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Kierkegaard - Der Sprung

Title: Kierkegaard - Der Sprung

Term Paper , 2004 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Joachim Waldmann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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1. Einleitung

In Der Gesichtspunkt für meine Wirksamkeit als Schriftsteller schreibt Kierkegaard: „[...] dass ich bin und gewesen bin religiöser Schriftsteller, dass meine gesamte Wirksamkeit als Schriftsteller in einem Verhältnis zum Christentum steht, zu der schwierigen Aufgabe: ein Christ zu werden.“ 1

Folglich drehen sich Kierkegaards gesamte Anstrengungen um diese eine Frage: wie es möglich ist ein Christ zu werden. Er ist der festen Überzeugung, dass man sich dem wahren Christsein nicht nach und nach nähern kann, sondern dass ein qualitativer Sprung ins Christsein hinein erfolgen müsse. Der Mensch muss als Einzelner springen, kein anderer kann ihm den Sprung abnehmen. Es ist unmöglich vom christlichen Standpunkt aus dozierend einem anderen Menschen den Sprung zu ermöglichen. Daher wählt Kierkegaard in vielen seiner Schriften einen nicht christlichen Standpunkt. Dies macht es nötig unter Pseudonymen zu schreiben, da er selbst ja nur aus christlicher Position heraus sprechen kann, seine pseudonymen Autoren jedoch aus jeder beliebigen. Doch auch aus einem nicht christlichen Standpunkt heraus lässt sich das christliche Lebensverständnis nicht direkt mitteilen; es bleibt die indirekte Form der Mitteilung, die die anderen möglichen Lebensverständnisse als unzureichend und unbefriedigend darstellt, ohne dabei direkt auf das christliche Verständnis hinzuweisen.

Was für verschiedene Lebensverständnisse aber gibt es? Woher erfolgt dieser Sprung ins Christsein hinein? Kierkegaard unterscheidet drei verschiedene Existenzsphären, in denen der Mensch leben kann: die ästhetische, die ethische und die religiöse. Die Grenzen zwischen diesen Sphären bilden einerseits Ironie (ästhetisch-ethisch), andererseits Humor (ethischreligiös).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die drei Existenzsphären

2.1. Die ästhetische Sphäre

2.2. Die ethische Sphäre

2.3. Die religiöse Sphäre

3. Der Sprung

4. Kritische Würdigung

4.1. Camus’ Kritik in Der Mythos von Sisyphos

4.2. Mackies Kritik in Das Wunder des Theismus

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Konzeption Sören Kierkegaards hinsichtlich des Werdens zum Christen, wobei der Fokus auf dem zentralen Begriff des „Sprungs“ als notwendigem Akt der Subjektivität liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Unvereinbarkeit von rationalem Denken und dem religiösen Paradoxon sowie der daraus resultierenden Kritik an dieser Position durch andere Denker.

  • Kierkegaards Existenzsphären (ästhetisch, ethisch, religiös)
  • Die Natur und Notwendigkeit des qualitativen Sprungs in den Glauben
  • Das Paradoxon als fundamentale Bedingung des Christentums
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Absurdität bei Albert Camus
  • Rationalität und Glaube in der Kritik von John Leslie Mackie

Auszug aus dem Buch

3. Der Sprung

In den Glauben gelangt man laut Kierkegaard also nicht durch ein objektives Wissen um ein historisches Ereignis, denn wenn dieses Wissen auch nach und nach immer vollständiger wird, so genügt es doch niemals, um darauf eine „ewige Entscheidung“ zu gründen. Er nennt diesen Versuch, der von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, ein „Sich-in-eine qualitative-Entscheidung-Hineinquantitieren“. Vielmehr vergleicht er den Weg in den Glauben hinein mit einem Sprung; wobei er dieses Wort Lessing entlehnt.

