Am 8. November 2016 stand das Ergebnis fest: Nach einem langen und weltweit polarisierenden Wahlkampf um das Amt des amerikanischen Präsidenten wurde verkündet: Donald J. Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Ausgang sorgte für Entsetzen in der ganzen Welt und hinterließ ein Gefühl der Besorgnis und Beunruhigung. Bis zuletzt waren die Hoffnungen vielerorts groß, dass sich das Blatt noch zugunsten der – mehr oder weniger – besseren Alternative Hillary Clinton wenden würde, jedoch vergebens.
Wie ist es möglich, dass jemand der Frauen diffamiert, deren Gleichwertigkeit infrage stellt und die Religionsfreiheit missachtet, genug Stimmen erhalten kann, um das Amt des Präsidenten zu bekleiden? Viele sind der Meinung, der offensichtliche ‚Rechtsdruck‘ der Bevölkerung sei einer der Hauptgründe für den Wahlausgang, wieder andere sind der Ansicht, dass die grundsätzliche amerikanische Mentalität und das daraus resultierende Wahlverhalten hauptsächlich zu diesem Ergebnis geführt hätten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theorie
2.1 Definition und Merkmale von Populismus
2.2 Demokratischer Populismus?
2.3 Medien: das Sprachrohr des Populismus
2.4 Entwicklung des Populismus in den Vereinigten Staaten
3 Analyse: Ist Donald Trump ein Populist?
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Donald Trump als Populist klassifiziert werden kann, indem sie dessen politisches Auftreten und seine Kommunikationsstrategien während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 analysiert und mit theoretischen Konzepten des Populismus in Beziehung setzt.
- Theoretische Fundierung und Definition des Populismusbegriffs
- Wechselwirkung zwischen Populismus, Demokratieverständnis und Medien
- Historische Entwicklung populistischer Strömungen in den USA
- Analyse der Rhetorik und des Politikstils von Donald Trump
Auszug aus dem Buch
3 Analyse: Ist Donald Trump ein Populist?
Derzeit gibt es einige offensichtliche Probleme in den USA. Es herrschen kaum übersehbare Diskrepanzen im Geltungsbereich von Männern und Frauen, Alltagsrassismus gegenüber Farbigen und Spaltung der Gesellschaft vor. Der Teil der Bevölkerung, der vom Staat profitiert, wehrt sich gegen Veränderungen und möchte die Dinge so belassen wie sie sind. Der andere Teil, überwiegend wirtschaftlich Beungünstigte, möchte, dass sich endlich etwas verändert, und fühlt sich von der Regierung im Stich gelassen. Die ansteigende Kriminalitätsrate und Gewaltbereitschaft, auch gegen Polizisten, sowie der Drogenmissbrauch leisten ihr übriges zur aktuell angespannten Lage. Das Land spaltet sich zusehends in ‚Wir‘ und die ‚Anderen‘, die nicht dazu gehören. Diese in den vorherigen Kapitel bereits beschriebene Teilung nutzt der Populist für seine Zwecke (vgl. Petzner, 2007, S.33ff). Genau diese Art der Spaltung lässt sich besonders häufig in Donald Trumps Auftreten wiederfinden. In seiner Wahlkampf-Abschlussrede (Inauguration Speech) sagte er: „...Because today we are not merely transferring power from one Administration to another ... – but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the American People. ...” (Trump, 2017, Inauguration Speech).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Überraschungserfolg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl 2016 und wirft die Frage auf, ob er als Populist bezeichnet werden kann.
2 Theorie: Dieses Kapitel definiert Populismus als Relationsbegriff, untersucht sein Verhältnis zur Demokratie, die Rolle der Medien als Sprachrohr und die historische Entwicklung in den USA.
3 Analyse: Ist Donald Trump ein Populist?: Das Kapitel analysiert Trumps Wahlkampfauftreten, seine Rhetorik der Spaltung und seinen bewussten Einsatz von Medien, um die Wählerschaft anzusprechen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Trump zwar populistische Stilmittel gezielt einsetzt, jedoch aufgrund seines Hintergrunds kein klassischer populistischer Führer im traditionellen Sinne ist.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Populismus, Donald Trump, Demokratie, soziale Medien, Wahlkampf, politische Rhetorik, Polarisation, Gesellschaftsspaltung, Amerika, Identitätspolitik, Politische Kommunikation, Führungspersönlichkeit, Populist
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die populistischen Charakterzüge von Donald Trump vor dem Hintergrund der US-Präsidentschaftswahl 2016.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Populismus, die Interaktion zwischen Medien und Populismus sowie die historische Verankerung populistischer Bewegungen in den USA.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Politikstil von Donald Trump anhand theoretischer Merkmale des Populismus kritisch zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Definitionen mit aktuellen Beispielen aus Trumps Wahlkampf vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die historische Kontextualisierung und eine konkrete Analyse von Trumps Rhetorik und medialem Auftreten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Populismus, Politische Rhetorik, Spaltung, soziale Medien und American First.
Wie unterscheidet sich Trumps Populismus laut der Arbeit von traditionellen Populisten?
Die Arbeit stellt heraus, dass Trump im Gegensatz zum klassischen Bild eines "Volkshelden" aus einfachen Verhältnissen aus einer reichen Unternehmerfamilie stammt.
Welche Rolle spielen soziale Medien für Donald Trumps Erfolg?
Soziale Medien dienen ihm als direkter Kanal zum Wähler, um komplexe Themen zu simplifizieren, Provokationen zu setzen und eine dauerhafte Präsenz sicherzustellen.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Populismus und Demokratie?
Der Autor betrachtet Populismus als eine Art "Feuerprobe" für die Demokratie, die einerseits Forderungen nach Partizipation erfüllen kann, aber auch das Risiko antidemokratischer Tendenzen birgt.
- Quote paper
- Carolin Hennings (Author), 2018, Donald Trump. Populist par excellence?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433115