-Phänomen und politische Radikalisierung kennzeichnen.

Warum war der Anschlag von 1972 laut dem Autor so bedeutend?

Es handelte sich um den ersten live übertragenen Terroranschlag vor laufenden Fernsehkameras, der die abstrakte Gefahr des Terrorismus weltweit in das öffentliche Bewusstsein rückte.

Inwiefern hat sich das Sicherheitsverständnis seit 1972 geändert?

Während bei den Münchner Spielen 1972 fast gänzlich auf bewachte Sicherheitsbereiche verzichtet wurde, sind heutige Sportgroßereignisse durch massive staatliche und private Sicherheitsaufgebote zu Hochsicherheitszonen geworden.

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Details

Title
Sport als Bühne. Wie Wettkämpfe zum Forum von Terrorismus werden
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Hauptseminar: Politik und Sport in außereuropäischen Regionen
Grade
2,7
Author
Josua Lehr (Author)
Publication Year
2017
Pages
19
Catalog Number
V432948
ISBN (eBook)
9783668760240
ISBN (Book)
9783668760257
Language
German
Tags
sport bühne wettkämpfe forum terrorismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josua Lehr (Author), 2017, Sport als Bühne. Wie Wettkämpfe zum Forum von Terrorismus werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432948
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