Wer springt ist zwar während er in der Luft ist ohne jeden Halt, dennoch ist er deswegen nicht verzweifelt, denn er hat Vertrauen darauf – ist sich paradoxerweise sogar gewiss – dass er nicht stürzen, sondern sicher landen wird. Ebenso verhält es sich mit dem Glauben: Auch hier verlässt der Mensch den Bereich des gesicherten Wissens und vertraut, ohne jegliche Sicherheit, darauf, „dass dieses Loslassen kein bodenloses Stürzen ist.“

Ein Sprung ist „ein Übergehen in eine andere Begriffssphäre“, d.h. dass der Ort des sicheren objektiven Wissens verlassen wird zugunsten einer paradoxen inneren Gewissheit. Man kann sich nachdem man sich im Glauben befindet auch nicht nachträglich der Objektivität zur Untermauerung des Glaubens bedienen, objektive Erkenntnis und Glauben sind inkompatibel.

Ein weiterer Aspekt des Begriffs Sprung ist, dass man einen solchen selbst durchführen muss. Wende ich nicht selbst die Energie auf, um vom Boden abzuheben, so handelt es sich nicht mehr um einen Sprung. D.h. ich muss selbst eine Entscheidung treffen, kein anderer kann sie mir abnehmen. Einzig darauf hinweisen, dass ich springen soll, kann ein Dritter. Ob ich dann springe bleibt mir überlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Kierkegaards lebenslange Anstrengung, die schwierige Aufgabe, ein Christ zu werden, zu verstehen und mittels indirekter Mitteilung zu vermitteln.

2. Die drei Existenzsphären: Es werden die ästhetische, ethische und religiöse Sphäre als Stadien definiert, in denen der Mensch existieren kann, wobei die Übergänge durch Ironie und Humor markiert sind.

3. Der Sprung: Dieses Kapitel erläutert den qualitativen Sprung als notwendigen Akt der persönlichen Entscheidung, der das objektive Wissen hinter sich lässt, um eine paradoxe innere Gewissheit zu erlangen.

4. Kritische Würdigung: Hier werden die Gegenpositionen von Albert Camus zum Absurden und John Leslie Mackie zum Verhältnis von Vernunft und Glauben analysiert und gegenübergestellt.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Unmöglichkeit einer direkten Vermittlung des Glaubens und hinterfragt die Rolle der Vernunft innerhalb von Kierkegaards System.

Schlüsselwörter

Kierkegaard, Sprung, Existenzsphären, Christentum, Paradoxon, Subjektivität, Absurdität, Glaube, Vernunft, Camus, Mackie, indirekte Mitteilung, Entscheidung, Ethik, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Sören Kierkegaards Philosophie des Glaubens, insbesondere die Frage, wie ein Mensch durch einen qualitativen „Sprung“ den Übergang zum Christsein vollzieht.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Existenzsphären, die Bedeutung des Paradoxons für den christlichen Glauben sowie die Kritik rationalistischer Ansätze am Glaubensbegriff.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Sprung in den Glauben als Akt der individuellen Entscheidung gegen die objektive Vernunft zu verdeutlichen und dessen Konsequenzen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und hermeneutische Auslegung primärer philosophischer Quellen sowie die kritische Gegenüberstellung mit anderen philosophischen Positionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei Existenzsphären, die Definition des Begriffs „Sprung“ sowie die kritische Würdigung durch Camus und Mackie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Subjektivität, Paradoxon, existenzielle Entscheidung und das Verhältnis von Vernunft und Glaube beschreiben.

Wie unterscheidet sich Camus' Sicht auf das Absurde von der Kierkegaards?

Während Kierkegaard das Absurde als Grundlage für den Sprung in den Glauben nutzt, fordert Camus dazu auf, das Absurde auszuhalten, statt durch einen Sprung in den Glauben vor der Vernunft zu kapitulieren.

Was kritisiert Mackie an Kierkegaards Konzept?

Mackie kritisiert, dass Kierkegaards Modell einen rein voluntaristischen Glauben entwirft, der sich jeder vernünftigen Begründung und Kritik entzieht.

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Details

Title
Kierkegaard - Der Sprung
College
University of Tubingen
Grade
1,0
Author
Joachim Waldmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V43305
ISBN (eBook)
9783638411325
ISBN (Book)
9783656208822
Language
German
Tags
Kierkegaard Sprung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Waldmann (Author), 2004, Kierkegaard - Der Sprung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43305
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