Bei dieser Arbeit handelt es um die sprachliche Analyse einiger Seiten eines Biologiebuches, das für eine 9./10. Klasse konzipiert wurde. Dabei geht es zunächst um die Zugehörigkeit des fachsprachlichen Registers und nach der sprachlichen Analyse auch um die Frage, inwieweit eine Förderung bildungssprachlicher Potentiale der Adressaten stattfinden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Fachtextes
2.1. field
2.2. mode
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung und didaktische Aufbereitung eines Fachtextes zum Thema „Klimawandel“ aus dem Biologie-Lehrwerk „Natura Biologie 9/10“. Im Fokus steht die Frage, inwieweit das verwendete Register der „Schulsprache“ die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler unterstützt oder durch komplexe sprachliche Hürden erschwert.
- Analyse der sprachlichen Varietät „Schulsprache“ im schulischen Kontext.
- Untersuchung der Beschreibungskategorien field, mode und tenor nach Riebling.
- Bewertung der didaktischen Aufbereitung der Texte und Arbeitsaufträge.
- Identifikation spezifischer sprachlicher Hürden (z. B. Fachtermini, Nominalstil, Passiv).
- Evaluation des induktiven Lernansatzes im Lehrwerk.
Auszug aus dem Buch
2.1. field
Die Kategorie field bezieht sich auf den thematischen und kommunikativen Bezugsbereich des Textes, „den Redegegenstand, den Inhalt der Verständigung, das Thema […], den Texttyp, das Genre […], das Sach-, Fach- und Arbeitsgebiet, in dem sprachlich gehandelt wird, über das sprachlich verhandelt wird“ (Hess-Lüttich 1998, 210). Mit dem Thema ‚Klimawandel‘ und seinen Auswirkungen auf die Algenblüte, auf die Sumpfdotterblume und die Trottellumme wird das Ökosystem, das in Wechselwirkung zu Zelle und Organismus steht, zum Redegegenstand. Das wäre nach den Bildungsstandards im Fach Biologie eines der Basiskonzepte, die die inhaltliche Dimension des Faches ausmachen und zum Konzept ‚System‘ zählen. Das zweite Basiskonzept ‚Struktur und Funktion‘ befasst sich in diesem Fall mit der Angepasstheit von den oben genannten Organismen an ihre Umwelt. Die Erkenntnis, dass der Mensch direkt und indirekt lebendige Systeme verändert, gehört zu dem Basiskonzept ‚Entwicklung‘ (vgl. Bildungsstandards, 12).
Nachdem das Thema, der Redegegenstand und die fachlichen Basiskonzepte genannt wurden, möchte ich nun auf den Texttyp bzw. die hier verwendeten Textsorten zu sprechen kommen. Die mediale Realisierungsform dieses Lehrwerkstextes ist die konzeptionelle Schriftlichkeit. Der Text besitzt damit gemäß dem bildungssprachlichen Charakteristikum „Merkmale formeller, monologischer schriftförmiger Kommunikation“ (Gogolin 2009, 270) sowie einen hohen Grad der Versprachlichung und Explizitheit (vgl. Riebling 2013, 120). Nach Roelcke betrifft das das die konzeptionelle Dimension des Textes (vgl. Roelcke 2014, 172). Bevor die zwei anderen Dimensionen angesprochen und in Bezug auf die unterschiedlichen Textsorten in dem Lehrwerk differenziert dargestellt werden, möchte ich zunächst das Layout der Textsorten beschreiben. Dabei unterscheiden sich die beiden Seiten deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Register der Schulsprache im Kontext der Schule als Institution und stellt die Forschungsfrage bezüglich der didaktischen Eignung des analysierten Lehrwerkstextes.
2. Analyse des Fachtextes: Dieses Kapitel untersucht den Text anhand der Kategorien field (Thematik, Textsorte) und mode (sprachliche Realisierungsform, Grammatik, Wortschatz).
2.1. field: Hier wird der thematische Bezugsbereich des Klimawandels im Lehrwerk sowie die Einordnung der Texte in fachliche Basiskonzepte und mediale Realisierungsformen vorgenommen.
2.2. mode: Dieses Kapitel analysiert detailliert die fachsprachlichen Mittel auf Wort- und Satzebene, einschließlich Passivkonstruktionen, Nominalstil und definitorischer Verfahren.
3. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die hohen sprachlichen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler sowie die mangelnde Sequenzierung der Lernaufgaben.
Schlüsselwörter
Schulsprache, Bildungssprache, Klimawandel, Natura Biologie, Fachsprache, Didaktik, Textanalyse, Register, Konzeptionelle Schriftlichkeit, Basiskonzepte, Sprachliche Hürden, Nominalstil, Textkompetenz, Lehrwerkanalyse, Biologieunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die sprachliche Qualität und didaktische Konzeption eines Fachtextes aus einem Biologie-Lehrbuch für die 9./10. Klasse zum Thema Klimawandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Bildungssprache im Unterricht, die Analyse von Lehrwerkstexten mittels linguistischer Kategorien sowie die Verbindung zwischen fachlichen Inhalten und sprachlicher Vermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob der gewählte Text die Schülerinnen und Schüler beim Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen unterstützt oder durch sprachliche Komplexität überfordert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die linguistischen Beschreibungskategorien field, mode und tenor nach Riebling sowie die Typologie nach Roelcke, um den Text systematisch zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der thematische Gehalt (field) sowie die grammatikalischen und lexikalischen Besonderheiten (mode) des Textes detailliert aufgeschlüsselt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulsprache, Bildungssprache, didaktische Aufbereitung, fachsprachliche Hürden, Textanalyse und Lernprozessunterstützung.
Welche spezifischen sprachlichen Hürden identifiziert die Autorin?
Sie nennt unter anderem abstrakte Begriffe, den häufigen Einsatz des Passivs, komplexe Nominalphrasen, Topikalisierungen sowie ein Fehlen von Erzählstrukturen.
Wie bewertet die Autorin die Aufgabenstellungen im Lehrwerk?
Die Autorin übt Kritik an der Aufgabenstellung, da diese oft Expertenwissen voraussetzt, welches von Schülern dieser Altersstufe noch nicht erwartet werden kann.
Gibt es Verbesserungsvorschläge für das Lehrwerk?
Ja, die Autorin empfiehlt eine bessere Sequenzierung der Lernaufgaben und die Förderung von Partner- oder Gruppenarbeit, um den Austausch der Schüler zu unterstützen.
Welches Fazit zieht die Analyse zur "Schulsprache"?
Das Fazit lautet, dass die sprachlichen Hürden des Lehrwerks die gewünschte Textkompetenz und damit das Lernen im Fachunterricht erheblich erschweren können.
- Quote paper
- Christiane Oswald (Author), 2017, Schriftliche Analyse des Lehrwerkes "Natura Biologie 9/19" zum Thema 'Klimawandel', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433094